ARCHIV - Schwedt: Die PCK Raffinerie GmbH (Quelle: ZB/Patrick Pleul)
Audio: Studio Frankfurt | 26.04.2019 | O-Ton PCK-Sprecherin Vica Fajnor | Bild: ZB

Importstopp für russisches Öl - Schwedter Erdöl-Raffinerie hat noch genügend Reserven

Der polnische Importstopp für Rohöl aus Russland hat bisher keine großen Auswirkungen auf die PCK-Raffinerie in Schwedt (Uckermark). Wegen der Wartungsarbeiten in den vergangenen Wochen seien ohnehin noch nicht alle Produktionsanlagen wieder komplett hochgefahren, sagte PCK-Sprecherin Vica Fajnor dem rbb am Freitag.

Alternative Versorgung über Rostock

Außerdem gebe es noch genügend Reserven für die Ölverarbeitung. Damit könne das Werk seine Anlagen noch gut zehn Tage lang betreiben. Das sei ausreichend Zeit, um eine alternative Versorgung aufzubauen. Diese sei zum Beispiel über den Ölhafen Rostock möglich, von wo aus ebenfalls eine Pipeline nach Schwedt führe, so Fajnor weiter.

Überhöhte Chlorid-Mengen im Öl

Polen hatte am Mittwoch den Öl-Import durch die Druschba-Pipeline gestoppt, da Raffinerien das Öl nicht verarbeiten können. Offenbar hat ein noch unbekannter Produzent Öl mit überhöhten Chlorid-Anteilen eingespeist. Die Chloride werden bei der Förderung des Rohöls benötigt, anschließend aber wieder entfernt. Wann der Stopp wieder aufgehoben werden kann, ist in Schwedt noch nicht bekannt. Über die Pipeline fließt rund ein Drittel der deutschen Ölimporte.

Die PCK Schwedt verarbeitet jährlich zwölf Millionen Tonnen Rohöl - zu Diesel, Benzin, Kerosin, Flüssiggas, Heizölen und Bitumen. 1.200 Mitarbeiter sind dort beschäftigt.

Moskau will Vorfall aufklären

Auch der Verband der Mineralölwirtschaft (MWV) hält die Versorgung mit Benzin, Diesel und Heizöl in Deutschland trotz der Unterbrechung der russischen Öllieferungen für nicht gefährdet. "Es gibt keine Qualitäts- und Lieferprobleme", sagte ein Sprecher des Mineralölwirtschaftsverbandes am Freitag in Berlin. Es gebe ausreichend Reserven in den Öl- und Raffinerielagern, um die Lieferunterbrechung zu überbrücken.

Die Regierung in Moskau hatte erklärt, das Öl sei aufgrund technischer Probleme verunreinigt worden. "Man muss das nicht politisieren. Das kommt in regelmäßigen Abständen vor", sagte Vize-Regierungschef Dmitri Kosak. Sobald man die Verantwortlichen für die Verschmutzung ausmachen könne, würden diese zur Verantwortung gezogen und bestraft.

Sendung: Antenne Brandenburg, 26.04.2019, 11:30 Uhr

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