Ein Stahlschmelzer des Arcelor Mittal-Werks in Eisenhüttenstadt steht im Schutzanzug vor flüssigem Eisen (Quelle: dpa/Pleul).
Bild: dpa/Patrick Pleul

Schwache Nachfrage nach deutschen Stahlprodukten - Arcelor Mittal drosselt Stahl-Produktion in Eisenhüttenstadt

Der weltgrößte Stahlhersteller Arcelor Mittal schraubt seine Produktionskapazitäten weiter zurück. Es seien weitere Schritte notwendig, um die europäischen Stahlproduktionsmengen auf die weiter schwache Nachfrage anzupassen, teilte der Konzern am Mittwoch mit.

Von den Produktionskürzungen sind auch die Werke in Eisenhüttenstadt und Bremen betroffen. Kurzarbeit oder ähnliche Einschnitte seien bisher aber nicht angekündigt, sagte der Eisenhüttenstädter Arcelor-Betriebsratsvorsitzende Holger Wachsmann dem rbb. Aktuell solle zwar die Roheisenfertigung reduziert werden, dennoch müsse der Hochofen auch bei verringerter Leistung weiter personell betreut werden. Kurzarbeit sei daher zur Zeit in Eisenhüttenstadt kein Thema, so Wachsmann. Für die Zukunft wollte er Kurzarbeit aber nicht grundsätzlich ausschließen.

Gewinnrückgang um mehr als ein Drittel

Das Geschäft in Europa sei nach wie vor von einer trägen Nachfrage und hohen Stahl-Importen auf den Kontinent belastet, sagte Wachsmann weiter.

Bei den Zahlen zum ersten Quartal musste Arcelor Mittal schon einen Rückgang des operativen Gewinns um mehr als ein Drittel wegstecken. Überkapazitäten und niedrigere Verkaufspreise wegen einer schwächeren Konjunktur sowie steigende Rohstoffkosten belasteten die Ergebnisse, hieß es Anfang Mai. Damals hatte Arcelor Mittal bereits erste Produktionskürzungen angekündigt. Die aktuellen Produktionskürzungen würden wieder rückgängig gemacht, sobald sich die Bedingungen am Markt verbesserten, teilte der Stahlkonzern mit.

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