Neue Batterie im Umspannwerk Uckermark
Audio: Antenne Brandenburg | 16.05.2019 | Katja Geulen | Bild: rbb/Katja Geulen

Verbundkraftwerk Uckermark - Gigantische Batterie macht Ökostrom planbar

In der Uckermark arbeiten seit über 20 Jahren Produzenten von Wind- und Solarstrom daran, wie das Netz ohne Schwankungen mit Strom versorgt werden kann. In der Uckermark wurde jetzt - für ganz Ostdeutschland - Abhilfe geschaffen. Von Katja Geulen

Die Uckermark ist technologischer Vorreiter beim Thema Öko-Strom: Nach über 20 Jahren haben Produzenten von Wind- und Solarstrom nun eine Lösung gefunden, um vollwertigen Kraftwerken Strom anbieten zu können.

Eine gigantische Litium- lonen-Batterie befindet sich mitten auf einem Feld neben dem Umspannwerk Cremzow. Was aussieht wie eine Ansammlung von grauen Baucontainern auf 1.500 Quadratmetern, ist die Lösung vieler Probleme.

"Die wird geladen durch Windstrom, der hier in unserem Verbundkraftwerk Uckermark erzeugt wird", sagt Projektentwickler Tobias Bischof-Niemz vom Betreiber Enertrag. Wenn zu viel Strom erzeugt wird, wird die Batterie geladen. "Und bei Bedarf wird sie dann wieder entladen und speist den Strom dann wieder zurück ins Netz."

Batterie gewährleistet Stabilität in ostdeutschen Stromsystem

Rein technisch sind es tausende kleine Litium-lonen-Batterien, die zusammengeschaltet und ans Netz angeschlossen wurden. "Die Batterie hat die Hauptaufgabe, die Stabilität im ostdeutschen Stromsystem zu gewährleisten. Die Batterie steuert und regelt sich komplett autonom", erklärt Bischof-Niemz. Die Batterie hat einen Sensor und der misst zu jedem Zeitpunkt, wie die Netzfrequenz gerade ist. 

"Nimmt die Netzfrequenz ab, gibt die Batterie automatisch Energie zurück ins Netz. Steigt die Frequenz an, nimmt sie automatisch Energie aus dem Netz heraus."

Umspannwerk in der Uckermark
Bild: rbb/Peter Huth

Erneuerbare Energie wird planbar

Überwacht wird die Batterie  in der Leitwarte, zehn Kilometer entfernt in Dauerthal, wie auch sämtliche Windräder von Enertrag. Das bisherige Probleme der erneuerbaren Energien war, keinen gleichmäßigen und planbaren Strom anbieten zu können - zum Beispiel einem Kohlekraftwerk.

Doch das sei nun kein Problem mehr, erklärt Enertrag-Gründer Jörg Müller. Er arbeitet seit 20 Jahren daran, rund 250 Wind- und weitere Solarkraftanlagen, eine Wasserstoffspeichertechnologie und nun die Riesenbatterie zu vernetzen.

"Und all das zusammen ergibt dann ein Verbundkraftwerk, ein Verbund verschiedenster Energieanlagen, verschiedenster Speicher, so dass wir letztendlich wie gewohnt jederzeit rund um die Uhr Strom haben", sagt Müller.  

Enertrag investiert 17 Millionen Euro

Allein in den Batteriespeicher hat Enertrag mit internationalen Partnern 17 Millionen Euro investiert - ohne Fördermittel. Als nächstes soll die Wasserstoffproduktion ausgebaut werden und die neue Batterie erweitert, so dass sie auch bei einem möglichen kompletten Stromausfall in Deutschland zum Wiederhochfahren der Netze genuttz werden kann.

Beitrag von Katja Geulen

Kommentar

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16 Kommentare

  1. 16.

    Endlich werden auch Speicher gebaut, wie soll die Energiewende sonst funktionieren? Ich befürchte aber, dieser ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wir bräuchten hunderte davon. Leider steht in dem Artikel gar nichts über den Energieinhalt (kWh) und die Leistung (kW) des Speichers.

  2. 15.

    Ich finde es sehr cool, dass so etwas in meiner Heimat in der Uckermark gebaut wird. Natürlich wird der Batteriespeicher alleine keine ganzen Braunkohle-Kraftwerke ersetzen. Aber es ist einer der vielen Bausteine für eine erfolgreiche Energiewende. Viele weitere werden noch folgen!

  3. 14.

    "" 22 MWh Regelleistung. Es geht nicht so sehr darum große Mengen an Energie zu speichern, sondern Schwankungen im Netz auszugleichen. Und dennoch ersetzt so ein Speicher ein Kohlekraftwerk bzw. 1 Turbine.""

    Wie bitte?
    z.B: um das Kraftwerk Schwarze Pumpe mit zwei Turbinen a 800 MW auch nur für EINE Stunde zu ersetzen braucht es ca. 73 dieser Batterien. (Vorausgesetzt ein voller Ladezustand und eine belastbare Infrastruktur)
    Die Rechenaufgabe dies mal über einen Tag oder mehrere Wochen zu tun, überlasse ich Ihnen.

  4. 13.

    22 MWh Regelleistung. Es geht nicht so sehr darum große Mengen an Energie zu speichern, sondern Schwankungen im Netz auszugleichen. Und dennoch ersetzt so ein Speicher ein Kohlekraftwerk bzw. 1 Turbine. Für die Speicherung von Windenergie in Größenordnungen sind Power to X (H2, Wärme) Projekte interessanter.
    Solche Anlagen sind notwendig für die technischen Anpassung der Infrastruktur an die Erneuerbaren - gleichzeitig wird man in der Lage sein mit Hilfe solcher Speicher einen sog. Schwarzstart zu machen. Diese Anlagen sind also auch im absoluten sicherheitspolitischen Interesse Deutschlands.

  5. 12.

    In der WELT gibt es einen Bezahlartikel. Danach ist ein Diesel umweltverträglicher als ein Elektroauto, wenn man alle Faktoren im Leben eines Autos berücksichtigt.

    Ein großer Teil der Umweltverschmutzung entsteht bereits bei der Herstellung des Autos. Und da ist die Bilanz des Elektroauto mit seiner gigantischen Batterie unterirdisch schlecht.

    https://www.welt.de/wirtschaft/plus193676643/Klimaschutz-So-umweltfreundlich-sind-E-Autos-wirklich.html?source=k143_plusdichte.capping.wirtschaft.2.193676643

  6. 11.

    Riesige Lithium-Ionenbatterien sollen umweltfreundlich sein? Nicht nur die Rohstoffförderung ist äußerst bedenklich, sondern auch der Energieaufwand, der zur Herstellung erforderlich ist. Nebenbei werden Unmengen CO2 in die Atmosphäre geblasen. Der erneuerbare Strom wird damit noch teurer. Aber wen interessiert schon in einer Planwirtschaft?!

  7. 10.

    Informieren Sie sich doch mal über die Förderung der Rohstoffe für Lithium-Ionen-Akkus, über das Recyling bzw. die Entsorgung derselben und wie in einem Brandfall mit den Akkus zu verfahren ist. Dann werden Sie ein paar Antworten haben.

  8. 9.

    Für Ihre Behauptung haben Sie bestimmt Quellen, Daten, Fakten und Hintergründe. Oder ist das nur Ihre "gefühlte" Wahrheit?

  9. 8.

    Öko-Strom aus Batterien oder Akkus aus Öko-Sauerei.

  10. 6.

    Ich finde im Artikel leider keine Information zur Kapazität des Akkus. Dies ist aus wissenschaftlicher Sicht aber entscheidend für die Ernsthaftigkeit und Belastbarkeit des Artikels.
    Eine intensivere Orientierung an den physikalischen Fakten würde den Propagandisten hier etwas den Wind aus den Segeln nehmen.

  11. 5.

    Der Anfang ist gemacht und die Unken werden m. E. auch auf absehbare Zeit verstummen. Wenn derartige Maßstäbe an die Technik unserer Vorgänger-Generationen angelegt worden wären, wie es zuweilen auf den Plan getretene Kritiker heutzutage tun, keine einzige von derartigen Innovationen hätte jemals den Zustand der Serienreife erhalten.

    Was es braucht? Sich von der Lösung anstecken zu lassen und Wege zu finden, wie auf angemessene Art und Weise und in welchem Zeitraum sie verbreit(er)ungsfähig gemacht werden kann. Die Lücke bei der Speicherung wird geschlossen.

  12. 4.

    Die Größenordnung von 22 MW trägt nicht mal annähernd zu einer Entspannung bei. Das ist Marketing mehr nicht. Es wird in erster Linie gut Geld damit verdient, in dem Regelenergie am Markt angeboten wird. Das geht allerdings im Rauschen unter bei allein im Osten installierter EE Leistung von mehr als 30.000 (tausend) MW.

  13. 3.

    Ach Gottchen, solche Spielereien sollen Kohlestrom ersetzen, hahaha ...
    Hört bitte auf den Lobhudeleien der "Klimaindustrie" auf den Leim zu gehen.

  14. 2.

    Nun ja, so langsam zerbröseln die Argumente der Kohlefreunde.

  15. 1.

    Bis es soweit ist, also am "Netz", sind die Akkus kaputt, und müssen turnusmäßig gewechselt werden, Fazit: Theoretisch toll, aber in Wahrheit sind es Kosten ohne Ende und eine riesige Umweltsauerei aufgrund der Menge bei der Entsorgung.

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