Erzeugerinnen bieten Eier, Gemüse und Milchprodikte an einem Stand der Marktschwärmer in Bernau an
Audio: Antenne Brandenburg | 06.06.2019 | Monika Kophal | Bild: rbb/Monika Kophal

Regionale und saisonale Produkte - Mehr regionale Erzeuger finden übers Internet Abnehmer

Aus dem Internet auf den Abendbrotstisch: In "Marktschwärmereien" bieten regionale Erzeuger ihre Produkte an, Kunden können sich online ihre Kisten zusammenstellen und sie einmal pro Woche abholen. Neue Abholpunkte sind in Märkisch-Oderland geplant. Von Monika Kophal

Roter Kohlrabi vom Gärtnerinnenhof Blumberg, Rhabarber und Salat aus Biesenthal oder Petersilie aus Wandlitz - das Angebot auf der Webseite der "Markschwärmer" [marktschwaermer.de] ist groß. Kunden können sich Online eine Kiste zusammenstellen und an festen Orten zu festgelegten Zeiten abholen. In Bernau gibt es seit einem Jahr eine Abholstation. Kathrin Görne war von dem Grundgedanken so überzeugt, dass sie die Idee ins Barnimer Land holte. 

"Es geht darum, Erzeuger aus der Region zu vernetzen und sie mit Kunden aus der Region zu verknüpfen", sagt sie. "Mir ist es auch ein Anliegen, dass Menschen, besonders Kinder, wieder ein Gefühl dafür kriegen, welches Obst, welches Gemüse wann wieder da ist."  

Kohlrabi auf einem Feld (Quelle: Fritz)
| Bild: Fritz

Möglichkeit für Kleinsterzeuger, Kunden zu finden

Die Idee zu den Marktschwärmereien ist 2011 in Frankreich entstanden, um regionale Erzeuger zu stärken. Auch in Deutschland gibt es inzwischen zahlreiche Abholpunkte. "Für manche Kleinsterzeuger ist es so überhaupt erst möglich, ihre kleinen Mengen an Produkten loszuwerden. Nicht jeder schafft den Sprung in den Supermarkt", sagt Görne. 

Auch der ökologische Gedanke steht im Vordergrund: Denn bei diesem Konzept müssen Kunden nicht mehr jeden Hof anfahren. Und so baut Kathrin Görne jeden Mittwoch um 18 Uhr ihren Stand in oder vor der Alten Post am Bernauer Bahnhof auf. Ein Teil der insgesamt 18 Erzeuger aus ganz Ostbrandenburg ist mit dabei.

Fragen zum Schafs-Futter

An diesem Mittwoch gehört Sandra Lehmann zum Team, die in Bad Freienwalde eine Wanderschäferei betreibt. Sie bevorzugt den direkten Kundenkontakt. "Viele fragen, wie man die Tiere hält, welches Futter sie kriegen. Und das kann man persönlich einfach viel besser machen", sagt sie.

Mit rund 35 Kundinnen und Kunden kommt Sandra Lehmann wöchentlich in Kontakt. Wer Kunde werden möchte, muss sich auf "marktschwaermer.de" als Mitglied registrieren. Das ist kostenlos und zwingt auch niemanden, wöchentlich zu bestellen.  

"Ich habe ein gutes Gewissen dabei, andere zu unterstützen, die hier in der Umgebung aktiv sind. Die Bauern aus der Nähe. Damit auch die eine Chance haben, auf dem Markt zu existieren"

Kundin Ines Bautz

Weitere Abholpunkte geplant

Ines Bautz kommt trotzdem jede Woche. "Ich habe ein gutes Gewissen dabei, andere zu unterstützen, die halt hier in der Umgebung auch wirklich aktiv sind. Die Bauern, die hier aus der Nähe sind. Damit auch die eine Chance haben, auf dem Markt zu existieren", sagt Ines Bautz. "Das ist ganz wichtig."

Auch Berenike Kalk ist von Anfang an überzeugt gewesen. "Regionale Erzeuger, wenig Müll. Also ich weiß nicht, ob ich da überhaupt Plastik drin habe, aber wahrscheinlich gar nicht. Und das finde ich einfach super", sagt sie, zufrieden über den wöchentliche Einkauf.

In Brandenburg werden die "Marktschwärmer" ihr Angebot nun ausweiten. Neben Abholpunkten in Bernau, Eberswalde, Wildau und Schönwalde sollen auch Petershagen-Eggersdorf und Prädikow bald Teil des Netzwerks sein.

Beitrag von Monika Kophal

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