Ralf Schulze, Chef des Unternehmens IceGuerilla.de (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 21.10.2019 | Michel Nowak | Bild: dpa-Zentralbild

Produktion läuft weiter - Eis-Manufaktur in Beeskow meldet Insolvenz an

Der Beeskower IceGuerilla Manufaktur GmbH hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das hat Firmengründer Ralf Schulze bestätigt. Hintergrund seien Liquiditätsengpässe. Die Produktion in der Halle laufe aber zunächst unverändert weiter.

Der Beeskower IceGuerilla Manufaktur GmbH hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das hat Firmengründer Ralf Schulze auf rbb-Anfrage bestätigt. Die Märkische Oderzeitung hatte über den Insolvenzantrag zuerst berichtet [moz.de]. Hintergrund seien Liquiditätsengpässe. Die Produktion in der Halle laufe aber zunächst unverändert weiter. Mit einem Insolvenzverwalter werden nun die nächsten Schritte beraten.

Eisfabrik Beeskow
Speiseeisfabrik in Beeskow | Bild: M. Nowak / rbb

Neue Eisfabrik erst vor einem Jahr eröffnet

Grund für den Insolvenzantrag sei der Absprung eines Investors, sagte Schulz dem rbb. Vor gut einem Jahr hatte die IceGuerilla eine neue Produktionshalle eröffnet. Mehrere Geldgeber hatten die Eisfabrik für mehr als sechs Millionen Euro finanziert. Sie kann rund fünf Tonnen Eis am Tag produzieren. Beschäftigt sind dort mehr als 20 Mitarbeiter.

Der Insolvenzantrag gelte ausdrücklich nicht für den Online-Versandhandel und das Beeskower Kino Schukurama, das ebenfalls von Ralf Schulze betrieben wird.

Bürgermeister spricht von "Rückschlag"

Der Beeskower Bürgermeister Frank Steffen (SPD) würde es nach eigener Aussage sehr bedauern, wenn die IceGuerilla scheitern würde. Er bezeichnete das Unternehmen als ein klassisches Startup, das sehr zum positiven Image der Kreisstadt beigetragen und zwanzig Menschen Arbeit gegeben habe. "Das wäre für uns ein Rückschlag". 

Christine Schill von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) empfiehlt den Beschäftigten, umgehend Insolvenzausfallgeld zu beantragen.  

Preisgekröntes Eis

Schulzes Unternehmen IceGuerilla ist überregional bekannt. Es erhielt unter anderem den Brandenburger Zukunftspreis und eine Auszeichnung für das beste Vanilleeis Deutschlands. Wegen der großen Nachfrage versuchte Schulze, in den letzten Jahren die Produktion stetig auszuweiten.

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5 Kommentare

  1. 5.

    Wir produzieren schon 12 Jahre in Hoyerswerda das so genannte italienische Streicheis (20 Sorten) und Softeis (9 Sorten). Warum verkaufen wir mehr Softeis? Ganz einfach: Das Softeis hat eine Ausgabetemperatur von 4 Grad, das Streicheis von 14 Grad. Mit der höheren Kältegrad kommen die Geschmacksknospen weniger zum tragen, man muss mehr ,,Gutes’’ (Sahne, Geschmacksträger usw.) einbringen, das sind dann aber auch mehr Kalorien. Mit den heutigen permanent gekühlten Softeismaschinen ist die Gefahr für Salmonellen erheblich reduziert. Bei einem ordentlichen sauberen Umgang mit den Lebensmitteln und den Maschinen ist das Risiko genauso gering wie bei jedem anderen Lebensmittel. Geschmacklich wichtig sind dabei natürlich auch die Softeismachinen die ein vollmundiges Geschmackserlebnis gewährleisten. Die Insolvenz von der Firma ist traurig war aber eigentlich abzusehen. Wenn man alle Kreterin abwägt ist wohl ein vor Ort produziertes Eis eine bessere Alternative.

  2. 4.

    Die Jungs haben einfach Ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Nur weil man 14 Tage an einer "Eis-Uni" in Italien war und mal ein Vanilleeis erfolgreich war, bedeutet dies noch lange nicht, dass man erfolgreich ist. Erst eine Fabrik bauen und dann Vertriebskanäle klar machen ist zum scheitern verurteilt. Die Geradlinigkeit im Konzept fehlt total. Was wollten die IceGuerilla Manufaktur GmbH überhaupt? Wollen Eis produzieren, Franchise ( ein Laden in jeder größeren Stadt über 200 000 Einwohner)? Föllig konzeptlos. Und zu meinen Eis Online zu verkaufen bei der heutigen Verpackungsdiskusion ist pervers und schwachsinnig. Haben sich unsere Stadtoberhäupter aus Beeskow blenden lassen. Hätten diese etwas betriebswirtschaftliches Grundwissen, hätten Sie einfach mal nachrechnen können wieviel Eis man verkaufen muss um die Kosten für Personal, Rohstoffe, Energie ect. überhaupt zu decken. Wer rechnen kann ist klar im Vorteil.

  3. 3.

    Es geht hier überhaupt nicht um Geiz ist Geil, da haben Sie wohl etwas missverstanden. Mir ist es egal ob ein Softeis 3,5 oder 10 Euro kosten würde. Es geht einzig um den Geschmack und darüber lässt sich bekanntlich ja streiten.
    Ich bin kein Frucht-Test-Fan und Bourbon Vanille ist mir zu strong.
    Bei guten Softeisanbietern gibt es keine Salmonellengefahr, sonst wäre ich schon hinüber, da ich seit meiner Kindheit fast ausschließlich Softeis esse.
    Und stellen Sie sich vor, sogar bei unseren nordischen Nachbarn wird diese Form von Eis an jeder Ecke angeboten und geliebt. Aber Sie können ja gerne das prämierte Eis essen. Aber anscheinend ist die Nachfrage ja eher mau.

  4. 2.

    Sofeis ist ja wohl das Letzte. Nur künstliche Aromen, Salmonellen-Gefahr.
    Ich finde es sehr traurig, dass gute Ware, traditionell erzeugt, so wenig Wertschätzung erfährt, weil alle immer nur nach dem "Geiz ist geil"-Prinzip leben. Und das nicht nur diejenigen, die jeden Cent eimal umdrehen müssen.

  5. 1.

    "Preisgekröntes Eis"
    Weil es keiner essen will.
    Das Eis auf dem Foto sieht einfach nur eklig aus.
    Florida ist auch Preisgekröntes Eis, und schmeckt mir nicht.
    Am besten finde ich immer noch Softeis. Dann klappts auch mit dem Umsatz.

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