Polnische Veterinärbehörden trainieren bei einer Notfallübung für das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) (Quelle: dp
Audio: Antenne Brandenburg | 20.11.2019 | Bild: dpa/PAP/Marcin Bielecki

Schweinepest in Polen - Brandenburg baut Früherkennung aus

Aus Sorge vor der Afrikanischen Schweinepest verstärkt Brandenburg die Maßnahmen zur Früherkennung. Jäger, die verendete Wildschweine melden und ihnen eine Blutprobe entnehmen, bekommen ab Anfang Dezember 50 Euro, statt bisher 30 Euro. Das erklärte Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne)am Mittwoch in Potsdam. Je früher die Afrikanische Schweinepest erkannt werde, desto größer sei die Chance einen Ausbruch zu bekämpfen. Zuletzt war bei 20 toten Wildschweinen in Polen nahe der deutschen Grenze das Virus nachgewiesen worden.  

Suche nach toten Tieren fortgesetzt

Am Wochenende waren 20 tote Schweine in der polnischen Wojwodschaft Lebus gefunden worden. Bei einem Tier war direkt klar, dass es an Schweinepest gestorben war. Wie sich nun bestätigte, sind auch die weiteren 19 Tiere an Schweinepest erkrankt.

Unterdessen ist in der polnischen Grenzregion am Mittwoch die Suche nach toten Wildschweinen fortgesetzt worden. Rund 100 Freiwillige und 150 Soldaten der polnischen Armee durchkämmten das Gelände. Unklar ist nach Angaben des polnischen Agrarministers noch, wie das Virus in den Westen Polens gelangen konnte.

Genug Zeit für Vorsichtsmaßnahmen

Für den Menschen sei der Erreger zwar ungefährlich, doch bedroht die Pest die Brandenburger Schweinebestände. Falls die Tierseuche in Brandenburg ausbrechen sollte, würden verschiedene Maßnahmen zum Einsatz kommen, sagte, Ralph Bötticher, Amtstierarzt des Landkreises Märkisch-Oderland. "Bei Wildschweinen würde es dazu führen, dass der Tierhandel für mindestens sieben Tage komplett still stehen würde", so Bötticher. Dann würde überall kontrolliert werden, ob andere Bestände auch betroffen sind. "Erst dann würde eine verstärkte Bejagung im Wald stattfinden, und bevor Schweinehalter Tiere aus ihren Beständen herausnehmen, würde das Veterinäramt alle Tiere klinisch untersuchen, um sicherzugehen, dass keine Erkrankung vorliegt." Es sei allerdings noch genug Zeit, um weitere Vorbereitungen zu treffen.  

Tote Tiere melden

Der Deutsche Jagdverband mahnte zu erhöhter Wachsamkeit. Tote Wildschweine auf deutscher Seite müssten sofort gemeldet werden. Spaziergänger und Jäger sind derzeit dazu aufgerufen, die Funde toter Tiere an die zuständigen Veterinämter zu melden.

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2 Kommentare

  1. 2.

    Wie wird das Virus eigentlich übertragen?

  2. 1.

    Die Telefonnummer des zuständigen Veterinäramtes gibt es hier:
    https://service.brandenburg.de/lis/detail.php/226572

    Außerhalb der Öffnungszeiten wissen die Leitstellen (112), wer Rufbereitschaft hat.

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