Ein Bauer düngt ein Feld mit einer Düngemaschine (Foto: rbb)
Audio: Antenne Brandenburg | 19.20.2020 | Michael Lietz | Bild: rbb

Milde Temperaturen - Brandenburgs Bauern düngen schon Mitte Februar

Wegen der milden Temperaturen beginnen Bauern in diesem Jahr bereits im Februar, die Felder zu düngen. Anteil daran hat neben dem Wetter die neue Düngemittelverordnung. Und auch Obstbauern sind früher auf den Plantagen aktiv. Von Michael Lietz

Wo es die feuchten Äcker zulassen, wird bei vielen Bauern in Brandenburg schon jetzt gedüngt und Gülle auf die Felder gebracht. Der frühe Start in diesem Jahr sei unter anderem eine Folge der neuen Düngeverordnung, sagte Brandenburgs Bauernpräsident Henrik Wendorff dem rbb.

Durch eine neue Düngegesetzgebung unterliegen die Bauern seit 2017 detaillierteren Auflagen und Fristen. Unter anderem wurden die Zeiträume verlängert, in denen keine Düngemittel aufgebracht werden dürfen. [Mehr Informationen unter bmel.de]

Den Landwirten seien auch Kulturen genommen worden, auf denen sonst im Herbst Gülle und Stalldung ausgebracht werden durften, so Wendorff. Der Großteil der Düngearbeit konzentriere sich dadurch in Zukunft auf das Frühjahr, weshalb die Landwirte so zeitig beginnen.

Regen könnte zum Problem werden

Betroffen vom Düngeverbot im Herbst seien vor allem die zeitigen Getreidesorten, die bereits im Ende August gesät werden, sagt Henrik Wendorf. Das Wintergetreide sei aufgrund der Wärme schon besonders weit, auch der Raps stehe gut.

Was die Pflanzen jetzt nicht bräuchten, sei Regen, da die Bestände dazu neigten, dann weniger Wurzeln auszubilden, sagte Wendorff. "Weil sie eine gute Feuchtigkeitsversorgung im Winter haben, gehen die Wurzeln nicht so tief in die Erde. Bei zeitigen Trockenphasen im Frühjahr kann es dazu führen, dass die kleinen Wurzeln weniger Restfeuchtigkeit aufnehmen. Das ist ein Problem."

Obstbauern optimistisch

Mehr Regen wünschen sich dagegen die Obstbauern. Die Feuchtigkeitseinbußen der letzten Jahre sind noch nicht ausgeglichen, die Böden sind teilweise gerade mal einen halben Meter durchfeuchtet.

In den Obstplantagen in Frankfurt-Markendorf bringt das warme Wetter ebenfalls bereits jetzt eine Menge Arbeit: Die Bäume müssten geschnitten und gedüngt werden, erklärt der Obstbauer Thomas Bröcker: "Der Saft steigt auf und die Knospen sehen auch schon so aus, als wenn sie schwellen. Man kann sich irren, aber das Wetter sieht derzeit danach aus."

Bröcker zeigt sich dennoch optimistisch und rechnet - auch wenn es Frost noch bis zum Mai geben sollte - mit einer guten Ernte. Nach der schlechten Ernte 2019, trugen die Bäume in diesem Jahr extrem viele Blüten. So sei die Wahrscheinlichkeit, dass trotz eventuellen Frosts genug übrig bliebe, relativ hoch. "Von Natur aus ist es so: Der Baum trägt einmal richtig voll, dann gibt er wieder ein bisschen Ruhe, damit er sich erholen kann. Es braucht also auch Ruhephasen. Der Fachbegriff für schwankende Erträge ist Alternanz."

Sendung: Antenne Brandenburg, 19.02.2020, 16:40 Uhr.

Beitrag von Michael Lietz

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1 Kommentar

  1. 1.

    In Pankow (Buch, Französisch Buchholz) war der „Austrag“ zu zu riechen.
    19.02.20

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