Blick in die Reinwasserpumpenhalle des Wasserwerk Briesen der FWA Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft (Bild: dpa/Maurizio Gambarini)
Audio: Antenne Brandenburg | 14.05.2020 | | Bild: dpa/Maurizio Gambarini

Hohe Sulfat-Werte - Wasserversorgung im Raum Frankfurt (Oder) gefährdet

Wegen der großen Trockenheit könnte der Sulfatgrenzwert im Wasserwerk Briesen überschritten werden. Damit wäre die Wasserversorgung für rund 65.000 Menschen in und um Frankfurt (Oder) gefährdet. Notfallpläne liegen laut Umweltverbänden nicht vor.

Das Brandenburger Umweltministerium lässt die Qualität des Trinkwassers vom Wasserwerk Briesen (Oder-Spree) überprüfen. Die Befürchtung ist, dass durch die extreme Trockenheit dort der Sulfatgrenzwert überschritten werden könnte. Das Wasserwerk Briesen versorgt etwa 65.000 Menschen, unter anderem auch die Stadt Frankfurt (Oder), einen Teil des Oderbruchs und die Region bis nach Fürstenwalde.

Sollte der Grenzwert von 250 Milligramm Sulfat pro Liter Trinkwasser überschritten werden, schließe er die Abschaltung des Wasserwerks Briesen nicht aus, sagte Landwirtschaftsminister Axel Vogel (Grüne) am Donnerstag im Landtag. Im Extremfall müsste die Wasserversorgung der betroffenen Gemeinden über Tankwagen erfolgen, für Säuglinge würden dann Trinkwasser aus Flaschen verteilt werden.

Frankfurter trinken einen Wassermix

Im Wasserwerk Briesen wird zur Trinkwassergewinnung Spreewasser gereinigt. Nach Angaben der zuständigen Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft (FWA) stammt das Trinkwasser von Frankfurt (Oder) zu 75 Prozent aus der Spree. In den letzten Jahren aber ist das Spreewasser immer stärker belastet - durch den Bergbau, aber auch durch die Flutung von Tagebauen. Zum einen mit Eisen, das kann allerdings herausfiltern kann, zum anderen aber auch durch Sulfate, also Schwefelsäuresalze. Diese lassen sich nicht so einfach trennen, sondern nur verdünnen. Sulfate können bei zu hoher Konzentration Durchfallerkrankungen auslösen.

Bei der Trinkwassergewinnung wird daher sulfatarmes Wasser aus sächsischen Wasserbecken und Talsperren beigemischt. In diesem Jahr können diese jedoch aufgrund des jüngsten Niederschlagsmangels voraussichtlich weniger Wasser abgeben - geschätzt nur sieben Millionen statt der üblichen 20 Millionen Kubikmeter Wasser.

Das Wasserwerk Briesen löst schon seit langem in Frankfurt (Oder) Besorgnis aus, zuletzt vor einem Jahr, als mit der Flutung des ehemaligen Tagebaulochs, dem "Ostsee" bei Cottbus begonnen wurde. Schon damals hatte die Stadt Frankfurt (Oder) vor einer Überforderung des Wasserwerks Briesen und vor zu hohen Sulfatwerten gewarnt.

Frankfurt (Oder) sucht nach Alternativen

Vor einem Jahr hatte Frankfurt (Oder) mitgeteilt, man habe bereits begonnen, nach anderen Quellen für Trinkwasser mit niedrigerem Sulfatwert zu suchen: So sei im März 2019 der Bau eines neuen Wasserwerks in Müllrose beschlossen worden. "Darüber hinaus werden neue Grundwasservorkommen am Standort Briesen erkundet. Bis Frankfurt aber tatsächlich Wasser aus neuen Quellen bekomme, könne es sich hinziehen."

Umweltverbände kritisierten am Donnerstag, dass die Sulfatwerte immer weiter steigen würden und es keine Notfallpläne zum Schutz des Trinkwassers in Großraum Frankfurt gebe. Laut Grüner Liga könnte die Reaktivierung des Wasserwerkes Müllrose helfen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert schnelle Maßnahmen, darunter Sulfat-Grenzwerte für die LEAG. "Dem Bergbauunternehmen wurde lange genug die Ergreifung von Gegenmaßnahmen erspart. Und noch dazu muss es keine Gebühren für das gehobene Grundwasser zahlen. Diese doppelte Begünstigung auf Kosten des Allgemeinwohls muss endlich beendet werden", forderte die Brandenburger BUND-Landeschefin Franziska Sperfeld.

Kommentar

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Antwort auf [Olaf] vom 15.05.2020 um 17:56
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45 Kommentare

  1. 45.

    Rolantend, es geht um Teslaproduktion und Steuern. Ich war erschrocken als ich alles erkundete. So eine Gigafummelbude kann man niemals hier in dieser so bekannten Naturgegend errichten. Ich kann nicht erahnen was Entscheider geritten hat das Problem hier zu verpflanzen.

  2. 44.

    Wenn die Landesregierung nicht gewillt ist, in Wohnraum in Fabrik-Nähe zu investieren, ist Grünheide der falsche Tesla-Standort. Dann möchte man gar nicht, groß investieren und setzt nur auf Polen Pendler. Wenn die umgebenden Städte davon nichts haben, ist das der falsche Standort - Dann geht es nur, um die Nähe zur Grenze.

  3. 43.

    So viel Unsinn auf einmal muss man erst mal verdauen. Ich hätte das Teslawerk zumindest in dieser Größe dort nicht gebaut. Begründung haben viele geschrieben. Ein alleiniges Montagewerk entlang dieser A-10 Strecke ohne Gießerei und Akkufertigung würde ich begrüßen. Akkus und Gießerei zwar in der Nähe aber nicht dort. Wird sich TESLA wirklich so gut in Europa verkaufen ? Ist es sinnvoll 50% Arbeitnehmer aus Polen pilgern zu lassen ? Wann wird Polen seine eigenen Arbeitskräfte selbst im Land benötigen ? So-nun sehen Sie sich mal diese Gigafactory wie geplant mal an. Selbst auch mal hinfahren und das Löcknitzgebiet bewundern. Wenn es genug regnet ist die kleine Ostsee ja bald gefüllt. Kennen Sie die gegenwärtigen Probleme ?

  4. 42.

    Im Werk läuft bestimmt Software von Bill Gates.

  5. 41.

    Sie sind ja gegen Alles, wenn man ihre Kommentare so ließt. Sie sind gegen ein modernes Industrie-Unternehmen mit tausenden von Arbeitsplätzen am Berliner Ring, sind gleichzeitig aber auch gegen die Aufwertung der Lausitz, als Tourismus-Region. Dann gehen Sie doch in die Lausitz und demonstrieren gegen die Flutung ehemaliger Tagebaue. Dann bleibt doch mehr Wasser, für ihre Region übrig. Sie wollen Industriearbeitsplätze verhindern, sind aber gleichzeitig auch gegen die Entstehung großer Badeseen, für den Tourismus in der Lausitz.

  6. 40.

    Noch ist unser Trinkwasser Allgemeingut. So war es schon in Urzeiten. Heute müssen wir es schützen. Immer mehr Fremdstoffe durch die Industrie und unsere Abwässer bedürfen einer Sonderbehandlung oder geraten ins Grundwasser. Analytisch kann man heute alles nachweisen. Unser Trinkwasser ist gefährdeter als vielen bewußt. Da kann man doch nicht eine Teslabude vorrangig versorgen. Wir wissen auch nicht was letztlich von Tesla zum Abwasserbehandlungswerk gepumpt wird. Niemand sagt uns die volle Wahrheit und ein A.N. schon gar nicht. Was erwartet ihr eigentlich von Bürgern, die denken können ?

  7. 38.

    Bin zwar nicht die Straßenbahn aber die mag ich nun mal seit so einige ungleich bessere aus Finnland hier fahren. Ich kenne ebenfalls viele jetzige Trockenmulden, die mal z.B. ein GIEBELSEE waren. So hieß sogar die S-Bahn-Haltestelle. Heute: Petershagen NORD. Es geht ja beim geplanten Teslawerk nicht nur um die extreme Wassermenge. Wer garantiert, dass keine Giftstoffe ins Grundwasser gelangen ? Bin zwar kein Hydrologe aber wer Grips im Kopf hat, der hinterfragt mehr als ein Teslafan.

  8. 37.

    Die Lausitz-Milliarden sind doch durch den Bürgerwillen, politisch, dann so freigegeben worden. Und in der Lausitz, stecken damit auch ihre Steuergelder drinn. Und durch die Lausitz-Milliarden, entstehen nunmal mehrere künstliche Seen und Kanäle. Da brauchen Sie sich über Wassermangel in ihrer Region, doch nicht aufregen. Wo die Milliarden verteilt wurden, da hat doch Jeder, hier bei uns geschrien. Und wenn ich irgendwo einen See vollpumpe, fehlt das Wasser natürlich woanders. Was ist daran nicht zu verstehen ? Das schlechte Wassermanegment in Brandenburg, hat mit Tesla gar nichts zu tun. Da sind andere Ursachen: Bergbau, Landwirtschaft, fehlende Investitionen in das Wassermanegment.

  9. 36.

    Lieber Ralf, ich kann mir gut vorstellen, daß es für Leute, die bisher am Rande eines Braunkohlentagebaus wohnten, schön ist, wenn sie statt in die braune Grube plötzlich über einen See schauen, und nicht mehr bis zur Ostsee fahren müssen, um im Ostsee zu baden.
    Ich zum Beispiel liebe Paris, komme aber viel zu selten dahin. Könnte mir da nicht jemand einen Eifelturm auf den Kreisel in Spreeau stellen? Und wenn das Löcknitztal, das Fontane als das "lieblichste Tal der Mark" bezeichnete schon durch Wassermangel futsche geht, dann wünsche ich mir bitte wenigstens die Champs-Ellysees nach Grünheide, schnuckelige Geschäfte und Restaurants entlang der langweiligen Landstraße durch den Ort, mit Durchfahrverbot für LKWs selbstverständlich und reduziertem Autoverkehr überhaupt.

  10. 34.

    Hallo Straßenbahn, richtig, das mit Rüdersdorf stimmt. In Summe passiert mit dem Wasser (rechte Tasche, linke Tasche) allerhand Merkwürdiges, wovon das Fluten der Tagebaue in der Lausitz nur eine riesige Merkwürdigkeit ist. Summa summarum aber werden die Gewässer, die ich mein Leben lang beobachte (der Tümpel in meinem Garten, der Störitzsee, die Spree) immer leerer, fällt immer weniger Regen, gibt es immer heißere Sommer ... . Da ich trotz akademischer Ausbildung alle Einflüsse auf "unser" Wasser nicht kenne (und ich glaube, auch Spezialisten ist da manches noch ein Rätsel) verlasse ich mich auf meinen gesunden Menschenverstand, der mir sagt, daß Luxusschlitten ein Leersaufen von 5 Werlseen im Jahr nicht wert sind. Ich hätte gern wieder Wasser in meinem Tümpel ...

  11. 33.

    Die Flutungen müssen unbedingt weiter gehen. Das ist für Touristen aus Brandenburg, Sachsen, Tschechien und Polen sehr wichtig. Für viele Menschen im Binnenland ist eine Fahrt an die Ostseeküste einfach zu weit. Auf lange Sicht, sollten weitere Seen und Verbinder im Lausitzer Seenland entstehen. Viele Menschen, warten schon darauf, das Sie nicht mehr, bis zur Ostsee fahren müssen.

  12. 32.

    Ja Tesla mit seiner böswilligen Elektro-Mobilität hat schuld. Der Elon Musk hat die Braunkohle schlecht gemacht, damit Er dann Elektroautos verkaufen kann. Und dann will der noch die ganze Lausitz fluten, dieser reiche Multimilliardär. Und dann will der noch Elektro Wasserflugzeuge bauen und auf der größten künstlichen Seenlandschaft Europas umherfliegen. Der flutet ganz Brandenburg und nur Grünheide und die Tesla-fabrik trocknen aus. Und die ganzen Windkraftanlagen in Brandenburg, hat auch der Tesla hingestellt, damit Er seine Elektroautos laden kann. Und die ganzen Monokulturen zur Energiegewinnung, das war Alles der Tesla. Sogar aus Rinder-Schweine- und Hühnerställe, gewinnt der, Energie. Und dann versprüht der Gülle in riesigen Mengen auf unsere Äcker und versaut dadurch unsere Flüsse und Seen. Das war nicht die Brandenburger Bauerpolitik - Nein das war Alles Tesla.

  13. 31.

    Der Ostsee sollte aber weiter geflutet werden. Umso größer der Ostsee ist, umso attraktiver ist er auch, für uns Urlauber. Da sollte man keine Rücksicht auf die wenigen Tausend Menschen, in der Region Frankfurt/Oder nehmen. Der Ostsee und die anderen Tagebauseen, sollten weiter geflutet werden. Von Teltow-Fläming immer, an die Ostsee fahren, ist ja doch weiter. Da bin ich persönlich, für die Flutung der Lausitzer Seenlandschaft.

  14. 30.

    Wir wurden in der Vergangenheit (Märkische Oderzeitung) schon darauf „eingestimmt“, daß es keine Selbstverständlichkeit sei, daß uns Wasser immer in ausreichender Qualität und Quantität zur Verfügung stünde. Die Brandenburger scheinen das aber nach wie vor zu glauben, denn sonst müssten sie sich doch über die Teslaansiedlung mit ihrem immensen Wasserbedarf (Quantität) und dem Umgang mit Gefahrstoffen im Wasserschutzgebiet (Qualität) Gedanken machen. Oder hat sich die Erfahrung, daß „die da oben“ ohnehin machen was sie wollen, schon ins Erbgut der Brandenburger gemendelt?

  15. 29.

    Na wenn Ihnen die Flutung von Seen so gefällt, braucht sich doch Niemand in und um Frankfurt beschweren, wenn Wassermangel herrscht. Die Tagebaue sind ja sowieso nicht nicht voll.

  16. 28.

    Kommt das Wasser- Problem denn vom Braunkohletagebau ? Oder kommt das Problem, durch die Flutung riesiger Seen und der Verbindungskanäle ? Wenn Wasser zur Flutung benutzt wird, fehlt es wahrscheinlich woanders ?

  17. 27.

    Stimmt !!! Alles Braun in der Lausitz. Da helfen nicht mal Fördermittel. Aber der Ministerpräsident wird geliebt, wie eh und je. Nur um Frankfurt an der Grenze, fehlt etwas Wasser. Da kann Polen aber wahrscheinlich mit Plastikflaschen aushelfen. Oder einfach weiterlügen, hilft ja auch weiter. Wir sagen einfach: die geplante Tesla-fabrik ist schuld, das glaubt der Brandenburger Wutbürger auch Alles.

  18. 26.

    Man hätte auch die gesamte Lausitz schon mit Abraum zuschütten können. Da haben Sie vollkommen recht. Aber Bitte keine weiteren mit Milliarden geförderte Wahnsinnsprojekte in der Lausitz mehr.

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