Blühstreifen neben Straße bei Fürstenwalde (Oder-Spree)
Audio: Antenne Brandenburg | 27.08.2020 | Fred Pilarski | Bild: rbb

Märkische Schweiz - Wie zehn Landwirte mit neuer Ackerwirtschaft Insekten retten wollen

Landwirte in der Märkischen Schweiz haben sich zusammengeschlossen: Mit Blühstreifen, Schutzäckern und Blumenfeldern wollen sie untersuchen, wie Tiere rund um bewirtschaftete Flächen besser geschützt werden können. Nach drei Jahren ziehen sie Bilanz.

Im Naturpark Märkische Schweiz haben Landwirte ein Projekt für mehr Biodiversität in der Feldflur durchgeführt. Unter dem Namen "Blütenreich Märkische Schweiz" haben sie in den vergangenen Jahren in großem Umfang Blühstreifen, Schutzacker, Kornblumenfeld und Hecken angelegt. Der andernorts übliche Abwärtstrend bei Feldvögeln und Ackerkräutern soll mit diesen Maßnahmen aufgehalten werden.

Zehn Landwirte haben sich beteiligt

Insgesamt beteiligen sich zehn Landwirte an dem Projekt. Einer von ihnen ist Jan Sommer, der auf seinem Acker bei Dahmsdorf einen Schutzacker für Wildkräuter angelegt hat. Darunter auch mittlerweile fast ausgestorbene Arten. Sogar Botaniker habe er mit Blumen wie dem Sommeradonisröschen schon beglückt, erzählt Sommer dem rbb.

Auf drei Jahre war das Projekt angelegt. Unter den teilnehmenden Landwirten sind auch viele, die konventionelle Landwirtschaft betreiben. Sie alle haben angefangen, Blühstreifen um ihre Felder zu pflanzen oder Pufferzonen um Sölle (kleine Rundgewässer) anzulegen. Diese sollen als Rückzugsräume für Amphibien und Vögel rund um die kleinen Wasserlöcher dienen.

Es hilft Vögeln und Insekten

Das alles hilft Vögeln, Insekten und kleinen Säugetieren, bestätigt Sabine Pohl, Leiterin des Naturparks Märkische Schweiz. "Auch die Landwirte profitieren davon", sagt Pohl, "weil bestimmte Schadinsekten in Schach gehalten werden."

Der Hof von Jan Sommer ist zudem für einen besonders schonenden Umgang mit dem Boden überregional bekannt geworden. Hier werden viele Arbeiten statt mit dem Traktorpflug mit den fünf Pferden des Betriebes erledigt. Für den Schutzacker seien diese besonders geeignet, so der Landwirt, weil er mit den Pferden auch bei feuchten Bedingungen auf dem Acker arbeiten könne. Mit einem Traktor sei das oft nicht möglich.

Pferde brauchen Feierabend

Einen Nachteil gegenüber den stählernen Gefährten habe der Einsatz von Pferden allerdings: Jan Sommer kann das Feld maximal sechs Stunden am Tag bearbeiten. Dafür brauche es Disziplin.

 

Sendung: Antenne Brandenburg, 28.08.2020, 16:40 Uhr

Kommentar

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13 Kommentare

  1. 13.

    Wenn die Radfahrer in der Stadt nicht die Baumscheiben zu tode trampeln würden, könnte man auch in der Stadt den Insekten helfen.
    Das perfide, die Metallbügel sind zum Schutz vor Autofahrern angebracht, die aber meist gar nicht die Bordsteinkannte hoch kommen bzw würde das freiwillig niemand machen, nun aber trampeln die Radfahrer alles nieder. Voll Öko Klima Umwelt und ist ja vegetarisch !

  2. 12.

    Weder ist dies populistisch noch eine Antwort auf die Frage: Ob Sie Experimente mit der Welternährung machen wollen und den Hungertod von Hunderten Millionen riskieren?
    Fakt ist, dass die Öko- oder Biolandwirtschaft auch umweltschädliche Pestizide nutzt.
    Fakt ist, dass die Öko- oder Biolandwirtschaft weniger Erträge hat was folglich zu höheren Lebensmittelpreisen, auch für die ärmeren führen wird.

  3. 11.

    Können Sie mir im Übrigen die giftigen Pestizide der Biobauern nennen? Vielleicht wissen Sie ja mehr als ich? So mit Quellen wäre nett, damit ich was lernen kann.

  4. 10.

    Na meine Jüte, ick frag mich bei Ihren Kommentaren gerade ernsthaft, wie meine Urgroßeltern nur überlebt haben, ohne Kunstdünger und Pestizide/Herbizide??

    Im Übrigen sind Ihre Äußerungen haltlos u d aus der Luft gegriffen, ja nahezu fahrlässig. Die Produktivität kleiner, biologisch bewirtschafteter Flächen ist auf den Hektar gerechnet weit aus produktiver, als vergleichbare Monokulturflächen.

    Die ‚konventionelle‘ Landwirtschaft ist am Ende, sie betreibt Raubbau an der Humusschicht, sie vergiftet unser Grundwasser, tötet unsere einstige Artenvielfalt. Wenn es so weiter geht, werden künftige Generationen krasse Probleme haben, Pflanzen zur Ernährung außerhalb hydroponischer Anlagen zu produzieren.

    Aber das wüssten Sie, wenn Sie sich ernsthaft mit diesem Thema beschäftigt hätten und nicht nur Jahrzehnte alte Phrasen dreschen würden, die so langweilig, so einfallslos und dreist ersponnen sind.

  5. 9.

    Das ist mir jetzt etwas zu populistisch.
    Fakt ist, das die sogenannte erste Welt Lebensmittel, die in umweltschädlicher Massenproduktion angebaut werden in Größenordnungen vernichtet, oder in sogenannte Drittweltländer exportiert und dabei die Wirtschaftsgrundlage der regionalen Kleinerzeuger ruiniert.
    Fakt ist auch, dass die Lebensmittelpreise in den reichen Ländern viel zu gering sind und dass die Erzeuger trotzdem große Probleme haben Ihre Betriebe wirtschaftlich am Leben zu erhalten. Die Ursache ist nicht zu viel Öko- oder Biolandwirtschaft, sondern ein knallharter globaler Preiskampf, der durch die Lebensmittelindustrie und die Handelskonzerne geschürt und frociert wird.

  6. 8.

    Sie wollen ernsthaft mit der Welternährung Experimente machen und den Hungertod von Hunderten Millionen riskieren?

  7. 7.

    Sie wollen ernsthaft mit der Welternährung Experimente machen und den Hungertod von Hunderten Millionen riskieren?

  8. 4.

    Aktuell haben die großen Industriestaaten eine gigantische Überproduktion an Lebensmitteln.
    Wir schmeißen Unmengen Lebensmittel weg und überfluten mit unserer Überproduktion die Märkte in sogenannten "Dritte Welt Staaten". Damit treiben wir die dortigen Kleinproduzenten in die Armut.
    Was spricht dagegen, nachhaltiger und etwas weniger zu produzieren und dafür etwas mehr zu bezahlen?
    Außer der Profitgier einiger Lebensmittelkonzerne.

  9. 3.

    Als erstes sollten die Bio-Bauern auf ihre giftigen Pestizide verzichten. Dies bringt sicher mehr als Blühstreifen. Biolandwirtschaft wird aber nie die Menschheit ernähren. Leider wird ein vollkommenem falschen Bild von der Biolandwirtschaft gemalt auf welche leider sehr viele uninformierte reinfallen.

  10. 2.

    Das ist ja alles sehr schön. Doch wie geht es nach den 3 Jahren weiter? Sind die Bauern weiterhin dabei ?

  11. 1.

    Das hört sich in der Theorie sehr gut an, es ist aber zu beachten, dass landwirtschaftliche Arbeit, allein im Nutzgarten, richtig anstrengend ist. Deshalb werden die Erntehelfer auch aus Rumänien geholt. Renaturierung ist gut, Fruchtwechsel, Mischkultur, Biolandwirschaft, weniger Gülle auf den Feldern usw. alles super aber wir brauchen dafür auch Technik. Alle die behaupten, das bisschen Feldarbeit ist ein Klacks, die sollten es mal betreiben. Wenn so ein Roboter im Altenheim Wasser serviert oder Purzelbäume schlägt - sollte er da nicht lieber aufs Feld???

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