Mitarbeiter der Forstwirtschaft sowie der Jägerschaft durchsuchen bei einer Vorstellung der Fallwildsuche zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest ein Feld nach Wildschweinkadavern. Foto: Fabian Sommer/dpa
Video: Brandenburg aktuell | 18.09.2020 | Phillip Manske | Bild: Fabian Sommer/dpa

Kerngebiet jetzt 60 Kilometer breit - Zahl der Schweinepest-Fälle in Brandenburg steigt auf 13

Die Afrikanische Schweinepest breitet sich weiter aus, mittlerweile liegen den Behörden in Brandenburg bereits 13 positive Laborbefunde vor. Das Land hat die Sicherheitsmaßnahmen deshalb noch einmal erhöht. Neue Fälle sind wohl trotzdem nur eine Frage der Zeit.

Nach dem Auftauchen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Brandenburg ist die Zahl der bestätigten Fälle auf 13 angestiegen. Die für Menschen ungefährliche Tierseuche wurde bei sechs weiteren Wildschweinen nachgewiesen, wie das Bundesagrarministerium am Freitag mitteilte. Die Fälle wurden vom nationalen Referenzlabor im bundeseigenen Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt.

Als Reaktion darauf hat das Brandenburger Ministerium für Verbraucherschutz angekündigt, das sogenannte Kerngebiet mit bestätigten Fällen auszuweiten und eine Pufferzone einzurichten.

Das Kerngebiet in der Nähe von Neuzelle (Oder-Spree) wurde nun auf einen Umfang von 60 Kilometern und eine Fläche von 150 Quadratkilometern vergrößert. Das erweiterte Kerngebiet werde nun mit mobilen elektrischen Weidezäunen abgesichert, teilte das Verbraucherschutzministerium am Freitag mit. Das festgelegte gefährdete Areal mit einem Radius von circa 20 bis 25 Kilometern um den ersten Fundort im Ortsteil Sembten im Landkreis Spree-Neiße bleibt den Angaben zufolge unverändert.

Pufferzone mit 2.300 Quadratkilometern

Die betroffenen Landkreise Spree-Neiße, Oder-Spree und Dahme-Spreewald haben nun mit dem Landeskrisenzentrum Tierseuchenbekämpfung um das gefährdete Gebiet herum eine Pufferzone mit einer Fläche von rund 2.300 Quadratkilometern eingerichtet. Die Pufferzone gilt als seuchenfrei. Die drei Landkreise haben ihre Tierseuchenallgemeinverfügungen entsprechend angepasst.

Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) betonte am Freitag, dass die Suche nach toten Wildschweinen wichtig für die Behörden sei, um sich ein Bild von der Lage zu machen. "Die intensive Fallwildsuche ist das Gebot der Stunde im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest", sagte Nonnemacher.

Nach Angaben des Ministeriums werden derzeit Hubschrauber mit Wärmebildkameras und Drohnen eingesetzt, geschulte Such- und Bergungsteams seien im Einsatz. Ab nächster Woche Montag sollen außerdem Hundestaffeln aus Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz bei der Suche nach Wildschweinkadavern helfen. Wer ein totes Wildschwein findet, erhält eine Aufwandsentschädigung von 100 Euro. Angaben des Ministeriums zufolge würden derzeit täglich neue verendete Wildschweine entdeckt, die noch untersucht würden. Die Anzahl der Fälle von Afrikanischer Schweinepest könne sich deshalb weiter erhöhen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 18.09.2020, 17:00 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Gerade um 19.30 Uhr Nachrichten auf rbb24 gesehen, da wurden Bilder von Schweinen gezeigt die noch lebten und mit dem Tot kämpften. Andere Schweine waren zu sehen sie übersät mit Würmern waren, muss das sein? Alles schlimm genug, solche Bilder können Sie sich sparen!

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