Archivbild: Verschmutzung in der Spree (Quelle: dpa/ Andreas Franke)
Audio: Antenne Brandenburg | 17.09.2020 | Autor: Klaus Lampe | Bild: dpa/ Andreas Franke

Sulfat-Werte in der Spree zu hoch - Brandenburg muss Maßnahmen für Trinkwassersicherung prüfen

Die Sulfat-Werte in der Spree sind am Pegel Neubrück in diesem Jahr jetzt so oft überschritten worden, dass das Landesamt für Bergbau Maßnahmen einleiten muss. Es gilt die Trinkwasserversorgung im Raum Frankfurt (Oder) zu sichern.

Am Spree-Pegel Neubrück ist der Sulfast-Richtwert erneut überschritten worden. Weil es sich um die bereits 38. Überschreitung in diesem Jahr handelt, sind nun Maßnahmen erforderlich. Das teilten das Umwelt- und das Wirtschaftsministerium in Brandenburg am Donnerstag mit.

Das Landesumweltamt bestätigte, dass der Sulfatwert Neubrück am vergangene Wochendende bei 284 Miligramm pro Liter lag. Damit wurde der Richtwert von 280 Miligramm pro Liter knapp überschritten. Problematisch ist, dass die Sulfatkonzentration damit öfter als die erlaubten 37 Mal in einem Jahr höher als der Richtwert lag.

Damit ist das Landesamt für Bergbau und Geologie und Rohstoffe (LBGR) nun verpflichtet zu prüfen, ob und welche Maßnahmen nötig sind, um die Trinkwasserversorgung im Raum Frankfurt (Oder) mit rund 65.000 Menschen zu sichern.

Gutachten beauftragt

Um die Trinkwasserversorgung unter anderem für Frankfurt zu sichern, gilt seit April 2019 ein Bewirtschaftungserlass. Wegen dieses Bewirtschaftsungserlasses hat das Landesamt für Bergbau und Geologie vorsorglich ein Gutachten für das Wasserwerk Briesen (Oder-Spree) beauftragt, um die Gefahrenlage besser abschätzen zu können. Ergebnisse dazu sollen im vierten Quartal diesen Jahres vorliegen.

Kritik kommt von den Frankfurter Grünen. Das Vorliegen des Gutachtens erst im Herbst sei nicht akzeptabel. Sie befürchten eine Bedrohung der Wasserversorgung im Raum Frankfurt (Oder). In den letzten Jahren ist durch Tagebau-Arbeiten in der Lausitz die Sulfatkonzentration in der Spree angestiegen.

Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz und das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie teilten derweil gemeinsam mit, dass der Grenzwert im Trinkwasser derzeit eingehalten werde.

4 Kommentare

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  1. 4.

    Das Spreewasser speist maßgeblich das Grundwasser im Wasserschutzgebiet Erkner-Neu Zittau. Der Sulfatgehalt des geförderten Wassers für die Trinkwasserversorgung steigt seit Jahren. Die SPD geführte Landesregierung versagt im Bereich Wassermanagement seit Jahren. Ministerpräsident Woidke war auch mal Umweltminister.

  2. 3.

    Nur sinnvoll wäre alle Tagebaue in der Lausitz sofort dicht zu machen, dann könnte sich das Problem in 50 Jahren vielleicht erledigt haben, aber wer braucht schon Trinkwasser......
    @freudlich/Velten, die Grünen haben das nicht angerichtet, also was soll das Geschwätz?

  3. 2.

    Und, was für Maßnahmen wird es jetzt geben? Wer wird das ernst nehmen? In der Brandenburger Politik sicher niemand, da wird das Wasserproblem ja großzügig übersehen.

  4. 1.

    Ha Ha,die Frankfurter Grünen !
    Die Partei sitzt im Landtag und wird wie immer nichts tun.
    Was für ein Karnevalsverein.

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