Wildschwein mit Frischlingen (Quelle: dpa/Frank Hoermann)
Bild: dpa/Frank Hoermann

Maßnahmen gegen die Schweinepest - Märkisch-Oderland verzichtet vorerst auf Elektrozäune

Noch ist der Landkreis Märkisch-Oderland nicht von der Afrikanischen Schweinepest betroffen, aber für die dortigen Landwirte ist das nur eine Frage der Zeit. Bauern und Lokalpolitik stellen sich auf den Ernstfall ein. Von Marie Stumpf

Frank Tiggemann vom Gut Klessin bei Podelzig im Landkreis Märkisch-Oderland hat seine zwei Höfe bereits komplett eingezäunt. Der Schweinezucht-Betrieb versorgt rund 14.000 Ferkel und Säue. Mit der Gülle produziert er außerdem Biogas. Sollte die Afrikanische Schweinepest (ASP) in unmittelbarer Nähe eines seiner Höfe ausbrechen, wäre das für beide Standbeine ungünstig. "Ich dürfte dann keine Gülle mehr ausbringen, müsste die Anlage also komplett runterfahren", sagt er. "Davor habe ich am meisten Angst, dass das dann über Jahre so geht."

Statusbetriebe dürfen weiter Fleisch verkaufen

Um sich abzusichern, hat Frank Tiggemann deshalb bereits vor Monaten damit begonnen, seine Tiere regelmäßig auf die Schweinepest zu testen. Der Betrieb ist nun ein "Statusbetrieb", das heißt: Bei einem Ausbruch dürfte er seine Schweine selbst dann noch verkaufen, wenn er in der gefährdeten Zone liegt.

So viel Glück haben aber nicht alle der rund 300 Betriebe in Märkisch-Oderland, die Schweine züchten oder mästen. Insgesamt gibt es im ganzen Kreis mehr als 200.000 Schweine, die potenziell gefährdet sind.

Zaun zu teuer

Eine Art ersten Schutz vor infizierten Wildschweinen aus Oder-Spree biete die Autobahn 12, die wie eine Grenze zwischen beiden Landkreisen verläuft und komplett mit Wildzäunen ausgestattet sei, sagt der stellvertretende Landrat Friedemann Hanke. Der Landkreis Märkisch-Oderland will nach wie vor auch auf einen Elektrozaun an der Grenze zu Polen verzichten. "Der Kreis Spree-Neiße hatte einen Zaun und es hat nichts genützt." Der Zaun koste viel Geld und sei viel Aufwand.

Wildschweine sollen nicht auf die Betriebe geraten

Stattdessen werden nun alle verendeten Wildschweine im Landkreis, etwa bei Wildunfällen, auf die Schweinepest getestet. Gleichzeitig kontrollieren die Amtstierärzte verstärkt die Vorkehrungen in den Betrieben, etwa der Schutz der Futtermittel, erklärt Amtstierarzt, Ralph Bötticher. "Wildschweine sollen nicht auf die Gelände der Betriebe kommen. Sie werden besonders von Futtermitteln angezogen und wenn sie kommen und das fressen entsteht ein Kontakt"

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen - beim ersten Fall der Afrikanischen Schweinepest in Märkisch-Oderland wird auch dort der betroffene Bereich abgesperrt werden und eine Sperrzone eingerichtet werden müssen.

Beitrag von Marie Stumpf

4 Kommentare

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  1. 4.

    Die Seuche mus von Außen nach Innen bekämpft werden und nicht umgekehrt die Autobahn Berliner Ring nach Frankfurt Oder und Berliner Ring bis zum Speewaldreieck und dann nach Forst hier haben wir quasi eine doppelte Umzäunung die Wildbrücken dicht machen und dann bitte alle geschossenen wildschweine testen. Auch circa 10 km außerhalb des Zauns . Auch von Fachkräften den Zaun auf eventuelle Lücken überprüfen. Alle Maßnahmen innerhalb des Zauns bitte weiterführen

  2. 3.

    Polen war lange Zeit schon Befallsgebiet und hier mußte man damit rechnen, dass irgendwann die Verbreitung nach hier erfolgt. Die Fundstelle des ersten toten Tieres deutet doch eher auf Verbreitung von Tier zu Tier hin als durch weggeworfene Essenreste etc. aus Polen. Der zu errichtende Zaun kommt viel zu spät. Vorbild ist doch der ehem. DDR-Grenzzaun Ri. BRD. Streckmetall aus V2A-hoch genug, tief befestigt mit Unterwühlschutz. Sogar Bewachung wäre richtig. Man klaute an den unzulänglichen Elektrozäunen die Anschlüsse für die Stromversorgung. Unfassbar. Wie sollen die Bauern nun ihre noch gesunden Tiere ernähren ? Wildschweine in Berlin- auch unfassbar. Viel mehr Jäger ausbilden ! Wie wird das sonst enden ?

  3. 2.

    Und was bringt das regelmäßige testen? Sie können sich auch zu jeder (oder fast jeder)Krankheit testen lassen. Wenn der Virus nicht da ist bzw. die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist, dann ist das Ergebnis immer negativ.

  4. 1.

    Man sollte nicht von Glück sprechen, wenn jemand vorausschauend gehandelt hat.
    Alle Schweinezüchter hatten die Möglichkeit ihre Tiere testen zu lassen.
    Warum haben sie es nicht getan?

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