Symbolbild: Windräder in der Abendsonne (Quelle: dpa/Marius Bulling)
Bild: dpa/Marius Bulling

Interview | Umweltökonom über Corona und Klima - "CO2-Reduktion durch eine Pandemie ist kein Modell, nach dem Klimaschutz betrieben werden kann"

Deutschland hat infolge der Corona-Krise sein Klimaschutz-Ziel für das Jahr 2020 übertroffen und 42 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen als 1990. Ist die Pandemie also gut für die Klimapolitik? Umweltökonom Reimund Schwarze hat seine Zweifel.

rbb|24: Herr Schwarze, war 2020 ein gutes Jahr für das Klima?

Reimund Schwarze: Das ist eine schwierige Frage. Wenn wir nur auf das gucken, was diese Krise zum Schutz des Klimas beigetragen hat, sieht man einen Effekt: Es ist der größte Einbruch an Emissionen, den wir in der Industriegeschichte je erlebt haben, weit stärker als der Zweite Weltkrieg oder die große Finanzkrise Mitte der 2010er Jahre. Wir haben mehr als zwei Gigatonnen CO2 eingespart. Die Temperatur und CO2-Konzentration ändert das aber nicht. Ich würde es daher auch kein gutes Jahr nennen. Es war für mich kein gutes Jahr und ich glaube, für den Rest der Menschheit auch nicht. CO2-Reduktion durch eine Pandemie ist kein Modell, nach dem Klimaschutz betrieben werden kann.

Jetzt sind Sie sofort auf die Pandemie eingegangen, auf die reduzierte Wirtschaftsleistung und damit reduzierte Emissionen. Sie hätten aber auch noch das Kohleausstiegsgesetz hervorheben können.

Das Kohleausstiegsgesetz ist ja schon ein bisschen älter, es wurde in den Jahren davor verhandelt. Und es steht, denke ich, nach diesem Jahr nochmal auf der Kippe und wird sicher auf die Probe gestellt in den jetzt anstehenden Wahlen. Die Frage, ob man an dem Gesetz festhält oder Reformvorschläge zum Gegenstand der Wahlauseinandersetzung macht, wird uns denke ich noch beschäftigen.

Was hätten Sie hervorgehoben?

Die Beschlüsse zum European Green Deal dieses Jahres und zur Wiederbelebung der Wirtschaft in Europa sind Anker gewesen. Das ist etwas, was für 2020 nicht nur wichtig war, sondern es war auch hoffnungsgebend, dass es unter den Bedingungen durchgehalten werden konnte. Das hätte ich nicht erwartet.

Also waren Sie im Grunde genommen selbst überrascht, dass die Europäische Union die Kurve gekriegt hat?

Definitiv. Das war ja ein extrem strenges Programm. Und weil die klimapolitischen Fragen letztlich aus Europa gesteuert werden und nicht mehr auf nationaler Ebene, habe ich natürlich erst einmal nur auf Europa geschaut und hatte so meine Zweifel, dass der Deal die Pandemie überleben wird. Aber er ist glänzend daraus herausgegangen.

Nun hat dieser Green Deal zwar die Pandemie überlebt, aber das heißt ja nicht, dass alles, was dort beschlossen wurde, auch so eingehalten wird. Wie optimistisch sind Sie da?

Die entscheidende Hürde, die jetzt ansteht, ist das Klimaschutzgesetz. Und alles sieht aktuell danach aus, dass das Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2050, das Kern des europäischen Green Deal ist, auch in das Gesetz gegossen wird. Es ist ja jetzt auch völkerrechtlich verbindlich angekündigt worden, Europa hat das als nationalen Beitrag gegenüber der UN erklärt.

Nun stehen in diesem Jahr allein sechs Landtags- und eine Bundestagswahl an. Das Klima, die Klimapolitik und die EU-Vereinbarung werden sicher Thema sein. Was erwarten Sie?

Ich erwarte, dass Klima- und Energiepolitik ein ganz hochrangiges Thema in den Landtags- und Bundestagswahlen wird. Man wird sicher die Wahlen nutzen als Test, um die Konzepte des Green Deal in der Umsetzung in Deutschland zu diskutieren. Insofern werden da die Weichen gestellt. Das Ergebnis dieser Wahlen wird die Klimapolitik bestimmen und die klimapolitischen Umsetzungsschritte, die in Deutschland ergriffen werden. Wenn es in den Landtagswahlen wiederkehrend scheitert, wird auch das Thema zurückgedrängt. Und dann wird auch die Umsetzungsproblematik relevant werden. Umgekehrt, wenn die Grünen in allen Bundesländern an die Regierung kommen, beteiligt oder sogar führend, dann erwarte ich auch, dass die Umsetzung streng stringent und konsequent durchgeht.

Erneuerbare Energien schaffen in jeder Hinsicht mehr Arbeitsplätze als die alten Industrien.

Wäre es nicht einfacher, wenn besser vermittelt würde, was der European New Green Deal etwa für Berlin und Brandenburg als Region brächte?

Ja, unbedingt. Gerade, weil es über die Wahlpolitik bestimmt wird und nicht über die Klimapolitik, ist es so wichtig, dass es jetzt den Parteien, die das Thema nach vorne bringen wollen, gelingt, den regionalen Wertschöpfungsbeitrag zu zeigen. Denn dass die regionale Wirtschaft als Ganzes nach vorne kommt, und damit auch die Beschäftigung, wird der Schlüssel dafür sein, ob wir bei den Wahlen dann auch ein Ergebnis sehen, wie wir uns das aus Klimaschutzaspekten wünschen würden. Das geht nur mit dem Nachweis, dass es sich regional rechnet und zwar für jedes Land. In Brandenburg wird natürlich auf Tesla verwiesen und auf die Möglichkeit, dass sich das zu einem neuen industriellen Kern für die Region entwickelt. Ich freue mich auch, dass Tesla noch nachgebessert hat beim Wasserverbrauch. Also ich habe da durchaus eine Haltung, die auch eine kritische Distanz zu dem Projekt Tesla hat. Aber beschäftigungs-seitig ist es in Brandenburg gelungen. Und wir müssen genau diesen Teil, nämlich Jobs, Jobs, Jobs, in den Regionen nach vorne schieben, damit das Thema Klimawandel global überhaupt in den Umsetzungsprozess kommt.

Sie glauben also, mit der Prämisse „Jobs, Jobs, Jobs“ als Köder, gelingt es, das hehre Ziel von 55 Prozent CO2-Reduktion einzuhalten?

Ich wehre mich gegen den Begriff des Köders, denn wenn es nicht nachweislich zu Jobs führt, dann kann es auch nicht erfolgreich sein. Tatsächlich glaube ich, dass das die Arbeitsplätze der Zukunft sind. Wir wissen, dass die Förderung der erneuerbaren Energien Beschäftigung in großem Maße schafft - viel mehr, als es die Kohle als Ganzes schaffen könnte. Die Förderung umfasst nicht nur Photovoltaik und Sonnenkollektoren, Dächer und Windräder, sondern sie betrifft natürlich den Bereich der ganzen Steuerung: die Energieeinspeisung, neue Netze, auch Wärme, Mobilität und Landwirtschaft. Wenn es nicht tatsächlich auch zu mehr Jobs kommt, dann hat es das nicht verdient, das Thema der Zukunft zu sein. Ich bin davon überzeugt, dass die Beschäftigungsintensität dieser neuen Energieversorgungsstruktur in jeder Hinsicht mehr Arbeitsplätze als die alten Industrien schafft.

Sie haben gesagt, eigentlich wird momentan alles auf europäischer Ebene entschieden, man hört da heraus, dass man auf nationaler Ebene gar nicht viel machen kann. Was haben denn die Länder noch zu sagen?

Nun bin ich in einem Land ganz eng an diesem Prozess, ich berate die Regierung in Sachsen-Anhalt in der Frage des Klima- und Energieprogramms, und im Monitoring verfolge ich, ob erreicht wird, was man versprochen hat. Da frage ich natürlich auch: Was wird eigentlich noch in Magdeburg entschieden und was in Brüssel? Ursprünglich war ich sehr skeptisch und habe mich gefragt, ob da nicht manches gesund gerechnet wird, was den Beitrag der Länder angeht. Aber gerade in der Frage neuer Jobs, der regionalen Wertschöpfung, können die Länder gestalten. Wie weit halten wir an der Kohle fest? Das sind Entscheidungen des Landes, es kann Chancen nutzen oder eben liegen lassen, denn Strukturwandel kann eine riesige Chance sein für eine Region. Der Europäische Green Deal hat da einen Mechanismus des gerechten Ausgleichs geschaffen und des gerechten Übergangs zu neuen Produktionsformen. Den hat man anfänglich gar nicht richtig als Chance begriffen.

Die Brandenburger Landesregierung spricht ja von der Bajuwarisierung der hiesigen Wirtschaft: Man werde im Vergleich zu Bayern und Baden-Württemberg aufholen, oder sie vielleicht gar überholen. Ist das mit einer klimaschonenden Wirtschaftsproduktion vereinbar?

Unbedingt. Es gibt diese Träume, dass Berlin zu einem industriellen Kern wird und nicht, wie es früher mal hieß, nur verlängerte Werkbank ist. Dass wir hier also der Ort werden, an dem die Fertigung der Zukunft geplant und Ideen entwickelt werden. Ich denke, dass die Standortwahl von Tesla schon Ausdruck davon ist. Es gibt hier genügend wissenschaftliche Kerne, besonders im Raum Berlin und Potsdam. Natürlich ist auch Brandenburg als Ganzes dafür von Bedeutung. Da geht es neben der Stromerzeugung auch noch um andere Themen, etwa die Möglichkeiten naturverträglicher Landwirtschaft und dass man wieder zu einer Dezentralität zurückfindet. Denn die dezentrale Produktion von landwirtschaftlichen Konsumgütern ist etwas, was unsere Region prägt. Und nur der internationale Wettbewerbsdruck und das Dumpinggeschehen in diesem Bereich macht die sonst sehr ländlich geprägte Erzeugung von Agrargütern hier so schwierig. Diese internationalen Verflechtungen wird man sich aber in der Zukunft nicht mehr so erlauben können, wie man das vor der Pandemie gemacht hat.

Sie sehen die Chance, dass durch die Pandemie die internationalen Wirtschaftsbeziehungen neu strukturiert werden und damit auch den Klimazielen förderlich sind?

Ja. Die Welt denkt grundlegend darüber nach, Wertschöpfungsketten neu zu gestalten. Die Naivität, mit der früher Güter aus Übersee eingeführt wurden, ist sicher nicht mehr die Zukunft.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Stefan Kunze

39 Kommentare

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  1. 39.

    Es wurde bisher keine Klimapolitik "konsequent und stringent" umgesetzt. Es wurden eher immer wieder Beweise angezweifelt und aus wirtschaftlichen Gründen die wissenschaftlich gesetzte Zielmarkierung jedes einzelne Mal unterschritten. Das wurde so intensiv betrieben, dass wir auch heute noch mit Best Case Szenarien in der Klimapolitik rechnen und diese dann trotzdem noch mit "Kann es etwas weniger Maßnahme sein?" angegangen wird.
    Sonst sitzen wir in einem Haus das brennt und wir wollen die Kerzen nicht löschen, weil das Feuer so unstetes Licht macht während wir darauf warten dass jemand die Glühbirne erfindet. Wir haben nur dieses eine Haus, sitzen drin und warten auf Wunder.
    Die FDP betet ja auch um Experten, die einfach nicht auftauchen wollen, aber so lange kann man ja weiter warten.
    Klimapolitik wäre echt lustig, wenn sie nicht so dramatisch wäre.

  2. 38.

    Klimapolitik soll durch Grüne "stringent und konsequent" umgesetzt werden? Es gibt doch kein einziges Projekt, was die Erderwärmung auch nur um 0,01 grd/a verlangsamt hat - oder doch? Mit Sicherheit wird moralisierend gängelnd alles teurer (CO2-Steuer, Biogas, Flächenentzug durch Maisanbau, E10, zu dicke physikalisch unsinnige Wärmedämmung/Dreifachverglasungen usw.) Das Ziel, die Erderwärmung zu verlangsamen, verlangt ganz andere komplexe und technologieoffene Herangehensweisen, die man der "grünen Kernkompetenz" eher nicht zuschreiben kann. Wissende Macher sind nötig statt "Umverteiler" - damit auch noch die schaffende Lebensfreude erhalten bleibt... das muss jetzt nicht jeder verstehen.

  3. 37.

    Fortsetzung:

    Diese Luecke _muessen_ zwangslaeufig Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerke fuellen, sonst sitzen wir im Dunkeln.

    Aktuell baut Deutschland 17 Gaskraftwerke, um diese Luecken in Zukunft fossil zu fuellen:

    > https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geplanter_und_im_Bau_befindlicher_Gaskraftwerke_in_Deutschland

    Jede kWh aus Gas verursacht uebrigens 490 Gramm CO2 laut IPCC.

    Eine kWh aus Kohlekraft kommt laut IPCC auf rund 800 Gramm, eine kWh aus Windkraft auf 11 Gramm, aus Solarenergie auf 45 Gramm und aus Kernenergie auf 12 Gramm CO2 pro kWh.

    Und genau deswegen kommt jede im Durchschnitt produzierte kWh in Deutschland auf 400 Gramm CO2:

    > https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/bilanz-2019-co2-emissionen-pro-kilowattstunde-strom

    Waehrned es in Frankreich nur 50 Gramm CO2 sind:

    > https://www.rte-france.com/en/eco2mix/co2-emissions

  4. 36.

    Fortsetzung:

    Es ist daher ziemlich absurd, dass Peter in dieser Diskussion die Bereithaltung von Reserve-Kraftwerken bemaengelt. Denn diese Reserven sind fuer die Solar- und Windparks _zwingend_ notwendig. Wo soll sonst auch der Strom herkommen, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint?

    Wer das nicht glaubt, der kann gerne mal auf die Webseite der Bundesnetzagentur smard.de gehen, klickt auf "Marktdaten visualisieren" und dann auf "Realisierte Erzeugung". Dann nochmal auf "Realisierter Verbrauch" und dann einfach alle konventionellen Energietraeger abschalten. Dann sieht man schnell, welche Luecke dort entsteht.

  5. 35.

    > Ein längerer Stromausfall hätte nach kürzester Zeit verheerende Folgen in allen Bereichen unserer Zivilisation!

    Ja, das verstehen leider viele Befuerworter der Energiewende nicht.

    > Deshalb ist es sehr richtig und wichtig, eine reichliche Überkapazität und Diversifikation (!) bei der Stromerzeugung zu besitzen. Man muss sie ja nicht fahren. Aber als Reserve (leider teuer) bereithalten.

    Es geht hier eigentlich nicht um Ueberkapazitaet, sondern um grundlastfaehige Kraftwerke. Es ist nun mal so, dass Wind- und Solarkraftwerke nur jeweils einen Kapazitaetsfaktor von 40% bzw. 10% haben und somit eben die meiste Zeit keinen Strom produzieren. Damit das Licht nicht ausgeht, verpflichtet die Bundesnetzagentur die Betreiber von bestimmten Kohlekraftwerken, diese als kalte Reserve 24/7 betriebsbereit zu halten.

    Weil diese Betriebsbereitschaft Geld kostet, die Kraftwerke andererseits aber nur bei Bedarf produzieren duerfen, muessen wir Stromkunden diese Kosten zusaetzlich zahlen.

  6. 34.

    > Genau das ist der Witz der Woche.....8-10 Tage vom Kaltstart bis zur Stromlieferung. Genau deshalb ist das reine Geldverschwendung.

    Haben Sie eine Quelle fuer diese Behauptung? Selbst Kernkraftwerke koennen im Lastfolgebetrieb gefahren werden, siehe:

    > https://www.ktg.org/ktg-wAssets/docs/fg-bet-rph-lastfolgebetrieb-kki2.pdf

    Die Kohlekraftwerke werden ja 24/7 betriebsbereit gehalten und wie man auch auf der Webseite smard.de der Bundesnetzagentur nachsehen kann, werden Kohlekraftwerke in Deutschland bedarfgerecht zugeschaltet und zwar im Stundentakt.

    Gehen sie mal auf smard.de, klicken sie auf "Marktdaten visualisieren" und dann "Realisierte Erzeugung" und Sie werden sehen, dass Ihre Aussage schlicht nicht der Wahrheit entspricht. Denn Sie koennen sehen, dass sowohl Braunkohle- als auch Steinkohlekraftwerke hier bedarfsgerecht zugeschaltet wurden.

  7. 33.

    Der folgenden Aussage von Herrn Prof. Schwarze möchte ich vehement widersprechen: „ …, wenn die Grünen in allen Bundesländern an die Regierung kommen, beteiligt oder sogar führend, dann erwarte ich auch, dass die Umsetzung streng stringent und konsequent durchgeht.“ … Nein, das wäre nicht so bzw. wäre andernfalls auch nicht „abgewählt“. Denn wer hat denn den GreenDeal, etc. eingefädelt, verhandelt und beschlossen ? ... Die Grünen ?

  8. 32.

    Ein längerer Stromausfall hätte nach kürzester Zeit verheerende Folgen in allen Bereichen unserer Zivilisation! Deshalb ist es sehr richtig und wichtig, eine reichliche Überkapazität und Diversifikation (!) bei der Stromerzeugung zu besitzen. Man muss sie ja nicht fahren. Aber als Reserve (leider teuer) bereithalten. Da bei uns noch kein echter Blackout zu verzeichnen war, kann ich den derzeitigen Experten und den dafür Verantwortlichen offensichtlich vertrauen. Toi, toi, toi!

  9. 31.

    "Die von Ihnen angesprochenen Kosten sind notwendig, um diese Anlagen in Bereitschaft zu halten. Denn sie dürfen ja nur dann produzieren, wenn Wind und Sonne nicht können, muss aber trotzdem betriensbereit bleiben."

    Genau das ist der Witz der Woche.....8-10 Tage vom Kaltstart bis zur Stromlieferung. Genau deshalb ist das reine Geldverschwendung.
    @ John, Ihr Hass auf EE ist lächerlich und Ihre Argumentation leicht widerlegbar....
    https://www.pv-magazine.de/2020/04/08/stromnetz-besteht-intelligenztest/
    Außerdem eine private Solaranlage dient hauptsächlich dazu die eigenen Stromkosten zu senken, bei mir minus 75%.......

  10. 30.

    Hallo Matthias!

    Schauen Sie sich mal an, wo in Deutschland die meisten CO2-Emissionen herkommen:

    > https://ourworldindata.org/grapher/ghg-emissions-by-sector?time=latest&country=~DEU

    Und jetzt schauen Sie sich mal an, wie das in Frankreich aussieht:

    > https://ourworldindata.org/grapher/ghg-emissions-by-sector?time=latest&country=~FRA

    Wie Sie sehen, verursacht Deutschlands Energiesektor mit 350 Millionen Tonnen im Jahr mit Abstand die meisten Emissionen. Das bedeutet, ganz egal wie viel Sie recyclen, dieser Posten wird weiterhin bei 350 Millionen Tonnen CO2 bleiben.

    Frankreich bezieht 70% seines Stromes aus der Kernenergie, Deutschland 10% aus der Kernenergie und bis zu 50% aus Erneuerbaren Energien. Und obwohl wir bereits bei 50% "Oekostrom" sind, sind unsere Emissionen so hoch.

    Sollte uns das nicht irgendwann zu denken geben? Sollte man nicht mal vielleicht einsehen, dass Wind- und Solarenergie eben nicht helfen, die Emissionen zu senken?

    Maik

  11. 29.

    Fortsetzung:

    Kurzgesagt: Strom aus Erneuerbaren Energien ist so teuer, weil die Kraftwerke nur eine vergleichsweise geringe Leistungsdichte haben und ihre Produktion sehr volatil sind. Das sind inhaerente Eigenschaften der Energietraeger Wind und Sonne, die man grundsaetzlich nicht aendern kann. Es ist daher nicht moeglich, eine Stromversorgung nur mit Wind- und Sonnenenergie aufzubauen.

    Deswegen _muss_ die Bundesagentur auch die Abschaltung von Kohlekraftwerken verbieten und deswegen _muss_ Deutschland Gaskraftwerke bauen.

    >> "dann ist die Antwort einfach, naemlich Kernkraft."

    > Oder EEG, Gas (statt Kohle).

    Eine kWh aus Gaskraft verursacht 490 Gramm CO2 laut IPCC. Das halten Sie fuer eine Loesung?

    >> "Und die USA"

    > Kein Nachbarland

    Es ging um die Frage, ob die Kernenergie nur in Diktatoren gesellschaftsfaehig ist. Was damit widerlegt waere.

  12. 28.

    Fortsetzung:

    Strom ist nun mal ein Produkt, welches bedarfsgerecht produziert werden muss. Der Stromkunde kauft den Strom, wenn er ihn braucht, nicht aber wenn dieser billig ist. Und genau das geht mit den Erneuerbaren Energien nicht. Diese liefern wann sie wollen und daher muss der Staat die Erneuerbaren Energien fortlaufend finanziell unterstuetzen. Ansonsten wuerde niemand diesen Strom abkaufen - denn ein Produkt, welches nicht bedarfsgerecht produziert werden, ist beim Kunden nichts wert.

    Stellen Sie sich mal vor, der Supermarkt nebenan wuerde immer nur die Produkte verkaufen, die sie gerade nicht brauchen. Den Supermarkt wuerden Sie doch auch links liegen lassen und dann lieber zur Konkurrenz gehen. Genau so verhaelt es sich aber beim Energiemarkt, nur dass der Gesetzgeber Ihnen gesetzlich verbietet, zur Konkurrenz zu gehen, falls Ihr Supermarkt um die Ecke gerade liefern kann.

  13. 27.

    > UK scheinbar schon.

    Das ist dann eine poitische Entscheidung, keine technische.

    > Sagt eine Schätzuung des ISMN. Das es teuer für den Bürger ist/wird, ist bei der Energiepolitik der Union klar. Es die Energiewende blockiert, dann gebremst, und nun wieder im Lobbymodus für die Konzerne.

    Nein, das ist ein inhaerentes Problem der Erneuerbaren Energien. Wollen Sie allen ernstes bestreiten, dass Wind und Sonne nur geringe Kapazitaetsfaktoren haben? Windkraftanlagen kommen auf 40%, Solaranlagen gar auf nur 10%.

    Wie wollen Sie unter diesen Vorraussetzungen gewinnbringend und preiswert Strom produzieren? Ihre Solaranlage hat durch das Jahr gemittelt eine Auslastung von 10%, ein Kernreaktor kommt hingegen auf 90%. Dazu produziert die Solaranlage wenn sie Lust hat, das Kernkraftwerk 24/7. Auch ein Bundeskanzler Habeck kann diese Naturgesetze nicht aendern und daher haette es die EEG-Umlage und die Netzentgelte fuer die kalten Reserven auch bei einem gruenen Bundeskanzler gegeben.

  14. 26.

    Hallo Peter!

    Die “Kohlebuden” sind zum Reservebetrieb notwendig und erhalten ihren Auftrag durch die Bundesnetzagentur.

    Lesen Sie mal hier zum Thema “systemrelevante Kraftwerke”:

    > https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/ElektrizitaetundGas/Unternehmen_Institutionen/Versorgungssicherheit/Erzeugungskapazitaeten/Systemrelevante_KW/Systemrel_KW_node.html

    Die von Ihnen angesprochenen Kosten sind notwendig, um diese Anlagen in Bereitschaft zu halten. Denn sie dürfen ja nur dann produzieren, wenn Wind und Sonne nicht können, muss aber trotzdem betriensbereit bleiben.

    Die Netzbetreiber wollen diese Kraftwerke abschalten, dürfen es aber nicht. Schuld ist die hohe Volatilität von Wind- und Sonnenenergie.

    Ihre Kritik geht somit ohne dass Sie es wissen in Richtung der Erneuerbaren Energien, denn diese brauchen diese kalten Reservern zwangsläufig.

    Und genau deswegen sind Kernkraftwerke besser, denn sie produzieren CO2-freien Strom 24/7 und nicht nur ab und an.

    Maik

  15. 25.

    Richtig der Schlüssel zur Verringerung von quasi allen menschlich generierten Umweltproblemen ist 3R ( Jack Johnson).
    1. reduce
    2. reuse
    3. recycle

  16. 24.

    Sind Sie nun doch überrascht, dass die BNA (ihren verhassten) Kohle- und Gaskraftwerken angesichts der schwindenden Versorgungssicherheit das Stilllegen verbietet?

    Im Übrigen:
    Wie viel elektrische Arbeit hat ihre (von uns allen großzügig subventionsfinanzierte) nicht grundlastfähige und netzdienstleistende PV Anlage anno 2021 bereits eingespeist und somit zur Versorgungssicherheit beigetragen??

  17. 23.

    "Niemand muss Kernkraftwerke abschalten."

    UK scheinbar schon.

    "Deutschland wird bis zum Jahr 2025 fuer seine Energiewende 520 Milliarden Euro bezahlt haben"

    Sagt eine Schätzuung des ISMN. Das es teuer für den Bürger ist/wird, ist bei der Energiepolitik der Union klar. Es die Energiewende blockiert, dann gebremst, und nun wieder im Lobbymodus für die Konzerne.
    Aber letztendlich fehlt auch eine Vergleichzahl. Keine Ahnung, was die Energiewende in UK kostet (Bau neuer AKWs, CO2-Steuer, usw.)

    "dann ist die Antwort einfach, naemlich Kernkraft."

    Oder EEG, Gas (statt Kohle).

    "Und die USA"

    Kein Nachbarland

  18. 22.

    Soviel ich weiß sind die energieintensiven Industrien in Deutschland Stahl und Beton. Vielleicht auch mal über Einsparungsmöglichkeiten nachdenken: Züge statt Autos. Sanierung alter Häuser und alternative Baustoffe wie Holz, Hanf, Lehm statt Betonhochhäuser.

  19. 21.

    Fakten die nicht passen läßt man eben weg........
    1600 Millionen Euro zahlt der Stromkunde für in "Reserve" Kohlebuden......von denen die letzten Jahre nicht eine einzige ans Netzt ging. Sozusagen Hartz 4 für Kohlenmunks nur auf deutlich höherem Level.

  20. 20.

    Hallo John!

    Ich stimme Ihnen vollumfaenglich zu. Auch die Bundesregierung ist sich dieser Problematik bewusst und deswegen werden in Deutschland auch aktuell 17 Gaskraftwerke gebaut, eines sogar auf dem Parkplatz des KKW Biblis:

    > https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geplanter_und_im_Bau_befindlicher_Gaskraftwerke_in_Deutschland

    Andererseits laesst die Bundesnetzagentur sogar die Abschaltung von Kohlekraftwerken verbieten, sogar gegen den Willen der Betreiber:

    > https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/ElektrizitaetundGas/Unternehmen_Institutionen/Versorgungssicherheit/Erzeugungskapazitaeten/Systemrelevante_KW/Systemrel_KW_node.html

    Schon verrueckt, dass manch einer sich immer noch einredet, dass wir bis zum Jahr 2050 fossilfrei sein werden.

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