Schleusentor mit einfließdendem Wasser
Audio: Antenne Brandenburg | 04.02.2021 | Autor: Maximilian Horn | Bild: rbb

Schifffahrt auf dem Finowkanal - Land gibt knapp 20 Millionen für Schleusenausbau

Die meisten Schleusen entlang des Finowkanals sind marode, ein vom Landkreis gegründeter Zweckverband soll sich um deren Sanierung kümmern. Dafür kommen nun rund 20 Millionen Euro vom Land - für den Ausbau der ersten sechs Schleusen. Von Maximilian Horn

Zwölf Schleusen durchläuft der Finowkanal zwischen Zerpenschleuse bei Wandlitz und Liepe bei Niederfinow - und die meisten sind marode. Manche Schleusen müssen nur modernisiert werden, viele brauchen eine grundlegende Instandsetzung. Dass das auch passieren soll, ist längst beschlossen: Dafür hat der Landkreis Barnim im vergangenen Jahr mit den Anrainerkommunen extra einen Zweckverband gegründet, der die Schleusen vom bisherigen Eigentümer, dem Bund, übernehmen und die Sanierung organisieren soll. Seit Donnerstag ist auch die Finanzierund klar: Das Land Brandenburg schiesst einen ordentlichen Batzen zu.

Schleuse am Finowkanal
Bild: rbb

Erstmal secs Schleusen

20 Millionen Euro gibt es vom Land für das sogenannte "Schleusenpaket 1". Das beinhaltet die Sanierung von sechs der zwölf Finowkanal-Schleusen, darunter etwa die Schleuse Wolfswinkel in Eberswalde. Insgesamt kostet das Paket rund 40 Millionen Euro - und übersteigt damit die ursprünliche Kostenschätzung um rund 30 Prozent.

"Wir sind damals von den Schätzungen ausgegangen, aufgrund von Hochrechnungen ehemaliger Schleusenbauten wie zum Beispiel in Finowfurt. Insofern waren die Zahlen damals einfach noch nicht so verlässlich", erklärt der Landrat des Barnims, Daniel Kurth (SPD), die gestiegenen Kosten. "Aber es ist ja so: Die Kommunen bezahlen jetzt einen geringen Anteil, der ist im Übrigen geringer, als wir vor zwei Jahren noch geschätzt haben", sagte er am Donnerstag.

Brücke über den Finowkanal
Bild: rbb

Schleusen gesperrt

Auch der Kreis und die Anrainerkommunen müssen für das erste Schleusenpaket also noch ihren Anteil berappen. Den Rest bezahlen das Land und der Bund. Letzterer ist noch Eigentümer der Schleusen, wird aber die ersten sechs nun bald an den Zweckverband Region Finowkanal übertragen.

"Abhängig von den Ergebnissen der Genehmigungsplanung wird dann zum vierten Quartal diesen Jahres die Bauausführung starten", sagt Zweckverbandschef Adolf Kopp, der die Sanierung organisiert. "Von der ersten sechs Schleusen werden im ersten Schritt drei Schleusen - nämlich Ruhlsdorf, Leesenbrück und Schöpffurth saniert. Die sind für diese Zeit dann auch gesperrt."

In diesem Jahr noch befahrbar

Verbandsvorsteher Kopp stellte am Donnerstag aber auch klar, dass der Kanal dieses Jahr noch befahren werden könne. Ziel ist demnach, dass die ersten sechs Schleusen bis Mitte 2024 fertig saniert sind. Parallel dazu wird dann auch die Planung für die übrigen sechs Schleusen starten - was die dann kostet, steht noch nicht fest.

Der Finowkanal verbindet die Havel mit der Oder. Der Bund hatte früheren Planungen zufolge sich von der 32 Kilometer langen und ältesten schiffbaren künstlichen Wasserstraße Deutschlands trennen wollen, da sie wegen der parallel verlaufenden Havel-Oder-Wasserstraße ihre wirtschaftliche Bedeutung verloren habe.

Anfang 2019 signalisierte dann die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes erstmals, dass sie nur noch die zwölf Schleusen und zwei Brücken abgeben will, die Kanalstrecke aber in eigener Regie weiterbetreiben wolle. Dabei hatte der Bund zugesagt, sich mit 50 Prozent an den Sanierungskosten der zwölf Schleusen und zwei Brücken zu beteiligen.

Beitrag von Maximilian Horn

4 Kommentare

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  1. 4.

    Bin selbst kein Schiffer oder Bootsfahrer aber das hier passt dann ja nicht so richtig.

    https://binnenschifffahrt-online.de/2019/01/haefen-wasserstrassen/5734/schifffahrtsabgaben-nur-noch-auf-mosel-und-nord-ostsee-kanal/
    Selbst wenn mit den Gebühren dürfte ein kostendeckender Betrieb einer Wasserstraße kaum möglich sein.

  2. 3.

    Die Kanalstrecke bringt Geld wenn sie gegen Gebühr genutzt wird. Schleusen und Brücken müssen bedient, überwacht, gewartet und zwingend repariert werden. Das kostet Personal und Geld.

  3. 2.

    Die Gegend hätte dies auf jeden Fall verdient.

    @rbb24. Aber warum" zwölf Schleusen und zwei Brücken abgeben will, die Kanalstrecke aber in eigener Regie weiterbetreiben wolle"???

  4. 1.

    2024 lädt den Anlieger-Kreisen etwas Zeit um die Nutzung, Mitnutzung zu planen. Tourismus ist für die Region wichtig, Naturschutz aber auch. Vielleicht lädt sich ja mal fast-Alles zusammenfügen zum Wohl der Gemeinden, ihrer Bewohner und vielleicht Gäste ....

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