Archivbild: Besucher Paddeln bei einer geführten Tour im Nationalpark Unteres Odertal auf einem schmalen Wassergraben (Bild: dpa/Patrick Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 08.03.2021 | Georg-Stefan Russew | Bild: rbb | Bild: dpa/Patrick Pleul

Urlaub in der Corona-Pandemie - Brandenburger Regionen hoffen auf Impuls durch digitale ITB

Keine Palmen unterm Berliner Funkturm - auch dieses Jahr nicht: Die größte Reisemesse der Welt, die Internationale Tourismusbörse - findet wegen der Corona-Lage in diesem Jahr nur digital statt. Trotzdem sind die Hoffnungen der Reiseveranstalter in der Region groß.

Kein Publikum und alles nur virtuell: Am Dienstag startet die Internationale Tourismusbörse ITB unter dem Berliner Funkturm. Doch dichtes Gedränge an den vielen Messeständen aus aller Welt wird es nicht geben. Alles ist in Corona-Zeiten auf maximalen Abstand getrimmt und so geht die ITB nach der Absage im vergangenen Jahr jetzt rein digital über die Bühne. Vier Tage soll eine Video-Präsentation nach der anderen folgen, digitale Gesprächsforen in Serie gehen.

Auch die Uckermark will das Forum nutzen, um nach einem baldigen Ende des Lockdowns und der Wiedereröffnung der touristischen Infrastruktur wieder Gäste in den Brandenburger Nordosten zu locken. Alle Fäden hierfür hält Anett Hoppe von der "Tourismus Marketing Uckermark" in den Händen. Sie vertritt die Interessen von mehr als 500 Touristikern aus der Region. "Ich bin ganz froh, dass die ITB überhaupt stattfindet", beschreibt sie ihre Gefühlslage. Es müsse diesen Marktplatz - egal in welcher Form - einfach geben. Natürlich sei persönliche Präsenz und Kommunikation immer eine andere als digital, aber die Welt interessiere sich einfach fürs Reisen. "Auch in Zukunft wird es Destinationen geben. Deswegen ist es wichtig, dass es diese Plattform gibt", sagt Hoppe.

Hoffen auf eine Signalwirkung durch die ITB

Im vergangenen Jahr seien aufgrund der Corona-Lage 38 Prozent weniger Touristen in Brandenburg gezählt worden, sagt Hoppe. Vielen Betrieben im Gastgewerbe gehe es trotz Corona-Hilfen des Staates sehr schlecht, ohne auf eine Saison 2021 müssten viele aufgeben. Von daher komme dem Engagement der Uckermark auf der digitalen ITB eine Signalwirkung für die regionale Tourismuswirtschaft zu.

Das sieht auch Malte Schatz, Geschäftsführer der "Westernstadt El Dorado Templin", so. Sein Betrieb musste demnach im vergangenen Jahr 40 Prozent weniger Einnahmen verkraften. Noch wichtiger als die ITB ist für Schatz der Termin, wann es wieder losgehen kann und das El Dorado wieder öffnen kann. "Ich hoffe natürlich auf den 3. April. Mein Realismus sagt mir aber nach Pfingsten", so Schatz.

Ein Mann im Indianerkostüm tanzt während einer Show im El Dorado Templin (Quelle: rbb/Katja Geulen)Ein Mann mit Indianerkostüm tanzt während einer einer Show im El Dorado Templin.

Chance für Urlaub zu Hause

"Generell weiß die Region, dass sie seit einigen Jahren bei Urlaubern sehr nachgefragt ist", erklärt Hoppe. Urlaub vor der Haustür sei für viele hochinteressant, auch weil große Auslandsreisen aufgrund der Lage unmöglich erscheinen. Die Uckermark habe Berlin und Stettin vor der Haustür. "Also ich denke, dass - sobald das touristische Reisen wieder möglich ist - die Region 'überrannt' wird."

Hoppe hofft auf einen möglichst großen Wiederhall innerhalb der Brandenburg-Präsentation und dass viele Reiseveranstalter sich mit ihr in Chaträumen verabreden. Dass sie dabei nicht selbst in Berlin sei, habe auch seinen ganz eigenen Charme. Für digitale Kundenkontakte könne sie sich beispielsweise mit ihrem Laptop "an einen schönen Wanderweg oder auf den Marktplatz in Templin setzen". Per Webcam könne sie Interessierten dann gleich alles live zeigen "und so den einen oder anderen bekommen - catchen für die Uckermark".

Sendung: Antenne Brandenburg, 08.03.2021, 14:10 und 14:40 Uhr

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