Oder-Spree - Investor plant Hochschulcampus für 200 Studierende in Grünheide

Mehrere Menschen besichtigen die Pläne für den Hangelsberger Bahnhof (Bild: rbb/Barnstorf)
Audio: Antenne Brandenburg | 30.07.2021 | Philip Barnstorf | Bild: rbb/Barnstorf

100 Millionen Euro will die Immobilienfirma ECE am Hangelsberger Bahnhof in Grünheide investieren. Geschäfte, Industrie, Lagerhallen und eine Hochschule sollen entstehen. Nun hat der Investor den Anwohnern seine Pläne vorgestellt. Von Philip Barnstorf

Knapp 200 Menschen – darunter viele Anwohner und Kommunalpolitiker – sind am Donnerstag zur Vorstellung der Entwicklungspläne für den Gewerbepark am Hangelsberger Bahnhof in Grünheide (Oder-Spree) gekommen. Der Hamburger Investor ECE, der etwa auch das Ringcenter und das A10-Center betreibt, hatte das 35 Hektar Grundstück im vergangenen Jahr gekauft.

Nachdem die ECE-Pläne für den sogenannten "Greenworkpark" im Hangelsberger Ortsbeirat und im Bauausschuss der Gemeinde Grünheide für Kritik gesorgt hatten, hatte der Hamburger Immobilienentwickler geladen, um sein Vorhaben vorzustellen und zu diskutieren. 100 Millionen Euro will das Unternehmen investieren.

Digital, digital, digital

Nach einer Führung über das ehemalige NVA-Gelände, in dem derzeit rund 40 gewerbliche Mieter etwa Streusalz, Kanus und Feuerwerk lagern, führte ein ECE-Vertreter die Besucher in eine der ehemaligen Militärgaragen. Dort stellten zwei Unternehmen und potenzielle Mieter der ECE in Hangelsberg ihre Pläne vor.

Die private Hochschule University of Europe for Applied Sciences – derzeit etwa schon in Berlin und Potsdam vertreten – will dort einen Campus für 200 Studierende einrichten. "Wir werden hier unter anderem die Fächer Digital Business and Data Science, Digital Marketing and Media und Art and Design anbieten", sagte Horst-Friedrich Krause von der University of Europe dem rbb. Man spreche auch schon mit Tesla über eine mögliche Kooperation mit dualen Studiengängen.

Außerdem stellte sich am Donnerstag das US-Unternehmen Energy And Water Development (EAWD) vor. Die Firma stellt meterhohe Maschinen her, die laut Unternehmensaussage mithilfe von Solarstrom Wasser aus der Luft kondensieren. Laut Geschäftsführers Ralph Hofmeier will das Unternehmen in Hangelsberg diese Kondensatoren nicht nur herstellen, sondern mit ihnen auch vor Ort Wasser gewinnen.

"Der Trinkwasserschutz wird berücksichtigt"

Nahe des geplanten Greenworkparks sucht das Landesumweltministerium derzeit nach unterirdischen Wasservorräten. Die sollen in den kommenden Jahren mit Brunnen angezapft werden und dann die geplante Tesla-Fabrik sowie weitere zuziehende Firmen und Anwohner versorgen.

Weil Anwohner im Vorfeld Sorgen um die Wasserqualität geäußert hatten, war am Donnerstag auch André Bähler vom örtlichen Wasserverband Strausberg Erkner in Hangelsberg vor Ort. "Die Belange des Trinkwasserschutzes werden hier von Anfang an berücksichtigt. Wir haben schon Gespräche mit dem Investor dazu geführt", sagte Bähler dem rbb. So sei der Investor besonders verpflichtet, "das Versickern von Schadstoffen zu verhindern und den Umgang mit trinkwassergefährdenden Stoffen einzuschränken".

Mehrere Menschen besichtigen das Gelände des Hangelsberger Bahnhofs (Bild: rbb/Barnstorf)
Bild: rbb/Barnstorf

Verhalten positives Fazit

Viele Anwohner zeigten sich verhalten positiv angesichts der Pläne. Dörte Brosch engagiert sich mit rund 30 weiteren Anwohnern in der frisch gegründeten Interessengemeinschaft Lebenswertes Hangelsberg. Ihr bereitet hauptsächlich der Ausblick auf zunehmenden Verkehr Sorgen. Nach der Veranstaltung sagte sie: "Das ist ein guter erster Schritt. Es ist gut, dass wir im Dialog sind." Wie viele andere Anwohner auch hätte Brosch es am liebsten, wenn die ECE in Hangelsberg auch Wohnungen bauen würde. Die sind schließlich knapp in Grünheide. Aber das will das Unternehmen nicht. Das gebe nur Konflikte, so ein Unternehmenssprecher.

Beitrag von Philip Barnstorf

47 Kommentare

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  1. 47.

    Wollen die Amis an unser Wasser? Die EAWD hat ja nicht mal ein Impressum und schon Vorverträge mit ECE und/oder Tesla? Höchst bizarr das Ganze, wenn man weiß, dass in Hangelsberg das letzte große Reservoir des Brandenburger (bzw. Berliner)Ostens liegt....

  2. 46.

    Josti aus Johannistal; wenn die Zukunft der Kinder eine Rolle spielen würde sähen bestimmte Parteizentralen wie so viele Schulen aus. Lesen sie mal den Beitrag über die heutige Neubauwohnungsqualität uund das zu Mieten wie für 10 DDR-Plattenbauwohnungen. Heute kostet eine soviel. Sozialstaat eben. Unfassbar.

  3. 45.

    Oh mann, diese Masche, wann kommen rechte Verbindungen, Aluhutträger, Verbindungen zur verbrenner Industrie? Wie Herr Neumann,... wenn's für ein standfestes Argument nicht reicht ist der dumme Bürger eben schuld...oder der Wald ist ist minderwertig? Tesla rettet die Welt und deswegen muss alles umgekrempelt werden.. vom Wald, Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet, Trinkwasserschutzgebiet in ein Industriegebiet meinetwegen mit einem Campus mitten drin. Damit den jungen Menschen gleich die Macht des Kapitals durch Konsum vermittelt wird.

  4. 44.

    "Eure Zeit ist vorbei."
    Okay, das heißt im Grunde nichts anderes, dass Ihr sehnlichster Wunsch, die Umweltverbände und Naturschützer mundtot zu machen, für Sie in scheinbar greifbare Nähe gerückt ist.
    Ihre Meinung, die es zu akzeptieren gilt.
    Indem Sie daraus keinen Hehl machen, dass Ihren Vorstellungen zufolge, die Zeit der Investoren und Spekulanten gekommen ist, unterscheidet Sie hier wenigstens deutlich von anderen aktiven Kommentarschreibern mit ähnlichem Inhalt.
    Allerdings reden wir hier von einer Fläche von über 70ha, in der das A10-Center - zum Beispiel - 1,5mal Platz findet.
    Dagegen scheint der Platzbedarf für 200 Studierende geradezu lächerlich.

  5. 43.

    Aber Berlinjosti; sie sind ja nicht mal schutzgeimpft. Meinen sie, dass man sie dort akzeptiert und weiter bildet ? Meinen sie die baumlose Zukunft in der Trockenpampa ? Die wird man erschaffen. Es geht ja so weiter mit der Grünschändung.

  6. 42.

    Seit wann sind duale Studiengänge nur für Betuchte vorgesehen? Wieso sollen Arbeitsplätze in Hangelsberg so schädlich sein. Selten so viel engstirnige Provinzialität hier im Forum gelesen.
    Es geht um Zukunftsperspektiven für die nächsten Generationen. Eure Zeit ist vorbei.

  7. 41.

    Bisher waren es allerdings andere, die bewusst versucht hatten, die Öffentlichkeit falsch zu informieren. Auch Sie haben z.B. ungeachtet der lange erstellten technischen Richtlinien, die das zulassen, das Setzen von Rammpfählen willkürlich verbieten wollen, Herr Klink erklärt den B-Plan für illegal etc.

    Auch hier verfolgen Sie die gleiche Taktik. Sie betrieben Schwarzmalerei ohne dafür Belege liefern zu können - s. Ihre Coronella Phantastica und das Unterholz, dass heimlich entfernt worden sein soll. Genau wie Herr 88 wollen Sie doch gar nicht informiert werden. Sie sind einfach gegen alles, was aktuell rund um Grünheide passiert. Dabei gehört er wenigstens zu denjenigen, die mir aufgefallen sind, dass er Kommentare auch zu anderen Themen aus der Region hat - und sei es nur, dass er Strassenbahnen in Doppeltraktion ablehnt, weil es ihm zu lange dauert, bis die die Kreuzung für ihn räumen.

  8. 40.

    Herr Neumann, im Moment stellen sie sich dumm, was heißt stellen ....? Ich hoffe nur, dass das Gewerbegebiet in Hangelsberg wie vorgesehen Gewerbegebiet mit Wohnbebauung bleibt und nicht wie in Freienbrink durch irgendeine krumme Tour diesen Status verliert. Außerhalb dieser Fläche soll der Wald auch Wald bleiben. Kein Baum darf für dubiose Investoren geopfert werden, auch keine Kiefer. Nicht einmal wenn damit geworben wird an anderen Stellen das 100- oder 1000-fache an Fläche mit neuen Bäumen zu bepflanzen.
    Herr Neumann sie brauchen nicht wieder mit der Masche kommen, dass in Freienbrink ein gültiger B-Plan vorhanden war. Sie wissen ganz genau, dass das nicht so ist. Ich habe sie schon x-mal aufgefordert mir zu erklären, warum die Bürgermeister-B-Plan-Werbekarte Freienbrink so ein zusammengestückeltes Machwerk ist. Sie hüllen sich da immer in Schweigen, statt wie sonst immer ihrer demagogischen Kommentare abzugeben.

  9. 39.

    Auch in der Forstwirtschaft gibt es so etwas wie den Stand der Technik, hier heißt es anerkannte forstwirtschaftliche Praxis. Und die besagt eben auch, dass Rodungen auch im Wald nicht innerhalb der Vegetationsperiode 1.3. - 1.10. stattzufinden haben. "Freiwillige Selbstverpflichtung" der Forstwirtschaft, tatsächlich, in der Vor-Tesla-Zeit gab es mal so etwas.
    Es war nämlich mal anerkannte Erkenntnis, das auch in "Holzfabriken" außerpflanzliches Leben existiert.

  10. 37.

    Wenn es mal auch wirkliche Informationen gäbe.. es wird nur das Bild gemalt, welches für die breite Öffentlichkeit positiv aussieht. Was wirklich passiert wird geschickt nicht ausgesprochen. Und plötzlich rücken wieder dreißig Harvester an. Und erst die tollen Investitionssummen. Bezahlt eh alles der nlSteuerzahler.

  11. 36.

    Hier kann sich jedenfalls keinerabsichtlich dumm stellen, auch wenn es mancher versucht. Schliesslich gab es extra diese Informationsveranstaltung für die Bürger. Nicht hingehen und rumplärren geht hier erst Recht nicht. Herr Schocht von der Grünen Liga hat sich ja auch sofort daran erinnert, dass Freienbrink ein für eine Autofabrik überplanten Industriegebiet ist. Auch das war alsk vor der Ankündigung, dass dort die von Ihnen verhassten "E-Monster" gebaut werden sollen, der Öffentlichkeit in der Tat bekannt- zumindest denen, die tatsächlich aus der Region kommen.

    Bzgl. der Harvester hätte Tesla ja auch noch warten können. Die Vegetatiinszeit muss laut Bundesnaturschutzgesetz im Wald nicht beachtet werden, also auch nicht in der Kiefernmonokultur. Dwr BUND hat dazu eine Stellungnahme abgegeben. Dann hätten Sie aber ausnahmsweise mak einen realen Grund zum Dystopieren gehabt abstellen ständig Behauptungen aufzustellen, die einem Faktencheck nicht standhalten.

  12. 35.

    Wenn es mal auch wirkliche Informationen gäbe.. es wird nur das Bild gemalt, welches für die breite Öffentlichkeit positiv aussieht. Was wirklich passiert wird geschickt nicht ausgesprochen. Und plötzlich rücken wieder dreißig Harvester an. Und erst die tollen Investitionssummen. Bezahlt eh alles der gem. Steuerzahler.

  13. 34.

    Nicht die Studenten sind das Problem. Die müssen nur herhalten, um Industriebetriebe hoffähig zu machen. Man kann nur hoffen, dass Hangelsberg standhaft bleibt, sich dem Druck aus Potsdam zu widersetzen und weiter verhindert, dass das Gewerbegebiet und die angrenzenden Flächen nicht den Status „Industriegebiet“ oder „industrielles Mischgebiet“ erhält. Auch wenn der noch amtierende Wirtschaftsminister von Brandenburg auf dem Plan erscheinen sollte und wie in Sachen Freienbrink verkündet: „Überraschung, die Gemeinde braucht die 300.000 Euro für den neuen B-Plan nicht bezahlen, dafür nehme gleich Eure Steuergelder, das geht schneller.“
    Wenn dann über Nacht die Harvesta-Armada anrückt, ist alles zu spät. Der Herr Neumann wird dann wieder rumplärren; „ihr hättet Euch vorher wehren können statt zu schweigen.“ oder „Wendet Euch an die Umweltverbände, die können ja klagen.“ Der Höhepunkt wird sein Lieblingsspruch: „War alles nur hiebreicher Kiefernacker.“ Der Kerl weiß es nicht besser.

  14. 33.

    Dem grundtenor ihrer Aussage stimme ich zu. Aber was nützt Zukunftswissentschaft wenn dafür in Zukunft NOCHMAL hektarweise Wald gerodet wird und Grundwasservorkommen vergiftet werden? Wenn das die Zukunft der Zukunftswissentschaften ist, dann stimme ich ihrer Aussage nicht zu.

  15. 32.

    Bei umstrittenen Bauvorhaben macht sich ein ökologisches oder soziales Feigenblatt immer gut. In Berlin gab's mal Knatsch wegen einem Hotelneubau. Wurde dann kurzerhand als Studentenwohnheim umdeklariert, um dem Protest den Wind aus den Segeln zu nehmen, und - wie ging die Geschichte aus?
    Am Ende war's wieder, wer hätte das erwartet - ein Hotel !

  16. 31.

    Der Sinn einer Informationsveranstaltung ist die Information einer interessierten Zuhöhrerschaft. Warum beklagen Sie sich, dass Sie sich schlecht informiert fühlen, wenn Sie erst gar nicht hingegangen sind?

    Georg Büchner ist eher als Literat bekannt. Meinten Sie vielleicht Liebig? Überdüngung mit Stickstoff ist ein zunehmenden Problem worüber Sie sich aber keine Gedanken zu machen scheinen.

    Streusalz bei den Strassenmeistereien besteht auch heute noch bei geringen bis mäßigem Frist aus NaCl. Der private Einsatz von Auftausalzen ist aber in den meisten Kommunen aus Unweltgründen untersagt. Stattdessen sind typischerweise nur abstumpfende Streumittel zugelassen. Ist das bei Ihnen anders?

    Der Flächenverbrauch pro Kopf liegt auf dem "Dorf" bei über 1.200 m², in Großstädten nur bei rd. 250 m². Ähnlich verhält sich das bei der Strassebeleuchtung. Dabei sind hier auch bei Dunkelheit viele Menschen unterwegs, die anders als Sie ohne zwei Scheinwerfer an eigenen Auto auskommen.

  17. 30.

    Zukunftswissenschaft ist gut für Deutschland und wenn die auch noch in der Nähe einer Zukunftsindustrie gelehrt wird, um so besser für alle.

  18. 29.

    Die Strassenmeistereien streuen sehr wohl Natriumchlorid, damit Sie als überzeugter MIVler zwar noch durch Ihneb zu lange Straßenbahnen, aber möglichst wenig durch glatte Strassen aufgehalten werden. Erst bei strengeren Frost kommen andere Salze zur Anwendung.

  19. 28.

    Wenn ich schon höre: Windräder im Wald errichten... Ich bekomme eine Krise. Dann noch Zufahrwege kahl schlagen; parallel zu Autobahnen oder neben Gaspipelines wäre doch sinniger. Ist doch sowieso versaute Natur. Spart lieber Strom. Macht abends in Berlin das Licht aus und auch am BER ! Baut doch Minister Steinbach ein paar in Hausnähe. Und endlich Solarplatten auf die Dächer. Aber aus deutscher Produktion.

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