Leibniz-Zentrum in Märkisch-Oderland - Wissenschaftler erforschen auf Mosaik-Feldern digitale Landwirtschaft

ZALF forscht auf kleinen Flächen nach Landwirtschaft der Zukunft
Audio: Antenne Brandenburg | 02.08.2021 | Torsten Glauche | Bild: ZALF

Auf einem Acker in Märkisch-Oderland wird zehn Jahre lang die Landwirtschaft der Zukunft erforscht. Dabei werden unter anderem digitale Lösungen zur Bewirtschaftung entwickelt und erprobt. Das erste Jahr ist nun rum.

Forscher des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) haben auf einem Acker in Ostbrandenburg das erste Jahr eines zehnjährigen Forschungsprojektes beendet. Konkrete Ergebnisse liegen noch nicht vor, aber 190 Bodensensoren messen nun Bodenfeuchte und -temperatur, elektronische Insektenfallen beobachten die Vorkommen, die in einer App ausgewertet werden, wie das ZALF mitteilte. Perspektivisch sollen digitale Lösungen zur Bewirtschaftung entwickelt und erprobt werden.

Forschen unter Realbedingungen

Statt auf großen Flächen nur Weizen oder Lupinen anzubauen, suchen die Brandenburger Forscher in dem Freilandlabor auf abgezirkelten Quadraten im Agrarbetrieb Komturei Lietzen (Landkreis Märkisch-Oderland) unter Realbedingungen nach einem neuen Ansatz für die Agrarwirtschaft der Zukunft. Je nach Bodenbeschaffenheit würden in jedem der Quadrate unterschiedliche Fruchtarten angebaut, sagte die wissenschaftliche Koordinatorin des Versuchs, Kathrin Grahmann. Lupine, Mais, Phacelia (Bienenfreund), Sonnenblume, Sommerhafer und Soja wurden gesät und Blühstreifen angelegt.

Daneben läuft die herkömmliche großflächige Bewirtschaftung. Mit dem Freilandlabor könnten in der Komturei Lietzen Forschungsergebnisse direkt in die Praxis umgesetzt werden, sagte Geschäftsführer Felix Gerlach. Beteiligt sind unter anderen das Julius-Kühn-Institut und das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft vom Bundesforschungsministerium geförderte Projekt PhenoRob. Dort geht es um neuartige Technologien für automatisierte Unkrautkontrollen sowie das selektive Düngen.

Wachstum unter individuellen Bedingungen

Durch den kleinteiligen, an den Standort angepassten Anbau erhoffen sich die Forscher auch mehr Widerstandsfähigkeit gegen Wetterextreme, sagte Grahmann. Durch die Fruchtfolge sollten der Humus- und Stickstoffaufbau im Boden und die Bodengesundheit gefördert werden. Statt großer Maschinen unterstützen dann selbstständig fahrende Roboter die Feldarbeit.

Sendung: Antenne Brandenburg, 02.08.2021, 11:30 Uhr

4 Kommentare

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  1. 4.

    Wir erfinden uns irgendwann selber weg.

  2. 3.

    Das hört sich doch vielversprechend an. Noch eine schöne Randbepflanzung mit Bäumen und Einsatz von Ernterobotern statt Sklaven aus Rumänien...tausend Mal besser als AGRA für Afrika.

  3. 2.

    Je nach Bodenbeschaffenheit haben Landwirte schon immer verschiedene Kulturen angebaut....ohne Digitalisierung!

  4. 1.

    Ein interessanter Artikel. Phacelia kann ich übrigens auch für zu Hause sehr empfehlen: Ist anspruchslos, wächst schnell, sieht hübsch aus, lockert den Boden, Insekten freuen sich und wenn es eingegangen ist, kann man es unterpflügen und bereichert den Boden.

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