Industrie-Ansiedlung in Ostbrandenburg - Logistikzentrum für bis zu 3.000 Mitarbeiter entsteht in Frankfurt (Oder)

Baustelle vom Logistikzentrum an der A 12 bei Frankfurt (Oder)
Video: Brandenburg Aktuell | 05.10.2021 | P. Beng/A. Oppermann | Bild: rbb

Nicht nur Tesla hat das Potenzial der Brandenburger Weite für sich entdeckt. Auch andere Investoren setzen auf den Wirtschafts-Boom östlich von Berlin. So entsteht auf der zweitgrößten Baustelle der Mark bei Frankfurt (Oder) ein neues Logistikzentrum.

Wer auf den Brandenburger Autobahnen unterwegs ist, sieht links und rechts nicht nur Felder und Wälder, sondern auch zunehmend riesige Industriehallen, Gewerbeflächen und Industriegelände. Nicht zuletzt die geplante Ansiedlung des US-amerikanischen Autobauers Tesla in Grünheide (Oder-Spree) hat die Nachfrage nach solchen Flächen befeuert. Auch an der Autobahn 12 kurz vor Frankfurt (Oder) und nahe der polnischen Grenze wurde ein großer, grauer Betonklotz aus der Erde gestampft.

Erst bauen, dann vermieten

Die Baustelle für das erste von drei Logistikkomplexen auf rund 40 Hektar ist im Endspurt und nahezu fertiggestellt. Der Investor hat ein einfaches Rezept für das schnelle Hochziehen der Hallen: modulares Bauen. "Ich nenne das immer Lego für Erwachsene", sagt Projektleiter Peter Bergmann von Alcaro Invest. "Das kann man ganz gut sehen, wenn man in die Halle reinguckt. Da werden Stützen gesetzt und da kommt eine Dachkonstruktion und anschließend die Dachhaut drauf."

Noch braucht es ein bisschen Fantasie, aber bald sollen die Lagerräume, Büros und sogar Montagehallen, die dort entstehen, Platz für bis zu 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bieten. Welche Firmen dann kommen, steht laut Bergmann allerdings noch nicht final fest. "Es ist heute so, dass Unternehmen auch erstmal sehen müssen, dass etwas gebaut wird und sie dran glauben, dass eine Immobilie entsteht." Die Vermietung sei im vollen Gange. Ab Mitte November könnten potentielle Mieter dann bereits die ersten Regale aufbauen.

Investoren ziehen Investoren

Die Stadtverwaltung von Frankfurt (Oder) freut sich über den Zuwachs am Stadtrand. Denn nicht nur der Verkauf des Grundstücks an den Investor spült Geld in die Haushaltskassen. Man hofft auch auf sprudelnde Gewerbesteuern durch die künftigen Mieter - und auf eine Art Kettenreaktion: "Investitionen locken mehr Investitionen", sagt Oberbürgermeister René Wilke (Linke). "Der eine Effekt ist, dass sich weitere Unternehmen in Frankfurt angesiedelt haben. Wir haben noch zwei weitere Investitionen an anderen Stellen. Wir merken, die Tatsache, dass hier was passiert, sorgt für weitere Sogeffekte."

Wilke spielt damit unter anderem auf die Tesla-Ansiedlung an. Dass das neue Werk gerade einmal 40 Autominuten entfernt ist, sei ein entscheidender Standortfaktor. Zukunftstechnologien wie Elektro-LKW sollen auch in Frankfurt eine Rolle spielen. Die Trafos für eigene Ladesäulen sind schon da.

Kommen in Grünheide die Bänder erst einmal richtig ins Rollen, würden auch Teslas Zulieferer die neuen Flächen an der A12 nachfragen, prophezeien die Investoren. "Dann sind die Chancen da, weil wir eins der wenigen Areale als Industriegebiet in Ostbrandenburg sind", sagt Projektleiter Peter Bergmann. "Und wir haben auch Strom, Gas, Wasser, Abwasser zur Verfügung, weil es ein Industriegebiet ist."

Die Erwartungen sind also groß. Gleich nebenan werden schon die Böden für die nächsten Logistikzentren vorbereitet.

Sendung: Antenne Brandenburg, 05.10.2021, 16:10 Uhr

Beitrag von Phil Beng und Andreas Oppermann

15 Kommentare

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  1. 15.

    Reingefallen; es geht um die fehlenden Keimtöter - vorrangig. Es ist doch keine Lösung immer wieder die Fenster zu öffnen um die Keimzahl zu reduzieren. Aber; was meinen sie welch öLüftungstechnik in Parteizentralen oder Landesparlamentsgebäuden installiert ist ? Sogar Sparkassen haben eine "Klimadecke". Kennen sie so etwas nicht ?

  2. 14.

    Ist es nicht so, dass die Masken auf die Wafer aufgetragen werden ? D.h. , dass die aufgetragenen Resists belichtet werden und die Nachfolgeprozesse in Abhängigkeit der Eigenschaften dieser Maskenschicht erfolgen müssen ? Das ist doch alles nur im Zusammenhang der Schritte möglich. Die Masken sind doch keine Einzelware. Erklären sie sich mal deutlicher.

  3. 13.

    Kleiner Tipp Stuttgart hat 2 namhafte Autohersteller mit mehreren Werken.
    Ist ja nicht so dass in Deutschland nix produziert wird.
    Aber wer sollte denn in Brandenburg Autos zusammenschrauben?
    Merken Sie eigentlich was Sie manchmal für einen Unsinn von sich geben?

  4. 12.

    Intel sucht bis zu sechs neue Standort in Europa. Die haben aber auch eine Ansage gemacht, in welcher Höhe die eine Förderung erwarten - nämlich auf asiatischen Niveau in Höhe 80%, was rund 8 Milliarden Euro für jede der zwei zunächst zum Bau anstehenden Fabriken auf jeweils 500 ha entsprechen würde. Außerdem braucht Intel nach den Worten Gelsingers "genügend Elektrizität, Wasser, Talente und Anreize".

  5. 11.

    Kleiner Tipp:

    Dresden hat 3 Chipfabriken, einen Rohsiliziumhersteller, einen Waferproduzenten, einen Lithographiemaskenhersteller.

    Ist also nicht so, dass in Deutschland nichts mehr produziert würde.

    Wer soll denn aber in Brandenburg Mikrochips herstellen?

  6. 10.

    Ja toll, dann können ja jede Menge Halbleiter eingelagert werden.
    Bräuchte man nur jemand der die baut.

  7. 9.

    Zitat:
    "Noch braucht es ein bisschen Fantasie, aber bald sollen die Lagerräume, Büros und sogar Montagehallen, die dort entstehen, Platz für bis zu 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bieten."

    Na was denn nun? Lagerfläche oder Produktionsfläche? oder beides? dann wäre interessant man genaueres zu Erfahren wie die Verteilung ist.

    Ein Industriegebiet mit Lagerfläche zuzubauen ist eigentlich nicht so sinnvoll, weil das vergleichsweise wenig Arbeitsplätze schafft.

  8. 8.

    LKW als billige Lager geht eben auch nur bei Ölpreisen um die 70 USD.
    Das ändert sich gerade. Und wenn neben Shell der nächste große Ölmulti Peak Oil ansagt, sind wir sehr schnell bei 300 USD das Barrel.

    Insofern halte ich Logistikcentren für sinnvoll. Toll wäre, wenn der Staat diese Dinger baut und dann nicht gleich wieder verkauft sondern Profit daraus schlägt.

  9. 7.

    Leider muss ich hier Dominik aus Dresden zu 100% recht geben.

  10. 6.

    Zukunft? Wieviele aus dem Boden schießende Logistikzentren haben Bahnanschluß. Dass LKW zu einem großen Teil rollende Lager sind dürfte auch kein Geheimnis sein. Ist eben billiger. Wie schnell das zusammenbrechen kann hat man ja in den letzten Monaten gesehen. Es ist eine Entwicklung, ja, aber ob die Richtung stimmt wage ich zu bezweifeln.

  11. 5.

    "Logistik ist keine Industrie! Alles was da kommt ist überbordender LKW-Verkehr! " Logistik ist kein Selbstzweck. Die wollen nicht leer in der Gegend herumfahren, sondern Waren transportieren, verteilen und umschlagen. Und daran hängen dann wieder zahlreiche Dienstleister, wenn das geplante Konzept aufgeht. Niemand ist kompetenter in der Planung, als jener, der mit zunächst eigenem Geld etwas auf die Beine stellt.

    Es ist ein Wechsel auf die Zukunft und den zusammen wachsenden Wirtschaftsraum auch nach Polen hin und darüber hinaus, was visionär klingen mag. Beruhigend für mich ist, dass beim Scheitern nicht Steuergelder in den Sand gesetzt worden wären, was beim seeligen Konsistorialrat Stolpe in etlichen Fällen in der Gegend der Fall gewesen ist..

  12. 4.

    Was glauben Sie, was der größte Engpass bei der Installation von Lüftungstechnik ist?

    Gute Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung (und am besten auch Feuchterückgewinnung) ist auch nachhaltig und für eine klimaneutrale Zukunft sowieso nötig.

    PS: Klimaanlage (also Kühlung) sind in Schulen nicht wirklich nötig, zur heißesten Zeit sind Sommerferien. Wichtig ist ein guter außenliegender Sonnenschutz. Für Schulen sollte einfache robuste Technik reichen, ohne übertrieben komplizierte Regelung.

  13. 3.

    Arbeitsplätze für 3 000 neue Mitarbeiter ? Wo kommen die her ? Etwa aus den Parteizentralen ? Wollen die wirklich so plötzlich ehrlich arbeiten ? Sorgt doch erst mal für zeitgemäße Schulen mit Klimatechnik und Digitalisierung. Woanders gibt es so etwas schon.

  14. 2.

    Logistik ist keine Industrie! Alles was da kommt ist überbordender LKW-Verkehr! Und das auf der seit 30 Jahren hoffnungslos überlasteten A12. In Richtung Osten braucht man da in Zukunft gar nicht mehr fahren.

  15. 1.

    Wo bleiben die Umweltschützer, klimaaktivisten, bürgerbewegungen? Ironie Ende!

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