Wegen gestiegener Energiepreise - Stadtwerke Bernau bieten Neukunden keine Sonderprodukte mehr an

Mi 12.01.22 | 15:37 Uhr
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Symbolbild: Geldscheine vor einem Stromzähler. (Quelle: dpa/K. Remmers)
Bild: dpa/K. Remmers

Die Stadtwerke Bernau versorgen neue Kunden nur noch mit dem Grundversorgungstarif, der in der Regel deutlich teurer ist. Die sonst üblichen Wahltarife würden derzeit neu kalkuliert, heißt es.

Kunden, die zu den Stadtwerken Bernau wechseln möchten, haben derzeit keine Möglichkeit, aus unterschiedlichen Tarifen zu wählen. Die sogenannten Sonderprodukte sind derzeit ausgesetzt und nicht verfügbar. Die Hintergründe der Entscheidung seien gestiegene Energiepreise und ein Zuwachs an Neukunden, wie Bereichsleiterin Bettina Heidrich aus dem Vertrieb der Stadtwerke auf Anfrage dem rbb bestätigte. Aus diesem Grund würden derzeit die Tarife neu berechnet. Die Grundversorgung mit Gas und Strom sei jedoch weiterhin gewährleistet. Diese ist jedoch in der Regel deutlich teurer.

Energieanbieter stehen unter Druck

In den vergangenen Wochen haben die Stadtwerke nach eigenen Angaben ein sehr hohen Kundenzuwachs erlebt. Das hatte externe Gründe: Zuvor hatten im Dezember Billiganbieter wie Stromio oder Gas.de bestehende Lieferverträge aufgekündigt. "Aufgrund der historisch einmaligen Preisentwicklung im Strommarkt sahen wir uns zu unserem ausdrücklichen Bedauern gezwungen, alle Stromlieferverträge mit Ablauf des 21.12.2021 zu beenden", teilte beispielsweise Stromio auf seiner Internetseite mit. Zuvor hatten schon Branchengrößen wie Eon oder EnBW sich aus dem Neukundengeschäft zurückgezogen.

Und auch in Brandenburg waren die Marktauswirkungen bereits zu spüren. So hatte bereits im Oktober die Otima Energie AG aus Neuenhagen (Märkisch-Oderland) bestehende Lieferverträge aufgekündigt und Insolvenz angemeldet.

Hunderte Neukunden in kürzester Zeit

Aus diesem Grund haben die Stadtwerke Bernau mehrere hundert Neukunden in kürzester Zeit aufgenommen, wie Heidrich erklärt. Dies sei zwar prinzipiell eine positive Entwicklung, aber nicht in dieser Marktlage. Erst im Dezember sei mit 33,9 Cent pro Kilowattstunde ein neues Allzeithoch erreicht worden, berechnete ein Internet-Vergleichsportal. "Wir müssen nun unsere eigenen Mengen neu kalkulieren und die Produkte daraufhin anpassen", sagt Heidrich.

Deutlich günstigere Sonderprodukte werden von den Lieferanten gewöhnlich zusammen mit längeren Lieferverträgen verkauft. Das hilft ihnen auch, ihre Preise langfristig zu kalkulieren. Wie andere Versorger kaufen auch die Stadtwerke Bernau Strom und Gas an den Energiebörsen ein. Somit sind die Preise, die die Stadtwerke Bernau an ihre Kunden weitergeben, auch von den allgemeinen Marktpreisen abhängig.

Höhere Preise sind zu erwarten

Bettina Heidrich geht daher davon aus, dass die Sonderprodukte und auch der Grundversorger-Tarif bei den Stadtwerken Bernau teurer werden. "Wir wollen noch in diesem Monat mit unseren Kalkulationen abschließen und unsere Produkte an das neue Preisgefüge anpassen", sagt sie.

Für bestehende Kunden ändere sich nichts, heißt es von der Bereichsleiterin. Diese sollen weiterhin zu den bisherigen Preisen beliefert werden, da für sie bereits Strommengen eingeplant seien.

Sendung: Antenne Brandenburg, Nachrichten, 12.01.2022

12 Kommentare

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  1. 12.

    Sie veräpfeln gerade wieder die Kommentarspalte. Hetzen gegen den Sozialstaat geht immer, egal wie unsinnig das Scheinargument ist. Diese Steuern fließen nicht in soziale Töpfe. Alles andere ist Unfug. Wen oder was haben Sie denn gewählt? Kann man ja irgendwie an Ihrem ausufernden Kommentar klar erkennen. Frohes Äpfeln.

  2. 11.

    Toll! Dann könnte jeder von uns die dreifache fossile Energie verbrauchen zum gleichen Preis. Wir wollen doch die Menschheit so schnell wie möglich aussterben lassen.

  3. 10.

    Es wundert mich nur,das die Menschen gegen die Corona Maßnahmen auf die Straße gehen,die explodierenden Energiepreise finde ich viel Schlimmer.

  4. 9.

    Strom und Gaspreise sind extrem explodiert, mehr als jede omikron Inzidenz, aber keinen interessiert es, weder Politik noch die Medien.
    Dafür jeden Tag hunderte Bericht über Corona, so kann man die Leute dumm halten.
    Aber die Strom und gaspreise werden noch richtig brutal auf uns einprasseln in jeglicher Art.

  5. 8.

    Wer hat in der Welt ähnliche ehrgeizige Klimaschutzpläne wie Deutschland ? Wieviel Kohle wird bis 2050 weltweit noch verbrannt werden ?

  6. 7.

    Vielleich habe ich früher nicht darauf geachtet, auffällig ist schon, daß in bestimmten Dateien doch eine Menge von Berufslosen, Studienabbrechern und Leuten, derenLebensleistung bisher außerordentlich dünn ist, in den Bundestag gekommen sind.

  7. 6.

    Alles wo der Staat seine Finger reinsteckt endet es im Desaster. Die Politiker denken, kaum im Bundestag, sind sie plötzlich Experten für Energie, Kommunikation, Netzwerke, Pandemien, Bauen, Finanzen... für alles. Und alle 4 Jahre rühren sie in eine andere Richtung. Der größte Batzen an den Energiepreisen sind Abgaben, um den ausufernden Sozialstaat zu finanzieren und nicht die Energiekosten.
    Ihr hättet vielleicht nicht gerade Baerbock wählen sollen, denn deren Partei sind hohe Preise Mittel zum Zweck. Wenn deren Eß-Minister erstmal die Lebensmittelpreise erhöht, dann kommt der nächste Aufschrei. Energie, Lebensmittel, Bau.. alles wird unbezahlbar.

  8. 5.

    Der Strommarkt bricht nicht wegen dem Marktverhalten zusammen, sondern aufgrund der unkontrollierten politischen Eingriffe.

  9. 4.

    LOL Spaßmacher. Der Staat ist genau der, der Energiepreise und Baukosten in die Höhe treibt (nicht zuletzt durch die CO2 Steuer oder den Zertifikatehandel), weil er überall die Taschen aufhält, um seine Wahlgeschenke zu finanzieren. 2/3 der Energiepreise fließen in die Taschen des Staates.
    Steigt der Ölpreis um 1 Cent, schlägt der Staat nochmal 2 Cent obendrauf und wir zahlen dann 3. Von dem, was wir an der Zapfsäule sehen oder später auf der Betriebskostenabrechnung nimmt sich der Staat 2/3.
    Ohne diesen Selbstbedienungsladen kostete grob gesagt eine KW/h nicht 30 Cent, sondern 10 Cent und ein Liter E10 nicht 1,60 €, sondern ganze 45 Cent.
    Der Staat könnte die Steuern einfrieren, damit diese die Rohstoffpreise nicht zusätzlich verteuern, macht er aber nicht, weil er mitverdienen will.

  10. 3.


    Grundversorgung muss in staatshand!

    Das musste so kommen, am Ende sind wir von Strom abhängig, der von außerhalb kommt, sprich nix mehr autark, schöne grüne politik, Pfui! Grün gewählt, Plan verfehlt!

  11. 2.

    Die Klimaschutzpläne der neuen Bundesregierung könnten zu Mehrkosten von jährlich bis zu 50 Milliarden Euro führen. Davor hat der Präsident des Bunds der Steuerzahler, Reiner Holznagel, gewarnt. "Ich fürchte, auf uns Steuerzahler kommt jährlich ein zweistelliger Milliardenbetrag zu", sagte Holznagel der "Bild"

  12. 1.

    Energieversorgung gehört als Teil der Daseinsvorsorge in Staatshand. So war es auch einmal. Wozu der Wettbewerb auf dem Strommarkt fürt sehen wir jetzt. Das Wechselkarussell bricht zusammen.

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