Folgen des Ukraine-Kriegs - Touristen machen um Polen einen Bogen

Mi 27.04.22 | 15:13 Uhr | Von Magdalena Dercz
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Symbolbild: Die Warschauer Altstadt mit ihrem Schlossplatz. (Quelle: dpa/M. Korb)
Audio: Antenne Brandenburg | 27.04. 2022 | Magdalena Dercz | Bild: dpa/M. Korb

Die Tourismusbranche in Polen hat aufgrund der Pandemie schwere Zeiten hinter sich. Die Lage bleibt angespannt, ausgelöst durch den Ukraine-Krieg. Viele Tourist:innen sind verunsichert, Hotelbuchungen drastisch gesunken. Von Magdalena Dercz

Es ist eine schwierige Aufgabe, die Konrad Guldon von der Polnischen Tourismus-Organisation zu bewältigen hat. Auf der Tourismusmesse in Köln will er für sein Land werben. Das Problem: Viele ausländische Tourist:innen verzichten seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs auf Reisen nach Polen. "Wir haben beobachtet, dass die Zahl der Hotelbuchungen stark gesunken ist", sagt Guldon dem rbb.

Evakuierungspläne im Fall eines Angriffs

60 Prozent der ausländischen Reisebuchungen für den Aufenthalt in Polen wurden nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs storniert, bei Gruppenreisen waren es sogar 90 Prozent.

Das Problem betrifft ganz Polen, unabhängig von der Entfernung zur ukrainischen Grenze, sagt Agnieszka Maszner vom Vorstand der polnischen Hotelkammer: "Wir erhalten ständig Telefonate von potenziellen Gästen aus dem Ausland, die fragen, wie sicher es in Polen ist, ob wir im Fall eines Angriffs auch Zugang zu Bunkern garantieren können. Wir beruhigen, dass jede Gemeinde in Polen Evakuierungspläne hat für den Fall eines Angriffs."

Steigende Energiekosten, hohe Inflation

Auch nach Unterbringungsmöglichkeiten für geflüchtete Ukrainer:innen fragen ausländische Tourist:innen. Fast drei Millionen Ukrainer:innen leben derzeit in Polen, doch nur ganz selten in Hotels. Zu den Preisen gibt es ebenfalls wenig Erfreuliches – steigende Energiekosten und eine hohe Inflation von fast elf Prozent macht es den von der Corona - Pandemie angeschlagenen Hotelunterkünften nahezu unmöglich, Schnäppchen-Angebote zu unterbreiten.

Dennoch wirbt die Tourismusbranche für ihre Attraktionen. Urlaub in Polen sei sicher, meint auch Janusz Rewers, Tourismusbeauftragter im Marschallamt in Zielona Gora: "Wir laden herzlich zum ersten Mai-Wochenende zum Weinberg Festival ein. Ich bin erstaunt über diese Ängste. Wir hier in der Lebuser Woiwodschaft sind Hunderte Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, alles funktioniert einwandfrei", versichert Rewers.

 

Antenne Brandenburg, 27.04.2021, 15:40 Uhr

Beitrag von Magdalena Dercz

6 Kommentare

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  1. 6.

    Hab auch keene Lust auf Urlaub in Polen. Die sind da schon sehr merkwürdig und weltfremd.

  2. 5.

    „Es wird sich zeigen ob V. Putin noch mit einem Teilerfolg, Eroberung des Donbas und Landverbindung zur Krim, aus dem Krieg herauskommt.
    Der Versuch die Ukraine zur Marionette zu machen ist längst gescheitert und verworfen. Nun braucht V. Putin zumindest einen begrenzten Erfolg um dann verkünden zu können genau so und nicht anders wäre es schon immer geplant gewesen.“

    Warum konzentrieren sich die Angriffe der russischen Armee dann nicht auf ebenjene Gebiete und greifen mittlerweile sogar Odessa an, das fernab davon liegt?

    „Es ist sogar möglich das V. Putin versuchen wird auf einen Entspannungskurs zu gehen falls es ihm gelingt die neuen, begrenzteren Kriegsziele zu erreichen.“

    Putins jüngsten Drohungen von Vergeltungsschlägen gegen Länder, die der Ukraine Waffen zur Verteidigung gegen seinen Überfall liefern, sprechen da leider eine ganz andere Sprache …

  3. 4.

    Zitat: ". . . dann sollten einige unserer neunmalklugen Politiker langsam zurücktreten."

    Ja genau, die sollten zurücktreten, sich für die gestiegenen Konsumpreise entschuldigen und bei Putin Abbitte leisten, ne Willam?! Dann wird alles wieder gut.

  4. 3.

    Es wird sich zeigen ob V. Putin noch mit einem Teilerfolg, Eroberung des Donbas und Landverbindung zur Krim, aus dem Krieg herauskommt.
    Der Versuch die Ukraine zur Marionette zu machen ist längst gescheitert und verworfen. Nun braucht V. Putin zumindest einen begrenzten Erfolg um dann verkünden zu können genau so und nicht anders wäre es schon immer geplant gewesen.
    Es ist sogar möglich das V. Putin versuchen wird auf einen Entspannungskurs zu gehen falls es ihm gelingt die neuen, begrenzteren Kriegsziele zu erreichen.
    Nur was tut er wenn das russische Militär sich erneut festfährt ohne seine Ziele zu erreichen und die Verluste stetig anwachsen?

  5. 1.

    Ich mache auch einen großen Bogen um Kriegstreiberstaaten, die uns mit ihrer Eskalation und Kriegsrhetorik vielleicht noch in den 3WK treiben. Seit 2 Monaten liefern wir wie bekloppt Waffen in Milliardenhöhe und das bringt überhaupt nichts. Außer Tote, Leid und Zerstörung. Man kann am Anfang vielleicht ein bisschen tollpatschig sein aber wenn man nach 2 Monaten immer noch nichts gerafft hat, dann sollten einige unserer neunmalklugen Politiker langsam zurücktreten.

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