Erstmals in Berlin-Brandenburg - Wasserstoffzüge sollen Ende 2024 auf Heidekrautbahn fahren

Mo 27.06.22 | 07:25 Uhr
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Wasserstoffzug Heidekrautbahn
Audio: Antenne Brandenburg | 27.06.2022 | | Bild: Siemens Mobility

Wasserstoff statt Diesel: In zwei Jahren sollen die ersten Wasserstoffzüge in der Region Berlin-Brandenburg auf der sogenannten Heidekrautbahn fahren. Dabei soll der Wasserstoff für die Züge direkt in Brandenburg erzeugt werden.

Der Zugverkehr auf der Heidekrautbahn zwischen Berlin-Karow und Groß Schönebeck im Landkreis Barnim soll von Diesel auf Wasserstoff umgestellt werden. Den Auftrag dafür hat nun die Siemens-Tochter Siemens Mobility erhalten. Im Herbst 2024 soll das Unternehmen sieben zweiteilige Wasserstoff-Züge an die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) liefern, die die Strecke betreibt. Ab Dezember 2024 sollen die Züge bereits rollen, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten.

Der Auftrag umfasse auch einen Instandhaltungs- und Ersatzteil-Liefervertrag, hieß es. Wie viel Siemens mit dem Auftrag verdient, wurde zunächst nicht bekannt. Es handle sich um die erste Bahnstrecke in der Region Berlin-Brandenburg, auf der Wasserstoff-Brennstoffzellenzüge eingesetzt werden.

Elektrische Züge sollen mit Wasserstoff aus Brandenburg fahren

"Diese Fahrzeuge lösen 20 Jahre alte Diesel-Fahrzeuge ab", sagte NEB-Vorstand Detlef Bröcker dem rbb. Beim Wasserstoffbetrieb wird laut Bröcker lokal nur Wasserdampf ausgestoßen. Die elektrischen Fahrzeuge sollen mit Brennstoffzellen Strom aus dem Wasserstoff produzieren. Der Wasserstoff selbst soll in Brandenburg erzeugt werden.

Die Wirtschaftlichkeit des Projekts soll schneller als gedacht erreicht werden, da die Energiepreise für Brennstoffe überall steigen, so Bröcker weiter. Es gehe aber auch um den Wunsch der Politik, erneuerbare Energien vor Ort zu erzeugen und dadurch unabhängig von Einkäufen zu werden. Die Umstellung von Diesel auf Wasserstoff soll laut Unternehmensangaben jährlich den CO2-Ausstoß um rund drei Millionen Kilogramm reduzieren und 1,1 Millionen Liter Diesel einsparen.

Hybridkraftwerk und Wasserstofftankstelle werden gebaut

Die Züge des Typs Mireo-Plus-H von Siemens erreichen rund 160 Kilometer pro Stunde. Die Fahrzeuge sollen mit ausreichend Platz für Kinderwagen, Rollstühle und ein Dutzend Fahrräder, Klimaanlagen sowie kostenlosem W-Lan ausgestattet sein. Laut NEB-Vorstand Bröcker seien die elektrischen Züge innen und außen ziemlich leise.

Für die Strecke soll im Rahmen des Pilotprojekts von Bund und Ländern auch ein Hybridkraftwerk und eine Wasserstofftankstelle gebaut werden. Partner des Wasserstoffprojektes sind die uckermärkische Firma Enertrag und der Landkreis Barnim, denn der benötigte Wasserstoff wird in der Region produziert.

Im Einsatz sein werden die Fahrzeuge bis mindestens 2034. Dann läuft der Verkehrsvertrag der NEB aus. Gut möglich aber, dass die Fahrzeuge auch unter einem anderen Unternehmen weiter auf der Strecke fahren werden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 27.06.2022, 7:30 Uhr

Mit Material von Jeanette Bederke

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76 Kommentare

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  1. 76.

    "Die Verbindung von Wasserstoff und Brennstoffzelle ist vor allem auf entlegenen Strecken ohne Oberleitung" genau die Nische, in der H2 Sinn macht. Auf vielen Bahnlinien wird derzeit aber auch unter Draht gedieselt. Damit sind wir wieder bei den 31 Mireo Plus B, die die NEB bereits vergangenen Herbst bestellt hat.

  2. 75.

    Mea Culpa! Ich haben an die realen Abbauländer von Li gedacht. Mittelamerika spielt das keine Rolle. Insofern ist Ihr Einwand dann noch unsinniger.

  3. 74.

    Die 114 TWh entsprechen in etwas der die Windenergie erzeugten Strommenge. 6 TWh Windenergie werden abgeregelt. Das Verhältnis zeigt klar auf, dass eben nur wenige WKA stillstehen.

  4. 73.

    „Das Brandrisiko bei Erdgasfahrzeugen ist nicht erhöht. Auch bei Unfällen verhält sich das Gasmodell kaum anders als die Standard-Version“, schrieb der ADAC bereits. Erdgas besteht großteils aus Methan und ist leichter als Luft. Falls doch einmal Gas austritt, verflüchtigt sich dieses schnell – im Gegensatz zu einem Benzin-Luftgemisch, das länger in Bodennähe verbleibt. Die Tanks der Gasautos haben Überdruckventile, durch die bei einem Brand kontrolliert Gas entweichen kann. Der ADAC empfiehlt eine regelmäßige Überprüfung der Tanks. Wasserstoff spielt in der Praxis noch kaum eine Rolle, wird aber aus sicherheitstechnischer Sicht ähnlich eingestuft wie Erdgas. Wasserstoff ist zwar explosiv, als leichtestes Element aber auch extrem flüchtig.

  5. 72.

    "Ihre Prognose für Liebenwalde?"
    Was wollen Sie hören?
    Da ich mich an Fakten halte, kann ich nicht helfen.
    Wenn das Unterholz und die bodennahe Vegetation abgebrannt ist, könnte es Spontanwuchs geben.
    Aber auf die Flächen wird keiner gehen.
    Und wenn denn die Fläche bewachsen und der Munitionsbestand großer Hitze ausgesetzt und damit einer massiven physischen Beanspruchung unterlag, ist das Beräumen wohl fast unmöglich.

  6. 71.

    Das erklärt wenigstens im Ansatz Ihren Hass auf alles US-Amerikanische, der dabei auch Ihren Blick für das Geschehen rund um elektrische Antriebe sieht den Ihrer aktiven Zeit in den 70ern trübt. Geflissentlich sehen Sie auch über die Beschaffung von 31 batterieelektrischen Zügen der NEB hinweg, sondern versuchen mal wieder von Ihren ideologisch geprägten Irrtümern abzulenken
    https://www.rbb24.de/studiofrankfurt/panorama/2021/11/neb-vbb-batterieelektrische-zuege-bestellung-ostbrandenburg.html

    Und zum Spargel:
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/jubilaeum-wie-der-spargel-zur-waehrung-wurde/3946630.html

  7. 70.

    "Ihre Prognose für Liebenwalde?"
    Was wollen Sie hören?
    Da ich mich an Fakten halte, kann ich nicht helfen.
    Wenn das Unterholz und die bodennahe Vegetation abgebrannt ist, könnte es Spontanwuchs geben.
    Aber auf die Flächen wird keiner gehen.
    Und wenn denn die Fläche bewachsen und der Munitionsbestand großer Hitze ausgesetzt und damit einer massiven physischen Beanspruchung unterlag, ist das Beräumen wohl fast unmöglich.

  8. 69.

    "absoluten Abregelungsmengen [...] 6.146 GWh [...] 67 Prozent der Ausfallarbeit bleibt Windenergie an Land der am meisten abgeregelte Energieträger,"
    Und hier haben Sie richtig verhauen:
    "Jetzt folgt höhere Mathematik: (0,67+0,20)x6,146=5,9 entspricht rd. 6."
    67% von 6.146 GWH sind: 4117,82 GWH
    Mathe Dreisatz. Was sie mit ihren 0,20 wollen, ist mir schleierhaft.
    Wobei das vollkommen egal ist.
    67% der abgeregelten Leistung gehen auf 23% der Leistungserbringer.
    Darum stehen die Mühlen still. Das ist die Aussage und zu der stehe ich.

    Ihre 114 TWH haben Sie noch immer nicht erläutert.
    Seien Sie einfach ehrlich und versuchen nicht mit Taschenspielertricks ihre Interpretation durchzudrücken.

  9. 68.

    Bitte? Sie sagen das Sie den Kommentar von Brandenburger verstanden haben, ich frage nach und kriege die Antwort ich soll mich selber kümmern. Genau das versuche ich doch.
    Ich weiß nicht wer Herr Brandenburger ist und was er in den 70ern gemacht hat. Das soll er doch mal auf den Tisch legen. Bislang bin ich derjenige der in eine Schublade "Teslajünger" gelegt wurde, was völliger Blödsinn ist.
    Und jetzt unterstellen Sie mir noch Frust? Ich habe höflich aber gezielt, um Aufklärung eines fachlich inhaltlosen Kommentars gebeten. Mehr nicht. Was Sie gelesen haben, weiß ich nicht.
    Da es mich interessiert, wiederhole ich die Frage.
    Was hat Herr Brandenburger in den 70ern erforscht und was ist davon in der Schublade verschwunden?
    Google gibt bei 70er Jahre und Brandenburger ausser ein paar Hitkollektionen und Bilder vom Plattenbau nicht all zu viel zurück.

  10. 67.

    Es gab bestimmt auch ein Patent auf Dederon. Nur hat man vom Brennstoffzellenprototypen des Brandenburgers nichts gehört. Ich bezweifle, dass Gerd Dudenhöffer dazu weiterhelfen kann, warum der in den 70gern keinen Einzug in den Fahrzeugbau der DDR gefunden hatte, sondern auch nach der Wende streng geheim geblieben ist. Stoff für Erzählungen findet der hier aber bestimmt.

  11. 66.

    Sie meinten dass hier?

    "In blindem Hass auf alles was mal Osten war, wird auch nach 30 Jahren noch diffamiert. Meist gab es mal irgendein traumatisches Erlebnis, dass noch nicht verarbeitet ist. Das ist gefährlich, da es zur Spaltung der Gesellschaft beiträgt. Als ob es mit extremistischen Parteien nicht schon genug Probleme gibt."

    Na darüber sind wir doch erhaben. Wir wissen doch woher es kommt.
    Ihrem Kommentar 34 kann man nur zustimmen. Das der Frankfurter deshalb eingeschnappt ist versteh ich nicht aber die "beleidigte Leberwurst" zu spielen scheint ja mittlerweile modern zu sein.

  12. 65.

    Lassen Sie es gut sein.
    Was ich will habe ich von Anfang an gesagt.
    " Deren Elektrifizierung rechnet sich meist nicht bei solch dünnen Zugfolgen leichter Triebwagen."
    Die Info ist gut und hätte ich gern früher gehabt, anstelle von sarkastisch anmutenden Fragen. #Diesel
    Und mit der Hindenburg, VW und Propan habe ich nicht argumentiert sonder veranschaulicht, was ich meine. #Peng

  13. 64.

    Da der Unterschied zwischen Mittelamerika und Südamerika offensichtlich nicht bekannt ist - googeln sie doch einfach mal wieder, bevor sie sich noch lächerlicher machen.
    Neumann, Ich habe noch nie etwas vergleichbares wie sie erlebt. Sie zerstören mit ihrer Art jegliche Kultur und man sollte auf ihre primitiven Pöbeleien gar nicht reagieren. Sie kriegen einfach nicht mit, wenn es genug ist.

  14. 63.

    "Die Gewinnung von Lithium ist nirgendwo unproblematisch." Da hätte ich den Vorschlag der Bergakademie zum Abbau von Zinnwaldit in die Runde zu werfen (https://tu-freiberg.de/presse/das-zinnwald-lithium-projekt-aktueller-stand-und-kuenftige-entwicklung).

  15. 62.

    Nachtrag:
    Aus einem Artikel des SWR:
    "Die Verbindung von Wasserstoff und Brennstoffzelle ist vor allem auf entlegenen Strecken ohne Oberleitung interessant" - "Für den elektrischen Bahnbetrieb an Oberleitungen seien Brennstoffzellen eher keine Konkurrenz, weil sie weniger effizient sind."
    Link: www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/wasserstoffzug-coradia-ilint-100.html
    Und SIEMENS gibt an:
    "Der Mireo Plus H bringt alles mit, was Sie für die Unabhängigkeit von einer Oberleitung brauchen: Einen optimal dimensionierten und sicheren Wasserstofftank..."
    Link: www.mobility.siemens.com/global/de/portfolio/schiene/storys/der-mireo-plus-h-umweltfreundlich-fahren-ohne-emissionen.html
    Klingt Alles sehr gut : )

  16. 61.

    Sorry, ist nicht meine Einflugsschneise! Wenn es so ist, dann sollte es ja gut sein. Und Ihre Prognose für Liebenwalde?

  17. 60.

    Wessen Wissen über Batterien ähnlich alt ist wie die eigene Lehre aus den 70ern zur Brennstoffzelle, hat natürlich noch nichts davon gehört, dass in Kürze NA-Batterien für E-Auto serienreif sein sollen. CATL hat sich dabei bisher nicht als Schaumschläger hervorgetan, sondern als ernsthafter Marktteilnehmer.

  18. 59.

    Ich dachte immer, dass die Generation "Google-Wissen" unter 20 ist. Jetzt outen sich schon alte Rentner.
    Und was können sie persönlich zum Thema beisteuern? So wie bei ihrer Hausmarke "Tesla" - nichts? Was wollen sie denn eigentlich wurden sie in #48 gefragt. Wie wahr.

  19. 58.

    Wer hier mit der Hindenburg argumentiert, zeigt eher unglaubliche Ahnungslosigkeit. Allein schon der Hinweis auf ein Propangasleck in einem geschlossenen Gebäude spricht für sich die gleichen Bände. Zu Nebenbahnen können Sie sich gerne auch selber im Neuland auf die Suche begeben. Deren Elektrifizierung rechnet sich meist nicht bei solch dünnen Zugfolgen leichter Triebwagen.

  20. 57.

    Kinderarbeit in Südamerika bei der Lithiumgewinnung? Mein Ironiedetektor geht auf Anschlag.

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