Tesla beginnt Waldrodung in Grünheide (Quelle: rbb)
Video: Brandenburg aktuell | 13.02.2020 | Phil Beng | Bild: rbb

Genehmigung des Umweltamts - Tesla beginnt zweiwöchige Waldrodung in Grünheide

Kaum hatte das Umweltamt grünes Licht gegeben, fielen die erste Bäume auf dem Areal des künftigen Tesla-Betriebsgeländes in Grünheide. Das Ministerium machte deutlich, dass Tesla "auf eigenes Risiko" loslegen dürfe - weil eine wichtige Genehmigung noch aussteht.

Die Rodung des Waldes auf dem Tesla-Gelände in Grünheide (Oder-Spree) wird voraussichtlich bis Ende Februar dauern. Nach Angaben der Staatskanzlei fällt ein Bauunternehmen im Auftrag von Tesla derzeit mit 29 Harvestern und sechs so genannten Rückern die Bäume. Die Firma rechnet damit, die 90 Hektar innerhalb der kommenden beiden Wochen komplett zu roden.

Damit lägen sie innerhalb der Frist vor dem 1. März. Die Baumstümpfe können auch noch nach diesem Datum aus dem Erdreich entfernt werden. Tesla kümmert sich später um den Verkauf des geschlagenen Holzes und erhält auch den Erlös.

Waldarbeiter hatten am Donnerstagabend in Grünheide damit begonnen, die Bäume zu fällen. Das Landesamt für Umwelt in Brandenburg hatte zuvor die Zulassung für einen vorzeitigen Beginn der Rodung erteilt, obwohl es für den Bau des Tesla-Werks noch keine Genehmigung gibt. Nach rbb-Informationen begannen die Arbeiten am frühen Abend, unmittelbar nachdem das Landesumweltamt grünes Licht für die Rodung gegeben hatte.  

Konkret hat Tesla dem Umweltministerium zufolge die Erlaubnis für bauvorbereitende Maßnahmen. Dazu gehören das Anlegen von Baustraßen zum betroffenen Gebiet nach Paragraf 8 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes.

Umweltrechtliche Genehmigung steht noch aus

Weil eine umweltrechtliche Genehmigung für den Bau aber noch nicht erteilt wurde, erklärte Frauke Zelt, Sprecherin des Brandenburger Umweltministeriums am Donnerstag, Tesla dürfe "auf eigenes Risiko" mit den Arbeiten anfangen. Sollte die Genehmigung am Ende nicht erteilt werden, müsse Tesla den ursprünglichen Zustand wiederherstellen. Außerdem betonte sie, dass die Entscheidung des Landesumweltamts zugunsten einer vorzeitigen Rodung keine Vorwegnahme der umweltrechtlichen Genehmigung sei. "Das Genehmigungsverfahren läuft weiter; und es besteht noch zum 5. März die Möglichkeit, Einwendungen gegen das Vorhaben zu erheben", hieß es.

Fest steht, dass Tesla auf jeden Fall Ersatzflächen aufforsten muss. "Es sind zahlreiche Auflagen zum Schutz der Umwelt und der Bevölkerung festgelegt, die während der Arbeiten einzuhalten sind", teilte Ministeriumssprecherin Zelt mit. So erteilte die Behörde auch Auflagen zum Schutz von Umwelt und Einwohnern, etwa beim zulässigen Lärm sowie beim Boden und Grundwasser, da sich das Gelände teilweise in einer Trinkwasserschutzzone befindet. Die Betankung von Fahrzeugen beispielsweise darf nur außerhalb des Geländes erfolgen.

Ebenfalls noch nicht abgeschlossen ist laut Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (Grüne) die Wertermittlung für das Grundstück - damit steht auch der endgültige Kaufpreis für das Areal noch nicht fest.

Kreistag diskutiert Ausbau des ÖPNV

In der künftigen Tesla-Fabrik ist ein Dreischichtbetrieb mit bis zu 12.000 Angestellten geplant. Sowohl das Problem der fehlenden ÖPNV Verbindungen als auch das der Straßenüberlastung könnten durch die geplante Tesla-Ansiedlung verschärft werden. Der Kreistag des Landkreises Oder-Spree hat am Mittwoch in Beeskow beschlossen, den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Landkreis grundlegend zu reformieren. "Wir müssen aufpassen, dass wir hier nicht von der Zeit überholt werden", sagte etwa der SPD Abgeordnete Matthias Papendieck.

Derzeit wird diskutiert, Wohnungsmöglichkeiten für die zukünftigen Tesla-Mitarbeiter vor Ort zu schaffen. Auch die Ausweisung von mehr Gewerbegebieten für die erwartete Zulieferindustrie wird diskutiert, wie Sascha Gehm, stellvertetender Landrat in Oder-Spree sagte.

Sendung: Inforadio, 13.02.2020, 19.00 Uhr

Kommentar

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40 Kommentare

  1. 40.

    Es werden doch auch genügend Angestellte in den Büros von Tesla gesucht, die benötigen auch eine gute Bildung. Und die Hochschule Wildau ist auch nicht soweit von Tesla entfernt. Die Arbeiten garantiert dann auch zusammen. Ich glaube an das Unternehmen Tesla in Brandenburg. Und andere Betriebe, müssen auch höhere Löhne und Gehälter zahlen, sonst gehen die Mitarbeiter zu Tesla.

  2. 39.

    Geben Sie ihren Kindern die Chance durch höhere Bildung nicht das Schicksal eines Teslamitarbeiters in 3 Schichten ertragen zu müssen.

  3. 38.

    Die Zukunft meiner Kinder, sehe ich eher bei Tesla oder einem seiner Zulieferer und nicht in diese 3 Quadratkilometer Nutzwald, die dafür gerodet werden. Und hätte sich dort vor vielen Jahren, schon BMW angesiedelt, wäre die Holzplantage schon lange Geschichte. Die Wasseraufbereitung und Wassererentnahme ist technisch machbar und für mich daher kein Thema. Die Oder-Spree-Region, hat seit der Wende tausende Einwohner verloren. Mussten die auch gehen, weil Wasser gefehlt hat, oder zu wenig Wald da war ? Nein, Sie sind wegen fehlender Arbeitsplätze weggegangen. Aber, darüber brauchen Wir beide nicht streiten. Die Naturschützer, haben ihre angestellten Anwälte und die blockieren ja jetzt schon den Bau derTesla-fabrik und damit die Schaffung tausender neuer Arbeitsplätze ! Viele Grüße aus Erkner.

  4. 37.

    Als zugezogener Bürger haben Sie nun die Chance ein echter Erkneraner zu werden. Ich bin einer. Bin auch hausbauinvolviert. Fenster sind fast nur aus Kunststoff und der Dachstuhl aus Fichte. Ehe das Holz abgelagert ist vergeht einige Zeit und dieses Holz auf dem Markt wird eher Peanuts sein. Wenn Sie die Zukunft ihrer Kinder bei Tesla sehen tun mir die Kinder leid.

  5. 36.

    Nun mal sachlich, Herr Neumann, der Alfred. Gestern bekam ich die neueste POSSLING-Werbung in den Briefkasten gesteckt. Ganz vorn; Titelbild- sieht man Krüppelkiefern aus der Uckermarkt; noch unabgesägt. Innen dann der Text über Berlins Fußbodendielen. Eben-aus Brandenburg. Sollten Sie Hinterhausbewohner sein trampeln Sie schon jahrelang auf ein Stück Brandenburg rum. Seien Sie dankbarer.

  6. 35.

    Wo ist denn das Problem ? Tesla sorgt doch schon für neues Bauholz. Gut für alle Häuslebauer, Holzpreise werden sinken. Und durch die neue Fabrik, gibt es für meine Kinder später, genügend Arbeitsplätze in der Oder-Spree-Region. Unser Hausbau hier, war eine sehr gute Entscheidung. Alles da: BER, Hochschule Wildau, Tesla-Ansiedlung. Wir bleiben gerne hier wohnen, Danke Tesla, Danke Elon Musk.

  7. 34.

    Die von Ihnen beobachteten Buchen, auf die ich mich bezogen hatte, sind allerdings eine andere Baumart als die Krüppelkiefern, die dort gerade eingeschlagen werden. Die wurden als billige Spanplattenmöbel vor Jahrzehnten noch gerne exportiert.

  8. 33.

    Aber die märkische Kiefer war früher ein begehrter Baustoff-als Fußboden in den Berliner Hinterhäusern auch noch heute erhalten. Die "vornehmen" Fronthäuser hatten ja oft Parkettfußboden. Ich wende mich an all die Verächter der "Spargelstämme" aus magerer märkicher Erde.

  9. 31.

    Die Antwort finden Sie hier:
    http://fpb.de/archiv/pdf_e_book/1301_bebauungsplan_freinbrink_13_e.pdf
    Sie sind mit Ihrem Einwand zwanzig Jahre zu spät gekommen.

    Bei 92 ha von rd. 1.100.000 ha soll es in der Tat nicht bleiben Es werden insgesamt rd. 150 ha gerodet.

  10. 30.

    Da geht Tesla ein sehr großes Risiko ein. Großprojekte in Brandenburg - ein eigenes Kapitel. Ob das Elon Musk alles bedacht hat ???

  11. 29.

    Sechs Spuren waren hier teuer genug; dazu die Überquerungsbrücken: Abriss und Erneuerung. Aber: Immer wieder gibt es Sperrungen durch Unfälle etc. Vor einiger Zeit war hier fast zu; da brannte es nach Schweißarbeiten auf ganzer Breite. ( Lärmschutzmatten am Brückenanschluss ) Es war fast Notstand.

  12. 28.

    Seit wann gibt es den Kiefernwald und seit wann gibt es Spanplatten ? Hier bei uns fahre ich an Buchen vorbei; re u. li. am Waldwegrand und dahinter Kiefern u. ab und an eine Eiche.

  13. 27.

    Die Wald - Nutzplantage, liegt direkt an der östlichen Bundesautobahn A10 unweit von Berlin und nicht mitten im Brasilianischen Regenwald. Der komplette Berliner Ring, wird in einigen Jahren mindestens 6 spurig ausgebaut sein. Wo soll denn Tesla noch angesiedelt werden ? In Angermünde, in Kuhhorst in der Prignitz, in Senftenberg am Senftenberger See ?

  14. 26.

    Diese Informationen sind in den Unterlagen zu finden die Tesla in der Gemeinde Grünheide verfügbar gestellt hat:

    https://twitter.com/Gf4Tesla/status/1228218855052341249/photo/1

  15. 25.

    "Deutschland versucht sich zu wehren mit unfairen mitteln wie Förderung nur bis 40 Tausend Euro, der Tesla kostet über 40-Tausend." Die Fördergrenze gilt für die Nettopreise. Die Basisversion des Model 3 liegt mit gut 37.000 € netto noch darunter. Damit sind auch die anderen Version auch nach frisch geänderter Regelung voll mit 6.000 € förderfähig, nach alter Regelung waren es nur 4.000 €. Selbst für das Modell Y würde es noch 5.000 € Förderung geben. Die Obergrenze liegt bei 65.000 € Netto-Listenpreis.

  16. 24.

    Meine Kommentare scheinen es nicht durch die Gesichtskontrolle beim RBB zu schaffen. Nochmal...es gibt in Brandenburg genug trockene und verödete Flächen. Warum muss aus einer der letzten zusammenhängenden Waldflächen Brandenburgs eine Industrieregion geschaffen werden? Es bleibt nicht bei 92! Ha Wald. Die komplette Infrastruktur für 12000 Mitarbeiter muss geschaffen werden. Wie viel dann noch von der Region Grünheide übrig bleibt.... ? Und wohin wollen sie denn die Ameisen und alle anderen Umsiedeln? Auf ausgetrocknete Brachflächen?

  17. 23.

    Tesla soll endlich anfangen zu bauen, sonst hat Tesla, bald genug von deutscher Bürokratie und geht hinter die Grenze nach Polen. Kiefernwald, Wasser, Fledermäuse, Ameisen, Wölfe, Biber, Bayerische Vereine, Anwohner, Kleingärten, polnische Gastarbeiter, Kampfmittel, Schonzeit der Rebhühner, usw., usf.. Und noch der NABU, der BUND, die Grünen und die AFD und dazu die ganzen Bürgerinitiativen.

  18. 22.

    Dieser Monokulturwald aus Fichten ist doch als Material für ein Spanplatten werk gepflanzt worden. Also stand Abholzung schon bei Pflanzen fest. Und als BMW dort bauen wollte, wo war da der Verein aus Bayern?

  19. 21.

    Richtig.
    Endlich geht es los. Das einzige Unternehmen, das ein Gesamtkonzept für umweltverträgliche Mobilität vorweisen kann.
    -Solartechnik für Privatdächer
    -Speichertechnik in Form von stationären Akkus.
    -Ein Netz von Ladestationen.
    -Derzeit einziges brauchbares Fahrzeug mit Leistung und Reichweite in Kombination.
    Deutschland versucht sich zu wehren mit unfairen mitteln wie Förderung nur bis 40 Tausend Euro, der Tesla kostet über 40-Tausend. In Brandenburg regt man sich allen Ernstes darüber auf, dass der Personalchef in der Ausschreibung auch Polnischkenntnisse haben sollte.
    Dann immer diese Fledermaus und der unwiederbringlich zerstörte Wald.
    Dann soll alles mit Ökostrom realisiert werden.
    Es ist einfach nicht auszuhalten.
    Baut endlich, bevor die Firma es sich anders überlegt und die Fabrik nach Polen verlegt wird.

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