Tesla Baustand 06.11.20
Audio: Antenne Brandenburg | 06.11.2020 | Larissa Mass | Bild: rbb /Philip Barnstorf

Gigafactory Grünheide - Ambitionierter Zeitplan für Tesla-Fabrik könnte scheitern

Ist Elon Musk in Grünheide, um seinen Fabrikbau wieder in die Spur zu bringen? Unterlagen, die dem rbb zugespielt wurden, lassen das vermuten: Demnach droht sich der Bau der Elektroautofabrik zu verzögern. Von Philip Barnstorf

 

Elon Musk dürfte nicht nur wegen Bewerbungsgesprächen in Grünheide sein. Weil Genehmigungsverfahren seit Wochen langsamer laufen, als Tesla sich das vorgestellt hatte, könnte sich der Bau der Elektroautofabrik verlangsamen. Das geht aus Antragsunterlagen Teslas hervor, die dem rbb vorliegen.

Weil die finale Genehmigung erst im Dezember erwartet wird, baut Tesla bisher nur mit vorzeitigen Genehmigungen für jeweils einzelne Bauschritte. Schon im September hatte Tesla eine solche Genehmigung für die Montage von Teilen der Lackiererei und die Rodung von circa 100 Hektar Kiefernforst beantragt.

Lackiererei sollte schon längst stehen

Aus den Antragsunterlagen geht hervor, dass Tesla ursprünglich plante, ab dem 1. Oktober die Lackiererei zu installieren. Ab dem 23. Oktober sollten die Kiefern fallen. Beides ist bisher nicht passiert, weil das Landesumweltamt die Maßnahmen nicht genehmigt hat. Eine Sprecherin teilte dem rbb auf Anfrage mit, die Prüfung der Unterlagen dauere noch an, weil das Amt auch viele Anträge und Hinweise vom Erörterungstermin berücksichtige.

Aber vor allem die Verzögerung bei der Lackiererei scheint Teslas ambitionierten Zeitplan zu gefährden. Eigentlich ist geplant, dass schon ab Juli 2021 die ersten Teslas in Grünheide vom Band rollen sollen: "Die Errichtung dieser Anlagenteile liegt auf dem kritischen Pfad sowohl des Bauterminplans als auch des Gesamtterminplans", schrieb Tesla Ende September ans Landesumweltamt, "Ein Verzug dieser Anlageninstallationen würde zu einem entsprechenden Verzug des Gesamtprojekts führen."

Verzögerung durch Erörterungstermin

In dem Schreiben bittet Tesla das Amt darum, die Montage der Lackiererei unabhängig von den Rodungen einzeln zu genehmigen. Dadurch sollte Zeit gespart werden, nachdem der Erörterungstermin in Erkner unerwartet lange gedauert hatte. Unterzeichnet hat den Brief der damalige Tesla-Bauleiter Evan Horetzky. Er wurde inzwischen entlassen. Ob ihm wegen der Verzögerung gekündigt wurde, hat Tesla bisher auf Nachfrage nicht beantwortet. Aus Kreisen, die Tesla nahe stehen, hieß es aber, dass der Zeitplan mit dem Produktionsstart im Juli 2021 nicht gefährdet sei.

Sendung: Antenne Brandenburg, 06.11.2020, 13:30

Beitrag von Philip Barnstorf

22 Kommentare

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  1. 22.

    Windräder hatten wir mal; sind aber alle abmontiert. Chinesischer Strom ist bestimmt so ähnlich wie der aus Polen ? Oder ?
    Sie haben noch nie die Sauerei der Batterierohstoffgewinnung und die Fertigung unter die CO2-Lupe gelegt. Man baut für wenige Jahre hier so ein Monstrum in heiler Natur. Wie will man Straßen und die gesamte Laderei so ökologisch gestalten, entwickeln wie derzeit schon für sparsame Verbrenner vorhanden ? Was kommt unterm Strich bei raus ? Wann verschwinden die Stinkefrachtschiffe auf den Meeren ? Wozu braucht man großkotzige Flughäfen ? Was hätte denn alles eine Zukunft auf der schon so strapazierten Erde ? Beweisen sie ihre Lernfähigkeit durch korrekte Aussagen. Haben sie schon mal über eine Zukunft ohne Waffen nachgedacht ? Was soll die Rüsterei ? Wer verhindert den Abbau ?

  2. 21.

    Sie wollen sich nichts vorschreiben lassen, wollen aber anderen Vorschriften machen. Schließt das den Gesetzgeber ein?

  3. 20.

    Was sollen schon wieder diese offenen Lügen von KEINER Bürgerbeteiligung? Es gab mehr als 400 Einwände gegen das Vorhaben, welche im September auch komplett besprochen wurden, wobei die "Umweltschützer" fast 2 Tage mit Verfahrensfragen und Misstrauensanträgen vertrollt haben. Keiner dieser Einwände stellt laut Umweltministerium das Projekt grundsätzlich infrage. Die Einwände werden zur Zeit beantwortet und mit zusätzlichen Auflagen an Tesla wird das Projekt wasserdicht gemacht.
    Meine Prognose: Bis Jahresende steht der Rohbau. Die finale Baugenehmigung kommt spätestens im Januar und dann beginnt auch die Erstellung der Verkehrsanbindung mit dem Fällen der Bäume.

  4. 19.

    Die VDI-Studie, erstellt von einem Prof. für Verbrennungskraftmaschinen kenne ich längst und auch die Reaktionen darauf. Es wird sich darin u,a, auf Sinn bezogen, dessen Studie völlig fehlerhaft und überholt ist. Auch wurde von einem veralteten Stand der Technik mit NMC111-Akkus ausgegangen, die mit chinesischem Strom hergestellt werden. 'Nen Verbrenner-Stammtischler kann man damit beeindrucken, die Realität sind aber anders aus. Den Verbrauch eines Mittelklasse-BEV dem eine Kleinst-ICE gegenüber zu stellen, führte schon Anfang 2019 zu S(!)inn-losen Ergebnissen. PtX aus EE wird angesetzt (Wie viele Windräder kann man in Rüdersdorf aufstellen?), das BEV aber mit unrealistisch hohem Anteil fossilem Strom geladen und und und. Der Verbrenner ist nach 300.000 km komplett schrott, die Traktionsbatterie hat bekanntlich ein Second-Life. Und und und.

    Brandenburger haben des schneller Geldes wegen hier einen beliebigen Nutzforst angelegt. S. auch #15 Ich bin lernfähig. Sie auch? Wohl nicht!

  5. 18.

    Herr Tesla-Neumann, lesen sie mal was Deutsche Wirtschafs Nachrichten zu vermelden hat: VDI-Ingenieure machen da einen Vergleich von hochwertigen Verbrennern und Batterieautos. Danach dürfen sie dann hier-aber sachlich-darüber Worte verlieren. Aber---wenn das so weiter geht mit corona und Folgen kommt erst mal eine tiefe Senke; wer kauft sich dann einen Tesla ? Aber kommt nicht auf die Idee Wald abzuschlachten um auf Halde produzieren zu können. ( Parkflächen gemeint ).

  6. 17.

    In was für einer Welt leben sie denn. Übrigens wieviele Fahrräder stehen blöd rum. Es sind tausende. Wenn wir zu blöd sind ein Fahrzeugwerk errichten zu lassen in Brandenburg dann lecken sich andere Bundesländer oder Europäische Nachbarn die Hände das dort das Werk errichtet wird . Sie können das nicht aufhalten. Außerdem wurde über das Arbeitsamt Frankfurt Oder bekannt was Tesla für Gehälter oder Löhne zahlen möchte. Dafür müssten sich andere Unternehmen schämen in der Region.

  7. 16.

    Jetzt hat der A.N. auf Dauerfeuer gestellt; haha, 100 sec. LEBEN auf inforadio klingt viel lustiger. So ein Batterieauto wird immer ein Pestling bleiben, das liegt an der Gesamtheit der Batterieproduktion. Da ist ja keine Kiste mit grünen Erbsen eingebaut. Erkner ist meine alte Heimat und von niemanden lasse ich mir da etwas vorschreiben. Allzuoft fahre ich aber mit dem 950-er Bus. Da in Nähe der Löcknitz ist alles GIGA was nicht Wohnhaus* heißt. ( Kitas, Schulen incl.* ) Ein Berliner sollte sich um seine Stadt kümmern und uns hier nicht bevormunden. Habe schon mal geschrieben, dass ich Rindenmulch nicht in leere Zuckertüten umfülle; 3-4 Sack-rein ins Auto. So macht man das überall. Heute habe ich auf inforadio wieder gehört, dass man bis zu 70 cent für 1kwh an der Säule verlangt. Die Teslaklebebandautos retten nichts; die schaden nur.

  8. 15.

    Dass deren Autos unverkäuflich sind, hatte man schon mit der Einführung des Model S geglaubt, ich damals aus. Der weitere Verlauf der Entwicklung erinnert aber eher an Amazon den an eine Pleitefirma. Absatzproblem hat Tesla ebenso wie andere E-Auto-Hersteller anders als die Verbrennerpoduzenten und deren Zulieferer aber nicht.

  9. 14.

    "Umweltkatastrophe"? Bitte endlich Belege! Gerade Sie als Gegner der Energiewende weichen immer wieder Nachfragen zu Ihren übertriebenen Behauptungen aus, da die bestenfalls nicht nachprüfbar sind oder sich regelmäßig sogar als falsch herausstellen, was Sie aber nicht daran hindert, die ständig zu wiederholen. Es sei nur an Ihre Coronella Phantastica erinnert. Offen ist u.a. auch Ihre Definition der "Region Grünheide" wie Sie auch die Behauptung zum angeblich erforderlichen Raumordnungsverfahren nicht belegen wollten. Sie verweisen gerne auf Alternativstandortorte und entkräften damit immer wieder die meisten Ihrer Behauptungen selber und halten diese "giga" 300 ha von 750.000 ha Kiefernmonokultur anders als die Naturschutzverbände für angeblich ökologisch besonders wertvoll.

  10. 13.

    Beim BER waren im nachhinein aber die meisten ganz froh, dass in der Bauaufsicht Leute saßen, die den A.... in der Hose hatten, sich dem Druck von Land, Bund und Projektmanagement nicht zu beugen.

  11. 12.

    Wie das geschehen könnte? Mit vollen Hosen kann man nicht überlegen.

  12. 11.

    Es war in der Tat lange klar, dass dieses Industriegebiet in einem WSG liegt. Die Gemeinde Grünheide hat sich bei den öffentlichen Anhörungen zur Wasserverordnung ab 2014 dazu positioniert, dass das für eine Autofabrik überplante Gebiet weiterhin so genutzt werden darf. Das scheint nach einen Jahr Diskussion über die Tesla-Fabrik viele immer noch zu überraschen.

    Die Behörden müssen nach Recht und Gesetz agieren und sich nicht dem politischen Druck beugen, den manche auch hier in den Kommentaren versuchen auszuüben. Vielen, die das hier machen, geht es weniger um den Standort an sich, sondern um die Energiewende mit Elektroautos als ein Baustein davon, die die ablehnen. Die entblöden sich dabei oft nicht, irgendwelche Tiere zu erfinden oder 300 ha als "giga" dazustellen und 750.000 ha klein zu schreiben. Den extrem hohen privaten Wasserverbrauch im WSE-Bereich halten die für normal. führen den aber gegen Tesla an etc. Als ob der andernorts kleiner wäre.

  13. 10.

    Warum sollte Tesla schneller bauen als der BER. Wenn das Werk fertig ist wird man feststellen, das die Fahrzeuge kaum zu verkaufen sind.

  14. 9.

    "Batteriepestlinge"? "US-Firma"? Wieder zeigt sich, worum es Ihnen immer nur geht. Sie lehnen BEV und die USA ab per se ab und führen Pseudo-Argumente an wie, dass man damit nicht bei -20° non-stop an die Ostsee fahren könne. Deutsche Ing. und Fabriken in WSG hatten Sie lobend erwähnt, fahren aber ein asiatisches Auto, welches mit Frachtschiffen um die Weltmeere gekarrt wurde. Solche Schiffe halten Sie aber für das größere Übel wie Ihre CO2-Schleuder. Sie halten die Fahne des Umweltschutzes hoch, MIVen aber in das Ihnen zu oft zugestaute Erkener anstelle anstelle mit der Tram88 zu nächsten Supermarkt zu fahren. Sie erwarteten eine schlechte Bezahlung, sind aber gerne Amazon-Kunde. Die bauen die Luftfrachtflotte aus und haben unzählige LKW im Einsatz, damit Sie schnell beliefert werden können. Zum Baumarkt MIVen Sie aber. Tesla soll woanders bauen. NIMBYs wie Sie denken nur an sich persönlich. Wasserverbrauch und Eisenbahn in "Ihrer Heimat" kennen Sie nicht, die Planer schon.

  15. 8.

    Eine vernünftige Planung im Zusammenhang mit einem realistischen Zeitplan hätte diese Umweltkatastrophe verhindert. Aber nein, alles nach dem Willen unserer Politiker, die sich von Musk vor den Karren spannen lassen. Absolut fehlende Transparenz sowie KEINE Beteiligung der Bevölkerung. Nach einer fast Fertigstellung der Fabrik braucht auch kein Erörterungstermin mehr durchgeführt werden, bei dem sowieso die Fragen in keinster Weise beantwortet wurden. Das zeigt nur, dass überhaupt nichts rechtmäßig abgelaufen ist. Die angebliche Wiederherstellung des Ursprünglichen Zustandes ist auch nur so eine Beruhigungspille. Bin gespannt wie einhundert Jahre alte Bäume wieder hingestellt werden...

  16. 7.

    @1+3: Die Behörden handeln richtig. Sie müssen gründlich und ausführlich prüfen, bevor sie was genehmigen. Auf die Schnelligkeit kommt es nicht an. Es gibt genug Autos, die auf Geh+Radwegen+Busspuren rumstehen und so den Verkehr behindern. Die Arbeitskräfte werden schon früh genug für diesen Quatsch vergeudet. Bus+Bahn würden sie dringender brauchen.

  17. 6.

    Erst mal richtig; dort baut man keine Autofabrik; schon lange keine US-Firma, die immer mehr Wald vernichten will um immer mehr produzieren zu können. Wer hat nach corona und Folgen überhaupt die Mittel um die Batteriepestlinge so teuer kaufen zu können ? Kürzlich war die A-12 wieder Unfallschwerpunkt; die A-10 ist bestimmt auch bald wieder heimgesucht. Viele beteiligte LKW sind doch eher schrottreif ? Freie Fahrt für Teslaprodukte ist nicht drin oder gewährleistet. Musk dachte sich wohl die Autobahn ist nur für Tesla da. Trinkwasser ? Das ist ein Problem, da wohnen doch Menschen, die leben und lieben ihre Heimat weil die so wertvoll ist. Teslas baut man in der Wüste oder auf Industriebrachen. Wie konnte dass alles nur so geschehen wie jetzt ?

  18. 5.

    Ist Elon Musk in Grünheide, um seinen Fabrikbau wieder in die Spur zu bringen? Glauben Sie er ist nicht auf Stand? Elon Musk ist kein Deutscher Politiker der ständig Geld kosten muss.

  19. 4.

    Bleibt zu hoffen, daß die Behörden gründlich prüfen, bevor wieder vorzeitige Genehmigungen mit der Gießkanne verteilt werden. Denn das der Standort in einem Trinkwasserschutzgebiet liegt, war ja wohl von vornherein klar und keine Überraschung. Und ein Rückbau muss immer gewährleistet sein. Tesla baut auf eigenes Risiko. Hoffentlich ist genug Geld für den Rückbau und die Wiederaufforstung da und die Behörden entscheiden nach Sachstand und nicht politischen Vorgaben

  20. 3.

    wieder typisch unsere Behörden. Muss wahrscheinlich erst mal wieder Druck vom Brandenburgischen Wirtschaftsminister kommen damit die da wieder aufwachen

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