Luftaufnahme der künftigen Gigafactory Berlin-Brandenburg
Audio: Antenne Brandenburg | 02.10.2020 | Phil Beng | Bild: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB

Plan liegt öffentlich im Rathaus aus - Gemeinde Grünheide will Bebauungsplan für Tesla ändern

Im Grünheider Rathaus liegt ab sofort der Entwurf eines geänderten Bebauungsplans für das Tesla-Gewerbegebiet öffentlich aus. Der Plan regelt, was an Verkehrseinrichtungen, Gebäuden aber auch Eingriffen in die Umwelt auf dem Gelände erlaubt werden soll.

Im Rathaus von Grünheide liegt seit Freitag der Entwurf eines geänderten Bebauungsplans für das Tesla-Gewerbegebiet öffentlich aus. Der sogenannte B-Plan für das Gewerbegebiet Freienbrink Nord ist eine Art Gemeindegesetz. Es regelt, was an Gebäuden, Verkehrseinrichtungen aber auch an Eingriffen in die Umwelt auf dem Gelände erlaubt ist.

Dabei wird nicht nur die Tesla-Baustelle betrachtet sondern das gesamte Gewerbegebiet im Zusammenhang, insgesamt etwa 300 Hektar.

Aufgestellt wurde der Plan bereits um die Jahrtausendwende im Zusammenhang mit einer letztlich gescheiterten BMW-Ansiedlung. Jetzt wird er für Tesla angepasst.

Wasserverbrauch im Endausbau mehr als verdoppelt

Die wichtigsten Gründe für die Planänderungen liegen in den Anpassungen für die Verkehrsinfrastruktur, sagte Bürgermeister Arne Christiani dem rbb.

Der neue Plan regelt unter anderem, dass eine Straßen-Brücke über den RE1-Haltepunkt in Fangschleuse geführt und eine weitere Straße parallel zur Bahnstrecke entstehen kann. Der Bebauungsplan erlaubt zudem einen höheren Wasserverbrauch der Fabrik in der Endausbaustufe: Zusätzlich zu den genehmigten 1,45 Millionen sollen noch einmal 2,15 Millionen Kubikmeter dazukommen dürfen.

Grünheides Bürgermeister Arne Christiani (Quelle: dpa/Julian Stähle)
Bild: dpa/Julian Stähle

Wasserversorgung "vollumfänglich gewährleistet"

Um diese Kapazitätserhöhungen zu bewältigen, soll eine Fernwasserleitung nach Pohlitz bei Eisenhüttenstadt gebaut werden. Dessen Genehmigungsfähigkeit sei bereits mit dem Landesumweltamt geklärt, die Leitung soll 2023 fertig sein. Zudem soll ein Reservoir Spitzmühle-West bei Strausberg erschlossen werden. Weitere Kapazitäten stünden in Hangelsberg, Fürstenwalde und Müncheberg zur Verfügung. Insgesamt stünden aus verschiedenen Quellen 15,3 Millionen Kubikmeter pro Jahr zur Verfügung, so dass "die Wasserversorgung des gesamten Industriegebiets vollumfänglich gewährleistet werden" könne.

Gemeinde entscheidet am 26. November

Einen Monat lang wird der Plan öffentlich im Rathaus von Grünheide ausgelegt. Umweltverbände und andere Träger öffentlicher Belange können in dieser Zeit ihre Einwände formulieren.

Am 12. November werde sich voraussichtlich der Hauptausschuss der Gemeinde mit den Stellungnahmen beschäftigen und eine Abwägung vornehmen. Die Gemeindevertreterversammlung soll am 26. November entscheiden.

Die Kommentarfunktion wurde am 08.10.2020 um 21:26 Uhr geschlossen

Die Kommentare dienen zum Austausch der Nutzerinnen und Nutzer und der Redaktion über die berichteten Themen. Wir schließen die Kommentarfunktion unter anderem, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt.

Neuer Podcast zu Tesla

87 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 87.

    Oberboden: Die Erdmassen in einem Umfang von insgesamt 100.000 Kubikmeter sind in die Lausitz transportiert worden, wo sie zunächst zwischengelagert werden, um später bei der Wiedernutzbarmachung der Bergbaufolgelandschaft im Tagebau Jänschwalde eingesetzt zu werden.

  2. 86.

    Und trotzdem stellen Sie das für die Rüstungsproduktion errichtete Werk als vorbildlich dar wie Sie auch nur gutes zu den VW-Werken auch in einem WSG zu berichten hatten. Finde den Widerspruch bei jemanden, der einen Asiaten fährt.

  3. 85.

    Das sind alles Werte für Haushalte. Industrie und was nicht noch alles sind da raus.
    Mal sehen ob man das rausbekommt mit dem Tagebau.

  4. 84.

    Jungfernheide; ja-kenne ich. Woher stammt nur die Benennung. Früher hat man viele Dinge nicht so bewertet wie heute und gebaut was man meinte zu benötigen. Bei der weiteren Erschließung Berlins sind viele Fehler gemacht worden. Klärwerk Ruhleben existiert doch noch.

  5. 83.

    Habe die Einwohnerzahl von MOL u. LOS nicht zur Verfügung und auch die Anzahl der Stadtbewohner / Dorfbewohner mit entspr. Gartenanteilen. Hat man etwa nur Einwohnerzahl u. Gesamtbedarf des Kreises-mit oder ohne Industrie etc hergenommen ? Könnte aber auch sein, dass man sich in MOL gründlicher wäscht. :=)) Statistik ist so eine Sache. Mich würde viel mehr interessieren was hier jährlich an Grundwasser im Tagebau abgepumpt wird. Der "Trockenkegel" ist jedenfalls gewaltig.

  6. 82.

    Wieso gehört BMW zu den Guten? Weil die BEV auch China und Kräder aus Indien importieren? Sagt Ihnen das Wasserschutzgebiet Jungfernheide etwas? In dem befanden sich u.a. U-Bahntunnel, Teile des Flughafens Tegel, Siemens, BMW, Osram, die BSR, das Klärwerk Ruhleben und das Olympiastadion. Fragen Sie Ihre pendelnde Bekannte auch einmal zum Abstand des Werkes zu Wohnbebauung.

  7. 81.

    Das ist natürlich löblich, dass sie für soloche Zecke den Garten nutzen. Erklärt aber nicht warum der Brandenburger im Schnitt nur 40m³ pro Jahr, der Berliner 43m³ pro Jahr und und beim WSE viele Gemeinden über 60m³ pro Jahr.
    Ihre Erklärung würde nur Sinn machen, wenn Brandenburger durschnittlich mehr als die Berliner brauchen. Dem ist aber nicht so. Es gibt in Brandenburg sogar ausreißer nach unten, die ca. 33m³ im Jahr verbauchen.
    Der WSE sticht halt beim Verbauch von 175l/Tag aus der Masse hervor. Märkisch Oderland liegt bei 129l/Tag. LOS bei 113.8l/Tag

    Die Kritik am Wasserverbauch durch Tesla ist sicher berechtigt. Aber gerade in der Ecke gehört man defintiv nicht zu den sparsamen. Um das mal in Zahlen auszudrücken. Der Jahresverbrauch übersteigt den Durschnitt in Brandenburg um ca. 3,8 Mio m³.

    Quellen: W-S-E und Amt für Statistik Berlin/Brandenburg

  8. 80.

    BMW sind ja die Guten. Da sind Fördermittel gut eingesetzt. Ohne BMW wäre Deutschlands Technikwelt um einiges ärmer. Habe mir kürzlich auf yt das M.-Werk in Spandau angesehen. Da arbeitet übrigens auch eine Rüdersdorferin. Die hatte VW studiert.

  9. 79.

    Die Unterschiede sind aber zu erklären: Die meisten Berliner haben allenfalls einen Balkon mit ein paar Blümchen. Als ich noch intensive Gartennutzung betrieb zeigte die Gartenwasseruhr bis 40m³ an. Kartoffeln, Kohlrabi, Buschbohnen, Tomatenpflanzen, Erdbeeren,Beerensträucher und 4 Obstbäume etc aber auch Hecken und Rosen und Lilien und jede Menge Kleinblumen waren zu bewässern. Bei vielen Dingen war ich Selbstversorger. Bohnen und Erdbeeren reichten bis zur nächsten Ernte. Nur 12m² war die Sitzfläche - 3 m² waren davon mit Platten belegt. Nur 9m² Rasenfläche ! Ähnlich wird es woanders auch sein. Stein-und Splittauflagen sind ja eher Neumode. Aber es wird auch hier viel am Haus gebaut u. vergrößert. Berliner -bis auf die Kleingärtner- kaufen alles bei ALDI-REWE u. Co. Versteckter Wasserverbrauch !

  10. 78.

    Klar, die heißen Sommer treffen aber auch andere. Nur beim WSE liegt der Verbrauch pro Kopf besonders hoch. Angeführt von Woltersdorf (ca. 66m³/a, 181l/Tag)und Grünheide (65m³/a, 175l/Tag).
    Und weil sie aus Rüdersdorf kommen, dort sind es noch 61m³/a, 167l/Tag.
    Brandenburg selbst liegt bei 40,5m³/a,111l/Tag. Berlin bei ca. 43m³, 117,2l/Tag. Deutschlandweit bei 46m³/a, 123l/Tag.
    Kann natürlich sein, dass man beim WSE einfach nur die reinlicheren Haushalte hat.

    Wenn man den Maximalverbrauch von 1,46 Mio m³ auf den pro Kopf Verbrauch der Grünheider runterbricht, würde das einer Stadt mit ca. 22.000 Einwohnern entsprechen.
    Wenn ich den unsere Nachbarn nehme, stolze 82.600.

    Keine Ahnung was Tesla bescheren wird. Eventuell mal beim Wasserver- und Abwasserentsorgungs- Zweckverband Region Ludwigsfelde nachfragen. Die haben Erfahrung mit einem Autowerk im WSG

  11. 77.

    BMW erhält übrigens gerade Förderungen zum Werksumbaubauf E-Autos und für Akkus.

    LI-Akkus gab es damals allerdings schon wie auch BMW und Mercedes an alternativen Antrieben arbeiten.

    Die Nazies agitieren faktenbefreit. Ich kann anders als Sie meine meine Aussagen belegen und brauche deshalb nicht ständig etwas mit ausländerfeindlichen Konotationen u.ä. schreiben.

  12. 76.

    Das Foto mit dem BM und die übergroße Hand bedeutet für mich: Dieser Hand zu trauen bringt Elend für die Gemeinde. Nun bleibt mal ganz ruhig; eine solche Gigabude mit Li-ion Akkus war da nie vorgesehen. Diese Akkus gab es damals doch noch gar nicht als BMW zaghaft anfragte. Heute zwingen uns sterbliche Politiker zum Bau dieser Giga; ich hätte mehr Voraufklärung erwartet-was uns hier erwartet. Hier ist Brandenburg; wer uns wirklich von den Nazis befreite kennen wir. Niemals Tesla heißt auch Kenntnis ab 1930-1934.

  13. 75.

    Mir ist doch längst bekannt, dass niemand diese Unfabrik aufhalten kann. Nur die Zukunft bringt die Wahrheit.

  14. 74.

    Wenn ich jetzt hier aufzähle wer alles im Delirium zu liegen scheint bekomme ich Probleme. Außerdem verbietet mir mein Anstand so einiges. Hoffentlich gibt es nicht noch mehr von diesen Neumanns in Berlin.

  15. 73.

    Die ersten Reaktionen vom WSE sind nicht nur mir bekannt. Die kennen ihr Wasserschutzgebiet. Zu sagen haben die und wir Bürger nix. Das verlangt nach Änderung.

  16. 72.

    Die Rüger vom WSE planten den rockenen und heißen Sommer nicht ein. Soviel mehr wagte der WSE ja nun nicht. Nur Großkotze benötigen einen Pool. Uns genügt der Kalksee. Wir sind auch wachsam; haben die Phenolverpestung der Brunnengalerie in Erkner nicht vergessen. Was wird uns Tesla beschehren ?

  17. 71.

    Brandenburg braucht Steuereinnahmen-alles verständlich. Aber da vernichtet man kein Trinkwasserschutzgebiet derart, dass man eine Gigagummiautofirma drauf baut. Wenn es woanders kein Brachland geben würde. Musk ist ein ausgemachtes Schlitzohr und wir sind Zeuge, dass seine Salamitaktik andere an der Nase rum führte. Bürger haben nichts zu vermelden; ein paar Worte in der Stadthalle Erkner waren nur Alibi.

  18. 69.

    Das dort kein LSG kann jeder einsehen, der dank Internet Zugriff auf das Geoportal von Brandenburg oder Grünheide hat. Ebenfalls ist das der Verordnung zu entnehmen.
    Warum jetzt aber jemand der dort nicht lebt, wissen sollte das dort ein LSG oder nicht ist, wissen nur sie. Oder kennen sie sonst alle LSG in Deutschland? Oder welche Flächen als Industriegebiet ausgewiesen sind?
    Wobei ja auf der Internetseite von Grünheide damit geworben wird.
    Aber natürlich kann man auch einmal wöchentlich auf allen Internetplattformen und Tageszeitungen sämtliche LSG und Industriegebiete samt Karten veröffentlichen, damit sich niemand benachteiligt fühlt.

  19. 68.

    Sie haben es erkannt. Es geht um Genehmigungen. Sie haben das Wasser also schon gefördert. Es war ihnen nur nicht erlaubt. Durch Tesla haben sie nun endlich erhalten worum sie seit Jahren bitten. Vielleicht erfolgt dann die nächsten Jahre kein Appell mehr an die Anwohner, nicht so oft den Rasen zu gießen und en Pool zu füllen. Man hat eben versucht unter der Erlaubnis zu bleiben. Wenn die Verbraucher im Anschlussgebietes des WSE nicht ca. 50% über dem Bundesschnitt liegen würden, wäre ihnen das sicher auch gelungen.

Das könnte Sie auch interessieren

Tafel Giga Podcast (Quelle: rbb)
rbb

rbb|24-Podcast zu Tesla | alle Folgen - Giga Grünheide - Tesla in Brandenburg

Im beschaulichen Grünheide investiert Elon Musk derzeit Milliarden, denn hier in Brandenburg entsteht die erste Tesla-Gigafactory Europas. In dem 9.000-Seelen-Ort gibt es viele, die sich auf die neue Fabrik freuen und andere, die dagegen auf die Barrikaden gehen. Im Podcast "Giga Grünheide – Tesla in Brandenburg" erzählt ein rbb-Reporter-Team Geschichten über ein Dorf, das zur Zukunft der Elektromobilität werden soll.

AB AN kompakt FFO 102320
rbb/Studio Frankfurt (Oder)

Aus dem Studio Frankfurt (Oder) für Ostbrandenburg - 23. Oktober 2020

+++ „lAbiRynT“-Festival zieht 2020 in den virtuellen Raum +++
Staus an der Grenze zu Polen +++ Studierende bringen Quarantänestudenten Lebensmittel an die Wohnungstür +++ Polens Bürger suchen händeringend Grippeimpfstoff +++ Tourismuspreis Brandenburg: My Molo GmbH Marienwerder +++ Corona-Risikogebiet Polen +++