Das Tesla-Gelände aus der Vogelperspektive
Audio: Antenne Brandenburg | 27.05.2020 | Philip Barnstorf | Bild: Tino Schöning

Geplante Fabrik in Grünheide - Tesla schlägt ohne Genehmigung Pfähle in den Boden

Auf dem Gelände der geplanten Tesla-Fabrik in Grünheide hat der US-Elektroautobauer in Grundwassernähe Pfähle in den Boden geschlagen - ohne Genehmigung. Jetzt läuft ein Ordnungswidrigkeitsverfahren. Andere Bauschritte wurden derweil erlaubt.

Der US-Elektroautohersteller Tesla hat am Donnerstag vor zwei Wochen in Grünheide ohne entsprechende Zulassung Pfähle in den Boden getrieben. Das teilte das Landesumweltministerium dem rbb am Mittwoch mit. Nun läuft ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen das US-Unternehmen.

Verfahren wegen Ordnungswidrigkeit

Laut Wasserhaushaltsgesetz brauchen Unternehmen für Pfählungen in Grundwassernähe die Erlaubnis des Landkreises. Diese Erlaubnis hatte Tesla den Angaben zufolge nicht. Das Landesumweltministerium stoppte daraufhin die Pfahlsetzungen, der Landkreis Oder-Spree eröffnete ein Verfahren wegen Ordnungswidrigkeit. In der vergangenen Woche erlaubte der Landkreis dem US-Unternehmen die Pfählungen schließlich - das Verfahren läuft aber weiter.

Das Unternehmen testet dem Landesumweltministerium zufolge derzeit, welche Pfähle sich für einen Teil des Fundaments der geplanten Fabrik eignen könnten. 

Andere Bauschritte genehmigt

Wie seit Mittwoch bekannt ist, hat das brandenburgische Landesumweltamt inzwischen auch weitere Bauschritte erlaubt: das Aushebung von Baugruben, Verlegen von Rohrleitungen, die Verdichtung des Bodens und den Bau einer Verladefläche für Güterzüge.

Schließlich umfasst die Genehmigung auch den Bau von Fundamenten - allerdings nur von solchen, die ohne Pfähle im Boden auskommen. Die Fundamentteile, die durch Bodenpfähle abgestützt werden müssen, dürfen noch nicht gebaut werden.

Das brandenburgische Landesumweltamt genehmigte diese Bauschritte als sogenannte vorzeitige Maßnahmen. Das heißt Tesla muss alle Schritte auf eigene Kosten wieder rückgängig machen, falls das Gesamtprojekt nicht genehmigt wird.

Tesla setzt Bauarbeiten in Grünheide fort, Quelle: rbb
Tesla setzt Bauarbeiten in Grünheide fort | Bild: rbb

Streit um Wasserverbrauch

Tesla will in Grünheide nahe Berlin von 2021 an rund 500.000 Elektroautos pro Jahr herstellen. Weil eine umweltrechtliche Genehmigung in Brandenburg noch nicht abgeschlossen ist, betreibt das Unternehmen die Vorbereitungen auf dem Gelände auf eigenes Risiko. Zuvor hatte Tesla beantragt, vorzeitig rund 90 Hektar Wald zu roden und dann Boden einzuebnen.

Naturschützer befürchten unter anderem negative Folgen für die Umwelt und die Wasserversorgung. Sie hatten den Stopp des Baus der Fabrik gefordert. Der Sprecher des Umweltministeriums, Sebastian Arnold, sagte am Mittwoch mit Blick auf das grüne Licht für die Fundamentarbeiten: "Der Zulassung ging eine eingehende Prüfung der Umweltauswirkungen voraus." Dabei seien zum Beispiel der Schutz des Grundwassers im Trinkwasserschutzgebiet und Anforderungen zum Schutz der Nachbarschaft vor unzulässigem Lärm während der Bauphase berücksichtigt worden.

Gegen das Projekt der Fabrik waren nach Ministeriumsangaben mehr als 370 Einwände eingetroffen. Ein Termin zur Erörterung von Einwänden war wegen der Corona-Krise zunächst ausgefallen, ein neuer Termin steht bisher noch nicht fest. Tesla will seinen früheren Antrag auf Genehmigung laut Landesregierung ändern - zum Beispiel mit dem Plan für einen geringeren Wasserverbrauch als zunächst angegeben.

Sendung: Antenne Brandenburg, 27.05.2020, 17 Uhr

289 Kommentare

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  1. 289.

    Komisch, einen M5 sollen sich die Berliner Ihrer Beobachtung nach leisten können, aber einen AMG nicht? Wer findet den Widerspruch?

    Die kalte Dunkelflaute ist in der Tat ein Problem, welches aber nicht gegen diesen Standort im Speziellen spricht, sondern vor allem von EIKE und Co. gerne gegen die Energiewende im Allgemeinen angeführt wird. BEV sind deshalb ein wichtiger Baustein hin zu einer CO2-neutralen Gesellschaft, aber nicht der einzige. Ihr "Weiter so" mit der Nutzung eines Vielfachen an Primärenergie samt Umweltbelastung gegenüber eines BEV widerspricht dem gesellschaftlichen und politischen Konsens wie auch der Meinung der meisten Experten, die anders als Sie nicht nur vor Jahrzehnten autodidaktisch ihr Handwerk gelernt haben. Es soll eine schrittweise Umstellung auf erneuerbare erfolgen. Sie können derweil weiterhin gerne den Kopf in dem Sandkasten in Rüdersdorf fast direkt vor Ihrer Haustür stecken, der auch eine Folge des alten Denkens ist, dem Sie nachhängen.

  2. 288.

    Welch Berliner Haushalte können sich aber ein handgefertigtes und signiertes AMG-Triebwerk im edlen Blech leisten ? Etwa die, die hier über die kleinen Koreaner herziehen ? Habe mal gelesen, dass völlige PKW-Elektromobilumstellung 8-10 % der E-Gesmtproduktion benötigt. Ob nun auf derzeit mit Kohlestromanteil bezogen kann ich nicht mehr sagen. Wir dürfen uns nichts in die Taschen lügen. Ein kalter Winter wäre der größte Feind-auch für einen Tesla.

  3. 287.

    Mathebücher und Formelsammlungen waren sehr gut. Auf Klassenfahrt hab ich deshalb auf ein Schnäppchen gehofft, musste dann aber doch wieder zu Hause DM investieren. Dafür konnte man viele Flaggen kaufen.

  4. 286.

    Die TRAM88 fährt auch elektrisch. Heute sogar mit CO2-freiem Strom. Steht sogar oben dran. Wenn die da lügen ist es nicht mein Problem. Aber; Sie haben noch immer nicht begriffen, dass wir Ossis abends die Schulbank drückten um später weiter denken zu können als SIE überhaupt denken können. Mir braucht wirklich niemand die Energierückgewinnung zu erklären, die man erwirken kann. Ihr Friseur tut mir leid.

  5. 285.

    Mein Frisör fährt schon lange elektrisch zu den Hausbesuchen, ich scheue allerdings den kleinen Fußweg nicht. Der hat sein Handwerk aber auch auf der Meisterschale gelernt und lenkt nicht ab, wenn darum geht zuzugeben, dass er von etwas keine Ahnung habe. Angesagt ist hier in Berlin übrigens eher AMG anstelle von BMW.

  6. 284.

    Sagen Sie das alles ihrem Friseur. Hatte mir mal einen Überblick verschafft und sehe keinen Grund das vorhandene Fahrzeug jetzt zu verschleudern nur um ihre Finger zum Stillstand zu bringen. Belabern Sie ihre Nachbarn, die als Städter unbedingt mit M5 Paket fahren müssen. Ansonsten bin ich heute in Physik und Elektronik ganz gut "zuhause" .Alles ohne Parteilehrjahr aber abends. Knöpfen Sie sich doch die Grünen vor, die viel mehr verbrennen als ich.

  7. 283.

    Techniker kennen die Bedeutung des Wortes "Rekuperation". Mit einem kräftigeren Motor kann mehr Energie beim Verzögern bis hin zum "One-Padel-Driving" genutzt werden. Dadurch wird anders als bei Ihrem Verbrenner die kinetische Energie nicht wie auch der Großteil des zuführen Kraftstoffes in Wärmeenergie umgewandelt und an die Umgebung abgegeben. Deshalb verbraucht ein modernes BEV oft in der Stadt deutlich weniger als auf Landstrasse. Man muss kein Fachmann für Tokamak und Stellarator sein, um das zu verstehen. Auf Heise.de hatte man mit einem Mittelklasse-BEV in der Stadt einen Stromverbrauch von 11 kW/100 km ermittelt, was dem Äquivalent von ca. 1,3 Liter Benzin entspricht.

    Technisch Interessierte wissen auch, dass der Energiebedarf bei hohen Geschwindigkeiten erheblich ansteigt. Im Vlog von nextmove findet man zig Verbrauchsvergleiche auf der Autobahn. Bei gelassener Fahrweise landen die bei umgerechnet rd. 3 l/100 km. Es gibt dadurch quasi ein Tempolimit durch die Hintertür.

  8. 282.

    Wozu die große Leistung eines Batterieautos ? Man will doch nur ans Ziel gelangen. Diesen Firlefanz mit Rennen durch Feld und Flur sind offensichtlich ihre Welt und dann die Ku-damm-Rennen nachts. Sie irren in einer anderen Welt wie einst unsere Machthaber hier.

  9. 281.

    Da gibt es doch Narren in Berlin, die nicht begreifen, dass wir Ossis stets weiter lernten. Nur die SED-Heinis blieben objektiv blöd. Basta; der Herr, der das zu verstehen hat versteht wohl nur parteichinesisch.

  10. 280.

    Wenn Sie tatsächlich so wenige Kilimezer fahren würden, wie Siebbehaupten, könnten Sie wesentlich umweltfreundlicher unterwegs sein. Stattdessen suchen Sie immer wieder nur faule Ausreden. Blöd, wenn neben dem einen Finger, mit dem Sie auf andere zeigen, mehre auf Sie zeigen.

    Interessant, dass Sie Elektroautos mit Raserei in Verbindung bringen. Das kostet, wie technisch Interessierte wissen, nämlich sehr viel Energie.

  11. 279.

    Sie haben dafür gesorgt, dass der gelernte Strahltriebwerkmechaniker nun nicht mehr dort antworten kann wo sie nur Stuss schrieben. Man erkennt aber, dass ihr Stuss hier bevorzugt veröffentlicht wird. Sie haben nichts verstanden ; es gibt eine Zeit nach TESSLA und den Akkus, die nicht ohne sind.

  12. 278.

    Sie haben recht! Gefällt mir alles nicht. Auch diesen Betrag, über die Firma Sonnenschein, kannte ich schon.
    Hat nichts Neues ergeben. Dafür bin ich auf eine interessante Sache gestoßen, die ich beobachten und
    weiter verfolgen werde. Vielleicht muss man einfach nur andere Mittel und Wege finden, um zum Erfolg zu gelangen.

  13. 277.

    Nun schlägt es 13 ! Wer importiert denn die Riesenspritschlucker und wer kassiert hier neben Mwst. reichlich an Spritbesteuerung ? Würden viel mehr Kleinwagen und so wenig km wie ich hätten wir diee Probleme nicht. Sehen Sie sich die Klopper hier auf der A 10 an und dann die Raserei. Ein Tesla ist kein Umweltengel. Sie auch nicht.

  14. 276.

    Die Meinung der Grünen zu BEV wird Ihnen sicherlich nicht gefallen:
    https://www.gruene.de/themen/sauber-autofahren

    Dank der Errungenschaften des Neulandes dauert eine Recherche zu Sonnenschein nur wenige Sekunden. Auch wenn Sie für Ihre Firma das Internet jenseits Ihre Facebook-Auftrittes ablehnen,bietet es viele Vorteile.

  15. 275.

    Für Ihren wiederkehrenden Traum nach uneingeschränkter Weiternutzung des Verbrenners müssten in Brandenburg bedeutend mehr Bäume gerodet werden um ein Vielfaches an Platz für Windräder zu schaffen, die die benötigte Primärenergie zu erzeugen, die ein BEV benötigt. Man muss nichtmals viel Ahnung von Technik haben, um zu verstehen, dass der schlechte Wirkungsgrad bei den diversen Umwandlungsschritten eine gigantische Energieverschwendung wäre.

    Ich hatte zudem vor Monaten bereits belegt, dass mit der Primärenergie, die heute allein für die Raffinierung des Benzin für 100 km mit dem Panda benötigt wird, ein modernes Mittelklasse-BEV schon um die 50 km weit kommt. Dieser Energieverbrauch wird allerdings einem anderen Sektor zugeschlagen.

    Dass bei der Verbrennung grüner PtX zig andere Schadstoffe emittiert werden, scheint Sie immer noch nicht zu stören. Doch gerade deshalb drohen immer mehr Fahrverbote wie auch wegen der generell höheren Klimawirkung Neuzulassungsverbote für ICE.

  16. 274.

    Habe ich ja vermutet, dass Ihnen mein Beispiel nicht gefällt, da kam es mir sicherer vor, mit der "Keule" zu hantieren. Belege zu Asse und Schacht Conrad, lassen sich relativ leicht besorgen, war auch Wahlkampfthema der Grünen in Niedersachsen.
    Zu "Sonnenschein " gibt es zu wenige Zeitzeugen, ich war definitiv zu jung und meine Eltern damals noch nicht an Umweltskandalen interessiert. Waren andere Zeiten. Gibt aber noch weitaus mehr Beispiele.

    Möchte aber auch gelegentlich Arbeiten und nicht in meiner gesamten Freizeit in irgendwelchen Archiven graben.

  17. 273.

    Wer wie ich gewohnt ist miteinander sachlich zu diskutieren, der rutscht bei bestimmten Berlinern, die aalglatt ihren Schiet vertreten einfach ab. Teslawelt ist keine Wunderwelt und hier in Grünheide so ein Monstrum zu errichten ohne absolute Bürgeraufklärung- weil z.B. Wasserschutzgebiet und Rammpfähle mit Grundwaasserberührung ist einfach unerklärlich in einem Rechtsstaat. Wie anders wäre es wenn man uns alles gesagt hätte was man da wagt. Es ist ein Wagnis. Niemand ist legitimiert. Es sei denn durch Machtausübung.

  18. 272.

    Spielen Sie doch lieber mit den Händen an den Fingern als hier die ewigen Wiederholungen. Nix habe ich gegen Elektroautos wenn die möglich wenig Ökoschaden in der Bilanz haben. Ein kleiner Benziner ist kein Großsäufer. Man wird auch Synthesekraftstoffe produzieren unter Verwendung von grünem H2. China produziert 40x mehr Kohlestrom als Datteln 4. Da fahren dann die Teslas mit. Lustig. Sie müssen doch mal in sich gehen und halt ein bissel selbstkritisch sein. Noch ist die Li-Batterie viel zu schwer. 2 dicke Berliner und der Tesla liegt auch leichter gut auf der Straße.

  19. 271.

    Ihre grundsätzliche Abneigung gegen BEV im Allgemeinen und deshalb auch Ihre Hauptmotivation gegen diese Fabrik im Speziellen samt Wiederholen aufgeschnappter Stichworte ist ebenso altbekannt wie die Merksätze an Sie, dass die Energiebilanz für die Herstellung von Wasserstoff als Antriebsenergie und erst Recht PtX grottenschlecht ist. Bei ICE ändern grüne Kraftstoffe nur wenig daran, was neben CO2 noch aus dem Auspuff kommt. Verbrenner werden aussterben!

    Das Gewicht der Akkus in einem Model 3 sorgt dafür daß das Fahrzeug ähnlich viel wiegt wie ein 3er BMW. Das hatten wir ja schon oft wie auch den Hinweis, dass die Akku-Technik voranschreitet, so dass die Reichweite steigt (Sie erinnern sich an Ihren legendären Einwand: Bei - 20°C nonstop an die Ostsee) ohne dass der PKW schwerer wird.

    Aktuell ist die Wasserstoffstrategie der Bundesregierung wie auch der Grüner und Linken in den überregionalen Medien stark präsent. Die Masse der neuen PKW haben die alle nicht im Sinn.

  20. 270.

    Viele Worte machen muss ich nun mal nicht. Da baut man in den märkischen Sand, der der Kiefer Leben gibt und unser Trinkwasser filtert bis zur heute seltenen Reinheit-eine Autobude mit Gift und Lebensfeindlichkeit direkt ins Trinkwasserschutzgebiet nur damit eher reichere Leute mit einem Batterieauto etwas weiter fahren können als andere, die bescheidener sind. Man krempelt da eine gesunde Natur um; wischt Bedenken der Ökologen beiseite-nur um Profit machen zu lassen und Steuereinnahmen zu realisieren. Wie wird das Auto des Normalbürgers in so 10 Jahren wohl angetrieben sein ? Mit schwerer Batterie wohl kaum. Grüne Kraftstoffe belasten unsere Atmosphäre nicht. Das ist ein Merksatz für sie.

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