Das Logo auf einem Wagen des Herstellers Tesla (Quelle: dpa/Slavko Midzor)
Video: Brandenburg Aktuell | 12.11.2020 | Michel Nowak | Bild: dpa/Slavko Midzor

Kommentar | Ein Jahr seit Musk-Ankündigung - Tesla hat Brandenburg verändert

Am 12. November 2019 erklärte Elon Musk bei der Verleihung des Goldenen Lenkrads in einem Nebensatz, dass Europas erste Tesla-Fabrik in Berlin-Brandenburg gebaut wird. Seitdem ist viel passiert und eine Region hat sich verändert. Von Andreas Oppermann

Als Elon Musk vor genau einem Jahr ankündigte, dass er in Grünheide seine europäische Elektroautofabrik bauen will, war die Überraschung gewaltig. Eine Autofabrik in Brandenburg? In dem Bundesland, in dem von Cargo-Lifter bis zum peinlichen Flughafen-Projekt BER so ziemlich alles schief ging? Wo es keine Automobil-, sondern nur eine Kohle-Tradition gibt, die jetzt auch noch abgewickelt wird? In Brandenburg? Über das es böse Lieder gibt, die von leeren Landschaften, Ödnis und skurrilen Zurückgebliebenen handeln?

Und dann dieser Investor: Elon Musk, der Mann, der schon so viele visionäre Ideen verkündete, an der Umsetzung aber - zumindest zeitweise - scheiterte? Ein Amerikaner, der sein Geld im Internet verdiente und jetzt in Deutschland den Deutschen zeigen will, wie man das Auto der Zukunft baut? Elon Musk, der mit Tesla bislang nur Geld verbrannt hat?

Tesla zeigt Innovation

Die Skepsis war riesig. Und heute? Tesla erzielt seit fünf Quartalen Gewinne. Die Verkaufszahlen der Elektroautos steigen kontinuierlich. In einigen europäischen Ländern gehören Teslas zu den meistverkauften Autos ihrer jeweiligen Klassen. Und die Chefs der deutschen Autokonzerne sprechen öffentlich davon, dass Tesla einen Entwicklungsvorsprung bei E-Autos und dem Ladestellen-Netz von gut zwei Jahren hat.

Brandenburg verändert sich

Ein Jahr später hat sich auch die Sicht auf Brandenburg verändert. Beim Ausbau der erneuerbaren Energien ist das Land an der Spitze - ein gravierender Standortvorteil für Tesla. Die Arbeit der Behörden nötigt Beobachtern Respekt ab. Inzwischen steht die Fabrik im Rohbau. Neue Autobahnabfahrten, die Verlegung eines Bahnhofs und weitere Straßen sind in Planung. In Ministerien, Landesbehörden und Kommunen wird konzentriert und schnell gearbeitet. Von Scheitern ist keine Rede mehr.

Ein Jahr "Tesla-Ankündigung" steht deshalb auch für einen Image-Wandel Brandenburgs. Statt für Kohle-Vergangenheit steht das Land auf einmal für elektromobile Zukunft. Statt für Ödnis und Langsamkeit für Innovation und attraktiven Wohn- und Lebensraum.

Viel vom alten Image hat vor einem Jahr schon nicht mehr gestimmt. Landesregierung und Behörden müssen jetzt sicherstellen, dass betroffene Bürger und berechtigte Umweltschutzbedenken ernstgenommen werden. Dabei dürfen keine Zweifel aufkommen. Ansonsten wäre der Image-Wandel mit einem Glaubwürdigkeitsverlust erkauft. Deshalb geht bei den Genehmigungen auch Gründlichkeit vor Geschwindigkeit. Ansonsten könnte das Projekt doch noch scheitern - vor Gericht. Aber derzeit sieht es danach wirklich nicht aus.

Sendung: Antenne Brandenburg, 12.11.2020, 16:40 Uhr

Beitrag von Andreas Oppermann

18 Kommentare

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  1. 18.

    Tesla ist keine Zukunft, sondern finsterste Vergangenheit. Tesla bringt auch keine Verkehrswende, sondern ein Weiterso. Denn Tesla baut Autos und keine Züge. Autos stehen auf Busspuren, Geh+Radwegen sinnlos herum und behindern dort den Verkehr. Wir haben genug solcher Sinnlosfabriken, die solche Verkehrshindernisse bauen. Bei hohen Verkehrsmengen benötigen Autos viel mehr Platz als Züge und verursachen einen Flächenfraß.

  2. 17.

    1. Logo. Wer höhere Aktienanteile an einem erfolgreichen Unternehmen besitzt, hat auch eine höhere Rendite. Alle Tesla-Mitarbeiter, welche Firmenanteile gezeichnet haben, profitierten auch.
    2. Das Elon Musk den Mars und den Mond erobern will, um dort die Rohstoffe auszubeuten überrascht mich doch sehr. Stellen Sie mal eine Deckungsbeitragsrechnung für Hin-, Rückflug und Bergbau vor Ort auf.
    3. Erdgas ist als Übergangstechnologie immer noch besser als die dreckige Kohle oder Atomstrom, für den die Endlagerung immer noch nicht geklärt ist. Warum kann nicht irgendwann ökologisch gewonnener Wasserstoff durch die Rohleitungen fließen?
    Also warum nicht das Machbare realisieren anstelle immer nur nach Ausreden zu suchen?

  3. 16.

    Langjährige Tesla-Mitarbeiter sind dadurch inzwischen Millionäre.Sie haben vergessen das es die viele hochrangigen Manager in dem Unternehmen sind,die halten große Aktien-Pakete,und normale Mitarbeiter bekommen einige Anteile,deren Wert immer weiter zugenommen hat.Aber von den Arbeitern ist wohl kaum einer Millionär geworden.Tesla ist Zukunft und wer sich an die Vergangenheit klammert ist irgendwann abgehängt.Inwiefern ist Tesla für Sie Zukunft?Musks Weltraumtourismus oder Leben auf Mond und Mars?Für vermögende Menschen.Musk wird dort Rohstoffe auf Mars und Mond plündern.Den Musk geht es um die Schätze des Mars.Besonders interessant ist auch,dass in einigen vom Mars stammenden Meteoriten nicht nur Nickel und Eisen,sondern auch die auf unserem Heimatplaneten fast schon verbrauchten seltenen Erden Lanthan,Neodym und Europium vorhanden waren,sowie Lithium,Kobalt,Niob und Molybdän – extrem kostbare Rohstoffe etwa für die Herstellung von Computer- und Batterien-Bestandteilen.

  4. 15.

    Wenn Musk das umweltfreundlichste Unternehmen der Welt in Grünheide bauen will, dann sollte man ihn doch beim Wort nehmen, anstatt diese Investition grundsätzlich abzulehnen.Bau einer Lackieranlage,Gießerei,und ein Erdgas-Kraftwerk.Und Sie schreiben von umweltfreundlichsten Unternehmen der Welt?Lassen wir alle ökologischen Bedenken mal knallhart hinter uns,vergessen wir zweifelshafte Herkunftsländer und andere Probleme:Erdgas gibt es nicht ewig!Egal,ob man konventionell oder mit Fracking mit Gewalt Erdgas aus der Erde holt,es hört irgendwann auf.Es ist also einfach nur logisch und vernünftig schon jetzt auf alternative Energien zu setzen - wer rechtzeitig dabei ist,ist unabhängig und hat einen gewaltigen Vorsprung.Außerdem werden auch durch die Förderung, Transport und Verarbeitung des Gases klimaschädliche Gase freigesetzt.Die Aussage, dass Erdgas "sauber" ist, ist also wie so oft eine sehr relative Angelegenheit.Tesla ist alles andere als die Zukunft.

  5. 14.

    Ich empfehle Youtube oder einfach mal Googeln: Tesla und Grünheide. Da kann man sich über Drohnen-Videos umfassend über die Baustelle informieren. Unter anderem über die Lage der Pfähle und Fundamente, woraus ersichtlich ist, dass von einer Störung des Grundwasserleiters überhaupt keine Rede sein kann. Aktuell werden schon Teile für die Lackieranlage angeliefert.
    Für diejenigen, welche sich am nicht vorhandenen Tarifvertrag stoßen. Tesla gewährt seinen Mitarbeitern Beteiligungen an Belegschaftsaktien. Langjährige Tesla-Mitarbeiter sind dadurch inzwischen Millionäre.
    Diese Region holt sich an Industrie zurück, was sie nach dem Krieg und nach der Wende verloren hat. Tesla ist Zukunft und wer sich an die Vergangenheit klammert ist irgendwann abgehängt.

  6. 13.

    "Opfern dafür eine der wenigen natürlichen Regionen um Berlin." Ich bin immer wieder darüber amüsiert, dass Sie als bekennender Gegner der Energiewende die Kiefernmonokultur nach einem Jahr Diskussion immer noch als "natürlich" darstellen. Von denen gibt es in Brandenburg immer noch 750.000 ha. Der NABU Berlin bittet übrigens Führungen durch Wälder an. Sie sollten dringend mal daran teilnehmen, sofern die Corona-Lage das zulässt.

    Woher statt eigentlich Ihre Behauptung zu den "die best bezahlten Arbeitsplätzen der Welt"? Das ist auch wieder nur eine Ihrer haltlosen Übertreibungen.

    Für alle die die Region, die Sie sich weigern zu definieren, nicht kennen:
    https://tinyurl.com/y34jgkh9

  7. 12.

    > die einen ökologischen Fußabdruck haben, der jeden modernen, sparsamen Diesel locker in den Schatten stellt

    Das ist einfach falsch.

  8. 11.

    Genau.. und als Kapitalist lässt er sich auch nicht in die Karten schauen. Keiner kann nachvollziehen, was dort wirklich gebaut, verarbeitet und entsorgt wird. Alle Befürworter vertrauen auf das Gewissen des E.M. , Opfern dafür eine der wenigen natürlichen Regionen um Berlin. Aber bitteschön, angeblich die best bezahlten Arbeitsplätze der Welt. Es ist einfach nur ein “weiterso“ nur mit anderen Namen. Die kommunikationspolitik der Firma Tesla ist ja hinreichend bekannt. Nichteinmal Namen hervorragender Mitarbeiter dürfen genannt werden. Das war wohl mit ein Problem für Evan Horetzki. Er war einfach zu offen, hat der Presse ermöglicht Fragen zu stellen und sich die Baustelle anzusehen...

  9. 10.

    So ein Geschwurbel! Für die Abkehr von den fossilen Brennstoffen brauchen wir Visionäre und Kapitalisten wie Elon Musk. CO2-neutrale Antriebe sind ein Baustein auf diesem Weg und diese Technologien sollten doch in unserer Region entwickelt und gefertigt werden.
    Ja Elon Musk ist ein Kapitalist, welcher profitorientiert zu wirtschaften hat. Aber nur profitable Unternehmen können gute Löhne zahlen, welche sich organisierte Arbeitnehmer auch erkämpfen müssen.
    Wenn Musk das umweltfreundlichste Unternehmen der Welt in Grünheide bauen will, dann sollte man ihn doch beim Wort nehmen, anstatt diese Investition grundsätzlich abzulehnen.

  10. 9.

    Besser Holzacker als Industriewüste. Schaun wir mal, wie der Absatz läuft. Ich sehe da eher schwarz. Der Ausgleichswald muss auch erstmal anwachsen. Das bedarf Zeit und Pflege, bis der die Koglendioxidkapazität des vorherigen erreicht. Solange glauben Sie ruhig weiter an die Zukunft der Elektroschüsseln, die einen ökologischen Fußabdruck haben, der jeden modernen, sparsamen Diesel locker in den Schatten stellt. Tesla ist das nächste Desaster auf Brandenburger Sand. (Chipfabrik, Cargolifter, Lausitzring, BER, usw.)

  11. 8.

    Das behaupteten schon viele in den letzten zwölf Monaten. Anders als die Verbrennerhesteller hat Tesla allerdings in der Realität keine Absatzsorgen, sondern eher zu wenig Produktionskapazitäten.

    Erhaltenswerte Natur gibt es auch laut den grossen Umweltverbänden in dem Industriegebiet mit seinem für Brandenburg typischen Holzacker nicht zu zerstören. Die wird erst als Ausgleich geschaffen.

  12. 7.

    Natur und Umwelt sind Ihnen als erklärtem Gegner der Energiewende doch völlig egal. In völliger Ahnungslosigkeit wiederholen Sie die immer wieder gleichen Falschbehauptungen wie hier oder neulich erst wieder die angeblich geschredderten Reptilien. Die überwintern aber nicht auf Bäumen.

    Belege für Ihre Geschichten wollen Sie auch auf wiederholte Nachfragen nicht liefern, weil Sie selber wissen, dass Sie mit dystopischen Phantasien fern der Realität argumentieren.

  13. 5.

    ...es wird den Weg ebnen für noch mehr hirnlose umweltzerstörung, landschaftsfrass und Artensterben...

  14. 4.

    Nicht zu zu erklären,warum hier einige Foristen an das heilige Tesla und den göttlich guten Elon Musk glauben?Er ist Teil des Kapitalismus,nicht Teil einer sozialen Wirtschaftsordnung von morgen.Was man Tesla/Musk anerkennen muß:Die haben einen Fanclub aufgebaut,welcher bei Kritik 'anspringt' um umgehend Gemeinheit,Ungerechtigkeit usw. zu unterstellen.Wer will den bitte auf dem Mond leben wenn er auf der Erde leben könnte.Grosskapitalist Elon Musk oder der Film Interstellar schüren auch noch die Vorstellung das wir nur so weiter machen müssen um dann einfach mit der Arche abzuhauen.Statt wirklich etwas zu verändern,den Klimawandel ernst zu nehmen,unser eigenes Verhalten mal hinterfragen wird einfach auf vermeintlch grosse technologie gehofft.Eine Antriebswende ist keine Verkehrswende.

  15. 3.

    Vor allem wurde und wird Natur zerstört für Schlurren, die kaum einer kaufen will.

  16. 2.

    Na da hat aber jemand wieder einen kräftigen Schluck Lobhudelei hintergekippt, bevor in die Tasten gehauen wurde.
    Mir sträuben sich die Haare, angesichts eines solch offensichtlich unreflektierten und einseitigen Artikels. Eine differenziertere Beschreibung und ausgewogene Darstellung der Veränderungen jenseits von 2 Nebensätzen zu den Kehrseiten hätten konkret diesem Artikel sehr gut getan.
    Aber kein Problem, dafür zahlen wir ja schließlich gern unseren Beitrag - mittlerweile sind es ja nur über 200€ im Jahr.

  17. 1.

    Größten Respekt habe ich nicht nur vor der Arbeit der Behörden, sondern auch allen an diesem Projekt beteiligten Personen, von den Ingenieuren, Planern bis hin zum letzten Bauarbeiter. Das Projekt zeigt was in Deutschland möglich ist, wenn nicht die Bedenkenträger, sondern die Macher das Sagen haben.
    Bei den vorzeitigen Genehmigungen hätte ich mir seitens der Umweltbehörde mehr Kommunikation gewünscht, also was ist geprüft worden oder welche Einwände sind beachtet worden. Trotzdem lief das Verfahren bisher sauber und die Einwendungen sind nun wirklich auch zur Sprache gekommen und in das Projekt eingeflossen.
    Dabei ist es völlig illusionär die Tesla-Gegner überzeugen zu wollen. Viele haben auf einen angenehmen Lebensabend in der Natur mit S-Bahn und RE-Anschluss ins Zentrum spekuliert. Spätestens mit dem Hochfahren des BER nach Corona ist es mit der Idylle vorbei. Ich kann den Frust verstehen.

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