Einwender vor der Stadthalle in Erkner beim Erörterungstermin zur Tesla-Fabrik
Bild: rbb/Michel Nowak

Einwendungen gegen Elektroautohersteller in Grünheide - Diskussion um Tesla-Fabrik soll am Montag weitergehen

In der Stadthalle in Erkner (Oder-Spree) diskutierten Bürger, Beamte und Tesla-Mitarbeiter auch am Freitag über Einwendungen aus der Bevölkerung gegen die in Grünheide entstehende Autofabrik. Nachdem am Mittwoch, dem ersten Tag dieses sogenannten Erörterungstermins, noch mehr als 100 Einwender erschienen waren, kamen am Freitag, dem dritten Erörterungstag, nur noch gut 50 Einwender.

Sachliche aber langwierige Debatte

Auf der Tagesordnung stand am Freitag das kontroverseste Thema bei der Tesla-Ansiedlung: Wasser. Viele der insgesamt mehr als 400 Einwendungen drehen sich um vermeintlich drohende Wasserknappheit in der Region. Auch fürchten Einwender, dass unterirdische Fundamentpfähle der Fabrik und aufsteigendes Salzwasser die Qualität des Grundwassers schädigen könnten.

Nachdem am Mittwoch stundenlang hitzig über Verfahrens- und Protokollfragen diskutiert worden war, war die Stimmung am Freitag moderater. Aber immer wieder vorgebrachte Befangenheitsanträge gegen Diskussionsleiter Ulrich Stock vom Landesumweltamt, sorgten nach wie vor dafür, dass die Debatte nur langsam voranging.

Am Montag soll weiter diskutiert werden

"Der Aufwand und der Umfang des Termins gestalten sich sehr viel umfangreicher, als wir das ursprünglich vorgesehen hatten", sagte Diskussionsleiter Ulrich Stock vom Landesumweltamt am Freitag bei der Veranstaltung. Er schätzt, dass bisher nur ca 40 Prozent aller Themen besprochen wurden. Deshalb soll am Montag weiterdiskutiert werden. Dann stehen unter anderem die Themen Verkehr und Klimaschutz auf der Tagesordnung. Erst wenn alle Themen aus den Einwendungen besprochen sind, darf das Landesumweltamt die Tesla-Pläne genehmigen. Bisher baut Tesla in Grünheide nur mit Vorab-Genehmigungen, das Unternehmen müsste alles wieder abreißen, sollte die endgültige Genehmigung für das Werk ausbleiben.

61 Kommentare

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  1. 61.

    Sie regen sich darüber auf, dass russisches Erdgas bei Tesla verwendet wird, nutzen aber im Rahmen Ihrer Möglichkeiten russisches Erdöl, obwohl Sie Alternativen hätten. Die Produktion eines Verbrenner unterscheidet sich nur im Bereich Motor und Energiespeicherung von der eine E-Autos. Auch Ihre CO2-Schleuder wurde in einer Fabrik gebaut, nur dass die vor anderer Leute Haustür errichtet worden ist.

    Bei einer Demokratie kann man nie allen Recht machen. Es gibt immer Konflikte mit Partikulärinteressen. Deshalb gibt es demokratisch aufgestellte Regeln und Gesetze, die Ihnen aber nicht passen. Sie bevorzugen offensichtlich eher eine Ochlokratie mit Ihnen als oberstem Herrscher, der hier in den Kommentaren gerne den Pluralis Majestatis verwendet. Dabei blitzt oft Ihr Hass auf die Amis, Polen und anderen Fremden hervor. Vor lauter Schaum vor dem Mund verwechseln Sie sogar die Produktion von Rüstungsgütern mit den geplanten Produkten der hier entstehenden Fabrik.

  2. 60.

    Man kann sie nicht mehr für "voll" wahrnehmen. Immer der gleiche Schwachsinn. Wer importiert denn alles Erdöl und produziert daraus u.a. auch Benzin ? Wer tankt denn stets viel mehr als ich ? Sehen sie sich nur die Typen da in Erkner an. Ich habe insgesamt eine demokratischere Entwicklung erwartet als diese Tesladoktrin. Wer im Trinkwasserschutzgebiet eine solche Giga baut schädigt nicht nur unsere Natur. So undemokratisch geht es nur in diktatorisch regierten Ländern zu. Hier ging es nicht viel anders zu. Es steht doch längst fest, dass die Giga genehmigt wird und dazu noch mehr Wald geschlachtet wird. Es wird doch nicht nur russ. Öl importiert. Onkel Sam hat noch ganz andere Pläne mit unserem unfreien Land. Rüstung produziert mehr CO2 als alle i-10 zusammen. Sie erreichen nur unsere Wut zu vergrößern !

  3. 59.

    Richtig! China könnte uns überrollen! Auch die deutsche Autoindustrie ist in Gefahr. Neben BMW heben Sie ja auch immer wieder auf Volvo ab, die schon lange den Chinesen gehören. Die haben es vorgemacht und importieren Autos nach Europa, der BMW iX3 folgt dem Beispiel. Auch Tesla spielt angeblich mit dem Gedanken. Das wäre dann doch ganz in Sinne der Reichsbedenkenträger wie Sie.

    Schauen Sie sich die Zahl der Einwendungen gegen die MVA an. Die lag deutlich höher als hier. Es gab viel mehr Kritiker.

    Euer Scheinheiligkeit, die russisches Rohöl gerne in CO2 umwandelt, hat sich auch nicht am Energieverbrauch bei der Herstellung Eurer CO2-Schleuder gestört. Da das auch für andere Standorte gelten würde, ist das zudem eh kein Argument gegen die Fabrik in diesem Industriegebiet.

  4. 58.

    Cemex betreibt hier ein ziemlich modernes Zementwerk. Daneben baute man eine Verbrennungsanlage, die zuerst nur für die Stromversorgung von Cemex dienen sollte. Daraus entstand dann die Müllverbrennungsanlage, die sogar den Brennprozess ermöglicht. Eine Bürgerinitiative in Hennickendorf war damals sehr erfolgreich. Das neue Wohngebiet am Stienitzsee liegt ja bei Westwind direkt in der Stinkefahne.

  5. 57.

    Europas Entwicklung war kürzlich Thema bei t-online. Es droht die ernste Gefahr des Untergangs. Kein Wunder; die EU hat ja die "fähigsten" Leute in Brüssel. Kürzlich faselte die vdL Dinge, gut für Hausfrauentreffen; es folgte sogar konkrete Kritik. Ändern tut sich da nix. China wird uns überrollen. So groß ist meine Welt und mein Interesse; ändern kann ich es leider nich. Aber wir haben ja "Neumanns". :=)

  6. 56.

    Sie konstruieren auf meine Frage einen Sinn-eben nach Neumannart-der so abwegig ist; mir überhaupt nicht in den Sinn kommen würde. Mir geht es um die Qualifikation deutscher Ingenieure und Facharbeiter der Autoindustrie, die der Musk doch braucht und nutzen muss um sein Teslablech konstruktiv auf Niveau zu bringen. Sehen Sie sich mal die Verarbeitung bei VOLVO oder BMW an. Polen hat zwar sehr gute Baufachkräfte aber Autodetails mit Niveau ist da nicht zu entwickeln. Ich erinnere zusätzlich an die Berlinpläne von Musk. Polens Energieerzeugung ist sogar Schulkindern bekannt. Hier verbrennt Tesla dann auch massig Gas und das ist dann ihr Teslalieblings- CO2 ?

  7. 55.

    Europa ist bedeutend als grösser Ihre kleine Welt:
    "Der europäische Pkw-Markt sei bis Mai um 43 Prozent zurückgegangen,
    ...
    Der europäische Markt werde besonders stark schrumpfen - um voraussichtlich 24 Prozent. Für den deutschen Markt wird ein fast so großer Einbruch erwartet" berichtete z.B. die Deutsche Welle Anfang Juli.

    Zu Vergleich die Anzahl der Neuzulassungen von ausschließlich durch einen Elektromotor angetriebene PKW nur für D. laut Statistischem Bundesamt :
    2020 77.181 (bis einschl. August)
    2019 63.281
    2018 36.062

  8. 54.

    An Ihrer Frage erkennt man wieder mal, dass es Ihnen gar nicht um die Umwelt geht. Schauen Sie sich nur mal den Strommix von Polen an. Aber für den CO2-Ausstoss haben Sie sich in dieser Diskussion noch nie ernsthaft interessiert.

  9. 53.

    Aber Herr Neumann; Sie führen hier schon lange die Teslafraktion an. Warum wollte der Musk unbedingt nach DE und obendrein Berlinnähe ? Deutsche Ingenieurskunst sollen die Blechkisten aufbessern. S. Klebeband zur Befestigung d. Wärmetauschers und so viel andere ungekonnte Dinge. Warum ist der nicht nach Polen oder Rumänien gegangen ?

  10. 52.

    Qualität wäre, wenn sie, als jemand der den Bau der Fabrik ablehnt, auf Basis geltenden Rechts aufzeigen würden, warum eine Genehmigung nicht erfolgen kann. Stattdessen wird mit immer größeren Fläschenverbrauch, Infrastruktur, die Veränderung der Region, das es nicht soviel Personal gibt wie das Werk brauchen wird, und und und argumentiert. Wenn sie natürlich jetzt hier ein Gesetz präsentieren, in dem es heißt: Ein Bauantrag darf nicht genehmigt werden, wenn zukünftig durch weitere Ansiedlung Fläche versiegelt, Infrastruktur ertüchtigt/geschaffen wird etc. etc. ", wäre ich überrascht.

  11. 51.

    Was schreiben sie da für einen Unsinn ? Hier in der TG kann man 2 neue SUV ansehen. 1x AUDI und einmal BMW mit 3 und 4 L Hubraum. Der BMW sieht verdammt bissig aus. So etwas kann Tesla nicht. So durch und durch Wertarbeit.

  12. 50.

    Wenn Ihre Qualität nicht bald rasant zunimmt, die die Fabrik endgültig rechtskräftig genehmigt.

  13. 49.

    Abwarten, Herr Neumann.
    Das ist wie mit Ihren Kommentaren. Sie setzen auf Quantität, wir auf Qualität.

  14. 48.

    Nochmals auch für Sie:
    Müllverbrennung Rüdersdorf: rd. 2300 Einwendungen
    Schweinemast Hassleben: rd. 1000 Einwendungen

    Natürlich muss der Staat seine Muskeln haben spielen lassen, dass es nach der ersten Auslegungsrunde nur gut 300 und jetzt insgesamt etwas über 400 Einwendungen gibt. Sonst wäre ja tatsächliche nur ein kleine Minderheit gegen diese Fabrik. Das darf ja nicht sein, weil auf Ihrem Kartenhaus etwas anderes steht.

  15. 47.

    Das ist Absicht, damit die Verschwörungstheoretiker Futter bekommen. Sie sind ja zudem schon so lange bei den Diskussionen des RBB dabei, dass Sie mit Ihrem fundierten Wissen zusammen anderen doch der BI gegen Tesla hätten zuarbeiten können, wo Sie schon Ihre Wissen über die Coronella Phantastica nicht mit der Grünen Liga haben teilen wollen.

  16. 46.

    Und zum Thema aufzeichnen. Dazu müsste jeder im Saal sein Einverständnis erklären. Wenn auch nur einer dabei ist, der ne sagt, Pech gehabt.

  17. 45.

    Bringen sie halt einfach mal Fakten. Um mal Stock zu zitieren: "Ziel des Verfahrens sei es am Ende, dass die Behörde zu einer Entscheidung komme, die einer gerichtlichen Prüfungen standhält."

    Dieser gerichtlichen Prüfung würde sie nicht standhalten, wenn sie endlich mal fakten liefern würden. Sie können jetzt weiter wild irgendwelche Sachen behaupten, sollten diese dann aber auch belegen. Aber jetzt können sie gerne wie bei der Erörterung lachen. Und wenn sich die Leute erst für ihre Umgebung interessieren, wenn es zu spät ist, dann ist es ihre Schuld. Gerade bei einem Thema das so präsent ist. Die Antragsunterlagen dazu konnte schließlich jeder auf diesem Planeten einsehen der Zugang zum Internet hat.

  18. 44.

    Teil 2:
    in den Bereichen des ÖPNV. Der Busverkehr wird endlich ausgebaut, der RE 1 hält öfter und es gibt Umgehungsstraßen. Die Gemeinden sind zukünftig finanziell in der Lage ihre öffentlichen Pflichtleistungen wie Grundschule, Kita und Hort, Turnhallen und Fußballplätze erneuern zu können. Auch im Bereich des Tourismus und des Einzelhandels wird es endlich wieder vorwärts gehen. es geht umd eine Zukunft der Region ohne finanzielle Abhängigkeit von Berlin oder Bundesumlagen. Andere Bundesländer beneiden uns um unser Glück.
    Wer aber schon am Ende seines Lebens ist und aus seinem bezahlten Eigenheim guckt, dem ist die Zukunft der Jugend schlicht weg egal.

  19. 43.

    Was glauben sie, warum eine eigentlich öffentliche Veranstaltung im Halbdunkel durchgeführt wird? Warum es nur Tonübertragung ohne Aufnahmemöglichkeit gibt? Es gibt genug Menschen, die sich erst für ihre Umgebung interessieren, wenn alles zu spät ist. Sie werden später dazukommen. Der taktische Plan ist aufgegangen. Vor jeglicher Widerspruchsmöglichleit Tatsachen zu schaffen. Jetzt vor Gericht zu ziehen, nachdem man gemerkt hat dass die jetzt laufende Tesla Überzeugungsveranstaltung in keinster Weise zur Klärung wichtiger Umweltschutz Frage führt, kann Jahre dauern. Im übrigen sind die Vorträge der umwelverbände sehr inhaltsreich und bringen die Tesla Vertretung regelmäßig zu Schweissausbrüchen. Wenn es nach dem Moderator (hoher Mitarbeiter beim LFU)ginge, würde es genügen, die Vorträge anzuhören, die Einwender anschließend nach Hause zu schicken und am nächsten Tag die Genehmigung zu verkünden. Auch ich sehe hier eine Befangenheit...

  20. 42.

    "Wen meinen sie mit Minderheit? Weder gibt es gemessen an der Projektgröße viele Einwände noch großen Gegenprotest. Wenn der Widerstand so groß ist, warum sieht man ihn dann nicht? Auch kommt kein Inhalt um das Projekt verhindern zu können."
    Wenn ein Projekt, sinnig oder unsinnig, politisch gewollt ist, lässt auch der Staat in Form einer groß angelegten Kampagne seine Muskeln spielen. Man muss sich schon sehr bemühen diese perfiden Machenschaften aufzudecken. Deshalb wissen Sie, wie viele andere auch, eben nur das was Sie wissen dürfen.

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