Tesla Erörterung Tag sieben in Erkner.
Audio: Antenne Brandenburg | 01.10.2020 | Felicitas Montag | Bild: Felicitas-Montag

Tag sieben der Tesla-Anhörung - Bürger und Tesla-Vertreter diskutieren Verkehr und Baurecht

In Erkner haben am Donnerstag wieder Bürger, Beamte und Tesla-Mitarbeiter über die in Grünheide entstehende Tesla-Fabrik diskutiert. Es geht um mehr als 400 Einwendungen, die gegen das Werk des US-amerikanischen Elektroautoherstellers beim Landesumweltamt eingegangen sind.

Am siebten Tag des Erörterungstermins sind 26 Bürger in die Stadthalle in Erkner gekommen. Zu Beginn der Diskussion vergangene Woche Mittwoch waren noch 100 Teilnehmende anwesend. Auf der Agenda standen am Donnerstag die Themen Verkehr, Raumordnungsrecht und Baurecht.

Keine Tankstellen, aber Ladesäulen

Tesla rechnet damit, dass etwa 2.100 Pkw von Mitarbeitenden pro Schicht das Gelände ansteuern. Das Unternehmen geht dabei von einer Person pro Fahrzeug aus. Täglich sind drei Schichtwechsel geplant, um 06.00, 14.00 und 22.00 Uhr. Die Fahrzeuge sollen über zwei Knotenpunkte an der Landstraße 38 und über eine temporäre Ausfahrt auf die A 10 zum Fabrikgelände gelangen. Auf Rückfrage einer Bürgerin erklärte Alexander Riederer von Tesla, dass keine Tankstellen rund um die Giga-Fabrik geplant seien. Ladesäulen für E-Autos soll es aber geben.

Einwender fordern Raumordnungsverfahren

Mehrere Bürger haben einen Antrag für ein so genanntes Raumordnungsverfahren gestellt, um die Folgen der Industrieansiedlung auf die Natur zu untersuchen. Dieses habe es bislang nicht gegeben, ebenso wie eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Jan Thiele, Anwalt der Gemeinde Grünheide, begründet diese Verfahren damit, dass es bereits einen rechtskräftigen Bebauungsplan gibt, insofern eine Prüfung nicht erforderlich sei. Kritisiert wurde auch, dass der Bebauungsplan fast 20 Jahre alt ist. Viele Einwender halten ihn deshalb nicht mehr für zeitgemäß, weil die Ansiedlung von Tesla erhebliche Auswirkungen auf die Region hat.

Hoffnung auf ein baldiges Ende

Die Diskussionen verlaufen sachlich und konstruktiv, aber zäh. Das Landesumweltamt hofft dennoch, dass die Erörterung der Einwendungen am Freitag abgeschlossen werden kann. Dann soll es um die Themen Arbeitsschutz, Umwelt-und Klimaschutz gehen. Diskussionsleiter André Zschiegner schließt aber nicht aus, dass die Gespräche auch nächste Woche noch weitergehen. Die Stadthalle Erkner steht dann weiterhin als Standort zur Verfügung.

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14 Kommentare

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  1. 14.

    Auch wenn Sie aus Frust über die Realität jenseits Ihrer Welt schreien, fehlen da noch viele Flächen, um Ihre Behauptung zu den 10 - 12 km² Realität werden zu lassen. Sie hatten dabei ja in Ihrer Phantasiegeschichte großzügig den gesamten Bereich östlich des Industriegebietes zur Rodung freigegeben.


    Wenn Sie sich den Plan anschauen würden, würden Ihnen auch die neuen P-R-Parkplätze an den verlängerten Bahnsteigen im Industriegebiet aufgefallen. Hätten Sie die lieber im Bereich der heutigen Bahnsteige, die an der Stelle eh nur aufwendig verlängert werden können, eingerichtet gesehen?

  2. 13.

    "...Es wird Tesla-bedingt lediglich der Waldweg zu einer Straße parallel zur Eisenbahn ausgebaut. Davon verlaufen lediglich ein paar hundert Meter im LSG. ..."
    Herr NEUMANN, irgendwann ist es auch mal gut, es reicht!
    Was soll das?
    Sie relativieren die verbrecherische Zerstörung der Umwelt in einer ganzen Region für eine Automobilfabrik, in dem Sie meinen, dass nur ein Waldweg "ausgebaut" wird?
    Dass Ihnen Bäume und Tiere egal sind, ist hinlänglich bekannt.
    Die Menschen, die hier wohnen sollten ihnen jedoch nicht egal sein.
    Was sind Sie nur für ein Mensch, schämen Sie sich.

  3. 12.

    Das Naturschutzgebiet wird nicht wesentlich verkleinert, sondern schlimmstenfalls am Rande durch die niveaufreie Kreuzung der Bahntrasse tangiert. Es wird Tesla-bedingt lediglich der Waldweg zu einer Straße parallel zur Eisenbahn ausgebaut. Davon verlaufen lediglich ein paar hundert Meter im LSG. Die niveaufrei Kreuzung der Bahngleise, mehr P+R-Parkplätze sowie die Verlängerung der Bahnsteige, die an der Stelle in Grünheide nur extrem aufwendig möglich ist, stand auch ohne diese Ansiedlung auf der politischen Agenda. Der RE1 wurde bekanntlich gemäß einer Auschreibung aus 2017 schon vor einiger Zeit in dichtere Zugfolge bestellt und soll demnach später optional nochmals verlängert werden.

    Man könnte die Über-/Unterführung gerne auch weglassen und nur den Fußgängern und Radfahrern mittel Treppen und Fahrstühlen eine niveaufreie Querung der Bahngleise ermöglichen.

  4. 11.

    Das verkehrskonzept, welches für noch mehr Einschnitte und Trennung im Landschaftsschutzgebiet sorgt? Somit den Bewohnern des Naturschutzgebiets den Lebensraum wesentlich verkleinert und zerschneidet?

  5. 10.

    Natürlich darf Ihr üblicher Hinweis auf Polen nicht fehlen. Schauen Sie sich aber einmal das langfristige Verkehrskonzept. Das bürgt eine nicht nur für Sie herbe Überraschung.

  6. 9.

    Man wühlt doch schon an der neuen aber provisorischen AS. Wenn es aber gleich nach Polen geht bleibt ja nur Dreieck Spreeau.

  7. 8.

    ???
    Genauso wie sie auch runter gekommen sind.
    Plus dann irgendwann über die zusätzliche Auf/Abfahrt die im nördlichen Ende des Werksgeländes gebaut werden soll.

  8. 7.

    Mal was Sachliches:

    Wo sollen mit Produktionsstart denn die 6300 Fahrzeuge pro Tag wieder AUF die Autobahn kommen? Bzw. der Teil, der Richtung Süden muss?
    Doch nicht etwa über die klapprige, einspurige Freienbrinker Brücke zur A10, oder?

  9. 6.

    Im Autohof Freienbrink kann man auch z.B. mit Kredit- oder EC-Karte zahlen. Warum sollten die nicht auch Bargeld nehmen? Dort findet man übrigens bereits seit einiger Zeit auch Ladepunkte sowohl von Tesla wie auch einem anderen Betreiber.

    Der Bürgermeister würde trotz Ihres pathologischen Neides auch auf sein Auto die Ladesäulen selbst mit einer anderen China-Karre kaum nutzen. Die dauerhaften Ladesäulen würden genau wie die bereits vorhandenen temporären nicht öffentlich zugänglich sein, sondern den dort anwesenden Mitarbeitern und Besuchern vorbehalten. Gleiches gilt z.B. auch für die Ladesäulen auf dem Werksgelände von VW Zwickau.

  10. 4.

    Die ist doch nur für die Großverbraucher / LKW da. EDEKA u. LIDL haben da Tankkarten. Nx mit Bargeld für Tesleraner aus Polen. Allerdings werden di stets ausreichend getankt haben. Bin gespannt wer da die Tanksäulen benutzt. Nicht mal der Grünheider Bürgermeister; der ist in VOLVO - Verbrenner verliebt. Wer hat nun ausschlaggebend an Tesla unsere wertvolle Gegend verschleudert ?

  11. 3.

    Und das in einem Wasserschutzgebiet. ;-) Die Verbrennerfraktion hat das offensichtlich nicht gestört.

  12. 2.

    Die Tankstelle ist doch gleich gegenüber, warum sollte man da eine bauen? Fragen gibts.

  13. 1.

    Warum sollte Tesla eine Tankstelle bauen wollen? Das würde die Zaofsäulenbetreiber gegenüber auf die Palme bringen.

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