Die Rodung im Tesla-Wald schreitet schnell voran (Quelle: rbb/Oppermann).
Video: Brandenburg Aktuell | 01.07.2020 | Phil Beng | Bild: rbb/Oppermann

Verzicht auf Batterieproduktion - Tesla will weitere 40 Hektar Wald roden lassen

Der US-amerikanische Autohersteller Tesla hat seine Pläne für die in Grünheide (Oder-Spree) geplante Fabrik überarbeitet. Wie das Landesumweltamt am Montag mitteilte, sollen in der Fabrik nun keine Batterien mehr produziert werden. Der Wasserverbrauch wird reduziert - dafür soll mehr Wald gefällt werden.

Größere Gießerei und ein Feuerwehrgebäude

Neben der Batteriemontage sollen auch keine Plastikteile mehr in Grünheide gefertigt werden. Auf der anderen Seite ist in der Gießerei eine höhere Kapazität geplant.

Auch die Baupläne haben sich geändert: So soll das Fabrikgebäude nur noch 15 statt 24 Meter hoch werden. Zudem ist auf dem Werksgelände ein Feuerwehrgebäude vorgesehen.

Weitere 39 Hektar sollen gerodet werden

Laut den ab Donnerstag einzusehenden Unterlagen soll jetzt ebenfalls mehr Waldfläche gerodet werden. Statt der zunächst geplanten 150 sind es nun 190 Hektar Kiefernwald. 92 Hektar sind bereits gefällt worden. Weitere 63 waren schon für den Herbst dieses Jahres vorgesehen. Die Bäume sollen dann an anderer Stelle neu angepflanzt werden.

Schließlich sollen unterirdische Pfähle das Fundament der Fabrik stützen. Eine Sprecherin des Landesumweltministeriums teilte dem rbb am Mittwoch mit, diese sollten unter Presswerk und Gießerei stehen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 01.07.2020

Kommentarfunktion am 05.07.2020, 13:37 Uhr geschlossen

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70 Kommentare

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  1. 70.

    Wo sind Sie gewesen, als Erkner im Wasserschutzgebiet neue Baugebiete ausgewiesen hatte und sogar vor Gericht gezogen ist, damit die B-Pläne bei der Änderung der Wasserverordnung Gültigkeit behalten?

    Kennen Sie die begleitenden Maßnahmen u.a. für den SPNV, die auch Erkner betreffen, die dank Tesla ein höhere Priorität bekommen haben?

  2. 69.

    Da die neben der Hauptzufahrt zum Teslagelände auf dem Baustellenschild verkündete Adresse des angeblichen Bauherrn laut eines Berichts der MAZ eine Luftnummer darstellte, sollte man in Grünheide hinterfragen, wo hier beabsichtigt werden soll den Firmensitz einzurichten. Das mit der Umverlegung nach Grünheide ist wahrscheinlich auch nur eine Finte, um wieder Zeit zu schinden. Es gibt gegenwärtig kein Gebäude, wo Tesla den Briefkasten befestigen könnte. Dafür kommen nur ein paar Container oder die mobilen Toilettenanlagen in Frage, die widerrechtlich in der Wasserschutzzone auf der freigelegten Sandoberfläche abgestellt wurden. Mich würde interessieren, welches dieser Häuschen für Elon Musk reserviert ist. Bei so viel ??? muss die für die Entsorgung zuständige Firma bestimmt mehrmals am Tag zum Reinigen anrücken.

  3. 68.

    Ich hab selten so ein widersprüchlichen und verdrehten Kommentar gelesen. Ein für die Klimatisierung des Ballungsraum Berlin wichtiger Grünzug, wurde hier unterbrochen. Mal abgesehen von der Gefahr für unser Trinkwasser. Das ist ein gewaltiger Umweltfrevel!
    Offensichtlich haben Sie keine Vorstellung wie groß drei Quadratkilometer sind. Zumal jetzt nur ein Teil dieser riesigen Fläche gerodet ist. Man ist jetzt schon geschockt, muss man da vorbei!
    Wir haben genug alte Industriebrachen in Brandenburg, dort hätte Tesla bauen können.

  4. 67.

    Im Land Brandenburg spielt Naturschutz sowieso nur eine untergeordnete bis gar keine Rolle !!! Grosse Flächen, werden durch die Agrarlobby und durch die Forstindustrie in Monokulturen, in Windparks, in Solarfelder, usw. umgewandelt. Da ist ein innovatives modernes Unternehmen an der A10, eine einmalige Chance, um die Lobby der Agrarindustrie und der Forstindustrie zu durchbrechen-mit ihrem riesigen Flächenfrass. Die Tesla-fabrik benötigt gerade einmal 3 Quadratkilometer Fläche an einer Sechsspurigen Bundesautobahn und schafft dafür Zigtausende moderne Arbeitsplätze. Gegen den Naturschutz, arbeitet nicht Tesla- sondern die Menschen, die moderne Industrie in Brandenburg verhindern wollen. Wer gegen moderne Industrie ist, arbeitet der Forst-und Agrarindustrie mit ihren Monokulturen in die Hände.

  5. 66.

    Grünheide liegt direkt am Berliner Ring, das ist Speckgürtel! Erkner liegt keine drei Kilometer von der Tesla Baustelle entfernt. Wir haben jetzt schon genug Zuzug, hier wird alles zu gebaut. Wir erwarten hier ein Verkehrschaos und eine weitere Zerstörung unserer Landschaft. Durch Straßenbau, Einfamilienhaussiedlungen..... nur mal so nebenbei.

  6. 65.

    Vor kurzem schrieb Herr Neumann von vielfachen Zuzug. Und sorgte sich um zu wenige Arbeitsplätze für die zugezogenen. Was denn nun? Zu wenig?Zu viele? Ich kann es ihnen sagen. OHV und HVL haben schon in den neunzigern viel Fläche zum Bebauen freigegeben. Deswegen ist die Bevölkerungsdichte besonders im Speckgürtel sehr hoch. Dort ist so etwas einmaliges wie das Grünheider Wald und Seen Gebiet nicht zu finden. Soll es dort genau so aussehen wie am nordwestlichen Berliner Ring? Warum? Weil Naturschutz keine Rolle spielt? Weil Landschaftsschutzgebiete nur Empfehlungen sind und nach belieben in Industriegebiete und Wohngebieten mit Kleinstadt Charakter umgewandelt werden können? Welche Zahl für Bevölkerungsdichte ist denn die Richtige?

  7. 64.

    „18 Monate Jair Bolsonaro in Brasilien: Viel Schatten und wenig Licht.“

    So lautet eine großaufgemachte Schlagzeile im Internet. So weit hätte der deutsche Analyst nicht schauen müssen, denn so ähnliche Dinge passieren gegenwärtig auch in Grünheide.
    Unter Bezug auf die Landesgröße Brasilien/Brandenburg ist prozentual gesehen die von Brandenburgs Politiker in Freienbrink geförderte Waldvernichtungsfläche größer als die in Brasilien. Das heißt auch Herr Bolsanaro hat noch Luft, bevor man mit dem warnenden Finger auf ihn zeigt.
    Ferner wird weiter berichtet: „Das "Highlight" gebührte aber Salles, als er sagte, die Regierung solle doch die Verwirrung um die Covid-Krise nutzen, um Umweltgesetze und –standards zu lockern. Die Umweltschutzorganisation WWF sprach daraufhin vom Umweltzerstörungsminister.“
    In Brandenburg ist es nicht anders, Covid-19 wird missbraucht, Tesla-Kritiker nicht zu Wort kommen zu lassen, laut Grünem? Minister handelt es sich um wertlosen, sterilen Stangenwald.

  8. 63.

    Verdichtung der Region ??? Oder Spree ist die Region im Berliner Umland, die seit der Wende, tausende Einwohner verloren hat und dieses Defizit ist noch lange nicht ausgeglichen. Der Landkreis LOS, hat im Vergleich zu anderen Landkreisen im Berliner Umland, eine sehr geringe Bevölkerungsdichte. Vergleich dazu: BAR, OHV, HVL, MOL.

  9. 62.

    Die Hauptwindrichtung ist allgemein bekannt, das ändert aber nichts daran, dass gerade unsere Gegend sehr windarm ist. Hier kommt die Thermik mehr zum tragen. Hier bilden sich Strömungen. Die Luft über bebautem Gelände heizt sich extrem auf. Wir werden unter den Auswirkungen leiden, wenn hier die Abgase der Lackiererei und Gießerei ankommen und der erste Störfall das Trinkwasser verschmutzt. Die ganz bösen Kiefern, weder die Baumart noch die Nutzungsart, ist hier wirklich relevant. Die hätten auch den beste Mischwald geopfert.

  10. 61.

    Die Brandenburger Landesregierung, wendet seit dreissig Jahren, Milliarden-Beträge auf - um die Grenzregion in Süd-und Ostbrandenburg, in punkto Arbeitsplätze und Einwohner voranzubringen. Tesla ist das Beste, was die Landesregierung seit der Wende, für Brandenburg erreicht hat.

  11. 60.

    Ich wusste nicht das unser Ministerpräsident, Potsdamer ist. Der Verkehr in Potsdam ist grausam, der Wohnungsbau für den Zuzug lässt zu wünschen übrig und das Theater und die Kultur würde eher nach Brandenburg an der Havel oder FF gehören, als wie in eine 200000 Einwohner Stadt. Und von den ,,Kaufhäusern,, in der Innenstadt, ganz zu schweigen. Da werden wohl mehr Politiker in ihrer Region leben, oder von dort kommen und die schaffen daher auch neue Arbeitsplätze und neue Infrastruktur in ihrer Region. Potsdam hat damit wenig zu tun, dahin pendeln die Politiker nur zur Arbeit. Also, seien Sie zufrieden, das in ihrer Region, neue Arbeitsplätze und Infrastruktur entstehen, dafür können Sie ihren Politikern vor Ort danken.

  12. 59.

    Genau... so sehe ich das auch. Ich verstehe nicht warum es dann ....Schutzgebiet heißt, wenn es nach belieben in Industriegebiet umgewandelt werden kann... Das, was (angeblich) nachgepflanzt wird,hat lange nicht den ökologischen Wert dessen was gefällt wurde und noch gefällt wird. Dazu kommt durch die unvermeidliche Verdichtung der Region die Zerschneidung oder Unterbrechung von jetzt noch riesigen, zusammenhängenden Waldgebieten. Auch das können die über vierzig räumlich an verschiedenen Stellen befindlichen nachpflanzungen NICHT ersetzen!

  13. 57.

    Was Tesla gekauft hat weiß keiner außer das Triumpfirat in Potsdam. Was Tesla noch alles erlaubt wird, ist eine Schande Brandenburger Landespolitik. Es stinkt an allen Enden und Ecken. Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen irgendwann zur Rechenschaft gezogen werden.

  14. 56.

    Eine Firma wie Tesla würde es ohne Umweltgesetze, Emissionshandel und umfangreichste Förderungen in dieser Form überhaupt nicht geben. Dass sich gerade eine solche Firma dazu hinreißen lässt, sich hier aufzuführen wie die buchstäbliche Axt im Walde, ist nicht nachvollziehbar. Die Verantwortung hierfür liegt jedoch in erster Linie bei unseren Politikern und Behörden, die dies befördern bzw. zulassen.
    Der Brandenburger Wald sieht zu 90% genauso aus wie der Grünheider Wald - übrigens bis auf die ausgenommene Fläche Landschaftsschutzgebiet - warum wohl? Weil er so ökologisch wertlos ist?
    Landschaftsschutzgebiet „Müggelspree-Löcknitzer Wald- und Seengebiet“
    https://bravors.brandenburg.de/de/verordnungen-212852
    In spätestens 20 - 30 Jahren hätten wir auch hier schönsten Mischwald gehabt.
    Auf den 48 ausgelaugten Ersatz-Ackerflächen wird dies 300 Jahre dauern.
    Dann fährt kein Batterieauto mehr.

  15. 55.

    In Wirtschaftswäldern werden Bäume gefällt. In ein paar Jahren wären diese dran gewesen. Alt genug sind die meisten.

  16. 54.

    Die Waldäcker wie solche Monokulturen sind nach Ansicht der Umweltverbände von geringer ökologischer Bedeutung. Gerade angesichts des Wasserschutzgebietes hätte es in den letzen Jahren zig Gelegenheiten gegeben, den Bebauungsplan aufzuheben. Warum haben die Kiefernfreunde die Gelegenheit nicht ergriffen?

    Ihre Heimatstadt war federführend vorne dabei, dass die alten B-Pläne auch mit Änderung der Wasserverordnung samt zugehörigen öffentlichen Anhörungen (Plural!!!) ihre Gültigkeit behalten. Grünheide hat sich früh dafür eingesetzt und versuchte danach, das Industriegebiet zu vermarkten.

    In Westeuropa und damit auch in Berlin herrscht Westwind vor wie auch die Bäume angesichts des von Frau Dr. Schroeder kolportierten Alters den Zenit der CO2-Bindung längst überschritten haben und unter Forstfachleuten bekannt ist, dass die Kiefernwälder vergleichsweise wenig zur Grundwasserneubildung beitragen und solche Monokulturen auch artenarm sind. Können Sie Ihre Behauptungen angesichts desse

  17. 53.

    Gesamtfläche von Grünheide 120 Quadratkilometer. Gesamtfläche von Brandenburg 29700 Quadratkilometer. Gesamtfläche des gerodeten Nutzforstes wahrscheinlich 1 bis 3 Quadratkilometer. Gesamtfläche, die die Agrarindustrie für Monokulturen, Massentierhaltung, Windparks und Solarfelder benötigt, wahrscheinlich halb Brandenburg. Für diese 1 bis 3 Quadratkilometer Monowald an der A10 entstehen Zigtausende moderne Arbeitsplätze.

  18. 52.

    Minderwertige Bäume gibt es nicht. Ihre „höherwertigen“ Laubbäume auf den Ersatzflächen, können durch den Klimawandel vertrocknen. Daher wird auch wieder Kiefer aufgeforstet, da dem Standort angepasst. Der Ersatzwald braucht Jahrzehnte um zum richtigen Wald heranzuwachsen. Wir haben hier trotzdem unter den Auswirkungen der massiven Versiegelung zu leiden. Ein für die Klimatisierung des Ballungsraum Berlin wichtiger Grünzug, wurde hier unterbrochen. Mal abgesehen von der Gefahr für unser Trinkwasser.

  19. 51.

    Dieses Waldgebiet war Teil eines Landschaftsschutzgebiets und kein Industriegebiet!
    Vor zwanzig Jahren hatten wir noch andere Zeiten. Die Arbeitslosigkeit lag bei fast 20 Prozent, jede Kommune hat versucht Gewerbe anzusiedeln. So ist diese Fehlentscheidung gefallen. Zumal schon zu damaligen Zeiten ein Unding, angesichts des Trinkwasserschutzgebietes. Übrigens ist keine Baumart ökologisch wertlos. Die Kiefer ist der standortgerechte Baum für trockene Sandböden. Produziert Sauerstoff, filtert Staub und Schadstoffe, bindet CO2.

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