Elon Musk (Quelle: dpa/Susan Walsh)
Audio: Antenne Brandenburg | 24.09.2020 | Andreas Oppermann | Bild: dpa/Susan Walsh

Kommentar | Musk kündigt Neuerungen an - Auf Teslas "Battery Day" bleibt für Grünheide vieles offen

Tesla-Chef Musk hat unter dem Titel "Battery Day" Änderungen an seiner Batteriezellen-Produktion angekündigt. Billiger sollen E-Autos werden, die Batterien umweltfreundlicher. Die Auswirkungen auf den Fabrikbau in Grünheide sind offen. Ein Kommentar von Andreas Oppermann

Tesla-Chef Elon Musk hat in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in den USA über die Pläne seines Unternehmens gesprochen, für das er derzeit in Grünheide (Oder-Spree) eine Fabrik errichten lässt. Beim "Tesla Battery Day" kündigte er an, Tesla plane selbstfahrende Elektroautos künftig preiswerter zu verkaufen. Für die neuen E-Autos soll es auch eine neue Art von Batterien geben, die ohne das umweltschädliche Material Kobalt auskommen.

Tesla will Batterien in Zukunft selbst bauen und nicht mehr einkaufen. Und das komplett neu: mit doppelter Reichweite zum halben Preis. Das hat Elon Musk auf dem "Tesla Battery Day" angekündigt. Damit präzisierte er Andeutungen, die er bei seinem Besuch in Grünheide (Oder-Spree) vor drei Wochen gemacht hatte. Doch außer dem Hinweis, dass auch in Grünheide Batterien hergestellt werden sollen, sorgte Musk für unsere Region nicht für Klarheit.

Drei Jahre bis zur Serienproduktion

Tesla denkt Batterien komplett neu. Auf das umweltschädliche Schwermetall Kobalt soll verzichtet werden. Bei der Nutzung soll kaum noch Wärme entstehen. Und für den Aufbau der Batterie gibt es ein ganz neues Design. Das finden Experten sensationell. Aber: Musk spricht von drei Jahren, die bis zur Serienproduktion seiner neuartigen Batterien noch vergehen könnten.

Losgehen soll die Fertigung in den USA. Aber auch in Grünheide und Shanghai sollen Batterien hergestellt werden. In den ersten Plänen für die im Bau befindliche Fabrik in Grünheide war genau das schon vorgesehen - in der zweiten, jetzt aktuellen Planungsrunde sind sie aber herausgefallen. Deshalb wird darüber am Mittwoch beim Erörterungstermin in Erkner auch nicht darüber gesprochen.

Anbauten in Grünheide?

Der "Battery Day" hat also für unsere Region nicht für Klarheit gesorgt. Wann soll die Batteriefertigung in Grünheide beginnen? Zum Produktionsstart Mitte kommenden Jahres? Soll dann noch die alte Generation hergestellt werden? Um dann umzurüsten, wenn Teslas neue Super-Batterie serienreif ist? Oder denkt Elon Musk die Batterie als integralen Teil des Antriebs, für dessen Herstellung es in Grünheide ein eigenes Gebäude gibt?

Das sind viele Fragen, die schnell beantwortet werden müssen. Es wäre fatal, wenn sich in Grünheide und Umgebung der Eindruck verfestigen würde, dass mit der ersten Fabrik Fakten geschaffen werden, die Stück um Stück durch neue Anlagen ergänzt werden.

Podcast zu Tesla

Tafel Giga Podcast (Quelle: rbb)
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rbb|24-Podcast zu Tesla | alle Folgen - Giga Grünheide - Tesla in Brandenburg

Im brandenburgischen Grünheide entsteht die erste Tesla-Gigafactory Europas. In dem 9.000-Seelen-Ort gibt es viele, die sich auf die neue Fabrik freuen und andere, die dagegen auf die Barrikaden gehen. Im neuen rbb|24-Podcast "Giga Grünheide – Tesla in Brandenburg" analysiert ein rbb-Reporter-Team das Gesamtprojekt und gibt Einblicke in der Gefühlswelt der Menschen in Grünheide. Alle Infos zum Anhören und Abonnieren des Podcasts.

Beitrag von Andreas Oppermann

11 Kommentare

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  1. 11.

    LPG Brieselang belieferte uns früher mit Einkellerungskartoffeln. Batterieproduktion ist sehr energieaufwendig. Die Giga soll erst mal stehen und alles abgenickt sein. Dann kommt die nächste vorläufige Genehmigung zum Wald vernichten. Das eingestellte Foto mit dem Werk und so viel superfrischgrünen Kiefern war auch nur Dummenfang.

  2. 10.

    Irrtum, Herr Teslakeksperte. Gewöhnlich sagt man dazu nix. Ich lese ja meine Kommentare so selten vorher noch durch. Da passiert schon so manches. Bei Ihnen kneife ich stets ein Auge zu. Hier mal nun nicht.

  3. 9.

    Die angekündigten Batterien sollen frühestens 2023 kommen. Somit spielen sie für Grünheide - sofern es zum pünktlichen Produktionsbeginn kommt - natürlich vorerst keine Rolle.

  4. 8.

    Gratuliere, Sie haben nach Monden endlich mal einen Rechtschreibfehler gefunden.

  5. 7.

    Zur Zeit läuft das Genehmigungsverfahren für eine Produktion von 500.000 Autos mit 12.000 Arbeitsplätzen. Aber im weiteren geht es um 40.000 Arbeitsplätze. Noch werden die Batteriezellen von drei Zulieferern bezogen und dann von Tesla zu Batteriepacks integriert. Da eigene Batterien erst für in drei Jahren angekündigt sind und Tesla im nächsten Jahr in Berlin startet, ist vollkommen klar, dass eine Batteriefertigung im Sinne von Batteriezellenfertigung in der ersten Ausbaustufe in Berlin nicht geplant ist. Im Y wird es also zunächst bei Panasonic, LG Chem oder CATL-Batterie-Zellen bleiben. Musk und Drew haben auch betont, dass die Großserienfertigung noch nicht fertig entwickelt ist. Eine Genehmigung kann also frühestens in zwei Jahren beantragt werden, wenn die Serienfertigung überhaupt steht.

  6. 6.

    Wie ließt man Herr Neumann ?

  7. 5.

    Was gäbe es für eine Revolte würde man dieses Teslamonstrum im eher westlichen Süden bauen ? Wissen Sie nicht wer da alles wohnt im superschöngroßen Eigenheim ? Sie überlesen zviel. Ich wüßte ja sonst auch nicht wo der Minister Steinbach wohnt. ---Und dann Potsdam; Lenin sagte mal: Lernen, lernen, nochmals lernen. Bin nie in einer Partei gewesen; komme ohne Krücken aus; denke selbst.

  8. 4.

    So viele Arbeitsplätze schafft die Batteriezellenproduktion wahrscheinlich gar nicht ? Ich schätze, gerade einmal wenige hundert Mitarbeiter werden dafür irgendwann benötigt. Und dann geht das Ossi Gejammer wieder von vorne los. Da schämt man sich manchmal, für seine Landsleute. Nur die Förder Milliarden werden entlang der Grenze im Osten und Süden von Brandenburg, stillschweigend und immer wieder gerne entgegengenommen.

  9. 3.

    Hoffentlich ließt Ihr Bürgermeister hier mit und überplant sofort große Industriegebiete für solch häufige Ansiedlungen aus.

  10. 2.

    Zum (mutmaßlichen) Produktionsstart im nächsten Jahr werden in Grünheide sicherlich noch keine vor Ort gefertigten Akkuzellen verbaut, ganz banal weil das nicht Bestandteil des Gebehmigungsverfahrens ist oder gewesen ist. Für die weirteren Ausbaustufen bedarf es eines separaten Verfahrens. Es war zudem anfangs lediglich eine Montage der Batterien aus zugelieferten Zellen vorgesehen. Aktuelle Batteriepartner wie LG und CATL bauen derzeit aber ihre Fertigungsstätten in Mitteleuropa massiv aus bzw. neu auf, beliefern aber auch andere Kunden.

  11. 1.

    Die zu erwartenden Arbeitsplätze, Bitte im Berliner Umland gerechter verteilen- nicht immer nur im Süden/Osten Alles ansiedeln. Der Berliner Ring ist ein Ring, der um Berlin herrumgeht.

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