Demonstration gegen den Bau des Tesla-Werks in Brandneburg. (Quelle: rbb/P. Barnstorf)
Audio: Antenne Brandenburg | 24.06.2020 | Autor: Philip Barnstorf | Bild: rbb/P. Barnstorf

Geplante Fabrik in Oder-Spree - Brandenburger Umweltminister spricht mit Tesla-Kritikern

Landesumweltminister Axel Vogel (Bündnis 90/Die Grünen) hat am Mittwoch mit Mitgliedern der Tesla-kritischen "Bürgerinitiative gegen Gigafactory Grünheide" über die geplante Autofabrik gesprochen. Fast zwei Stunden, eine halbe Stunde länger als geplant, debattierten Umweltminister Axel Vogel und die Mitglieder der Bürgerinitiative.

Heidemarie Schröder von der Bürgerinitiative erläuterte dabei ihre Sorgen bezüglich der Wasserversorgung in der Region: "Wir haben jetzt schon Probleme mit Klimawandel und verringertem Niederschlag. Mit einem zusätzlichen großen Wasserverberbaucher kann es nicht besser werden."

Angst um ungenießbares Grundwasser

Weil auch andere diese Sorge teilen, hat Tesla schon angekündigt, weniger Wasser in Grünheide verbrauchen zu wollen. Das reicht der Bürgerinitiative aber nicht. ​

Eine andere Befürchtung der Tesla-Kritiker war für den Minister allerdings neu: Wenn der Boden für die Fabrik versiegelt wird, könne von oben kein Regenwasser mehr in die Erde sickern. Dadurch könne tiefliegendes salziges Grundwasser nach oben steigen und das dortige Grundwasser ungenießbar machen. Der Minister will dem nachgehen, kündigte er an.

Minister begrüßt Bürgerkritik

Insgesamt sieht die Bürgerinitiative so schwere Probleme fürs Grundwasser, dass sie gänzlich gegen die geplante Tesla-Ansiedlung in Grünheide ist. Das sieht der Minister anders: "Es gibt ein immissionsschutzrechtliches Genehmigungsverfahrens und wenn alle Unterlagen dazu stimmen, dann gibt es auch ein Recht auf Genehmigung", sagte Vogel.

Heidemarie Schröder betonte im Anschluss des Treffens, dass es ein angenehmes Gespräch gewesen sei - auch wenn sich die Probleme damit nicht erledigt hätten. Die Bürgerinitiative wolle sich gerne erneut mit dem Minister austauschen. Und auch der Minister selbst ließ verlauten, er setze weiter auf die kritische Begleitung der Bürger.

Bürgerinitiative distanziert sich von AfD

Auf Demonstrationen der Bürgerinitiative anfang des Jahres waren immer wieder auch AfD-Politiker aufgetaucht. Im Mai hatte die Landtagsfraktion der Partei gefordert, den Bau der Tesla-Fabrik zu stoppen. Die Bürgerinitiative distanzierte sich jedoch gegenüber dem rbb von den Rechtspopulisten. "Uns ärgert, dass wir wortwörtlich gekapert werden, aber wir können das nicht verhindern", sagte Heidemarie Schröder, "Der AfD liegt Umweltschutz so wenig am Herzen, wie uns die AfD am Herzen liegt."

Sendung: Antenne Brandenburg, 24.06.2020, 18:30 Uhr

Kommentar

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Antwort auf [Volker] vom 30.06.2020 um 21:04
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40 Kommentare

  1. 40.

    Ich dachte immer, die Agrarindustrie mit ihrem Dünger und der vielen Gülle, verseucht das Wasser in Brandenburg ? Das Elon Musk und Tesla, für fehlendes oder verseuchtes Wasser, in Brandenburg verantwortlich sind, wusste Ich noch gar nicht. Ich dachte immer, Agrarländer haben mit schlechtem oder zu wenig Wasser, mehr zu kämpfen, als Industrie-Nationen. Auch der Flächenverbrauch ist meiner Meinung nach, in der Agrarindustrie bedeutend höher - als in der modernen Industrieproduktion. Landwirtschaft, Forstindustrie und Tierhaltung, schaffen doch auch keine neuen Arbeitsplätze mehr. Und ganz Brandenburg mit Solaranlagen und Windkraftanlagen zuzubauen, kann doch auch keine Lösung sein - da wird doch noch viel mehr Landschaft zerstört, wie diese wenigen Hundert Hektar an der A10. Nur auf die alte Agrar- und Forstlobby in Brandenburg zu setzen, finde ich nicht richtig, da wird viel mehr Fläche und viel mehr Wasser versaut, wie durch Tesla.

  2. 39.

    Mercedes Ludwigsfelde wurde 1994 gebaut glaube ich. Zu der Zeit hat man händeringend nach Arbeitsplätzen gesucht. Da lief wohl umweltmäßig einiges schief. Und Altlasten gab es genug, da kam es auf eine "zukünftige Altlast" dann wohl auch nicht an...
    Aus der Zeit stammt auch der leidige §8a BImSchG, mit dem dieses Werk in Grünheide durchgeboxt werden soll und quasi das ganze BImSchG ausgehebelt wird.
    Möglicherweise sind die Bodenverhältnisse in L'felde ganz anders (bedeckte Grundwasserleiter etc.).
    Es gab die EU-Wasserrahmenrichtlinie damals nicht.
    Mir fehlt aber gerade die Zeit, mich näher damit zu beschäftigen. Auf jeden Fall danke für den Hinweis!

  3. 38.

    Das Geoportal von Brandenburg.
    http://maps.brandenburg.de/apps/Wasserschutzgebiete/

    Entsprechend haben andere Bundesländer auch ein Geoportal und denen man sich das anzeigen lassen kann.

    Da kann man sich dann auch angucken was sich sonst so in Wasserschutzgebieten betrifft. Unter anderem auch Tankstellen. Oder im Falle von Ludwigsfelde 50% oder mehr der Stadt inklusive Industrie/Gewerbe.

    Wer weiß was man andernorts noch alles findet.
    Wie bei Tesla sind das dann aber eben oft Schutzone 3A oder B. Selbst in der Schutzzone 2 kann man noch mit Einschränkungen bauen.

  4. 37.

    Vielen Dank, aber unter https://bravors.brandenburg.de/de/verordnungen-211852 (Verordnung zur Festsetzung des Wasserschutzgebietes Ludwigsfelde vom 1. Oktober 2002)
    § 2 Räumlicher Geltungsbereich steht: "(1) Die Grenzen der Zonen I, II, III A und III B sind in der Anlage 1 zu dieser Verordnung beschrieben."
    Am Ende steht: "Anm.: Die Anlagen wurden nicht aufgenommen..."
    Hast Du eine andere Quelle?

  5. 36.

    Auf die schnelle habe ich gefunden:
    Mercedes in Ludwigsfelde liegt komplett in einem Wasserschutzgebiet.
    Audi in Ingolstadt hat ein kleines Stück im Wasserschutzgebiet. Bzw. liegt angrenzend am Werk eines im Nordwesten. Wenig weiter eines im Nordosten.
    VW in Osnabrück liegt nicht in einem Hat zum nächsten Schutzzone 3 ca. 900 Meter und zur Zone 1 knapp 2 Km.

  6. 35.

    Mich bewegt da noch eine Frage, die passt hier ganz gut, vielleicht wurde sie auch schon mal beantwortet:
    Wurde eigentlich schon jemals in Deutschland / Europa / weltweit eine Autofabrik in ein Trinkwasserschutzgebiet gebaut? Und gibt es da Erfahrungen, nach wievielen Jahren das Trinkwasser verseucht (oder auch nicht) ist?
    Sind jetzt doch zwei Fragen geworden.

  7. 34.

    Was sind denn alte Autos, Ihrer Meinung? Richtig! SCHROTT! Also sind alte Elektroautos, Elektroschrott!

    Ich kenne keinen Schrottplatz oder Autofabrik, die sich in einem Wasserschutzgebiet befinden.

    Wäre nicht die elektronische Steuererklärung eingeführt worden, hätten wir auch auf den Internetzugang verzichtet, da die Werbeflut immens ist. Wenn man Mitglied der IHK ist, findet automatisch ein Erfahrungsaustausch statt, da ja auch Umfragen vorgenommen werden und Wahlen.

    In drei Bundesländern wird intensiv geworben (Radio, Zeitung, Aushang). Daher haben wir auf einen Telefonbucheintrag verzichtet. Es gibt genügend Möglichkeiten, mit uns in Kontakt zu kommen. Jeder der eine Arbeitstelle , eine Wohnung oder Ferienwohnung gesucht hat, konnte bisher erfolgreich und in der Regel zufrieden, vermittelt werden.

  8. 33.

    Herr Neumann, sie haben recht, dass Tesla kein Interesse hat das Geschäft offen zulegen, wenn der Verhandlungspartner übervorteilt wurde. Sämtliche heimlichen Geschäfte sind anrüchig.

  9. 32.

    Der Fabrikgegner würde, weil er die Technologe ablehnt, hier von "Elektroschrott" schreiben - so wie Sie.

    Ich kann in der Tat kaum glauben dass, der jemand wie Sie, der laut Eigendarstellung auf Facebook seit vorigem Jahr seit vergangen August mit der Schössow Touristic aktiv ist,sich großartig mit anderen austauscht, obwohl Ihre Firma nichtmals im Telefonbuch steht.

  10. 31.

    Auf solch irre Argumentation habe ich gewartet, Herr Frank. Am besten sie schlagen vor sämtliche Vegetation zu beseitigen. Dann kann alles Wasser versickern und fließt unterirdisch ab. Der Mensch kann noch eine Weile die Speicher abpumpen, doch dann ist auch Pumpe Herr Frank, Es wird immer weniger regnen und das Festland wird zur Wüste. Wie das aussieht können sie in Afrika in der Wüste Sahara sehen. Die Vegetation dient unter anderem dazu, dass das Wasser auf dem Festland zurückgehalten wird. Im Raum Brandenburg versickert ca. 1/3 der Niederschläge in den Untergrund, füllt dort die leergelaufenen Speicher auf und fließt teilweise unterirdisch ab. 2/3, abzüglich der über Oberflächengewässer abfließenden Wässer, werden durch Flora und Fauna zurückgehalten, verdunsten und fallen später wieder als Niederschlag auf die Erde. Wenn dieser Kreislauf durch den Menschen unterbrochen wird, dann regnet es im Inland immer weniger.

  11. 29.

    Sehr geehrter Hans Wurst,
    können Sie mir bitte die Quelle für diese Behauptung nennen. Tesla forstet im Rahmen des Verfahrens nur 1:1 auf. Eine vor mehreren Wochen gestellte Anfrage des Grüne Liga Brandenburg an Tesla über die moderierende Stiftung DUH, wo die anderen 2 Drittel der angekündigten Aufforstungsflächen geplant seien, wurde bis heute nicht beantwortet. Ich würde mich über konkrete Quellenangaben freuen.

  12. 28.

    Was ist der Unterschied, zwischen einem Fabrikgegner und einem Standortgegner?

    Der Fabrikgegner lehnt jeglichen Bau und Schaffung neuer Technologien ab!
    Der Standortgegner ist n i c h t grundsätzlich gegen neue Technologien, hat aber schwere Bedenken, gegen einen bestimmten Standort, insbesondere wenn an dieser Stelle der zu erwartende Schaden größer ist, als der entsprechende Nutzen. Ist in Grünheide gegeben. Wird von zahlreichen Arbeitgebern bestätigt. Ja, Sie werden es kaum glauben, man tauscht sich aus.

  13. 27.

    Die Contenance verlieren eher die Fabrikgegner, deren Behauptungen immer wie zerlegt werden so wie Ihr Vorstoß zur Wasserstofftechnologie für PKW.

  14. 26.

    Es stehen durch den immer stärkeren Fachkräftemangel, schon viele Arbeitsplätze zur Verfügung, die sehr schwer zu besetzen sind. Daher kommt es nicht zur Schaffung von neuen Arbeitsstellen, denn diese werden von anderen Firmen abgeworben. Dadurch wird es für andere Betriebe noch schwieriger, ihren Betrieb aufrechtzuerhalten.

    Auf mehreren Seiten von rbb24.de finden Sie zahlreiche Firmen, die fehlende Fachkräfte beklagen und händeringend Personal suchen.

    Die Durchdrückung eigener Interessen, zum Schaden anderer ohne Rücksicht auf Verluste, nennt man Sozialneid. Wer ausschließlich für die Tesla-Ansiedlung ist, der verhindert Arbeitsplätze, niemand sonst.

  15. 25.

    Sozialneid ??? Die Verhinderung von mehreren tausend Arbeitsplätzen an der A10 und von Milliarden Investionen in Infrastruktur und in eine moderne Industrieansiedlung, das ist Sozialneid, das ist nämlich sehr sehr unsozial.

  16. 24.

    0 m - 3m? Warum stehen die Baugruben nicht unter Wasser? Welche schützenswerten Tiere leben in dem Wald, die z.B. die Grüne Liga nicht kennt und deshalb auch nicht vor Gericht vorgebracht hat?

  17. 23.

    Sozialneid gehört nicht hierher. Jeden kann es von heute auf morgen treffen, dass er arm oder arbeitslos wird. Nur sollten Sie nicht jammern , sondern aktiv werden. Es gibt in Brandenburg noch viele unbesetzte Stellen. Ich könnte mir vorstellen, dass da bestimmt etwas für Sie dabei ist. Viele Firmen haben Ihre Niederlassung in anderen Bundesländern, bieten aber Arbeitsplätze in Brandenburg an. Durchsuchen Sie einfach die Seiten von rbb24.de, dort werden Sie fündig. Viel Erfolg!

  18. 22.

    Sie waren ja auch der Meinung, dass Tesla den Kaufpreis nicht zahlen werde und überhaupt nichts aufforsten würde. Des Weiteren wollen Sie uns offensichtlich weismachen, dass eigentlich Tesla persönlich aufforsten müsse. Auf die Idee, dass es Fachleute gibt, die dafür bezahlt werden, scheinen Sie nicht zu kommen. Auf welcher Rechtsgrundlage müsste Tesla Ihrer Meinung nach in Vorleistung gehen.

  19. 21.

    Nee, eigentlich wollte ich nicht mit Herrn Alfred Neumann in einen direkten Dialog treten, daher nur so viel: den Unterlagen zur BMW-Ansiedlung sind die Angaben 0 - 3 m bzw. 6.5 - 7.5 m zu entnehmen, was den ersten Grundwasserleiter im geplanten Bebauungsgebiet betrifft. Er soll dort in einer Stärke von 15 - 20 m in feinem und mittelfeinem Sand verlaufen, so die damaligen Angaben. Und da ich fast täglich an der Tesla-Baustelle vorbeifahre, habe ich an den Tagen der Rodung den Himmel voller Krähen über dem Gebiet gesehen und fotografiert - die fanden die kleinen Kadaver oder noch zappelnden Wesen. Keine Ahnung, ob die auf der Flucht befindlichen Beutetiere unter Naturschutz stehende waren oder nicht, schutzlos waren sie alle. Und kann man sich das nicht auch wirklich denken, daß es mehr als 4 Ameisenhügeln an schutzbedürftigen Tieren im Wald gegeben haben muß? Auf so vielen Hektar Waldfläche mitten im Winter? Solch ein Mensch hat wohl noch nie einen Wald betreten ...

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