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Sendung: Inforadio | 16.09.2020 | Autorin: Amelie Ernst | Bild: ZB

Fabrikbau in Grünheide - Tesla will noch einmal 100 Hektar Wald roden

Bislang wurde eine Waldfläche von 90 Hektar für die Tesla-Fabrik bei Grünheide gerodet, jetzt sollen nochmals 100 Hektar für eine Autobahnauffahrt hinzukommen. Laut Freien Wählern liegt die Waldfläche in einem Naturschutzgebiet. Streit ist vorprogrammiert.

Der US-Elektroautobauer Tesla will für seine Fabrik in Grünheide (Oder-Spree) weiteren Wald roden lassen. Die Prüfung dazu laufe, sagte der Referatsleiter Immissionsschutz im Umweltministerium, Frank Beck, am Mittwoch im Wirtschaftsausschuss des Landtags.

Rund 90 Hektar Wald wurden auf dem 300-Hektar-Gelände bisher gerodet. Nach den Plänen von Tesla sollen noch rund 100 Hektar dazu kommen. Benötigt werden soll die Fläche für eine neue Autobahnauffahrt nahe der Fabrik.

Liegt die Rodungsfläche in einem Naturschutzgebiet?

"Die Prüfung läuft", sagte dazu der Referatsleiter Immissionsschutz im Umweltministerium, Frank Beck, am Mittwoch im Landtags-Wirtschaftsausschuss in Potsdam.

Derweil gibt es Kritik an den neuen Tesla-Rodungsplänen. Der Freie-Wähler-Abgeordnete Philip Zeschmann sagte: "Nach meiner Kenntnis sind die Baumfällarbeiten, die da beantragt werden, auf Flächen von Naturschutzgebieten." Ein Sprecher des Ministeriums wies das jedoch zurück. "Alle Flächen für weitere Fällungen (...) befinden sich innerhalb des Bebauungsplangebiets und damit nicht innerhalb eines Naturschutzgebietes", erklärte er und bezog sich auf die vorläufige Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz.

Referatsleiter Beck sagte im Ausschuss, derzeit werde geklärt, ob eine Umweltprüfung notwendig sei. "Das ist noch nicht abgeschlossen."

Noch keine endgültige Genehmigung

Die Baumfällungen für die Autobahnauffahrt will Tesla erneut über einen Antrag auf vorzeitigen Baubeginn erreichen. Auch den Rohbau der Fabrik hat Tesla bisher mit vorläufigen Genehmigungen errichtet - und damit auf eigenes Risiko. Sollte das Unternehmen nicht wie geplant bis Ende des Jahres eine endgültige Genehmigung erhalten, müsste zurückgebaut werden.

Mit einer endgültigen Genehmigung rechnet Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) noch vor dem Jahresende. Am 23. September findet in Erkner zunächst eine öffentliche Anhörung zum Verfahren statt – insgesamt sind 406 Einwendungen zu dem Projekt eingegangen. In Grünheide baut Tesla seine erste Fabrik in Europa. Dort sollen ab Sommer 2021 rund 500.000 Autos im Jahr hergestellt werden.

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185 Kommentare

  1. 185.

    Also benutzen Sie die ersatzlos Brandrodungen weiterhin als Ausrede, um mit Ihrem Stinker CO2 zu produzieren. Aber danke für die Einordnung der zu kompensierenden Waldumwandlung in Grünheide. Ich habe allerdings Zwiefel, dass jeder Tesla-Gegner das versteht.

  2. 184.

    Hier wird doch über Auto, Klima, Wald und Wasser seit Wochen geschrieben. Sie verteidigen die Vernichtung des Waldes im Trinkwasserschutzgebiet und die Folgen mit dem Erfordernis der CO2- Vermeidung . Wenn aber eine "Klimaschutz-EU" zusieht wie woanders Urwald abgebrannt wird nur um den Sojabedarf der EU- vor allem Deutschlands- zur Steigerung des Schweinefleischexportes nach China zu gewährleisten- mit all den negativen Folgen für das Weltklima-hier uns aber Wald und Wasser raubt um das Klima zu "retten" besteht durchaus ein Zusammenhang. Ist das so schwer ? Andere klimaschädlichen Auswüchse nun zu erwähnen ist sinnlos; sie berufen sich ja doch immer auf den kleinen i-10 als großen Stinker. Dabei stinkt es in Berlin und nicht hier im Kiefernwald am Löcknitztal.

  3. 183.

    „..als Ausgleich ökologisch wesentlich wertvollere Natur als dieser artenarme Nutzforst geschaffen wird..“
    Dem Waldzustandsbericht - für Sie, Herr Neumann, Waldackerzustandsbericht - kann man entnehmen, dass unser Wald vor allem durch die Dürre der letzten Jahre stark bedroht ist.
    Nun erklären Sie mir mal bitte, warum ausgerechnet die angeblichen Tesla-Setzlinge sprießen und gedeihen sollen, während ringsherum große Teile des Waldes infolge der Trockenheit sterben?

  4. 182.

    Sie ignorieren weiterhin dass als Ausgleich ökologisch wesentlich wertvollere Natur als dieser artenarme Nutzforst geschaffen wird. Die B-Pla-Änderung ist auch nichts neues mehr. Die lag vor einiger Zeit übrigens ebenfalls sogar öffentlich auf.

  5. 181.

    Dann erläutern Sie doch endlich mal, was Sojabohnen mit diesem Industriegebiet zu tun haben anstelle nur ein aufgeschnapptes Stichwort auszuschmücken.

  6. 180.

    Der Herr Neumann kann das alles nicht begreifen. Wenn das zu weiteren Ausbaustufen kommt steigt auch die Schädigung von Landschaft und Seengebiet. Schon jetzt ist zwischen Menschen in Grünheide die Hölle los. Die Gegner kommen leider öffentlich nicht so zu Wort. Kürzlich sprach ich mit einer Grünheiderin; sie leidet heute schon und es geht erst gerade los. Braunkohlebagger zerstörten ganze Dörfer; hier zerstört man einen Naturschatz; das Löcknitztal. Einmalig in Brandenburg.

  7. 179.

    Reißen Sie sich endlich mal zusammen. Sie zitieren hier wochenlang aus Medien und §§ die Rechtfertigungsgründe einer Landschaftsvernichtung und werfen mir aber Nachgeplapper vor. Zufällig hatte ich den Vergleich gehört und es ist ja nun mal Tatsache, dass von dort mehr Soja importiert wurde. Gewachsen auf "Neuabbrandland". Ihre Spinnereien betr. "Sibirienöl" etc. sind ausgesprochene Dummheit. Fahren Sie doch zum PCK Schwedt und drehen den Hahn zu. Leider landen Sie dann hinter Gittern; wegen Wirtschaftssabotage.

  8. 178.

    Wenn ich Region Grünheide schreibe, dann meine ich mehr als den Ort mit dem Ortseingangsschild. Damit meine ich die Industrialisierung eines schützenswertes Wald und Seen Gebiet. Sowieso ihr sogenanntes Verkehrskonzept zu weiterer Rodung von Waldflächen führt, wozu weitere Flächen des Landschaftsschutzgebietes umgewandelt werden müssen. Steht im B Plan. Hören sie auf die Weitreichende Zerstörung einer Intakten Natur herunter zu spielen!

  9. 177.

    Den Bericht über Brandrodungen haben Sie gehört, offensichtlich aber vor lauter Nachgeplapper den Zusammenhang mit diesem Industriegebiet aber dann doch immer wieder nur erträumt. Den über brennende Wälder in Sibirien, dem Herkunftsort des Rohöls, welches Sie gerne in CO2 umwandeln, haben Sie aber wohl wegen der Komplexität der Zusammenhänge ebenso gefliessentlich überhört wie die zu den die Waldbränden in Kalifornien.

  10. 176.

    Doe Rodungsmaßnahmen aus diesem Artikel so d lange bekannt, auch den Freien Wählern.

    Klein ist sicherlich relativ. Wer aber das rd. 100 km² große Waldgebiet kennt, weiß die Fläche besser einzuschätzen.

    Wer die Berichterstattung aufmerksam verfolgt hat, kann auch zwischen potentiellen Ansiedlungen in Grünheide und in der Region unterscheiden.

    Zudem kennen Sie offensichtlich das Verkehrskonzept nicht.

  11. 175.

    Der Sechsspurige Berliner Ring, Schienenwege und Straßen sind schon jetzt eine immense Beeinträchtigung der Landschaft. Wenn diese Fläche an der A10 nicht das perfekte Industrie Gebiet darstellen, sollte nie wieder, ein einziger Arbeitsplatz oder ein einziges Unternehmen, in Brandenburg gefördert werden. Bessere Infrastruktur findet man doch im gesamten Berliner Umland nicht mehr.

  12. 174.

    Die noch folgenden Rodungsmaßnahmen scheinen wohl doch nicht so bekannt zu sein. Oder warum gehen einige hier von einer“kleinen Fläche“ an der Autobahn aus. Wer behauptet die Region um Grünheide sei zersiedelt, war auch nicht dort gewesen und sollte sich zügeln von Flächenfrass durch Monokulturen zu sprechen oder gar jene die das Landschaftsschutzgebiet und Naturschutzgebiet schützen wollen, als Lügner zu diffamieren.. Oder wollen sie behaupten, dass mindestens 12000 max 40000 Pendler dieses Wald und Seen Gebiet nicht beeinflussen? Mal abgesehen von den Angekündigten Zulieferer, die sich noch in Grünheide ansiedeln wollen. Das wird Grünheide den Charakter einer Industriestadt verleihen. Die max dreihundert Hektar sind genauso gelogen wie die Anzahl der Arbeitsplätze. Ich finde, dass es Zeit ist, für die Wahrheit!

  13. 173.

    Jetzt auf einmal 40000 Arbeitsplätze ? Hier liest man doch seit Monaten, wie dumm Elon Musk doch ist, wie schlecht ein Tesla gegenüber einem Verbrenner ist, usw. Was benötigt Der denn da, 40000 Arbeitsplätze ??? Also verkauft der nun Autos und benötigt der viele Mitarbeiter oder nicht ?

  14. 172.

    Habe Ihnen doch ausführlich erklärt, dass DLF ? berichtete, dass die Urwaldverbrennuungsfläche genau den Mehrimport der EU an Soja entspricht. Der € stinkt nicht sagen sich die Sojaproduzenten. Kapiert ?

  15. 171.

    Schon einige Zeit ist mir bekannt, dass man an H2- Triebwerken arbeitet. Auch das H2- Auto wird kommen. Dann ist Tesla weg vom Fenster.

  16. 170.

    Was denn nun ? Ich habe hier mehrere Bekannte, die sind von weit her hierher gezogen weil die hier Arbeit fanden. Sogar ein Berliner ist dabei. Viele meiner Kollegen sind aus Schweiz und Westdeutschland zurück. Natürlich hat man nach Vernichtung der Industrie hier viele in die alten Bundesländer "getrieben".

  17. 169.

    Ich finde den wiederkehrenden Vergleich dieses ökologisch wenig bedeutsamen Nutzforstes mit dem brasilianischen Regenwald immer wieder amüsant, zeugt der doch immer wieder von einer sehr eingeschränkten Sichtweise. Zum einen ist die Artenvielfalt ein ganz andere, zum anderen wird in Brasilien der Eingriff garantiert nicht ausgeglichen. Kiefern auf eine Stufe mit Walen und Robben zu stellen, ist noch vermessener und zeugt eher von Verzweiflung denn sachlichen Argumenten.

  18. 168.

    Um die Eingriffe in Natur und Umwelt so gering wie möglich zu halten, wurde deshalb auch eine Fläche direkt neben der Bundesautobahn A10 ausgewählt. Der geringe Flächenverbrauch wird an anderen Orten, durch ökologisch wertvollere Mischkulturen, mehr als ersetzt. Das ist sowieso ein Gebiet, was jetzt schon durch A10, Straße und Schiene zersiedelt ist. Und eine Elektro-Autofabrik ist das Beste, was Brandenburg bisher mit seinen Flächen angestellt hat. Weg mit schädlichen Monokulturen der Agrarindustrie und der Holzindustrie ! Schluss mit dem Flächenfrass durch Ackerbau und Viehzucht ! Da schaden ein paar tausend Arbeitsplätze in einer innovativen Industrie an der A10, überhaupt gar nicht. Das schafft endlich mal richtige Arbeitsplätze für mehr als 6,2 Millionen Einwohner unserer Region !!!

  19. 167.

    Das vorliegende Verkehrskonzept straft Sie in Bezug auf das NSG Lügen wie im LSG vor allem lang geplante Maßnahmen jetzt beschleunigt werden sollen und andere Dinge wie die hier im Artikel angeführte BAB-Zufahrt sowie die weiteren Rodungsmaßnahmen lang bekannt sind.

  20. 166.

    Ein Wald egal ob angepflanzt oder seit hundert Jahren seiner Entwicklung überlassen ist immer noch tausend mal klimaschützender als eine Giga Industrie an dieser Stelle. Und das es nicht bei dreihundert Hektar bleibt, sollte mittlerweile jedem klar geworden sein. Infrastruktur und Zuzug durch und für jetzt vorrausichtlich 40.000 Arbeitsplätze wird in den nächsten drei bis fünf Jahren das umliegende Naturschutzgebiet und Landschaftsschutzgebiet zunichte machen. Das hat gar nichts mit Umweltschutz und Klimaschutz gemein und ist nicht besser als jede andere Monokultur oder ausgetrockneter Acker. Und es spielt auch keine Rolle, wie jeder Einzelne verhält. Das ist ein gesellschaftliches Problem und wird sich erst ändern, wenn genau solche Menschen wie Herr Musk es wirklich ernst meinen.. Einen Wald gegen eine Giga Fabrik egal an welcher Stelle, ist für mich nur lächerlich und lässt mich an der Ernsthaftigkeit des Umweltschutz zweifeln. Möglichst viel Profit steht im Vordergrund.

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