Der bisherige Projektleiter von Tesla bei einem Baustellenbesuch
Audio: Antenne Brandenburg | 22.10.2020 | Michel Nowak | Bild: rbb

rbb exklusiv - Tesla entlässt Projektleiter für Fabrik in Grünheide

Die Firma Tesla hat den Projektleiter für den Fabrikbau in Grünheide gefeuert. Zu den Gründen will sich das Unternehmen nicht äußern, Branchenkenner vermuten einen Zusammenhang mit zunächst unbezahlten Wasserrechnungen. Von Andreas Oppermann

Tesla hat den Gesamtprojektleiter für den Bau der Elektroautofabrik in Grünheide, Evan Horetsky, entlassen. Das erfuhr der rbb am Donnerstag aus Branchenkreisen.

Ob diese Personalentscheidung Auswirkungen auf den Bau der Fabrik hat, ist noch unklar. Der Austausch mit den Behörden in Brandenburg sei dem Vernehmen nach allerdings nicht gefährdet und laufe in den eingespielten Bahnen. Die Planung und das Genehmigungsverfahren seien nicht betroffen. Die Entlassung hat nach rbb-Informationen aber für Verunsicherung auf der Baustelle geführt.

Gründe für die Entlassung unklar

Die genauen Gründe für die Entlassung sind unklar. Von Tesla gab es zu der Personalentscheidung keine Auskunft. Personalien würden generell nicht kommentiert, sagte eine Sprecherin am Donnerstag gegenüber dem rbb.

Brancheninsider vermuten, dass die Kündigung mit dem Ärger über die zunächst nicht bezahlte Rechnung des Bauwassers zusammenhängt. In der vergangenen Woche hatte der Wasserverband Strausberg Erkner Tesla das Bauwasser vorübergehend abgestellt, weil eine Zahlungsfrist verstrichen war. Nach Eingang des Geldes lief das Wasser wieder.

Wirtschaftminister sieht in Entlassung keine Auswirkungen auf den Fabrikbau

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) widersprach der Erklärung, dass die unbezahlten Wasserrechnungen zu der Entlassung geführt hätten. "Das sollte nicht als Makel an ihm hängenbleiben, die Entlassung hat andere Gründe, die muss aber der Arbeitgeber erläutern, das werde ich nicht kommentieren", sagte er.

Der Minister sieht in der Entlassung von Horetsky kein schlechtes Zeichen für den Fabrikbau. Es sei nicht ungewöhnlich, dass bei solchen großen Projekten im Laufe der Zeit auch mal personelle Wechsel stattfinden würden, sagte er dem rbb am Freitag. "Das ist dann auch immer mit Unruhe verbunden, aber ich kenne denjenigen, der im Augenblick für Herrn Horetsky die Aufgaben übernommen hat", sagte Steinbach. "Ich weiß, dass er einen guten Job macht, und ich glaube, das merkt man im Augenblick auch, weil es auf der Baustelle quasi bruchlos weitergeht", sagte der Wirtschaftsminister.

Auch andere Projekte bereits geleitet

Evan Horetsky war als "Head of Engeneering, Procurement and Construction" der Gesamtprojektleiter der Fabrik. Schon im September 2019, als Wirtschaftsminister Jörg Steinbach mit Verantwortlichen von Tesla über das Gelände in Grünheide-Freienbrink flog, um die Lage des Grundstücks zu veranschaulichen, war Horetsky mit an Bord.

Horetsky hatte schon viele andere Tesla-Projekte betreut, unter anderem die Fertigstellung der Tesla-Akku-Fabrik in Nevada und den Bau der Fabrik in Shanghai. Außerdem war er für die Vorbereitung der Autoproduktion im Kalifornischen Fremont zuständig. Für den Fabrikbau in Grünheide hatte er also alle nötigen Qualifikationen - vom Bau bis zur Einrichtung der Fertigungsstraßen für den Autobau in den Gebäuden.

Beitrag von Andreas Oppermann

68 Kommentare

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  1. 68.

    Zum Glück gibt es noch genug Menschen, die trotz ihrer Propaganda den Natur- und Erholungswert der märkischen Kiefernwälder zu schätzen wissen. Nach dem es Gott sei Dank die letzten Wochen ein paar Mal ergiebig geregnet hat, sind die Wälder um Grünheide voll von Pilzsammlern (viele aus Berlin), die volle Körbe mit Maronen aus dem "Kiefernacker" nach Hause bringen und dort einen schönen Tag hatten.



  2. 67.

    Das beschreibt bekanntlich den Ist-Zustand vor Tesla, den so mancher naturferne Mensch, der den Anteil des privaten Kraftverkehrs am CO2-Ausstoß und damit am Klimawandel gerne klein redet, nicht kennt.

  3. 66.

    "Naturferne Menschen halten 90% Kiefernacker für blühende Natur".

    Da stimme ich Ihnen zwar zu, aber ich konnte trotz intensiver Suche keinen Hinweis finden, dass eine Fabrik zu der Gruppe der Bäume gehört oder naturnah ist.

  4. 65.

    Naturferne Menschen halten 90% Kiefernacker für blühende Natur. Dabeibskbd die immer noch von geringer ökologischer Wertigkeit und mit hoher Schädlings- und Feuerempfindlichkeit. Die gibt es nur, weil der Menschen sie nach den Vermarkten der Laubbäume wegen der kürzeren Umtriebszeiten abgelegt hat.

    Bitte denken Sie daran, Ihre Fundstelle zum angeblichen 30% Mischwaldunterwuchs zu präzisieren. Ein paar andere Antworten wie z.B. zur von Ihnen gesehenen Standortalternative oder den RBB-Bericht, der die Notwendigkeit eines Raumordnungsverfahrens belegen soll, habe ich auch noch nicht gesehen.

    Eichen und Buchen wachsen hier auch hervorragend, weshalb beim Naturraum für Generationen 70% Laubbäume gepflanzt werden.

  5. 64.

    ...wenn man nicht verstehen möchte, dass die Kiefer ebenso ein Baum ist.. natürlich mit anderen Eigenschaften als ein Laubbaum, zb. Wächst diese hervorragend auf märkischen Sand, und zu guter letzt auch noch behauptet, das versiegelt Flächen besser sind als ein Kiefernwald, der lernt es sowieso nicht mehr oder hat die Tesla Brille auf. Zumal fünfzig Prozent Kiefern nachgepflanzt werden. Aber das wird hier von einigen vehement ignoriert..

  6. 63.

    Nein, die Waldfläche schrumpft rasant. Es wachsen die Flächen mit monokulturellen Holzplantagen.

  7. 61.

    Bitte präzisieren Sie Ihre Fundstelle. Fünfmal fgibt es die Buschstabenkombnination "Mischwa" in den Tesla Unterlagen:
    - Legende der Liegenschaftskarte
    - zweimal im hydrologischen Gutachten
    - zweimal bei der Beschreibung der Ausgleichsmaßnahmen
    jedoch nicht in von Ihnen behaupteten Zusammenhang

    Ebenfalls nicht bestätigen lässt sich Ihre Behauptung mit Hilfe der Biotoptypenkartierung zur B-Planänderung, im Gegenteil.

  8. 58.

    Waren Sie schon mal dort? Das NSG Löchnitztal beginnt nämlich erst in einiger Entfernung zu diesem Industriegebiet auf der anderen Seite der Eisenbahn. Dass es Ihnen um die Natur geht, nehme ich Ihnen eh nicht mehr ab. Dafür bestreiten Sie zu sehr den Einfluss des privaten Kraftverkehrs auf den menschgemachten Klimawandels wie Sie auch immer wieder die Energiewende ablehnen.

  9. 57.

    "bisher naturbelassene Landschaften industriell umgestaltet" - Die Forstindustrie freut sich immer wieder über die Ahnungslosigkeit vieler Bürger, die Kiefernäcker wie diesen für naturbelassen halten. Kennen Sie "Naturraum für Generationen"? Dort wird in den Grenzen der Naturschutzgesetzgebung versucht, landwirtschaftlich genutzte Gebiete Gebiete so umzuwandeln, dass die eher dem Prädikat "naturbelassen" entsprechen.

  10. 56.

    Mache ich die ganze Zeit ich suche noch das große zusammenhängende und nicht von vorhandener Bebauung zerrissene. Und selbst vor Ort war ich oft genug. Ich bin schon auf der Fläche zum Pilze sammeln unterwegs gewesen, da wurde nicht mal über die BMW Ansiedlung nachgedacht. Da waren die Kiefern auch ne Ecke kleiner.

  11. 55.

    Ja Deutschlands Waldflächen wachsen. Das ist in der Bundeswaldinventur nachzulesen. Die nächste beginnt bald. Das Ergebnis dürfte kein anderes sein.

  12. 54.

    Deutschlands Waldfläche wächst? Wald auf dem Papier oder Wald in der Realität? Schauen sie sich doch die immensen Waldverluste durch die Dürre an! Waldkrisengipfel im Landwirtschaftsministerium fanden statt...
    Und hier wird existierender Wald, welcher der Dürre bis gut getrotzt hatte, 100er-Hektarweise in der Manier des 19. Jahrhundert platt gemacht, bisher naturbelassene Landschaften industriell umgestaltet statt mit den Gütern Natur, Landschaft, Boden und Wasser langfristig nachhaltig umzugehen. Das ist so rückwärts gewandt und hat nichts mit moderner Politik zu tun sondern dient nur den globalen Kapitalinteressen.

    Deutschland braucht dringend mehrere ökologische Wenden, neben der Mobilitätswende (der zunehmende Verkehrsinfarkt auf den Autobahnen betrifft auch Teslas!) auch eine Wende bei der Flächennutzung, wenn dieses Land auch in 100 Jahren noch eine lebenswerte Umwelt für seine Bewohner sein soll!

  13. 53.

    Dann nehmen sie sich doch bitte eine Karte und schauen, wieviel Wald es rings um und in Grünheide NOCH gibt. Auch die schorfheide ist mit Strassen, Bahnlinien und Ortschaften durchzogen. Selbst eine Autobahn geht quer durch. Möglicherweise ist das gesamte Gebiet grösser. Die Natur in der Region Grünheide ist auf jeden Fall schützenswert. Nehmen sie sich die Zeit und besuchen das löcknitztal und den Angrenzenden Wald.

  14. 52.

    Welches zusammenhängende Waldgebiet? Das ist nicht die Schorfheide. Im Süden das GVZ. Im Westen mehre kleine Siedlungen. Dahinter, in ca. 3 km Luftlinie, Stadtgrenze Berlin. Der Wald selbst endet sogar schon an den Siedlungen auf der Strecke nach Berlin. Im Norden Bahntrasse und wenige hundert Meter später Teile der Gemeinde Grünheide. Nur im Osten erstreckt sich der Wald weiter. Die Längste Distanz von den Grenzen des Tesla Grundstückes bis zur nächsten Bebauung in Form einer Landstraße beträgt rund 500 Meter. Ansonsten ist das Grundstück doch umschlossen von durch Menschenhand geschaffener Bebauung. Wie kann also Tesla das Waldgebiet zerschneiden wenn es das doch durch die vorhandene Bebauung schon längst ist?

  15. 51.

    Bevor sie jemanden der LÜGE bezichtigen, sollten sie vielleicht mal die UVP (Schätzung)lesen. Dort steht geschrieben, das einige Bäume über einhundert Jahre alt waren, sowie ein mischwaldunterwuchs von ca dreißig Prozent bestand. Dieser unterwuchs war mindestens zwanzig Jahre alt. Im übrigen sind einige hier nicht einmal in der Lage, ein Satellitenbild zu deuten. Dort ist eindeutig jetzt schon zu sehen, welche Schäden im ehemaligen zusammenhängenden Wald Gebiet angerichtet wird. Und es sind erst neunzig von dreihundert Hektar. Ja und irgendwann kommt ein Feld ....

  16. 50.

    Allerdings müssen sie das nochmal mit dem unzerschnittenen Wald erklären. Ich kann vom Werk aus nur östlich eine größere Fläche Wald sehen. In jeder anderen Himmelsrichtung folgt in nicht weiter Entfernung Bebauung. Wenn also Tesla und die direkt am Grundstück entlangführenden Straßen das Waldgebiet zerschneidet, wieso nicht das GVZ, wieso nicht Grünheide, die Autobahn . Wieso muss sich die Gemeinde über eine solch riesige Fläche verteilen? Auf der einen Seite bemängeln, das Tesla auf so geringer Fläche so viele Arbeitsplätze schafft aber auf der anderen Seite wird die Agra Industrie ignoriert, die am meisten in Anspruch nimmt, mehr als es Wald in Brandenburg gibt.
    Nur die Gemeindeteile Fangschleuse, Grünheide und Alt Buchhorst beschneiden die zusammenhängende Waldfläche um rund 250 Hektar, für nicht mal 5.000. Was eine Verschwendung.
    Man sollte sich mal die Landwirtschaftlichen Flächen angrenzend an das Waldgebiet angucken. Aber die zerschneiden nicht, die beenden es in Gänze.

  17. 49.

    Was die Aussage das die Fläche an der Autobahn trotzdem nicht falsch macht. Sie liegt nun mal direkt an dieser. Warum sich e.dis für die 5 Hektar östlich entschieden hat und nicht einfach im GVZ, kann wohl nur e.dis beantworten.
    Ob für die L38 wirklich Wald gerodet werden muss? Wenn man sich die Sache von oben ansieht, ist links und rechts der Fahrbahn locker noch Platz für je 2 Fahrspuren. Die neue Landstraße nördlich liegt doch auf dem Gelände von Tesla? Liegt also innerhalb der 300 Hektar von Tesla. Aber vielleicht erinnere ich mich da auch falsch.
    Aber ja es geht Fläche verloren. Das in der Gegend jetzt neuer Wohnraum entsteht ist halt Spekulation seitens derjenigen die bauen. Laut dem Verkehrskonzept, das am 10.09 vorgestellt wurde, rechnet man gerade mal mit 3-4% der Belegschaft aus Grünheide. Der überwiegende Teil kommt aus Berlin und verteilt über Brandenburg. Die Anfahrtszeiten sind oft deutlich kürzer als innerhalb Berlins.

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