Rund dreissig Kilometer südöstlich von Berlin baut Tesla seit diesem Frühling die Gigafactory 4. (Quelle: dpa/Thomas Bartilla)
Audio: Antenne Brandenburg | 15.10.2020 | Franziska Hoppen | Bild: Geisler-Fotopress

US-Autobauer lässt Zahlungsfrist verstreichen - Wasserverband stellt Tesla das Bauwasser ab

Nur kurz nach Unterzeichnung des Wassererschließungs-Vertrages gibt es Komplikationen auf der Tesla-Baustelle. Das US-Unternehmen ist in Verzug bei der Zahlung des Bauwassers. Nun ist die Mahnfrist abgelaufen, sodass der Wasserverband den Hahn zudreht.

Der Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) hat am Donnerstag auf der Tesla-Baustelle in Grünheide (Oder-Spree) das Bauwasser abgedreht. Tesla ist der Zahlungsaufforderung des WSE bisher nicht nachgekommen, wie der Verband dem rbb bestätigte.

WSE dreht den Hahn ab

Die Mahnfrist, bis zu der Tesla die Kosten für das verwendete Bauwasser hätte zahlen können, sei am Donnerstag abgelaufen. Weil Tesla der Aufforderung nicht nachkam, habe der WSE deshalb das Bauwasser abgedreht.

Warum Tesla noch nicht bezahlt hat, sei laut Pressesprecherin des WSE nicht bekannt. Tesla war für eine Stellungnahme bisher nicht zu erreichen. Der WSE betonte, dass das Abdrehen von Bauwasser bei Nichtzahlung gängige Praxis sei und man keine Ausnahme für den Autobauer mache.

Allerdings geht der Wasserverband davon aus, dass die säumigen Gebühren am Freitag verbucht werden könnten. Dann würde auch das Wasser wieder angestellt. Tesla bezahle das Bauwasser, aktuell sei das Geld aber noch nicht auf die Konten des WSE gebucht.

Zu Höhe des Wasserverbrauchs während der Bauphase und der Höhe der Kosten hat der WSE keine Angaben gemacht.

Wasser wird auf Baustellen unter anderem benötigt, um Beton, Mörtel oder Spachtelmasse anzurühren.

Erschließungsvertrag ist unterschrieben

Der US-Autobauer Tesla hatte erst in der Nacht zu Mittwoch den Erschließungsvertrag nach langen Verzögerungen für das Baugelände unterschrieben. Die 16 Verbandsmitglieder des Wasserverbands Strausberg-Erkner hatten dem Vertrag nach monatelangen Verhandlungen bereits vor mehr als drei Wochen zugestimmt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 15.10.2020, 14:30 Uhr

58 Kommentare

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  1. 58.

    Blöd, dass Tesla eh schon wenig von dem Abfallprodukt aus den Kupferminen benötigt und die Produktion kobaltfreier Traktionsbatterien anläuft. Da spricht doch sogar dafür, dass die Fertigung in Grünheide möglichst schnell aufgenommen wird und die Verbrennerstammtischler mit ihren Sprüchen aus der Mottenkiste nicht nur der Diskussion rund um dieses Industeiegebiet noch leichter vorgeführt werden können.

  2. 57.

    Wie konnte ich auch nur so dumm sein und nicht verstehen, dass der hochradioaktive Abfall der Kernkraftwerke bloß 1000 Jahre endgelagert werden muss und dann ganz harmlos ist. Warum höre ich nicht auf jemanden, der stolz berichtet hatte, an der Kernfusionsforschung der DDR beteiligt gewesen ist und sich deshalb schon mal bis auf die Knochen blamiert hatte, dass ein Fake-Experiment des Westens angeblich erfolgreich nachvollzogen werden konnte.

    Fragen Sie mal in Japan nach, ob die nicht für Sie ein TV-Bier mit Wasser aus Fukuschima brauen wollen, welches Sie in Pripyat geniesen können. Ihre CO2-Schleuder können Sie gerne mitnehmen und brauchen dann auch nicht mehr unter falscher Flagge wie hier als Tram 88 segeln.

  3. 56.

    Sie begreifen nix. Es ist einfach nicht möglich mit Windkraft und Solarzellen unter den Gegebenheiten hier ein Industrieland sicher mit bezahlbarer Energie zu versorgen. Da ich ein physikalisch gebildeter Techniker bin und kein 320 PS-Dieselfahrer denke ich natürlich in anderen Dimensionen. Man kann die alten Brennelemente nicht irgendwo in 300m Tiefe nur lagern. Man muss die übergroße "Restenergie" endlich verfügbar zu machen. Das ist sicherer als 1000 Jahre lang die "abstrahlen" zu lassen. Bitte ziehen sie jetzt endlich schon den Wintermantel an; es hat keinen Sinn mit ihnen fachlich zu diskutieren. Ihre Teslas retten nichts; die bringen nur andere Probleme. rbb24 darf das jetzt veröffentlichen ?

  4. 55.

    Das reicht aber nicht und Sie sollten sich nicht zu Schade sein, zu buddeln oder ist das nicht so Ihr Ding, neben Kindern zu arbeiten?
    Bäume giessen trau ich Ihnen nicht so recht zu, wegen der negativen Einstellung zu den Sauerstoffspender.
    Ich glaube, die mögen sie auch nicht.

  5. 54.

    Der WSE ist einfach nur peinlich. Wegen 15000 Euro legen sie die größte Industrieansiedlung in Brandenburg lahm. Der WSE hat über die Altanschließer-Beiträge Millionen von Euro illegal kassiert und jetzt kann er nicht einmal 15000 Euro vorfinanzieren. Zusätzlich pumpt er unseren Straussee leer und tut ganz unschuldig. Dieser Verband ist einfach eine Zumutung für die zwangsweise angeschlossenen Bürger und Betriebe.

  6. 53.

    Endlich haben Sie auch die Maske fallen lassen. Sie leugnen einfach nur den menschgemachten Klimawandel. Es geht Ihnen gar nicht um das Moos, die Kiefern und das Wasser etc. Ich hatte mich geirrt: Sie haben gar kein schlechtes Gewissen, dass Sie mit Ihrer CO2-Schleuder die Luft verpesten. Das war war alles nur Show.

  7. 52.

    Wenn Sie die Berichterstattung zu den Kompensationsmaßnahmen gefolgt wären, wüssten Sie, wer die Bäume dort pflegt. Hier in Grünheide müsste zunächst einmal ein Grund gefunden werden, die Fabrik nicht zu genehmigen. Dass Sie die Energiewende und damit die Elektroautos ablehnen, reicht dafür nicht aus. Wann machen Sie und andere überzeugte Verbrennerfahrer sich auf den Weg, die andauernden Umweltschäden die die Förderung und Verbrennung des Rohöls zu beseitigen. Dass sich die Energiewendegegner nur dann für die Umwelt interessieren, wenn es um die Gewinnung der Rohstoffe für BEV geht, ansonsten aber noch mehr rumsauen, zeigt immer weder deren Scheinheiligkeit auf. Tesla bezieht übrigens sein Lithium hauptsächlich aus primären Quellen.

  8. 51.

    Welche Investoren meinen Sie? Das Land hat in den letzten Jahren Milliarden für die Förderung zur Schaffung neuer Arbeitsplätze ausgegeben.

  9. 50.

    Also mir sind Windanlagen/Solaranlagen, Ladestationen und Speicheranlagen lieber als Braunkohle, Braunkohlekraftwerke, Steinkohle, Steinkohlekraftwerke, Erdöl/Erdgas und deren Folgeprodukte.
    Jede Technologie, wo das Verbrennen von fossilen Stoffen unterbleibt, senkt den CO2 Ausstoß.Wir werden vielleicht noch ganz andere Technologien(Atomkraft) oder den Verzicht von bestimmten Lebensmitteln(Fleisch) diskutieren müssen, wenn der Ausstoß von CO2 weiter so schnell steigt.

  10. 49.

    "Kalte Krieger" ? Hat ihnen das ihr Parteivorsitzender oder sonstwer eingeredet ? Die grüne Dummheit, die ganz Europa Probleme beschehrt hat wissenschaftlich noch nie bewiesen, dass Elektroautos der Klimaretter sind. Die werden uns aber andere Probleme bereiten; noch mehr Windanlagen, die nur Strom produzieren wenn Wind stabil weht. Dazu Speicheranlagen und dann die unendlich vielen Ladestationen. Alles enorme Kosten. Nur korrekte Stadtplanung und angepasster ÖPNV im ganzen Land ist das Gebot. Eine derartige Betongiga gehört nicht in die grüne Heide. Immer mehr Kahlschlag, Versiegelung und letztlich die Gefahr von Umweltextremschäden gerade hier im Trinkwasserschutzgebiet mit dem einmaligen Löcknitztal mit Feuchtgebiet so nahe an Berlin. Neulich sagte mir ein älterer Grünheider: Gold hat man uns genommen und wir bekommen Beton und Eisen.

  11. 48.

    Nicht vorstellbar, dass für eine nutzlose Autoproduktion Tesla in Berlin willkommen wär. Und die zweite Frage, wer pflegt die Bäume, die den alten Zustand wieder herstellen? A. Neumann oder buddelt er die Rohstoffe in der Atacama Wüste aus, um die Batteriefertigung zu sichern?

  12. 47.

    lt. BZ gibt es wieder Wasser heute nach Zahlungseingang

  13. 45.

    Anderen Investoren gegenüber ist man weniger zimperlich. Denen wird unverblümt ins Gesicht gesagt, dass man ihre Arbeitsplätze nicht will. Ein Investor ist gut und wichtig, aber er muss verlässlich sein und Tesla ist es nun mal nicht.

  14. 44.

    hey tesler stampft das projekt in grünheide ein und zieht in das demnäst stillgelegte flughafengelende tegel . vorteile : groses gelende guter anschluss für mitarbeiter und zulieferer, wasser gibts da auch schon und hier seit ihr wilkommen

  15. 43.

    Peinlich, einfach nur peinlich die Kommentare...seid froh das es ein Investor in Brandenburg gibt der Jobs schafft! Aber rummeckern und weinen ist ja einfacher! Typisch Deutsch halt!

  16. 42.

    Die "unverkäuflichen Batteriespielzeuge" sind allerdings so stark nachgefragt, dass die Hersteller mit der Produktion kaum nachkommen, während die Verkaufszahlen für Verbrenner massiv eingebrochen sind.

  17. 41.

    Das hat mit peinlich mal rein gar nichts zu tun, jeder muss seinen Verpflichtungen nachkommen, wenn das nicht geschieht - wird halt abgestellt. Das sind feste Vorgaben, recht simpel eigentlich.
    Zumal es ja nicht so ist, dass dort nicht rechtzeitig erinnert und mit Frist angemahnt wurde ;-)
    Peinlich ist höchstens das stümperhafte Versagen seitens Tesla, dieser Forderung nicht einfach pünktlich nachgekommen zu sein, wo die selbst gesteckte Zeitschiene doch sehr ambitioniert ist.
    Ich begrüße das Vorgehen und baue darauf, dass auch zukünftig keine Ausnahmen mehr für diesen Investor gemacht werden.
    Grüße
    Daniel

  18. 40.

    Wer nicht bezahlt, bekommt keine Leistung. Ganz einfach. An Verträge halten, drei simple Worte.

  19. 39.

    Auch Firmen - wie Tesla - müssen klare Grenzen gesetzt werden. Wer nicht zahlt, erhält keine Leistung,, ganz einfach.

    Warum nur, habe ich nichts anderes erwartet?

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