Baukrähne und Baumaschinen sind auf dem Gelände der künftigen Tesla Giga-Factory zu sehen. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa/Patrick Pleul

Gigafabrik in Grünheide - Tesla will Shuttle-Zug zum geplanten Werk fahren lassen

Der US-Autobauer Tesla will einen Shuttle-Zug von Erkner zu seiner in Grünheide (beide Oder-Spree) geplanten Fabrik fahren lassen. Das erfuhr der rbb am Freitag aus Tesla-Insiderkreisen.

Mit dem Shuttle-Zug sollen Angestellte, die in Erkner aus der S-Bahn oder dem RE1 aussteigen, schnell zum Werk gelangen. Dafür will Tesla im Südosten des Geländes einen Bahnhof bauen. Die Firma strebt an, dass der Zug schon zum geplanten Produktionsbeginn im Juli 2021 fährt.

Schienen müssen ertüchtigt werden

Derzeit zweigen schon Schienen von der Linie des RE1 zwischen den Bahnhöfen Erkner und Fangschleuse nach Süden ab und führen durch das Tesla-Gelände bis ins Güterverkehrszentrum Freienbrink. Tesla nutzt sie schon gelegentlich, um etwa Schotter zur Baustelle zu transportieren. Auf diesen Schienen könnte auch der Shuttle-Zug rollen. Allerdings müssten sie für regelmäßigen und langfristigen Gebrauch ertüchtigt werden.

Größtes Hindernis dabei ist die derzeitige alleinige Zulassung als Gütergleis. Gleise für Passagierzüge müssen andere Voraussetzungen erfüllen. Inwieweit eine Umnutzung möglich wäre, ist derzeit Teil der Gespräche von Tesla mit dem Eisenbahnbundesamt und der Deutschen Bahn. Inhaber der Gleise ist die Deutsche Regionaleisenbahn (DRE), ein privates Verkehrsunternehmen, das mit ebenfalls schon mit Tesla über die Nutzung der Gleise verhandelt.

Voraussetzung für den Shuttle-Zug ist außerdem, dass die DB Netz AG, ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, die Nutzung ihrer Gleise von Erkner bis zur Abzweigung der DRE-Gleise erlaubt.

Auch die Gemeinde hat Pläne für die Schiene

Gleichzeitig plant die Gemeinde Grünheide den Bahnhof Fangschleuse 1,5 Kilometer nach Westen zu verlegen, sodass er näher an der geplanten Tesla-Fabrik liegt. Für Tesla ist dies ebenfalls ein wichtiger Baustein, um möglichst vielen Mitarbeitern das Pendeln mit dem Zug zu ermöglichen. Die Verlegung des Bahnhofs dürfte wird allerdings noch mehrere Jahre dauern. Solange will Tesla nicht warten und plant daher einen eigenen Shuttle-Zug.

Sendung: Antenne Brandenburg, 03.07.2020, 18:30 Uhr

27 Kommentare

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  1. 27.

    Na toll! Der Bahnhof Fangschleuse liegt ja nur 1,5km außerhalb der Gemeinde, da kann man den ja auch noch 1,5km weiter weg legen denn mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht man ihn so wieso nur drei mal täglich.

  2. 25.

    Das finde sehr gut. Dies erinnert an die DDR-Zeit, da wurden auch Werktätigen mit Zügen zu ihren Betrieben gebracht.

  3. 24.

    Wieso stellt die Brandenburger Landesregierung, nicht für jeden Bürger und jede Bürgerinn, einen BMW oder einen Mercedes zur Verfügung ?

  4. 23.

    Deshalb muss auch in Abständen von Einem Kilometer, immer ein Bahnhof in Brandenburg zur Verfügung stehen. Sonst werden die Wege zu lang.

  5. 22.

    Zu Fuß? Zum Haltepunkt Fangschleuse? Sie wissen aber schon, dass der bereits jetzt irgendwo im Nirgendwo liegt?

  6. 21.

    Was Manu sicher meint ist, das durch die Verlegung des Bahnhofs Fangschleuse um ca 1km. die Wege für alle Schüler und Pendler weiter werden und was man bisher zu Fuß gemacht hat dann auch wieder mehr mit Auto usw. gemacht wird

  7. 20.

    Wieso stellt Tesla seinen Mitarbeitern nicht einfach einen Tesla zur Verfügung, damit diese bequem mit dem E-Flitzer zur Arbeit und wieder weg kommen?

    PS: Dieses Kommentar ist reine Ironie

  8. 19.

    Welcher Weg wird für Grünheider länger? Und wodurch.? Grünheide ist eine sehr weitläufige Gemeinde. Will Tesla die noch weiter strecken?

  9. 18.

    Jede Region in Brandenburg soll ihren Beitrag zur Energiewende leisten. Wenn hier so eine Diskussion um 3 Quadratkilometer Fläche an der Sechsspurigen Bundesautobahn A10, zugelassen wird, braucht sich auch Niemand mehr, Windparks und Solarfelder gefallen lassen. Dann kann jede Region und jeder Landkreis verlangen, das überall Mischwald und Grünflächen entstehen. Dann braucht es auch keine Baumschulen und keine Agrarbetriebe in Brandenburg geben, die nur unsere Böden und damit unser Klima austrocknen. Dann sollen bitte schön, auch am gesamten Berliner Ring, Wälder aufgeforstet werden. Dann sollen auch Wälder am gesamten Berliner Ring entstehen und nicht nur bei Grünheide. Gleiches Recht für alle Landkreise. Agrarindustrie und Autoindustrie nur noch im Ausland, aber nicht in Brandenburg. Brandenburg möchte seine Wälder, Flussauen, Feuchtwiesen, Feuchtgebiete und Moore wiederhaben. Alle Natur, wie vor der Trockenlegung durch den ,,Alten Fritz,, und vor 1939 ( vor LPG-Zeiten ).

  10. 17.

    Wer weiß, vielleicht kommt Tesla ja auf den Geschmack. Wen man den Shuttle-Zug erfolgreich betreibt (sicherlich kein Diesel, sondern ein Akku-Flirt von Stadler o.ä.), ist es zum nächsten Schritt auch nicht mehr weit: ein paar Siemens Velaro-Züge (o.ä.) gekauft, und damit auf innereuropäischen Strecken den Fluggesellschaften Kunden abjagen – mit schnellen Zügen, die im Gegensatz zum ICE nicht an jedem Gänseblümchen halten. Kopenhagen–Hamburg–Berlin–München–Wien ohne weitere Zwischenstopps, oder Bordeaux–Paris–Frankfurt–Berlin–Warschau.

  11. 16.

    Das ist eine interessante Feststellung. Auch in diesem Punkt ist Tesla anders. Diese Firma zeigt auf, dass sie nicht nur eine Autofirma sind, sondern von Marketing und Logik einiges verstehen.

  12. 15.

    Laut den Luftbildern bei Google Maps gibt es rund um den Haltepunkt Fangschleuse bereits heute separat geführte Radwege. Es sollen trotzdem mehr P+R-Parkplätze entstehen.

  13. 14.

    Als ob der Haltepunkt Fangschleuse heute noch in fußläufiger Entfernung liegen würde.

  14. 13.

    Und ein Shuttle von Slubice zur Fabrik sollte auch mit bedacht werden und ein Shuttle von Rumänien zur Fabrik und dann weiter zum Spargelfeld. Dafür sparen Wir dann, die Investitionen für das restliche Berliner Umland ein, Hauptsache die Anbindung zum BER und zu Tesla funktioniert.

  15. 12.

    In Grünheide fährt man nur wenig Fahrrad. Deshalb gibt es auch mehr P+R-Parkplätze

  16. 11.

    Es ist eigentlich Lustig, ein Automobil Produzent wirbt dafür, dass seine Arbeiter und Angestellten mit den Öffis zur Arbeit
    erscheinen .Ich hatte gedacht das an den Firmenparkplätzen Ladestationen entstehen so das die eigenen Produkte genutzt werden können. Aber man lernt ja nie aus.

  17. 10.

    Man sollte auch die Wege vom Bahnhof zur Fabrik so weit ertüchtigen, dass man da mit dem Fahrrad bequem fahren kann.

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