Landesamt für Umwelt - Tesla darf für Fabrik in Grünheide mehr Wald roden

Symbolbild: 02.03.2020, Brandenburg, Grünheide: Eine einzelne Kiefer steht noch auf der gerodeten Waldfläche auf dem Gelände der künftigen Tesla Gigafactory. (Quelle: dpa/Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 01.12.2020 | Uta Schleiermacher | Bild: dpa/Pleul

Der amerikanische Autohersteller Tesla darf auf dem geplanten Betriebsgelände in Grünheide (Oder-Spree) weitere Waldflächen roden. Wie das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz am Montag mitteilte, hat das Landesamt für Umwelt die Rodung genehmigt.

Die zu rodende Fläche umfasst demnach 82,8 Hektar. Laut Ministerium ist der Umfang des Ende August 2020 gestellten Antrags mehrfach auf die unbedingt zum jetzigen Zeitpunkt erforderlichen Maßnahmen und Flächen reduziert worden.

Unter Auflagen

Tesla habe die Zulassung beantragt, um Flächen für Rohrleitungen und Lagerung zu ermöglichen, die das Unternehmen nach eigenen Angaben für den weiteren Baufortschritt benötigt. Laut Ministerium sind damit umfangreiche Auflagen zum Natur- und Artenschutz verbunden, dazu kommen Anforderungen zur Ersatzaufforstung und waldverbessernde Maßnahmen, die im Landeswald umzusetzen seien.

Die Arbeiten dürfen nur werktags zwischen 7 und 20 Uhr stattfinden. Die Einhaltung der Auflagen zum Lärmschutz muss Tesla durch entsprechende Messungen dokumentieren und gegenüber dem Landesamt für Umwelt durch Vorlage der Messberichte nachweisen.

Weiterhin nur vorläufig genehmigt

Ab Sommer 2021 sollen bis zu 500.000 Fahrzeuge im Jahr in Grünheide produziert werden, dafür sind etwa 12.000 Arbeitsplätze geplant.

Der Konzern hat bereits 90 Hektar Wld gerodet. Die abschließende umweltrechtliche Genehmigung für den Fabrikbau vom Land Brandenburg steht noch aus.

Tesla führt die zugelassenen Maßnahmen weiterhin auf eigenes Risiko durch. Sollte die abschließende Genehmigung des Vorhabens nicht erfolgen, sind alle schon errichteten Gebäude zu beseitigen und die Fläche auf Kosten des Investors wieder zu bewalden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 30.11.2020 um 17:30

73 Kommentare

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  1. 73.

    Gewöhnlich bleibt ein großer Stinker ein socher. Mein kleine 1-10 ist eher geruchsneutral, denn der fährt ja mit E-10... Grünheide ist nebenan und immer noch mein Pilzgebiet. ( Ab Spreenhagen rein in den Wald und manchmal bis Fangschleuse ) Ein Glück, dass es da noch Handyverbindung gibt. Meine Frau holt mich in FS dann ab. Der Wald um Grünheide liegt im Urstromtal; das geht bis Warschau. Aber Leute aus BB müssenunbedingt dieses Goldstück verscherbeln für eine US-Autofirma, die sich alles erlauben darf. Rings um Berlin gibt es Brachland genug. Gut genug für eine US-Blenderfirma.

  2. 72.

    Mir fallen immer wieder die Worte des intelligentesten Bundespräsidenten ein: ( R.v. Weizsäcker ) : Sagen sie nicht, sie haben das nicht gewusst. Wir Bürger haben vielfach diesen Satz verinnerlicht. Unsere heutigen gewählten Bestimmer sollten den auch nie vergessen. Haben die aber offensichtlich.

  3. 70.

    Beitrag nicht richtig gelesen? Nirgends steht, dass ich aus Berlin wenige Minuten gebraucht habe. Aber selbst aus Teilen von Köpenick braucht man nur ca. 10–15Minuten. Aus vielen Teilen von Grünheide braucht man ähnlich lang zum Teslawerk. Und solche Fahrtzeit würde ich noch unter wenige Fahrminuten zählen. Da sind viele jeden Tag deutlich länger zum Arbeitsplatz unterwegs. Wobei ich bei solch Fahrzeiten und weit darüber hinaus eh auf Fahrrad oder Fußbus setze ;–)
    Unser großer Stinker, ohne den meine Frau nicht zur Arbeit kommt, ist zumindest ne Ecke sparsamer als ihr kleiner Stinker (bezogen auf den allgemeinen Durchschnitt).

    So können wir weiterhin die reichlich vorhandenen Kiefermonokulturen ansteuern. Machen diese ja rund 70% der 1,1 Millionen Hektar Wald in Brandenburg aus. Wenn die gesamten 300 auf dem Grundstück gefällt werden, sinkt der Waldbestand immerhin um beachtliche 0,027%. Gleichzeitig werden 0,082% aufgeforstet.

  4. 69.

    Ich kritisiere keineswegs die Äußerung von Musk, stelle aber fest, dass er sich damit offen gegen die Regierungslinie in Deutschland stellt.
    Er sprach als von außen kommender nur das aus, was alle Hiesigen wissen aber keiner mehr öffentlich zu sagen traut, um nicht als Energiewende"leugner" vernichtet zu werden.

  5. 68.

    Aber Herr Neumann, ist es so schwer normal zu diskutieren ? Mir werfen sie die paar km mit dem i-10 vor, den ich aber ab und an benötige, weil die Last zu schwer ist und der Baumarkt nicht um die Ecke ist oder aber die Fahrt zum Kaufland, die ich damit verbinde. Da unten im Mittelmeer liegen so großkotzige Luxuskreuzer, die tonnenweise Diesel verschlingen. Darüber schweigen sie weil sie wie ein zweiter Schnitzler sind.

  6. 67.

    Herr Neuerdings-Allerdings-Neumann; brauchen wir nun AKW s oder nur Wind und Sonne mit der Zugabe Gas aus Russland ? Ich bin ja mit dem kleinen i-10 kein Weltverpester. Aber an sie konkret die Frage; Wer konkret wird in den nächsten 10-20 Jahren in Europa die Energie liefern, die kommende BEV benötigen ?

  7. 66.

    Passend dazu auch etwas vom SWR:
    https://www.swr.de/swr2/film-und-serie/umweltsuender-e-auto-unnoetig-verteufelt-100.html

  8. 65.

    Die oppositionellen Like hatte Anfang des Jahres ein Rechtsgutachten erstellen lassen. Das Ergebnis fiel aber anders als erwartet aus, weswegen die damit nicht großartig Haustieren gingen.

    Stöbern Sie auch mal in den alten Artikeln des RBB, die Die ebenfalls fleißig kommentiert haben. Problematisch sind Vorfällen die Verlegung des Bahnhofes und die niveaufreie Kreuzung der Bahngleise. Im Außenbereich wäre dafür schnell auch mal ein langwieriges Planfeststellungsverfahren erforderlich. Das umgeht man mit der B-Planänderung.

  9. 64.

    Hey, sie Dauerneumann, fast jeden Tag versprühen sie hier ihren "IQ". Wer vergab das "Baurecht" ? Der heute zähneknirschende Grünheider oder temporäre Leutchen wie der VOLVO-BM, der aber nicht in Gh. wohnt. Sie schreiben wie früher die SED-Genossen: Wer für den Frieden ist ist auch für den Sozialismus. Arbeitsplätze sind wichtig. Keine Frage. Teslas retten nicht das Klima, keine Frage. Was wollen sie mir einreden ?

  10. 63.

    Bitte bei ARTE Mediathek bis 21.01.2021 die Sendung "Umweltsünder E-Auto" ansehen. Sehr interessant, auch für Prof. Bachstein!

  11. 62.

    "Unökologischen Batteriewunderkisten"? Was ist den Ihrer Meinung nach die Alternative? Jenseits von Vernunftkraft, EIKE, VLAB und Julia Neigel ist die Expertenmeinung ziemlich eindeutig. Stöbern Sie dazu auch in den anderen drökfzigtausen Grundsatzdiskussionen, die Sie und andere gestartet haben. So lange Menschen MIVen müssen oder wie Tram88 und der Invalidenstraßenaktivist trotz Straßenbahn vor der Haustür aus Bequemlichkeit nicht auf den PKW verzichten wollen, gibt es derzeit keine bessere Alternative.

  12. 61.

    Nun mal langsam: In ein paar min ? Aus Berlin ? Hey, ich wohne fast nebenan; kenne so viele Bäume am Wegesrand. Den Rest kann sich jeder physikalisch gebildete Mensch denken. Politiker sind aber Politiker. Mitunter sogar Prof s, die aber nur Fisig kennen. Wer heute weiterhin Schwerölschiffe und anderen Mist betreibt sollte nie Bürgern vorschreiben, dass ihr kleiner Benziner nicht mehr tragbar ist. Als Friedensforscher möchte ich die Schäden durch alle Militärs ergründen. Sehr, sehr schwer.

  13. 60.

    Und wie wollen Sie stattdessen zukünftig mobil sein? Wenn Sie in den alten Grundsatzdiskussionen vom vergangenen Winter gestöbert hätten, wüssten Sie, dass bei einer vollständigen Umstellung des Straßenverkehrs auf BEV dessen Primärenergiebedarf auf ein Viertel des heutigen Bedarfs sinken würde. Würde man stattdessen auf grünen Wasserstoff setzen, wäre der Bedarf 5x so hoch wie bei BEV.

  14. 59.

    Wenn Sie doch nur vergangenen Winter mit dem Einbruch des Flugverkehrs wegen Corona um die Ecke gekommen wären ...
    Damals hatten Sie sich aber andere Dinge aus den Finger gesaugt, die ebenso wenig überzeugten. Dass Sie mit Ihren fortlaufender Forderungen nach einem Alternatuvstandort viele Ihre Behauptungen ad absurdum führen, ist Ihnen allerdings immer noch nicht aufgefallen und das Baurecht haben Sie nach monatelanger Diskussion zudem immer noch nicht verstanden.

  15. 58.

    Der alte B Plan ist eben nicht rechtssicher. Deswegen wird auf krumme Geschäfte gehofft und ein neuer b Plan als Änderung verkauft und den sogenanntem Volksvertretern zur Entscheidung dargelegt. Allein weil es in über zwanzig Jahren zu keiner Bebauung kam, hätte zumindest ein relleles UVP Gutachten erstellt werden müssen. Egal wie sie es bezeichnen, in heutiger Zeit einen Wald zu vernichten um eine Auto Fabrik zu bauen ist widerwärtig und passt nicht mehr in unsere Zeit. Das hat nicht's mit persönlichen Befindlichkeiten gemein so wie sie und auch Herr A.N. es immer wieder verbinden wollen. Ich wohne übrigens nicht in Grünheide, jeder andere Wald in meinen Einzugsgebiet würde ebenso meine Unterstützung erhalten. Kennen sie übrigens den Begriff “Zustandsstörer“? Denken sie mal darüber nach...Das vorhandene Naturschutzgebiet scheinen sie ebenfalls zu ignorieren. Es wird aufgrund der Industrieansiedlung immensen schaden nehmen.

  16. 57.

    "Grünoderlinksgenosse" Josti. BMW waren die Gegebenheiten zu naturnah oder besser gesagt ungeeignet nach Prüfungen. Die BER-Zettel hingen im Prinzip überall. Hey; wer hört denn auf die Bürger ? Das Ding mußte durchgedrückt werden und man hat es. Uns wurde demonstriert, dass wir nur Stimmvieh sind. Der 2-gleisige Anschluss im Bereich Fangschleuse ist für Teslazusatzanforderungen nicht konzipiert. Der BER kann nie mehr das werden was mal geplant. Sost hätten auch zumindest sparsame Verbrenner eine Zukunft. Sind die etwa überall verbannt oder nur in Linksgründeutschland ? Es gibt doch auch sparsame Verbrenner. Summieren sie mal den Aufwand für e-Autos und denken aber auch an die Winterzeit.

  17. 56.

    Die Aufforstungen haben längst begonnen. Der RBB hatte hier und im TV mehrfach berichtet. Aber es kann ja nicht sein, was nicht sein darf, weil sonst das eigene Weltbild in Gefahr ist

  18. 55.

    Die Katze ist aus dem Sack:
    auf weltonline wird Musk wie folgt zitiert:

    Der Bedarf an Batteriezellen wird weiter steigen. Musk ist überzeugt, dass in Zukunft nur noch Elektroautos unterwegs sein werden. Allerdings werde es bis dahin noch einige Zeit dauern. Es werde ab dem Zeitpunkt, an dem nur noch elektrisch angetriebene Fahrzeuge verkauft werden noch etwa zwanzig Jahre dauern, bis die gesamte Fahrzeugflotte elektrifiziert sei.

    Musk gab zu, dass die Elektrifizierung des Verkehrs zu einem massiv steigenden Strombedarf führen wird. „Wenn der gesamte Verkehrssektor elektrifiziert wird, brauchen wir die doppelte Menge an Strom“, prognostizierte er. „Dazu müssen wir die Kapazitäten von Wind-, Solar- und Atomkraftwerken erhöhen.“

    Für die Nutzung der Atomenergie, die wie erneuerbare Energiequellen CO2-frei ist, sprach er sich dabei explizit aus.

    https://www.welt.de/wirtschaft/article221536374/Elon-Musk-Tesla-will-2022-halbe-Million-Elektroautos-in-Gruenheide-bauen.html

  19. 54.

    Je nachdem wo man in Köpenick wohnt, wohnt man am Teslawerk deutlich dichter als viele Grünheider ;-)

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