Tesla-Baustelle am 14.1.2021 in Freienbrink (Bild: imago images/Jochen Eckel)
Audio: Antenne Brandenburg | 16.01.2021 | Lars Seefeldt | Bild: imago images/Jochen Eckel

E-Auto-Fabrik in Brandenburg - Tesla hinterlegt Sicherheitsleistung und verhindert Baustopp

Kurz vor dem Ende der Frist hat der E-Autobauer Tesla nun doch die Sicherheitsleistung von 100 Millionen Euro für sein Werk in Grünheide bereitgestellt. Das hat das Brandenburger Umweltministerium bestätigt. Damit kann weiter gebaut werden.

Kurz vor dem Ablaufen der Frist hat US-Elektroautobauer Tesla eine von Brandenburg geforderte Sicherheitsleistung für den Bau der Fabrik in Grünheide (Oder-Spree) doch noch hinterlegt.

Die Tesla-Leitung habe am späten Freitagabend die Einigung zwischen Tesla Brandenburg und dem Landesamt für Umwelt für die Sicherung etwaiger Rückbauverpflichtungen bestätigt, teilte das Umweltministerium dem rbb mit. "Die notwendige Sicherheit wird durch die Beibringung einer Patronatserklärung durch eine deutsche GmbH erbracht, verknüpft mit einer Geldeinlage in Höhe von 100 Millionen Euro." Damit werde die zwischenzeitlich um fünf Tage verlängerte Frist gegenstandslos.

Zuvor war Aufschub vereinbart worden

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wurde das Geld zwischen 23.00 und 24.00 Uhr hinterlegt. Damit muss kein Baustopp verhängt werden. Die "Bild"-Zeitung hatte am Freitagabend über die Zahlung berichtet.

Die Sicherheitsleistung sollte ursprünglich bis Freitag um Mitternacht gezahlt werden, was nun auch erfolgt ist. Das Landesumweltamt fordert die Summe, weil Tesla seine Fabrik in Grünheide (Oder-Spree) bisher nur mit vorzeitigen Zulassungen baut. Falls die endgültige Genehmigung ausbleibt, muss Tesla alles wieder abreißen. Um diesen Rückbau abzusichern, fordert das Landesumweltamt die Sicherheitsleistung.

Laut Umweltministerium "Hin und Her" in den Diskussionen

Am Freitagabend war zunächst bekannt geworden, dass Tesla erneut einen Aufschub der Zahlung für die Sicherheitsleistung von 100 Millionen Euro erwirkt hatte. Das Landesumweltamt teilte am Freitag mit, dass der Eingang der Zahlung erst zum 20. Januar erfolgen muss. Eine grundsätzliche Einigung sei zwischen der Genehmigungsbehörde und Tesla Deutschland erzielt worden, teilte das Umweltministerium am späten Freitagabend mit.

Axel Steffen, Abteilungsleiter in Umweltministerium, hatte am Mittwoch gesagt, es gebe "ein Hin und Her" in den Diskussionen. Tesla habe womöglich "unterschätzt, dass das so einfach nicht geht". Die Zahlung war bereits einmal aufgeschoben worden. Im Dezember hatte das Unternehmen die Leistung nicht bis zur Frist vom 17. Dezember hinterlegt. Daher ruhten erst die Arbeiten, dann einigte sich Brandenburg dem Ministerium zufolge mit Tesla aber auf eine längere Frist bis 15. Januar.

Bericht: Tesla plant riesige Lagerhalle für Batteriefabrik

Bereits im Juli soll in Grünheide die Produktion aufgenommen werden. Das Unternehmen hatte die Errichtungskosten mit knapp 1,1 Milliarden Euro veranschlagt. Tesla-Chef Elon Musk sagte dem "Business Insider" allerdings im Dezember: "Leider werden wir das Budget überschreiten." In einer ersten Phase sind 12.000 Beschäftigte und bis zu 500.000 Fahrzeuge pro Jahr geplant. Naturschützer und Anwohner befürchten mit der Fabrik negative Konsequenzen für die Umwelt. Sie halten den Wasserverbrauch für zu hoch und sehen geschützte Tiere in Gefahr.

Musk will das Werk bei Berlin auch zur weltgrößten Batteriefabrik machen. Ein Antrag für eine Batteriefabrik liegt bisher nicht vor. Beim Landkreis Oder-Spree ging vor Weihnachten ein Bauantrag von Tesla für eine Lagerhalle ein, teilte ein Sprecher am Samstag auf Anfrage mit. Die "Potsdamer Neuesten Nachrichten" berichteten am Freitagabend (online), die Halle solle drei Mal so groß wie ein Fußballfeld sein, dort könne die Batteriefabrik entstehen.

Sendung: Inforadio, 16.01.2021, 11 Uhr

67 Kommentare

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  1. 67.

    Da mehrmals nach dem K.-O.-Kriterium gefragt wurde: Eine Batterie-Chemie-Fabrik im Einzugsbereich eines Wasserschutzgebietes (und damit meine ich nicht das WSG Erkner, sondern das Wasserschutzgebiet Müggelseeregion der Grünheider Vorstadt Klein-Berlin) dürfte wohl ein ähnliches Katastrophenpotential haben wie der Bau eines AKW in einer Erdbeben-Erwartungszone oder? Vielleicht sollte dann für den Fall der Fälle doch schon eine Fernwasserleitung - woher auch immer - verlegt werden? Da sind die 100 Mill. eher noch konservativ angesetzt?
    Übrigens: Kam doch neulich der Nachbarsbube mit seinem Chemiebaukasten zu uns in die Küche. Den mussten wir leider wieder vor die Tür setzen...

  2. 66.

    @Tram88
    Was hat jetzt ihre Kommentar mit meinem zu tun?
    Timmy, der Beobachter hat die Frage in den Raum gestellt, warum man nicht einen Standort mit Gleisanschluss wählt. Darauf meine Antwort, dass diese gegeben ist und auch genutzt wird. Was das GVZ mal damit vor hatte aber bisher nicht getan hat, spielt da keine Rolle. Ist ein Gleisanschluss da? Ja. Wird er beim Bau genutzt? Ja.

    @PotsMi
    Was hat jetzt ihre Antwort mit meiner Antwort auf den Kommentar von Timmy zu tun?

  3. 65.

    CO2 ist sehr wohl ein Atemgift und Ihr 3l-Diesel würde mit 78g/km CO2 (wohlwollend nur Tank2Wheel betrachtet) immer noch zu viel davon für die Klimaziele der EU ausstoßen. Dabei hat VW sich lange vor der NOx-Diskussion mit solchen Fahrzeugen eine blutige Nase geholt, egal ob als Lupo 3L oder als Audi A2 3L. Um solche Verbräuche zu erreichen, müssen die Fahrzeuge dabei auch klein sein. Die Kunden sind aber weniger zahlungsbereit in Hinblick auf die Mehrkosten.

  4. 64.

    Ich verlasse mich beim Schienenverkehrs lieber auf Fachleute als auf jemanden, der u.a. die Werke deutscher Konzerne in WSG als vorbildlich dargestellt hat, hier das aber willkürlich als Unrecht betrachtet gesehen will.

    Die DB Netz hat 24 Züge ermittelt, die für Tesla fahren könnten und dabei auch den dichteren SPNV und eine Zunahme des sonstigen GV berücksichtig, wohl aber keine Blockverdichtungen oder gar ETCS. Engpass ist das Wuhlheider Kreuz.

  5. 63.

    Gut, dann lassen wir die 100 Mio als Sicherheit für das neue Batteriewerk. Ist mir auch recht. Dann geht es in dem Stil nach 8a Emsch.Gesetz weiter.

  6. 62.

    ... Es geht doch nicht um Klimawandel durch E Autos oder Tesla, es geht um hin und herschieben von Kohle auf einer Hypewelle durch blinde Politiker.... aber zu Lasten der Umwelt...

  7. 61.

    In der Tat muss mehr getan werden, um den MIV Herr zu werden. Da das aber versäumt wurde, besteht weiterhin erheblicher Bedarf an PKW. Deshalb gibt es bekanntlich den gesellschaftlichen und politischen Konsens den zu dekarbonisieren, weil das BEV unter dem Strich das kleinere Übel ist. Deshalb wiurde der Wandel dahin eingeläutet.

    Es sind nicht nur die wachsenden Ölsandgruben oder die neuen Ölfelder in der norwegischen Arktis oder in Alaska, die Sie geflissentlich ignorieren. Dazu kommen auch noch die Folgen der Erderwärmung wie die immer heftigeren Waldbrände in Australien, Kalifornien, Sibirien oder aktuell in Chile, die sie nicht beoobachten. Egal, es gib ja noch genug Öl! Schade, dass Sie die alten Grundsatzdiskussionen nicht beobachtet hatten. Das hätte Wiederholungen erspart.

  8. 60.

    Es werden weiterhin viel zu große und schwere PKW gebaut. Früher sprach man so oft vom 3 L-Auto. Schaffbar ist dies mit einem Spardiesel mit Abgasbehandlung. CO2 ist ja kein Gift. Wobei Flugtriebwerke viel schlimmere Sachen ausstoßen. So ist da ober H2O viel klimawirksamer als CO2.

  9. 59.

    Den Gleisanschluss aus der Stasizeit sollte doch chon das Zentrum in Freienbrink nutzen. Kann man da alles noch bewundern. Es geht nur per LKW aus vielen Ländern und die verbrauchen ungleich mehr Kraftstoff als ein unscheinbarer hyundai i-10. Wenn man all nur das produzieren würde was wirklich gebraucht wird sähe unsere CO2- Bilanz viel harmloser aus. Das kleine Dänemark steht doch viel besser da als unser Land. Warum geht das hier nicht wie dort ? Haben die bessere Politiker und Wirtschaftslenker ?

  10. 58.

    MIV ohne Motor, aber mit Herz, Muskelkraft, Verstand und ohne Mief!

  11. 57.

    Man kann auch Unrecht ins Recht setzen. Wenn die Abgeordneten von Grünheide nun abgelehnt hätten; was wäre dann Recht ? Sie provozieren hier ja einige Kommentatoren regelrecht.

  12. 56.

    Das Werk liegt hat bereits einen Gleisanschluss, verläuft direkt durch das Grundstück . Dieser wird auch schon während der Baumaßnahmen rege genutzt und soll auch zukünftig weiter genutzt werden und entsprechend für den ÖPNV und Güterverkehr weiter ertüchtigt werden.

    BMW wird erst in den nächsten Jahren wirklich einsteigen. Bis vor kurzem wollte man noch gänzlich auf einen Umstieg verzichten. Momentan gibt es nur einen Hersteller aus Deutschland der auch tatsächlich was anbietet.
    Die Produktion der E Autos kommt ja nicht auf Produktion oben auf sondern löst diese ab. Das ist ein langwieriger Prozess. Und wenn sich der ein oder andere Hersteller nicht langsam bemüht, bekommt er nicht nur durch Tesla einen ernsten Gegner.

  13. 55.

    Ob nach Corona der Geruchssinn bei Woidke wieder kommt?

  14. 54.

    Bei ihren Rechtfertigungskonstruktionen lassen sie mich aber bitte raus. An den Altstandorten von Autowerken konnten wir weder Einfluss nehmen noch können wir heute daran etwas ändern. Aber warum gibt es denn die strengen Vorschriften für Trinkwasserschutzgebiete ? Man kann als Bürger nur noch zu der Schlussfolgerung kommen, dass das Kind längst im Brunnen liegt und es jetzt auf nichts mehr ankommt. Habe mir den Produktionsablauf insgesamt mit An-u. Abtransport per Autobahn und Schiene mal vorgestellt. Alle 20 min ein RE-1, x Güterzüge von u. nach Polen. Wohl 2 x Warschau-Express u. das was mir nicht bekannt ist. Derzeit nur 2 Gleise und wohl nur Ri. Fürstenwalde erweiterbar. Autobahn immer wieder Sperrungen u. hier altersschwache Brücken. Wo ist der Cargolifter ?

  15. 53.

    Sie haben scheinbar nichts verstanden. Natürlich sind mir die Umweltschäden durch die Erdöl-Förderungen weltweit bekannt. Ich möchten Ihnen nur klarmachen, dass wir zusätzliche Umweltschäden provozieren oder ist Ihnen bekannt, dass die Erdölförderung per Stichtag ....eingestellt wird. Und wenn ich vor meiner Haustür Mitspracherecht hätte (was leider nicht existent ist) den Bau einer Tesla-Fabrik zu blockieren, ist das meine Meinung. Oder meinen Sie BMW und Co produzieren nicht? Wir werden also in E-Auto`s ertrinken. Man hätte den Bau doch direkt an die Schiene Verlegen können oder verbrauchen die Unmengen an Zuliefer-LKW`s kein CO2?. Aber wir haben alles im Griff, Plastikmüll und Autowracks über den großen Teich, wird schon gehen. Und Herr Musk wird uns vom SpaceX zuwinken, natürlich klimaneutral.

  16. 52.

    Drei Phasen - Phase 2 (Batteriefertigung) hat noch "Diskussionsbedarf" ... die 100 Mios würde ich nicht gleich wieder einplanen. "Leitungswasser kommt mir nicht ins Haus!" ;-)

  17. 51.

    Die 100 Mio sind von Tesla für den Fall des Scheiterns des Projektes hinterlegt. Wann wäre das?
    1. Das Umweltamt versagt die endgültige Genehmigung. Unwahrscheinlich. Niemand lässt ein Werk für mehrere 100 Mio in den märkischen Sand setzen, um es dann abreißen zulassen. Nein die Genehmigung wird mit höchsten Umweltauflagen voraussichtlich im Februar erteilt.
    2. Erfolgreiche Klagen gegen die Genehmigung. Bis jetzt gab es keinen stichhaltigen KO-Einwand gegen das Projekt. Auch Grüne Liga und BUND wollen nicht das Projekt verhindern.
    Mein Tipp: Ende März sind die 100 Mio Sicherheitsleistung obsolet. Themen werden dann sein: Die Entwicklung der Infrastruktur, die Personalgewinnung und Unterbringung, sowie die Batteriefertigung.

  18. 50.

    Dass das ein das andere nicht ausschließt, hat der WSE bereits im Januar 2020 mitgeteilt und sah für den beantragten Bau vor allem ein Zeitproblem, aber kein grundsätzliches. Die nach mehreren öffentlichen Anhörungen verabschiedete Wasserverordnung lässt den Bau zu. Im Laufe der Zeit wurde auch dank Tram88 und anderen herausgearbeitet, dass es ähnliche Objekte von BMW, Mercedes und VW in WSG hierzulande gibt. In der Stadt direkt stromabwärts des Grundwasserleiters war gerade wieder der Konflikt von Hausbesitzern mit dem Wasserversorger Thema in der Presse. Die Häuser saufen ab, doch der will die aktive Grundwasserhaltung einstellen.

    Beim Wasserverbrauch muss man zudem wissen, dass erst nach Hochrechnung von Journalisten, die ohne Prüfung auf Plausibilität aus dem stündl. Spitzenverbrauch den Jahresverbrauch errechnet hatten und den ohne Vergleichswerte veröffentlichten, ein Popanz aufgebaut wurde. Dazu kam noch viel Halbwissen zur Grundwasserneubildung in Kiefernmonokulturen.

  19. 49.

    Die Frage war: meint Tesla das ernst? Die 100-Mio-Euro-Antwort kann man wohl als "Ja" bewerten. Nun muß die Ernsthaftigkeit nur noch bewiesen werden - und zwar mit der Einhaltung der gegebenen Auflagen.

    Trinkwassergewinnung gegen E-Auto-Produktion... mit genügend Zeit kann man die dahinterliegende Idee sicherlich anschaulich darstellen, bei der Sinnhaftigkeit habe ich so meine Zweifel.
    Nun ja, mit einem E-Mobil mit entsprechender Reichweite kommt man schnell - und auch "wüstenschonend" - zur nächsten Oase.

  20. 48.

    Bei mir gab es keine Verstädigungsprobleme mit den Text usw..
    Da fassen Sie sich an die eigene Nase.

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