Baustelle der Tesla Gigafactory 4 in Grünheide (Quelle: dpa/Thomas Bartilla)
Bild: dpa/Thomas Bartilla

Brancheninsider - Tesla plant Batteriefabrik mit 1.000 Arbeitsplätzen

Angeblich plant Tesla in Grünheide die weltweit größte Fabrik für Elektro-Auto-Batterien. Nun hat der rbb Details zu den Plänen des Unternehmens erfahren. Demnach sucht Tesla einige ungewöhnliche Berufsbilder für seinen Grünheider Standort.

Der US-amerikanische Eltekroautobauer Tesla plant in Grünheide eine Batteriefabrik mit rund 1.000 Beschäftigten. Das erfuhr der rbb am Montag aus Branchenkreisen. Weil die Batterie-Industrie in Deutschland aber noch nicht weit entwickelt ist, sind Fachkräfte in der Branche schwer zu finden. Tesla will deshalb Menschen aus anderen Branchen abwerben, die sich mit einzelnen Produktionsschritten auskennen.

Tesla-Recruiter suchen unter anderem nach Zigarettendrehern

So könnten etwa Pharma-Mitarbeiter in der Pulververarbeitung zum Einsatz kommen. Außerdem könnten sich Angestellte aus der Dosenherstellung in Grünheide um die Verschalung der Batterien kümmern. Laut Brancheninsidern sind die Tesla-Recruiter sogar auf der Suche nach Zigarettendrehern.

Bisher stellt das Unternehmen die neuen Batterien nur in einer Art Pilotprojekt im kalifornischen Freemont her. In Grünheide planen die US-Amerikaner laut den Brancheninsidern aber eine Massenproduktion. Nach einer Anlaufphase mit geringeren Zahlen sollen in Grünheide jedes Jahr 100 Gigawattstunden Strom in Batterien verpackt werden. In späteren Ausbaustufen sollen es sogar bis zu 250 Gigawattstunden werden. Diese Zahlen hatte Tesla-Chef Elon Musk schon im November 2020 genannt. Damit wäre die Grünheider Batterie-Fabrik die größte der Welt.

Noch keine konkreten Baupläne für Batteriefabrik

In trockenen Tüchern ist die Grünheider Batteriefabrik aber bisher noch gar nicht. Das Bundeswirtschaftsministerium hat zwar erste Planungen erlaubt, mit denen Tesla etwa Mitarbeiter suchen kann. Aber konkrete Baupläne sind bisher bei keiner Behörde eingegangen.

Deswegen ist auch nicht klar, ob und wann gebaut werden kann und wann die ersten Batterien fertig sind. Auch der genaue Ort ist nach wie nicht bekannt. Laut Brancheninsidern soll die Fabrik im Südosten des 300 Hektar großen Tesla-Grundstücks gebaut werden. Ob sie aber in die kurz vor Weihnachten beantragte Lagerhalle kommt, gilt als unsicher. Dafür wären erhebliche Umbauten nötig.

Zugleich ist die schon beantragte Autofabrik, deren Rohbau fast fertig ist, nach wie vor nicht genehmigt. Nach Aussagen von Umweltminister Axel Vogel (Grüne) hofft Tesla wohl, dass das Landesumweltamt den endgültigen Bescheid im Februar erteilt.

Doppelte Reichweite angestrebt

Tesla setzt derweil anscheinend große Hoffnungen in seine selbst entwickelten Batterien. Die neuen Energiespeicher sollen Reichweiten von bis zu 800 Kilometern etwa bei elektrischen Lkw ermöglichen, hofft Tesla. Die meisten anderen E-Autos kommen derzeit auf rund 400 Kilometer Reichweite.

Aber die neuen Batterien sollen nicht nur dem Antrieb dienen: Tesla will sie auch als integrierten Bestandteil der Karosserie unter anderem im Modell Y in Grünheide verbauen. Dank ihres Gewichts und ihrer Größe sollen sie die Karosserie steifer und stabiler machen. Ein neues Herstellungsverfahren soll es ermöglichen, sie billiger und umweltfreundlicher zu produzieren als bisherige Autobatterien. Tesla setzt außerdem darauf, seine Batterietechnologie nicht nur in Pkw und Lkw, sondern auch in häuslichen Solaranlagen einzusetzen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 25.01.2021, 16:10 Uhr

Hinweis: In einer früheren Version des Artikels war eine geringere Produktionskapazität der geplanten Fabrik angegeben. Dabei handelt es sich um einen Wert, den die Fabrik eventuell anfangs erreichen könnte. Letztlich soll die Batterieproduktion mindestens 100-250 Gigawattstunden pro Jahr betragen.

Die Kommentarfunktion wurde am 27.01.2021 um 17:46 Uhr geschlossen

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Beitrag von Philip Barnstorf

98 Kommentare

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  1. 98.

    Also gibt es antragsunterlagen? Wieder der Öffentlichkeit vorenthalten sonst müsste man ja zugeben, dass die Fabrik schon lange vor dem Dementi vorgesehen war. Also betrug! BAUSTOPP und neue KOMPLETTE Antragsunterlagen!!

  2. 97.

    Dass müssten Sie diejenigen fragen, die hier ständig von "Chemiefrabrik" schreiben, also auch sich selber. Ihren Kommentar deute ich aber so, dass Ihre Bemerkungen dazu auf Ahnungslosigkeit basieren.

  3. 96.

    Dann für sie gerne nochmal.
    Eberhard hat geschrieben, das dort keine Batteriefabrik gebaut werden kann, weil die WSG-VO eine Chemiefabrik nicht erlaubt. Wenn man also die Batteriefabrik nicht in den Geltungsbereich der Verordnung baut, kann diese auch nicht angewandt werden. Und dieser Bereich macht gut 1/3 des Grundstück aus.
    Das ist keine Frage was sie für richtig oder falsch halten. Die Verodnung hat ihren Geltungsbereich, dieser ist klar definiert, können sie sich auch im Internet angucken. Wenn man will das diese auch 100 Meter weiter gelten soll, muss entsprechend der definierte Bereich in der Verodnung geändert/vergrößert werden.
    Ihr Vorschlag wäre Willkür. Heut zieh ich die Grenze mal so, morgen mal so. Das was sie den Behörden und Politik vorwerfen, machen sie gerade selbst.
    Übrignes wäre auch 100 Meter entfernt vom WSG weiterhin genug Platz. Wieviel Meter wollen sie jetzt?

  4. 95.

    Ich muss Ihnen zustimmen. Es ist politisch gewollt, dass dort eine Autofabrik gebaut wird, nur ben nicht erst seit Tesla, sondern Dekaden früher. Deshalb wurde zur Jahrtausende begonnen den Rechtsahmen dafür zu schaffen, was nach mehreren öffentlichen Anhörungen in der Wasserverordnung mündete, die das grundsätzlich zulässt. Auch in dem Punkt sind Sie also arg spät dran. Die Diskussion darum wirde rund um Tesla ebenfalls bereits im Spätherbst 2019 geführt.

    Die Grenze des WSG ist dabei eindeutig, auch wenn Sie die willkürlich weiter ausdehnen wollen. Dafür hätten Sie aber im Rahmen der öffentlichen Anhörungen als angeblicher Anwohner genügend Zeit gehabt. Ihren First, dass Sie tief geschlafen haben, haben Sie sich selber zuzuschreiben.

  5. 94.

    "Deshalb müssen sie sich auch beeilen, rechtssichere Argumente gegen diese Fabrik zu finden..."
    Da brauche ich nicht lange suchen, belastbare Klagepunkte ergäben sich einige.
    Da jedoch die Industrieansiedlung im Wasserschutzgebiet inmitten eines Landschaftsschutzgebietes politisch gewollt und wirtschaftlich gewünscht ist, haben es all Jene besonders schwer. die mit ihren richtigen und berechtigten Argumenten gegen diese perfide Art der Umweltzerstörung vorzugehen versuchen.
    Langsam wird es Zeit, dass auch Sie das verstehen, Herr Neumann!

  6. 93.

    "Grob 1/3 des Grundstücks von Tesla liegen nicht im WSG. ..."
    Und?
    Das heißt jetzt was?
    Ob direkt auf dem Wasserschutzgebiet gebaut wird, oder 100Meter daneben sollte dabei eine untergeordnete Rolle spielen.
    Fakt ist doch, dass Grünheide für den Bau einer derart großen Fabrik, mit derzeit noch unbekannten Größen wie Ausmaß und Ressourcenverbrauch im oder an einem Wasserschutzgebiet inmitten eines Landschaftsschutzgebietes, der denkbar schlechteste Standort ist.
    Sich dabei einseitig auf den als allenfalls mangelhaft, zu attestierenden Bebauungs-Plan zu beziehen, zeugt nicht gerade von menschlicher Größe.

  7. 92.

    Ach, gibt es schon detaillierte Antragsunterlagen? Aus denen hervor geht, mit welchen Gefahrenstoffen, wie hantieren und gearbeitet wird? Genau der Antrag der bewusst den Anwohnern und allen interessierten vorenthalten ja sogar verneint wurde je eine Batterie Fabrik zu bauen? Ich sage nur Betrug! Verlange sofortigen Bau STOPP. Das einreichen vollständiger Unterlagen, und eine erneute Umweltverträglichkeitsprüfung!

  8. 91.

    Grob 1/3 des Grundstück liegen nicht im WSG. Demnach kann in diesen Flächen die VO nicht angewandt werden. Tesla hat also noch reichlich Platz dort eien Batteriefertigung zu bauen, ohne die VO zu tangieren.

  9. 90.

    Eine Chemiefabrik ist eine technische Anlage, in der Rohstoffe und Reaktionsprodukte durch chemische Reaktionen industriell aufbereitet werden. Erzählen Sie uns deshalb mehr über den Fertigungsprozess von Tesla.

  10. 89.

    Grob 1/3 des Grundstücks von Tesla liegen nicht im WSG. Demnach wäre da genug Platz. Außerdem kann von allen Verboten in der dortigen VO unter bestimmten Vorraussetzungen eine Befreiung erteilt werden.

  11. 88.

    Eine Batteriefabrik ist und bleibt eine Chemiefabrik. Deren Genehmigung in einem Trinkwasserschutzgebiet ist nach WSG-VO unzulässig und wäre unverantwortlich.

  12. 87.

    Donnerwetter - Pulververarbeitung, Dosenherstellung und Zigarettendreher sind ja richtig hochqualifierte Berufsgruppen. Zudem besteht ja noch die Möglichkeit einer geförderten Qualifizierung durch das Arbeitsamt.

  13. 86.

    >>Warum gerade in Grünheide ?<<
    1) passendes Baugrundstück zu verkaufen.
    2) Autobahnanschluss.
    3) Eisenbahnanschluss.
    4) Nahe an Berlin.
    5) Dünnbesiedeltes Bundesland.
    6) Wenig Arbeitsplätze für schlechtbezahlte Facharbeiter.
    7) Viel Erneuerbare Energie.
    >>Warum dazu noch Akkus dort ?<<
    1) Das war von Anfang an geplant.
    2) Tesla will die Akkus selbst erzeugen und nicht zukaufen. Das bedeutet mehr Gewinn.
    3) Für uns bedeutet das weniger CO2 für Transporte.

  14. 85.

    >>Brandenburg ist halt ein Agrarland. <<

    Eisenhüttenstadt? Braunkohleindustrie?

  15. 84.

    Ich muß mich korrigieren. Die von mir genannten 3.500€ Einstiegslohn bei Tesla gelten für ausgebildete Facharbeiter in ihrem Fachgebiet. Ungelernte Quereinsteiger bekommen 2.700€ Grundlohn pro Monat inklusive Schichtarbeit.

  16. 83.

    >>Im Übrigen gilt mein Desinteresse an doktrinhaften Äußerungen nicht nur für Herrn N, sondern auch seinen Kumpel, nämlich Sie. Tschüß.<<

    Alles klar, Tschüß.
    Gibt es nicht beim Kopp Verlag oder auf Telegram Foren in denen faktenresistent geschwurbelt wird?

  17. 82.

    >>Hören Sie sich mal führende Wissenschaftler zur boomenden Elektromobilität und deren Folgen durch Raubbau an endlichen Ressourcen und der Klimabilanz an. Abgesehen vom schrumpfenden Siliziumvorkommen und dessen Folgen. <<

    Silizium ist eines der häufigsten Elemente der Erde. Ab 2022 wird das sogar in Deutschland in Bergwerken abgebaut.
    Übrigens wird das auch für Verbrenner benötigt, z.B. im Motoröl. Also mit Ihrem geliebten Töftöf verbrennen Sie diesen wertvollen Rohstoff einfach, währen E-Autobatterien zu 95% recycled werden könnten (wenn die nur endlich mal kaputtgehen würden...).
    Die Wissenschaftler, die Sie meinen sidn wahrscheinlich Prof. von Sinn oder Prof Indra, alte Männer um die 80, kurz vor der Demenz. Ich höre lieber aktiven Wissenschaftlern um die 50 zu, die noch bereit sind neue Erkenntnisse zu akzeptieren und in Ihre Überlegungen mit einzuordnen.

  18. 81.

    >>Machen Sie es sich dabei nicht ein wenig zu einfach? E-Autos sind weder CO2-neutral noch wird für jedes neu erworbene E-Auto der alte Verbrenner verschrottet, So wird Ihre Rechnung niemals aufgehen. <<

    Ich habe auch nicht behauptet, dass für jedes neue E-Auto ein Verbrenner verschrottet wird.
    Ein durchschnittlicher Autokäufer kauft aber nur E I N Auto. Also entweder einen Verbrenner O D E R ein E-Auto. Also ist jedes verkauft E-Auto ein Verbrenner weniger, der verkauft wird. Dezember 2020 waren es 14% E-Auto Neuzulassungen, über das ganze Jahr 2020 7%.

    E-Autos erzeugen wesentlich weniger CO2 als Verbrenner. Bitte auch bei den Verbrenner die Kraftstoffherstellung mitrechnen, nicht nur die Kohlekraftwerke.
    Die durchschnittliche Zulassungszeit vor der entgültigen Abmeldung für Autos beträgt in Deutschland knapp 10 Jahre.

  19. 80.

    Deshalb müssen sie sich auch beeilen, rechtssichere Argumente gegen diese Fabrik zu finden und nicht längst widerlegte wie "wertvolle Natur" von Spätherbst 2019 wiederholen. Wer mehr als nur diesen Kiefernnutzforst kennt, sieht leicht den Unterschied.

  20. 79.

    "Elon Musk ging es um große Fläche mit beschlossenem B-Plan. Tesla muss seinen technologischen Vorteil möglichst schnell in Stückzahlen umsetzen, um Marktanteile zu gewinnen. ..."
    Gut zu wissen!

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