Teslas Batteriefabrik in Brandenburg (Quelle: dpa/Thomas Bartilla)
Bild: dpa/Thomas Bartilla

Temporärer Anschluss an A10 - Umweltschützer wehren sich gegen Tesla-Autobahnabfahrt

Die Naturschutzverbände Nabu und Grüne Liga haben beim Landkreis Oder-Spree Widerspruch gegen Bauarbeiten für einen temporären Autobahnanschluss für das Tesla-Gelände eingelegt. Wie aus dem Widerspruchsschreiben, das dem rbb vorliegt, hervorgeht, sorgen sich die Naturschützer um das Überleben von Schlingnattern und Zauneidechsen vor Ort.

Nattern und Echsen in Gefahr?

"Die Schlingnattern überwintern zum Beispiel in Mäuselöchern oder anderen Hohlräumen in der Erde", sagte Michael Ganschow von der Grünen Liga dem rbb. Weil solche unterirdisch überwinternden Nattern auf dem Gelände der geplanten Abfahrt nicht auszuschließen seien, dürfe der Waldboden vorerst nicht abtransportiert werden. Die Naturschützer kritisieren außerdem, dass Lebensräume von Zauneidechsen nicht ausreichend an anderer Stelle ersetzt würden.

Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Oder-Spree konnte den Eingang des Widerspruchs am Dienstag zwar noch nicht bestätigen, teilte aber mit, dass die Bauarbeiten unterbrochen werden müssen, sobald das Dokument eingeht. Dann muss die Behörde über den Widerspruch entscheiden.

Autobahnanschluss soll nur vorübergehend sein

Tesla baut in Grünheide derzeit einen temporären Autobahnanschluss vom Berliner Autobahnring A10 zum Gelände der geplanten Fabrik. Über den Anschluss sollen vor allem Lkw das Werk schnell erreichen, wenn im Sommer dieses Jahres wie geplant die Produktion startet.

Ein lokaler Bebauungsplan sieht perspektivisch eine reguläre Autobahnabfahrt zum Tesla-Werk vor. Weil Genehmigung und Bau aber mehrere Jahre dauern dürften, baut Tesla auf eigene Kosten einen temporären Anschluss.

Die Kommentarfunktion wurde am 16.02.2021, 21:47 Uhr geschlossen

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Sendung: Antenne Brandenburg, 16.02.2021, 16:30 Uhr

13 Kommentare

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  1. 13.

    "Die Einwohner von Grünheide können sich im Herbst, wenn die Produktion im Teslawerk hochfährt beim NABU und der grünen Liga bedanken. Da die Ausfahrt Freienbrink nicht ausreichen wird, werden die LKW die Abfahrten Erkner, Spreeau und Fürstenwalde nehmen...."
    Sie haben da zwei kleinere Denkfehler in Ihrem Kommentar, Herr Josti, denn:
    1. wird Tesla nicht im Herbst seine Produktion hochfahren, auch nicht früher und schon gar nicht zu einem späteren Zeitpunkt.
    2. hat der Herr Wirtschaftsminister auf der Informationsveranstaltung im Januar 2020 wiederholt bestätigt, dass eine für die Tesla-Ansiedlung ausreichende Infrastruktur vorhanden sei.

  2. 12.

    Äh, die hier thematisierte temporäre Autobahnausfahrt bezahlt Tesla und baut die in eigener Regierung.

    Bei dem kurzen Stück Strasse zwischen GVZ und Industriegebiet baut die öffentliche Hand ein kurzes Stück für alle. Bei BMW, VW und Mercedes wurde auch so vorgegangen.

    Datteln Vier ging übrigens auch ohne endgültige Betriebsgenehmugung unter Dampf. Sie liegen also etwas daneben, wenn Sie eine Bevorzugung eine US-Firma kritisieren und unwissend über die 8a-Zulassung der BASF in Schwarzheide hier über Tesla rumlamentieren.

  3. 11.

    Warum erfordert denn eine reguläre Abfahrt 5–8 Jahre? Ist da schon das Studium des Planers inkludiert?
    Ich halte das nicht für normal, dass hierzulande alles ewig braucht. Aber leider hat sich das so eingebürgert.
    Das man auch auf die Umwelt acht gibt ist richtig. Aber ein gesunder Mittelweg wäre besser. Ganz ohne Regeln wäre genauso Mist wie die endlosen öffentlichen! Projekte in Deutschland.
    Eine AB Abfahrt wird ja weder das erste mal gebaut noch handelt es sich um Raketenwissenschaft.

    Für die beiden Vereine scheinen Zauneidechse/Schlingnatter eh überall zu leben, wo sie doch so selten sind. Aber sie sagen ja, dass sie auf keinen Fall die Ansiedlung blockieren/verhindern wollen.

  4. 10.

    Herr Josti, wie kann man nur so überheblich und daneben diskutieren und die Tatsachen auf den Kopf stellen. Nicht die Naturschützer sind Schuld daran, wenn es zum Verkehrschaos kommt. Verantwortlich sind jene, die ohne Vorbereitung und Vorerkundung die Bauaktivitäten zugelassen haben, ohne die möglichen Folgen zu berücksichtigen. Sie Herr Josti, der sie alles schöngeredet haben, sind ebenfalls mit dafür verantwortlich. In der düstersten Industriezeiten der Vergangenheit wurde nie solch Schindluder mit der Natur getrieben, wie gegenwärtig hier in Freienbrink. Zukünftige Generationen werden die Verantwortlichen bis in alle Ewigkeit dafür verfluchen, da bin ich mir sicher. Ich hoffe nur, dass auch sie noch dafür mit belangt werden.

  5. 9.

    Unter den Stichworten "Lichterfelde Grohe Zauneidechsen" kann man sich über einen etwas anderen Umgang mit Zauneidechsen bei einem aktuellen Berliner Bauprojekt informieren. Vielleicht sind die Berliner Zauneidechsen gewitzter was das verstecken angeht, aber mindestens ein Jahr Umzugsfrist hätte man auch den Grünheider Zauneidechsen zubilligen sollen.

  6. 8.

    Heutzutage wird gegen jede Baumassnahme protestiert. Langweilig.

  7. 7.

    Na geht doch!!! Ich hatte schon angenommen das die Umweltschützer diesmal keine Ideen haben die Bauarbeiten zu behindern. Die Leute wissen ganz genau das Ihnen nix passieren kann auch wenn sich ihre Vermutungen nicht bestätigen sollten. Hauptsache wir waren dagegen, ich kenne das aus eigenem Erleben so gut.

  8. 6.

    Auch ich bin gegen die unendlichen Genehmigungsverfahren und Verzögerungen wegen Klagen etc. Aber jeder sollte sich doch mal fragen warum eine reguläre Abfahrt Jahre erfordert. Man plant dafür mit 5-8 Jahren! Wie kann es sein, das eine "temporäre" Abfahrt quasi sofort errichtet werden kann? Einmal mehr wird ausschließlich für eine amerikanische Firma plötzlich alles getan während sich die dt. Firma weiter mit Bürokratie und noch nicht einmal etwas Toleranz rumärgern muss. Die gesamte Verkehrsproblematik ist üblicherweise Bestandteil der UVP und gehört nicht mit irgendwelchen temporären Maßnahmen geregelt. Dazu gehört selbst der Ausbau der Bundesstraße und der Scheinenverbindung. Sprich erst gehören sie ausgebaut und dann darf produziert werden. Damit umgeht man auch spätere Diskussionen wer nun was zu finanzieren hat. Glaubt jemand ernsthaft, das sich Tesla später nennenwert noch an den Kosten beteiligen wird?

  9. 5.

    Stören und Behindern, koste was es wolle...es kann auch (wie in diesem Fall) der Umwelt schaden.
    Hauptsache dem eigenen EGO ist genüge getan.

  10. 4.

    Inzwischen frage ich mich, ob wir nicht auf eigene Kosten (mit Crowdfunding) die temporäre Einrichtung von Busspuren auf allen Metrobuslinien beantragen und umsetzen können. Tesla scheint da relativ easy alles mögliche zu dürfen und einzurichten. Denn ohne Eigeninitiative werde ich das mit dem Vorrang für den ÖPNV in Berlin wohl nicht mehr erleben - und bald wird die Stadt dann mit Elektroautos noch mehr verstopft :(

  11. 3.

    Komisch, einerseits wird immer auf Umweltschutz gepocht, andererseits kommt so ein Ami, macht einfach was er will, und niemand posaunt mehr etwas über Umweltschutz oder Naturschutz. Da spielt dann alles keine Rolle mehr, von wegen die Welt retten und so.

  12. 2.

    Die Einwohner von Grünheide können sich im Herbst, wenn die Produktion im Teslawerk hochfährt beim NABU und der grünen Liga bedanken. Da die Ausfahrt Freienbrink nicht ausreichen wird, werden die LKW die Abfahrten Erkner, Spreeau und Fürstenwalde nehmen.
    Das Alles wegen theoretisch vorhandener Zauneidechsen und Schlingnattern. Ich bin gespannt, wie viele Tierchen im Frühjahr eingesammelt werden.

  13. 1.

    Okay liebe Grüne dann kommen die Lkw‘s eben per Landstraße. Kapiert endlich das Werk wird gebaut mit allem Drumherum was dazu gehört.

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