Umschlagplatz - Tesla könnte Hafen in Königs Wusterhausen neuen Schwung verleihen

Der Hafen in Königs Wusterhausen.
Bild: rbb / Brandenburg Aktuell

Der Hafen in Königs Wusterhausen könnte schon ab Sommer auch Lieferungen für Tesla umschlagen. Dafür soll die Hafenfläche um 25.000 Quadratmeter erweitert werden. Für den Hafen und die Region ist das ein Glücksfall, denn er stand vor vier Jahren kurz vor dem Aus.

Dass im Hafen von Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) demnächst Komponenten für den US-Autobauer Tesla verladen werden könnten, hätte sich vor vier Jahren wohl niemand erträumen lassen. Damals steckte der Hafen nach dem Aus der Braunkohleverschiffung in der Krise. Jetzt wird in Königs Wusterhausen darüber nachgedacht, ob und wie er zum Umschlagplatz für Tesla-Teile aus aller Welt werden kann.

Weltweit über Hamburg nach Königs Wusterhausen

Die Komponente, die in den PKW verbaut würden, sagt Michael Fiedler, der den Hafen seit 2018 betreibt, würden dann aus aller Welt in Containern in Königs Wusterhausen ankommen. Container mit Teilen aus Übersee könnten in europäische Seehäfen verschifft werden und von dort mit dem Güterzug nach Königs Wusterhausen rollen.

Der Binnenhafen hat sowohl einen Gleisanschluss und eine Anbindung an die A10. Der Hafen wird deswegen nicht nur für die Transporte auf der Wasserstraße genutzt, sondern auch als Umschlagplatz zwischen Zug- und Straßenverkehr. Wenn Container zum Beispiel aus Hamburg oder Bremerhaven mit dem Zug angliefert würden, könnten sie hier auf Lkws verteilt werden. Diese fahren dann auf der A10 die Ware in das 16 Kilometer entfernte Grünheide. Die Wasseranbindung des Umschlagplatzes und Hafens wird für das Geschäft mit Tesla dagegen voraussichtlich keine Rolle spielen.

Seit Anfang vergangenen Jahres steht der Hafenbetreiber mit Verantwortlichen im Gespräch. Dafür wurden auch Logistikpläne entwickelt. In ihnen ist auch ein potenzielles Wachstum eingearbeitet. So könnten von nur zehn Containern am Tag der Container-Umschlag auch auf 100 am Tag hochgefahren werden. Vorraussetzung ist ein zweiter Terminal, der schon gebaut wird uns in knapp zwei Wochen einsatzbereit sein soll. Ein drittes Terminal soll auf der Südseite entstehen. Fiedler führt weiter aus, dass die Gleise aktuell schon ausgelastet seien und dass er mit der Inbetriebnahme des Tesla-Werks in Grünheide mit einer signifikanten Zunahme der Verkehre rechne.

Tesla bringt Schwung in den Hafen

Im Frühjahr 2017 liefen die Braunkohleumschläge aus, da das Kraftwerk Klingenberg auf Erdgasbefeuerung umgestellt wurde. Damit brachen zwei Drittel des gesamten Umschlagvolumens weg. Knapp die Hälfte der Angestellten wurde damals entlassen. Michael Fiedler übernahm die Hafenleitung ein Jahr später.

Raus aus den roten Zahlen nach dem Braunkohle-Aus ist der Hafen schon seit 2020, weil er neue Industrie-Partner gewinnen konnte. Mit Tesla komme trotzdem noch mal ein besonderer Schwung in die Region, sagt der Landtagsabgeordnete Ludwig Scheetz (SPD). Er siehe Tesla nicht als ausschlaggebend an für das Gelingen der Neuaufstellung des Hafens, "aber natürlich ist es ein Glücksfall für uns und auch für die Region insgesamt, dass wir hier das Geschäftsfeld entsprechend erweitern können", so Scheetz.

Vorbereitet für den möglichen Produktionsstart im Sommer

Wenn die Genehmigungen für Tesla rechtzeitig erteilt werden, soll das Werk in Grünheide im Juli die Produktion aufnehmen. Ziel ist es, pro Jahr bis zu 500.000 Fahrzeuge zu produzieren. Außerdem will Tesla-Chef Elon Musk auf dem Gelände zudem die weltgrößte Batteriefabrik errichten. Weil Genehmigungsverfahren seit Wochen langsamer laufen, als Tesla sich das vorgestellt hatte, könnte sich der Bau der Elektroautofabrik möglicherweise verzögern. Michael Fiedler zeigt sich jedoch optimistisch: "Wenn das einer schafft bis zum Juli, dann ist es Herr Musk."

Sendung: Antenne Brandenburg, 22.03.2021, 14:40

30 Kommentare

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  1. 30.

    Früher sind wir sogar bis zum Alex gefahren und haben dort eingekauft; auch im delikat-Laden. Wer traut sich da heute noch hin ? Leute werden angespuckt oder sogar mit dem Messer bedroht. Polizeistelle ist zwar da vorhanden aber wie ist die Realität ? Allenfalls bis Köpenick / Forum. Aber wir haben CORONA als Gefahrenbringer. Meine Nachbarn u. Bekannten vermeiden jede Berlinfahrt.

  2. 29.

    Was schreiben sie sooft nur für seltsame Sätze ? Sie schreiben nicht selbst; sprechen dem PC ins "Ohr" ?

  3. 28.

    Na, dann klären wir das "Geheimnis" doch. Der Herr Prof . meinte, dass wir Bürger die Fehler der Politiker ausbaden müssen. Dies ist sinngemäß zu verstehen; lesen sie es doch selbst bei t-online. Wo und wie ich Schuhe kaufe dürfte ihnen einen feuchten Kehricht angehen. Zu DDR-Zeiten hatten wir hier einen privaten Schuhladen; ich kaufte da mal französische Stiefeletten für 75 OST. Die waren schnieke.

  4. 27.

    Ihrem Neid fleißigen Polen gegenüber zum Trotz ein paar Hinweise.

    Die Standardteile des Autos wird Tesla ziemlich schnell aus DE und EU bekommen. Der Akku wird wohl erst einmal aus USA und China kommen, bis die eigene Fertigung lokal realisiert wurde.
    In China ist das M3 komplett aus lokaler Produktion, bis auf wenige Dinge.

  5. 26.

    Die Container würden in jeden Fall von Zug auf einen LLKW ummelden werden und dann an die Laderaum geschleppt werden. Das ist der allgemein übliche Standard. Die Züge können gar nicht direkt an die Laderaum fahren. Diskussionswürdig ist hier die Länge der Fahrstrecke des LKW. Ein weiterer Faktor ist die Zahl der Container. Wegen des Rangieraufwandes sind nur Ganzzüge sinnvoll auf der eher kurzen Strecke vom Hafen einsetzbar. Für 10 Stück lohnt sich das aber nur bedingt. Die Trassengübühren unterscheiden nicht zwischen einem langen oder kurzen Zug.

  6. 25.

    Innovative Verkehrsinfrastruktur mit Deutschland in Verbindung zu bringen, das geht gar nicht. Wer immer den Begriff Verkehrswende eingebracht hat, war ein Träumer. Der Schienengüterverkehr hat wieder an Marktanteilen verloren. Die Wirtschaft verlangt auch den Ausbau von A10, A12 und A13. So wird es wohl irgendwann mal kommen. Brandenburg, es kann nicht nur zu einfach sein, man macht es sich auch zu einfach. Mittel- und Langstreckenverkehr gehört auf die Schiene. Mehr Bahn ja, aber ohne Auto davor.

  7. 24.

    Früher mit dem Sputnik und heute würden Sie Ihre CO2-Schleuder nehmen. Sie haben ja nichtmals Lust, zum Schuhe kaufen die Tram 88 zu nehmen und dann mit der S-Bahn nach Köpenick zu fahren.

    Was ein Mikrobiologie mit diesem Artikel zu tun hat, dürfte Ihr Geheimnis sein.

  8. 23.

    Also beim Stahlblech für Karosseriebau rechnet sich Arcelor-Mittal in EH/Bremen gute Chancen aus. Die meisten Coils fahren da eh vorbei.
    Dann kann ja die dritte Verzinkungslinie vielleicht doch noch fertig gebaut werden.

  9. 21.

    Ich weiß zwar nicht wie ein Güterzug von HH nach KW optimal fährt aber Berlin dürfte immer irgendwie ein „Hindernis„ sein. So ganz nachvollziehen kann ich die bislang vorgebrachte Argumentation gegen die eigene Verladung im direkten Umfeld des Werkes nicht. Wenn die nun in KW noch was bauen müssen und später trotzdem noch mit LKW ins Werk umladen müssen, klingt das doch recht aufwändig.
    Zumal das kaufmännische Risiko beim lokalen Unternehmen und nicht bei Tesla liegt. Aber das können die Amis gut, Fokus aufs Kerngeschäft und alles drumherum wird mit wahrscheinlich Dienstleistungsverträgen mit möglichst kurzer Laufzeit ohne großes eigenes Investrisiko gesichert.

  10. 20.

    ...Jetzt soll er zum Umschlagplatz für Tesla-Teile aus aller Welt werden...

    Wieso nicht Teile aus Deutschland? Es gibt genug Zulieferer für so ziemlich alles außer Akkus in ausreinchender Anzahl. Reifen und Lenkräder müssen nicht aus dem Ausland angekarrt werden. Allein daran sieht man wieder, dass solche Ansiedlungen einer amerikansichen Firma nichts bringen außer der Umweltzerstörung und eines Baus auf Kosten der Steuerzahler. Da man bisher erst rund 25% des notwendigen Anfangspersonals gefunden hat, wird der Rest dann zwangsläufig auch noch aus dem Ausland kommen. Dafür braucht es dann zusätzliche Unterkünfte und die An-/Abreise belastet zusätzlich die Umwelt. Der Verdienst bleibt dann natürlich auch nicht in Deutschland sondern wandert Ostwärts.

  11. 19.

    Schöne Version.
    Daraus dürfte nicht viel werden. In Hannover sollten trotz 97% der über die Straßen via Just in Time angelieferten Teile die Schleusen und der Mittellandkanal ausgebaut werden. Fakt ist keine Reduktion des Strassenverkehrs. Außerdem ist bei Eisgang keine Schiffung möglich.

  12. 18.

    Wuhlheider Kreuz-da bin ich immer mit dem Sputnik gekommen. Hat man denn je auf Bürger gehört ? Sehen sie sich mal das grüne KW an. Vom Hafen bis Autobahn u. Gleise zum Hafen. Lesen sie mal was heute Prof. Kekule` zu sagen hat.

  13. 17.

    Die zwei Hauotgleise der Bahnstrecke von Berlin nach Frankfurt sind nicht der größte limitierende Faktor. Es gibt andere Zwangspunkte wie z.B. das Wuhlheider Kreuz.

    Zu Ihrem Leidwesen konnten die politischen Entscheider Anfang der 90er den heutigen Bedarf nicht voraussehen. Warum hatte man Sie damals eigentlich nicht erhört?

  14. 15.

    Können sie sich noch erinnern, dass man damals den Hafen weiter ausbaute / modernisierte obwohl dort keine Kohletransporte zum Kraftwerk Klingenberg mehr erfolgten? Man stellte Klingenberg ja auf Erdgas um. Alles was sie schreiben ist ok; die ganze Gegend leidet dann.

  15. 14.

    Und auf der Hinfahrt gleich noch Elektroautos zum Hafen bringen, könnte die Straßen entlasten. >> Auto-Bau-Teile in 740 m langen Güterzügen, Gedeckte Güterwagen neuerer Bauart, keine 40 Jahre alten Selbstentladewagen, bei lüp 20 m = 35 Wagen + 2 El. Lokomotiven, wären weniger laut als die Kohlebomber und ersparen dem Bürger etliche Lkw-Autotransporter durch die Stadt fahrten.

  16. 13.

    Die DB hat für Tesla untersuchen lassen, wieviel Trassen auch unter Berücksichtigung von anderen Mehrverkehren für das Werk genutzt werden könnten. Wenn ich mich Recht erinnere, waren es täglich 24. Die Zwangpunkte liegen dabei an anderer Stelle. Grob vortrassiert haben die auch das lokale Bahnnetz am und zum Werk.

  17. 12.

    mit Oberleitung auf der A10. Vor Ort Abgas und Geräuscharm also auch 24/7 möglich! Ebenso könnte der Obus diese Strecken nutzen. Um Menschen aus der GörlitzerBahn und Diversen Ostbahnen in die Region zu bringen.

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