Streitthema Wasserverbrauch bleibt - Tesla-Investitionen in Grünheide bei fast sechs Milliarden Euro

Die Baustelle der Tesla Gigafactory (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa/Patrick Pleul

Die geplanten Investitionen des Elektroauto-Herstellers Tesla in Grünheide sind mittlerweile auf 5,8 Milliarden Euro angestiegen, das hat das ZDF-Magazin "Frontal 21" am Dienstag berichtet. Eine Sprecherin des Brandenburger Wirtschaftsministeriums habe die "Größenordnung" auf Anfrage bestätigt. Tesla selbst mache keine Angaben zur Höhe der Investitionen.

Das Werk in Grünheide soll im Juli die Produktion aufnehmen und pro Jahr bis zu 500.000 Fahrzeuge produzieren können. Tesla-Chef Elon Musk will auf dem Gelände zudem die weltgrößte Batteriefabrik errichten. In Branchenkreisen sei von den Investitionen im mittleren einstelligen Milliardenbereich noch ohne die Batteriefertigung die Rede, berichtet das ZDF-Magazin.

Wasser als Streitthema - Verbrauch und Grundwasserqualität

Streitpunkt sind seit Monaten die Auswirkungen der Fabrik auf das Grundwasser. Am Dienstag hatten zwei Vereine und eine Interessengemeinschaft aus dem Umfeld Grünheide einen offenen Brief an das Landesumweltamt geschickt. Sie fürchten, dass Giftstoffe der Fabrik ins Grundwasser gelangen würden. Auch den geplanten Wasserverbrauch sehen sie kritisch.

Der Chef des Wasserverbandes Strausberg-Erkner, André Bähler, teilt diese Kritik und sagt "Frontal 21", dass die Trinkwasserversorgung auf "dem Gabentisch der Wirtschaftspolitik geopfert werde." Er befürchte, dass es durch die Tesla Produktion zu Einschränkungen beim
Trinkwasser kommen werde.

Das Werk soll, bei voller Auslastung, einen maximalen Wasserverbrauch von 1,4 Millionen
Kubikmetern pro Jahr haben. Das sei der geschätzte Maximalbedarf unter ungünstigsten Konditionen. Im regulären Betrieb solle der Verbrauch deutlich niedriger sein.

"Frontal 21" lägen Unterlagen des Landesumweltministeriums vor, nach denen Brandenburg bei der Ressource Wasser schon heute zunehmend an "Kapazitätsgrenzen" gerate. Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (Bündnis90/Die Grünen) betonte dagegen, dass für den
Produktionsbeginn genug Wasser da sei. Kapazitätsgrenze heiße nicht, dass aktuell schon die Kapazitätsgrenze überschritten sei, sagt er. Tesla-Chef Elon Musk bestritt in einer Stellungnahme mögliche Wasserprobleme.

Die Kommentarfunktion wurde am 18.03.2021, 20:20 Uhr geschlossen

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86 Kommentare

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  1. 86.

    Mit Ihrer "Geht-nicht"-Haltung sicherlich nicht. Dazu müsste man zur richtigen Zeit die richtige Idee haben und etwas unternehmen. Andreas von Bechtolsheim hattes deshalb Sun Systems in den USA gegründet. Hierzulande wird das Risiko gescheut. Dass die typisch deutschen Erbsenzähler die rd. 10 % Anteile von Daimler an Tesla bereits früh wieder verkauft hatten, war auch nur ein Pyrrhussieg der Buchhaltung für den Quartalsbericht.

  2. 84.

    Worauf die Summe der Sicherheitsleistung basiert ist nicht bekannt, denn sie ist nicht vorgeschrieben. Es ist eine Auflage seitens der Behörde. Zudem bezieht sich diese Auflage das aktuelle Genehmigungsverfahren dessen Investitionssumme eben die 1,1 Milliarden sein soll. Diese Summe geht wohl auch aus den Antragsunterlagen hervor.
    Worauf sich die nun knapp 6 Milliarden beziehen ist nicht bekannt, außer das die ZDF schreibt ohne die Batteriefertigung.
    Aufgrund eines unbekannten Faktors jetzt die nicht vorgeschriebene Sicherheitsleistung zu erhöhen...
    Zudem die Frage, was sie sich daraus versprechen. Also Abriss oder doch Verkauf?
    Wobei ein Verkauf an einen deutschen Hersteller den Vorteil hätte, dass kein Hahn mehr danach kräht :P

  3. 83.

    Oh, sie kennen den Nachnamen von Dominik? ;-)

    Waldumwandlungen sind gesetzlich geregelt und ggf. unter Auflagen zulässig, auch wenn es ihnen nicht gefällt. Dass das hier nicht der Hambi ist, hatten wir bereits im Spätherbst 2019.
    Die 30% Kiefern wurden nur deshalb in den Ausgleichswäldern gepflanzt, weil die schneller wachsen als die vor Eingriff den Menschen vorherrschenden Laubbäume. Im Industriegebiet Freienbrink-Nord ist im Wesentlichen lediglich ein kleiner Eichenhain angelegt gewesen, aber ohne begleitende Kiefern, andere Umbaumaßnahmen in Richtung Mischwald hatten nicht stattgefunden, wohl aber Experimente mit Fichten. 90% betrug der Anteil der Nadelbäume.

    Oder wollen sie wie beim nicht vorhandenen Unterholz behaupten, dass auch die Laubbäume vor Bekanntgabe der Standortentscheidung spurlos entfernt worden sind? Die Kartierung des Waldes haben sie ja auch schon in Zweifel gezogen, weil die nur belegen, dass das eine ihrer üblichen Falschbehauptungen gewesen ist.

  4. 82.

    Für Unsinn sind wohl eher Sie zuständig, s. gerade erst Ihre wundersame Vermehrung des Wassers auf dem Tesla-Gelände.

    Der Bahnsteig muss bekanntlich für die neuen ODEG-Züge des RE1 verlängert werden. Das ist aber an der Stelle nicht ohen weiteres möglich, da deren Länge durch die angrenzende Landstraße und die am anderen Ende anschließenden Ausweichgleise, die zudem zu kurz für heutige Ansprüche sind, limitiert ist. Einen großartigen Nachteil hat die Verlegung nicht, da es nur eine Handvoll direkter Anwohner gibt und der große Rest der Grünheider den Bahnhof nicht fußläufig erreichen kann.

  5. 81.

    Die Frage ist, worauf sich die fast 6 Milliarden beziehen.
    Denn die angepeilten 1.1 sind ja nur für die aktuelle Ausbaustufe. Da ist nichtmal die Lagerhalle dabei.
    Was es aber hilft es beim Verkauf, wenn der Bau teurer wird?
    Wobei sich Logik eines Verkaufs mir nicht erschließt. Shanghai wird permanent ausgebaut. In Texas entsteht ein weiteres Werk in hohem Tempo. Aber in Grünheide investiert man extra viel um es dann zu verkaufen? Klingt jedenfalls sehr plausibel...

  6. 80.

    Übrigens, die Sicherheitsleistung 100 Mill. basierte ja noch auf der Investitionssumme von 1,1 Mrd. Wenn die Investitionssumme auf das 6-fache steigt, müsste nicht auch die Sicherheitsleistung... ?
    Ist nur so ein Gedanke.

  7. 79.

    Nochmal zum Anlass des Berichtes, der immensen Steigerung der Investitionssumme.
    Noch am 16.1.2021, also vor nur 2 Monaten, wurde berichtet:
    "Das Unternehmen hatte die Errichtungskosten mit knapp 1,1 Milliarden Euro veranschlagt. Tesla-Chef Elon Musk sagte dem "Business Insider" allerdings im Dezember: "Leider werden wir das Budget überschreiten." "
    https://www.rbb24.de/studiofrankfurt/wirtschaft/tesla/2021/01/brandenburg-gruenheide-tesla-hinterlegt-sicherheitsleistung.html
    Das ist aber eher ein Überfliegen statt Überschreiten.
    Was ist der Hintergrund dieser wundersamen Steigerung? Bevorstehender Verkauf?

  8. 78.

    Herr Dominik, ich muss ihnen leider mitteilen, dass ich mich nicht in ihrem Sinne darauf einigen kann, dass die Verlegung des Bahnhofs Fangschleuse notwendig ist, auch wenn es der Herr Neumann gebetsmühlenartig immer wieder behauptet, stimmt es nicht. Der behauptet übrigens jede Menge Unsinn.
    Die Forderung nach der Bahnhofsverlegung wurde übrigens von Tesla aufgestellt, Schauen sie dazu den Bericht von frontal 21 an. Ein gewisser Herr Riederer, Angestellter bei Tesla, hat das und noch mehr von den Landtagsabgeordneten in arroganter, herabwürdigender Weise, anmaßend, ohne Gegenleistungen zu erbringen. eingefordert Wäre ich der Vorsitzende dieses Vereins, ich hätte den Typ umgehend vor die Tür gesetzt. Leider hatte ich nicht Gelegenheit dies zu tun. Wer übrigens frontal21 nicht glauben sollte, findet die Aufzeichnung der öffentliche Sitzung des Landtages im Internet.

  9. 77.

    Da werden wir uns wohl hier auch alle umstellen müssen: Demnächst gehts dann zur Erholung nicht mehr in den Wald, sondern in den schönen neuen Chemiepark!

  10. 76.

    Totalrodungen sind nicht mehr zeitgemäß. Es werden seit einigen Jahren Bäume entnommen und durch Laubbäume ersetzt. Das ist auch auf dem Tesla Gelände schon seit einigen Jahren geschehen. @Herr N. Ich habe in keinster Weise behauptet, dass dort ein Urwald gerodet wurde. So etwas ist in De doch zu selten. Und sie verstehen anscheinend immer noch nicht, dass die Kiefer ein wichtiger erstbewuchs bedeutet um überhaupt einen Mischwald entstehen lassen zu können. Somit sind die meisten Wälder in DE vom Menschen verursachte Monotkulturen. Sie werden nicht annähernd den Charakter eines Urwald erreichen.

  11. 75.

    Ihre Aussage könnte stimmen, wenn es noch keine Fahrzeuge zur Fortbewegung gäbe und somit diese Art der Fortbewegung und dessen Ressourcenbedarf oben auf kommen würde. So ist es aber mehr eine Verlagerung. Sicher wachsen auch die Gesamtfahrzeugbestände. Doch insgesamt wird es eher ein Austauch werden, unabhängig von Tesla.
    Bei der Lebensdauer die heutige Fahrzeuge haben, ist der Punkt an dem BEV Verbrenner überlegen sind schon lange herausgefahren. Ob das nun beim Erst-,Zweit- oder Drittbesitzer passiert. Jemand der heute einen Tesla kauft hat vorher sicher keine Lupo gehabt haben.
    Wenn die hiesige Industrie bei alternativen Antrieben nicht solang geschlaffen hätte, hätte es Tesla vielleicht nie zu dieser größe gebracht. Lieber melkt man die Kuh solang es geht.

  12. 74.

    Herr Werner,

    könnten wir uns wenigstens auf ein Mindestmaß an Konstruktivität in Beiträgen einigen?

    Herr Neumann hat ausgeführt, dass hier mehrfach schon ausgeführt wurde, dass die Bahnhofsneubau/-verlegung sowieso notwendig ist. Dass jetzt natürlich mit Nachdruck daran gearbeitet werden muss und auch auf die Bedürfnisse von Tesla Arbeitnehmern Rücksicht genommen wird ist nur logisch.

    Haben Sie denn einen sinnvollen Kritikpunkt? Das mal etwas in DE vorangeht, es nicht 14 Jahre dauert? Sie arbeiten ja massiv daran den Eindruck zu erwecken, dass man in DE Investitionen lieber sein lässt.

  13. 73.

    Wer einmal eine Tagestour durch Chemie/Raffinerien-Werksgelände machen möchte, muss einfach nur nach Leuna/Merseburg/Schkopau ;) Endlose Chemiewerke direkt an mittelgroßen Städten.

    Ludwigshafen ist natürlich in Nord-Süd-Ausdehnung 6 km auch nicht schlecht, 1h Fußmarsch.

  14. 72.

    Ah, Sie haben endlich auch erkannt, dass die Faktenlage gegen Ihre Behauptungen spricht und fangen deshalb das Rumblödeln an.

  15. 71.

    „Dass der Bahnhof Fangschleuse am jetzigen Standort nur extrem aufwendig an schon vor Tesla geplante Anforderungen angepasst werden kann, hatten wir schon mehrfach wie auch den niveaufreien Bahnübergang. Das ist durch Tesla lediglich in der Priorität nach oben gerutscht.“
    Durch ihre obige Mitteilung, Herr Neumann, bin ich nun weiter beunruhigt. Ich habe gerade gelesen, dass Wissenschaftler durch Computerprogramme herausbekommen haben, dass in 1 Mrd. Jahre das Leben auf der nicht mehr möglich sein wird. Muss ich jetzt befürchten, dass diese vorausschauende Aussage durch Tesla schon früher eintreten wird und somit in ihrer Priorität nach vorn rutschen wird?

  16. 70.

    In der hier altbekannten Liste fehlen diverse Standorte aus der Automobilindustrie allein von den deutschen Konzernen, so z.B. VW Mosel in Zwickau mit knapp 3 km², Audi Ingolstadt (knapp 3 km²) oder BMW Leipzig mit rd. 2 km² etc.

  17. 69.

    Schöne Liste aber entspricht nicht ganz der Realität
    Das BASF Gelände in Ludwigshafen ist rund 10km² groß und rund 40.000 Mitarbeiter.
    Selbst das Gelände von PCK bei Schwedt ist größer als VW in Wolfsburg.
    Die zwar "größte" Raffinierie in Deutschland ist zwar in der Fläche nicht die größte. Allerdings kommt aus ihr jeder 4 Liter Treibstoff. Liegt direkt am Rhein und ist von mehreren WSG umgeben.

    Und weil Sindelfingen auf der Liste ist.
    Das Gelände ist ähnlich groß wie Tesla. Beschäftigt knapp 40.000. Produziert aber nichtmal 1/4 der Fahrzeuge die Tesla auf gleicher Fläche produzieren will. Und da fehlt ja noch die Fläche die die ganzen Zulieferer einnehmen.

  18. 68.

    es ging mir darum, dass wenn eine Gefahrguttransporter auf der Autobahn genau dort verunglückt, bleibt ihnen laut ihrer Beschreibung (2h bis ins Grundwasser) wohl nichts anderes übrig. Dann müssen Sie schnellstmöglich die ins Grundwasser eingedrungenen Schadstoffe aufhalten, um den Rest des Grundwasserreservoirs zu schützen.

    Ich gehe absolut nicht davon aus, dass eine theoretische Gefahr von Tesla für das Grundwasser wirksam wird, sollte das akzeptable Restrisiko wirksam werden müsste Tesla eben als Verursacher dafür löhnen, dass die Wasserbrunnen geschützt und die Verunreinigung saniert wird. Viele Chemiestandorte sind praktisch permanent noch für Jahrzehnte da dran die Böden und Grundwasserleiter zu sanieren. Die DDR ist für Westdeutsche Umweltbüros ja nun wirklich eine Goldgrube gewesen.

  19. 67.

    Ist die Totalrodung neuerdings verboten?

    Sie wollen uns den Wald doch immer als natürlichen Urwald verkaufen, da gibts dann auch keinen Holzeinschlag mehr, im Naturschutzgebiet ja nunmal auch nicht.

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