Tesla Giga Factory Gruenheide, Luftaufnahme März 2021. (Quelle: imago images/J. Eckel)
Bild: J. Eckel

Tesla-Ansiedlung in Grünheide - Brandenburg will bei Wasserversorgung in Gewerbegebiet nachbessern

Wegen des erhöhten Wasserbedarfs im Berliner Umland auch durch die geplante Ansiedlung des US-Elektroautobauers Tesla in Grünheide hat das Brandenburger Umweltministerium weitere Maßnahmen angekündigt. Zur Erhöhung von Förderkapazitäten für die Versorgung des Gewerbegebietes Freienbrink - einschließlich Tesla - solle ein noch ungenutzter Grundwasservorrat im Raum Hangelsberg erkundet und erschlossen werden, sagte eine Sprecherin am Samstag.

Durch den "Sprung" beim Frischwasserbedarf und beim Abwasseranfall durch das Tesla-Werk in der ersten Ausbaustufe seien "fast sämtliche Reservekapazitäten" aufgebraucht. Zuvor hatte das "Handelsblatt" berichtet.

Tesla: maximaler Wasserverbrauch von 1,4 Millionen Kubikmetern jährlich

Tesla veranschlagt für das Werk – bei voller Auslastung von 500.000 Fahrzeugen – einen maximalen Wasserverbrauch von 1,4 Millionen Kubikmetern pro Jahr. Der Wert wurde durch Wassersparmaßnahmen um 30 Prozent gesenkt. Das ist der geschätzte Maximalbedarf unter ungünstigsten Konditionen. Im regulären Betrieb soll der Verbrauch deutlich niedriger sein. Für das gesamte Areal, das Tesla mit der Zeit ausbauen könnte, setzte der Konzern einen theoretischen Höchstwert von 3,6 Millionen Kubikmetern Wasser pro Jahr an. Der Autobauer plant den Start seiner Produktion für den Juli.

Umweltschützer warnen: Trinkwasserversorgung ist gefährdet

Die umweltrechtliche Genehmigung für das Projekt durch das Land Brandenburg steht noch aus. Tesla baut bereits mit vorläufigen Genehmigungen für einzelne Bauschritte. Umweltschützer und Anwohner warnen davor, dass die Versorgung mit Trinkwasser Schaden nimmt und ein nahes Naturschutzgebiet von der Fabrik betroffen ist.

Für die Wasserversorgung der ersten Ausbaustufe hat der zuständige Wasserverband Strausberg Erkner (WSE) mit Tesla nach Ministeriumsangaben bereits einen Liefervertrag geschlossen. Für die Versorgung zukünftiger Ausbaustufen mit Wasser gebe es auch Lösungsansätze. Dabei werde der Wasserversorger vom Land finanziell unterstützt. Unter anderem soll auch die Inbetriebnahme eines neuen Wasserwerkes die künftige Versorgung sichern. Zudem gebe es Pläne für den Bau einer Industriekläranlage, die zur Abwasserbehandlung des gesamten Gewerbegebietes Freienbrink geeignet ist.

Umweltministerium: Tesla liefert noch keine verlässlichen Eckdaten

Das Umweltministerium wies darauf hin, dass Tesla für die nächsten Ausbaustufen der Autofabrik sowie die ins Gespräch gekommene Batteriefertigung noch keine verlässlichen Eckwerte liefern könne. Das hindere den Wasserverband Strausberg Erkner (WSE) an weiteren Planungen. Damit weitere Ausbaustufen genehmigt werden können, brauche es noch strengere Maßgaben zu wassersparenden Fertigungstechniken.

Sendung: Antenne Brandenburg, 27.03.2021, 14:00 Uhr

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96 Kommentare

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  1. 96.

    Oha
    Gegen Anwohner und Passanten vorgegangen. Warum findet man dazu nirgends was. Nicht mal von einem Grünheide der täglich dort vor Ort ist habe ich derartiges gelesen.
    Aber stimmt, kurz vor Erlaubnis zum Roden war Pol. vor Ort. Auftrag, Stärke unbekannt. Auf Drohnenaufnahmen am 15.02. ist nicht ein einziges Pol.-KFZ auszumachen.
    Zum Zeitpunkt der Baumbesetzter war dann etwas mehr los. Aber auch dort kann ich nur Pol. aus Brandenburg entdecken. BP ist dort überhaupt nicht zuständig. Entweder sie wurden Angefordert. Was aber komisch wäre wenn sie schon vor den Kräften von BB dort tätig wurden. Oder u.a. zur Abwehr einer gegenwärtigen erheblichen Gefahr, zur Verfolgung von Straftaten auf frischer Tat. Waren also zufällig gerade vor Ort und haben dergleichen festgestellt.
    Klingt ebenso unwahrscheinlich.
    Der Hubschrauber, Berlin/BB teilen sich die, macht natürlich Sinn wenn es um Besetzungen des Waldes geht.

  2. 95.

    Gut, ein "Wasserversorgungsproblem" war spätestens Januar 2020 auf allen Seiten bekannt - WSE, Landesregierung, Umweltministerium, Tesla, Umweltverbände.
    Was ist in der Zeit passiert? Bisher nichts außer einer Erhöhung der zulässigen Fördermengen per GENEHMIGUNG, nachdem der WSE noch 2019 wegen der Überschreitung der damaligen genehmigten Fördermengen abgemahnt wurde!
    Der Vertrag zur Wassererschließung über 1,4 Mill. m³/Jahr wurde von Tesla erst am 14.10.2020 unterschrieben. Im März 2021 folgt hier die Meldung, dass "das Umweltministerium wegen des erhöhten Wasserbedarfs weitere Maßnahmen angekündigt hat".
    Hat die LR den WSE solange im Regen (schön wäre es...) stehen lassen? Eine gewisse Verärgerung des WSE wäre dann durchaus nachvollziehbar, oder?

  3. 94.

    "Wenig überraschend auch wieder von Ihnen wie gewöhnlich nur Ausflüchte! ..."
    Deshalb ist es völlig absurd, aufgrund eines bedingungslosen Strebens nach politischem Erfolg, gepaart mit den Vorstellungen eines selbsternannten „Visionärs“, ein Naherholungsgebiet ohne ausreichend industrielle Infrastruktur, ohne ausreichende natürliche Ressourcen, ohne ausreichendes Fachpersonal der Transformation zum Industriegebiet auszusetzen.
    Sowohl den politischen Entscheidungsträgern als auch dem „Visionär“ sollten klar sein, dass dieses wahnwitzige Ziel nur zu Lasten und auf Risiko der hier lebenden Menschen realisiert gehen kann.

  4. 93.

    Also ich wohne ja auch nicht so weit weg, auf alle Fälle näher als Potsdam oder Storkow.Und kenne in meinem Umfeld keinen der dagegen ist.Würde aber auch nicht unterstellen, dass dies repräsentativ ist.
    Wen würde man denn bei einer Volksabstimmung fragen?Gemeinde?Landkreis?Angrenzende Kreise dazu?Brandenburg?

  5. 92.

    So viele Standorte sind es in der Tat nicht! Die Lausitz war für Tesla, nie eine Alternative und für Brandenburg auch nicht, man hätte möglicher Weise auf Sachsen zugehen müssen und dann wäre der Kuchen geteilt worden. Es sollte eine ausschließlich Brandenburger Investition werden.

    # 85: Ich habe auch lange in einer Gegend gewohnt, die von Fabriken umschlossen ist. Hatte damit kein
    Problem. Man war informiert, keine Lebensmittel zu verzehren, die dort angebaut wurden und hat
    sich daran gehalten. Das Erdreich ist durch die Fabriken kontaminiert. Der NDR hatte mehrfach immer
    wieder darüber berichtet.

  6. 91.

    Eben! Und jetzt gleichen Sie mal das Datum der Versammlung mit dem Datum dieses Artikels ab. Dazwischwn liegt über ein Jahr. Damit wären wir wieder bei meinem Eingangs-Kommentar, dass das Wasserthema altbekannt ist. Danke für Ihre Bestätigung.

  7. 90.

    "...Ohne die Baumbesetzter hätte es keine Pol gegeben. ..."
    Oha, das ist definitiv falsch.
    Die Polizei zeigte sich bereits vor der Rodung am Ort zum Teil aggressiv und äußerst nervös. Zusätzlich zur Bundespolizei wurden Polizeikräfte aus ganz Brandenburg herangezogen.
    Es ist kein Geheimnis, dass sogar Hubschrauber angefordert wurden, um gegen Anwohner und Passanten vorzugehen.

  8. 89.

    Aber vielleicht sollten wir erstmal sammeln wer hier aus welchen Gründen genau gegen das Werk ist. Da scheint ja nicht Einigkeit zu bestehen. Oder es wird einfach überlesen was der ein oder andere als Auschlusskriterium anführt. Denn der Vorschlag z.B von Klink Werner mit ihrer Ergänzung macht keinen Sinn, wenn man die Beiträge von Gerhardt ließt.

  9. 88.

    Nö, hier halten einige den Standort auch wegen der Infrastruktur für ungeeignet. Sagen gleichzeitig es gibt bessere Alternativen . Also muss es ja einer sein der keinen Ausbau mehr erfordert. Aber welcher das sein soll...
    Allerdings dürfen Sie, Klaus S., Neumann und ich sowieso nichts zum Thema beitragen. Sind ja schließlich nicht betroffen, weil zu weit weg oder Berlin.
    Oder gilt das nur wenn man nicht der gleichen Meinung ist?

  10. 87.

    Warum erzählen Sie das nicht demjenigen, dessen Fragen ich beantwortet hatte?

  11. 86.

    Der fehlende, direkte Gleisanschluss im Tiergarten sollte kein Grund sein. Die Stadtbahn ist in der Nähe und zur Nordsüd Magistrale ist es auch nicht weit. Thema war aber Wasser und der falsche Standort...

  12. 85.

    "Mich hat niemand gefragt, ob ich einen sinnvolleren Standort zur Verfügung hätte. Dafür gibt's Experten. Zu denen scheinen sie aber auch nicht zu gehören. Dann wüssten sie nämlich, dass dieser in Grünheide von allen Möglichkeiten der ungeeignetste ist."
    Also weder sie noch ich sind experten. Sie wissen aber das es nicht der beste von den ganzen Möglichkeiten war, die sie uns nicht mitteilen wollen.

    "Was glauben sie, warum von der Verkündung bis zum Totaleinschlag nur wenige Wochen vergangen sind? Warum dieser unter Polizeischutz erfolgte? "

    Zwischen Ankündigung und Beginn der Rodung waren es 3 Monate. Ohne die Baumbesetzter hätte es keine Pol gegeben.
    In meiner Familie, die bis auf eine Person alle in der nähe des Werkes wohnen wie auch bei meiner Frau in der Familie, wären alle dafür. Aber das ist genauso repräsentativ wie ihre Aussage, dass die Mehrheit dagegen wäre.

  13. 83.

    Sie haben mehrfach gesagt, es gibt Alternative Standorte. Also müssen sie den ja kennen. Oder oder einfach mal nur so in den Raum gestellt, ohne Grundlage?
    Schreiben sie einfach nicht so oft Dinge, die sie nicht belegen können. Sonst müssen sie sich daran messen lassen.

  14. 82.

    Wenden sie sich bitte an Gerhardt oder nogfvier. Diejenigen sind es, die Felsenfest behaupten, es gäbe alternative Standorte. Wollen diese aber nicht verraten.

  15. 81.

    Mich hat niemand gefragt, ob ich einen sinnvolleren Standort zur Verfügung hätte. Dafür gibt's Experten. Zu denen scheinen sie aber auch nicht zu gehören. Dann wüssten sie nämlich, dass dieser in Grünheide von allen Möglichkeiten der ungeeignetste ist. Da sind schon die Schildbürger schlauer gewesen. Was glauben sie, warum von der Verkündung bis zum Totaleinschlag nur wenige Wochen vergangen sind? Warum dieser unter Polizeischutz erfolgte? Hätten sie vorher die Bevölkerung gefragt dabei alle Folgen der Ansiedlung genannt (positiv und negativ) hätte sich die Mehrheit gegen Tesla entschieden. Ihre Frage nach der Alternative ist die eigentliche Ablenkung. Für Herr E.M. gibt es keine Alternative zu Berlin....

  16. 80.

    Tiergarten hat weder direkten Gleis noch Ab Anschluss. Der Grunewald hat immerhin die AB. Diese ist aber deutlich stärker belastet als der Ring bei Freienbrink, bei teils schlechterem Ausbau.
    Wenn die deutschen Hersteller nicht so geschlafen hätten, wäre es aber vielleicht nicht zu diesem Werk gekommen.
    Das man an der Art der Mobilität arbeiten muss sehe ich genauso. Nur klappt das nicht für jeden.
    Aber was an Arbeitskräften aus Deutschland, Berlin ) also aktuell ca 70% oder waren es 80?) und Polen schlimm sein soll. Zudem ja Berlin direkt angrenzt.
    Und mit größer ist wohl eher die Produktionskapazität gemeint. Denn Tesla produziert auf gleicher Fläche deutlich mehr als andere deutsche Werke.

  17. 79.

    1) D. im Allgemeinen und die neuen Länder im Speziellen benötigen auch vergleichsweise zu bezahlte Industriearbeitsplätze. Da bietet eben dieses Werk an, gerade auch bei der jüngsten Entwicklung bei Siemens, Mercedes, Rolls-Royce ...

    2) Kein MIV wäre besser als e-MiV ist besser als Verbrenner-MIV. In Metropolregion kann man eher zu Gunsten des ÖPNV oder für Reisen zwischen Meteopoloregionen auf den eigenen PKW verzichten. Maßnahmen wie i2030 oder den D-Takt sind bekannt, aber auch Widerstände wie bei der Reaktivierung der Stammbahn oder die seit über drei Dekaden andauernde Diskussion über die Y-Trasse. Der PKW ist jenseits FHXB breit akzeptiert. Den Fahrplan von Storkow setze ich bei Ihnen als bekannt voraus wie Sie auch aus den Diskussionen hier erkennen können, dass so mancher, egal ob SenUVK, Invalidenstrassen-Aktivist oder Rüdersdorfer eine Tram-Phobie für tägliche Wege hat.

    3) Es musste dies Industriegebiet sein. Alternativen konnten hier bisher nicht aufgezeigt werden.

  18. 78.

    Die erwähnte Präsentation des WSE unter:
    https://www.w-s-e.de/dokumente/s20_20200205_informationen_vv.pdf

  19. 77.

    Bei Ihnen überrascht es mich immer wieder, Sie haben die Antwort zu Fragen, die Sie anderen Kommentatoren stellen. Genauso, wie bei Autobahnen, verhält es sich auch mit Bahnstrecken, irgendwann wird man fündig.

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