Bereits fertig errichtet ist das Gebäude der Lackiererei auf dem Baugelände der Autofabrik von Tesla östlich von Berlin. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa/Patrick Pleul

Kommentar | Änderung des Bauantrags - Eine neue Chance für Tesla sich zu öffnen

Tesla plant und baut in rasantem Tempo - auch wenn bisher eine Genehmigung fehlt. Bürger und Behörden kommen kaum hinterher. Seine erneute Änderung der Baupläne sollte der Autobauer nutzen, nun auch die Kommunikation zu verbessern. Von Andreas Oppermann

Die Tesla-Geschwindigkeit bleibt irrwitzig: Noch keine eineinhalb Jahre ist es her, dass Elon Musk den Bau seiner Autofabrik in Grünheide ankündigte. Drei Monate später gab es einen ersten Plan für den Bau. Sechs weitere Monate später legte das Unternehmen einen völlig überarbeiteten Plan vor, baute aber schon kräftig mit vorläufigen Genehmigungen. Und jetzt, wo einige Teile der Fabrik schon fast fertig sind, wird noch einmal ein neuer Plan vorbereitet und voraussichtlich ausgelegt. Diesmal inklusive der weltweit größten Batteriefabrik. Vielleicht geht das in einem von Innovationen getriebenen Unternehmen nicht anders - aber gefährlich ist es dennoch.

Tesla scheint selbst den Überblick zu verlieren

Das irre Tempo hat gravierende Folgen: Ständig wird neu geplant. Während des Bauprozess wird alles immer wieder neu gedacht. Das bringt alle Beteiligten an den Rand der Verzweiflung.

Vegetationsperioden halten sich nicht an die Tesla-Geschwindigkeit, heißt es zu Recht von Naturschützern. Behörden müssen Planungs- und Umweltrecht durchsetzen. Sie dürfen nicht zur Fachberatung für Tesla werden, müssen aber jede Planungsänderung eingehend prüfen, um genehmigen zu können. Und das möglichst schnell und umfassend. Tesla selbst scheint manchmal den Überblick auf der riesigen Baustelle zu verlieren und verspielt so viel Vertrauen.

Wichtige Informationen gut versteckt

Wahrscheinlich gibt es in Europa derzeit keine Baustelle, die so im Blick der Öffentlichkeit steht, wie die von Tesla in Grünheide. Auch deshalb sollte Tesla endlich seine Kommunikation ändern. Wichtige Informationen zum Stand in Grünheide dürfen nicht nur im Quartalsbericht versteckt werden - sie müssen auch hier vor Ort erläutert werden.

Die erneute Auslegung der Fabrik-Pläne bietet dazu eine weitere Chance, denn sie stellt Öffentlichkeit her. Sie bietet die Chance, endlich einen Dialog mit der Region zu beginnen. Die Region hofft darauf. Es liegt an Tesla, diese Chance jetzt zu ergreifen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 28.04.2021, 15:40 Uhr

Die Kommentarfunktion wurde am 28.04.2021 um 23:08 Uhr geschlossen

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Beitrag von Andreas Oppermann

20 Kommentare

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  1. 20.

    Wo waren nochmal ihre viel besser geeigneten Standorte? bitte Koordinaten? alle mit Autobahn angrenzend? Wie nein? dann also erst noch eine Autobahn als Zubringer bauen? Schiene? wie auch nicht?.....

    Mal im ernst, natürlich muss die Infrastruktur angepasst werden. Aber die Autobahn ist eben direkt angrenzend, da braucht es eben nur eine weitere Autobahnabfahrt, auf der Landstraße eine Linksabbiegerspur und natürlich müssen die Schienen entsprechend ertüchtigt werden, bisher nutzte die auch niemand mehr im Gewerbegebiet.

    Sie würden doch wahrscheinlich mit dem Fahrrad zu Tesla fahren oder?

  2. 19.

    Ich freue mich für Deutschland, dass solch wichtige Industrie endlich in relevantem Umfang nach Deutschland kommt. Den einzigen anderen, denen ich ähnlich viel zutraue wie Tesla sind CATL und VW (aber eben in VW Schneckentempo aber immerhin).

    Den Kritikern: EINE ZELLFABRIK ist KEINE Chemiefabrik! Gibt es nämlich eine Definition für. Kann man googeln: "Was ist eine chemische Synthese?" Dann weiß man was eine "Chemiefabrik" macht. In einer Zellfabrik werden verschieden, gar nicht mal allzu gefährliche Chemikalien zu einem Erzeugnis kombiniert. Auch wenn es hier manch einer nicht wahrhaben will, die cyclischen Ester als Elektrolyt in der Batterie sind nicht wirklich gefährlicher als der Ester im Nagellackentferner. Der Rest sind Feststoffe, die normalerweise nicht wirklich in das Grundwasser fließen können weil FEST.

  3. 18.

    Na ist klar, der Experte sind ja schon Sie. Dann viel Spaß beim Einwendungen schreiben, dürfte doch ein Klacks sein für Sie.

    Im Fall der Fälle können Sie dann natürlich auch gegen die Genehmigung klagen, da Sie als Experte es sowieso besser wissen...

  4. 17.

    Für gewöhnlich trifft man in naturnahen Biotopen immer recht viele andere Menschen, die diese unberührte Natur genießen können.

    Mit ihrer Vorliebe für eine Kiefernforst-Monokultur sind Sie allerdings scheinbar so allein, dass sie dort stundenlang allein Fahrradfahren konnten. Sie müssen dabei aber erstens extrem langsam gefahren sein oder permanent im Kreis, um nicht auf die vielen Landstraßen, die Autobahn, Gewerbegebiet oder Bahnschienen zu stoßen.....

    Am liebsten sind mir die Naturliebhaber die ihren Hund (andere nennen es Kläffer) im Naturschutzgebiet ohne Leine laufen lassen (Teslakritikerin in einem Video). Selbst im Wald ist das nicht erlaubt in den meisten Bundesländern. Aber was interessiert mich die Natur und Regeln, wenns um einen selbst geht....

  5. 16.

    Also soll Tesla bitte wenn schön direkt die Fabrik für 2 Mio Fahrzeuge bauen? na klar warum nicht....

    Natürlich baut Tesla erst einmal eine kleinere Fabrik. Die 2 Mio Fahrzeuge ist ja perspektivisch 2030. Die Technik für die eigene Zellproduktion hat Tesla letztes Jahr erst erfunden (daran geforscht natürlich schon seit Jahren). Scheint wohl gut zu funktionieren, sind auch einige deutsche Maschinenbauer dran beteiligt. Gleichzeitig gab es ja auch die Meldungen, dass die Förderung im Rahmen des 2ten IPCEI bald in trockenen Tüchern ist. Andere wie BMW haben ihre Förderbescheide schon. Was ist dagegen zu sagen, möglichst viel an einem Standort zu machen, um Verkehr zu reduzieren?

    Die polnischen LG Zellen (in 4 Jahren dann die Zellen aus Salzgitter) gehen nach Braunschweig, werden dort in zu Batterien zusammengebaut und dann ab nach Zwickau (und teilweise noch nach Dresden in die Innenstadt) um dort ins Auto eingebaut zu werden. Ist das wünschenswert?

  6. 15.

    Schon in den 5 blauen Ordnern hätte zumindest drin stehen müssen was Tesla überhaupt alles geplant hat für dieses bisher nahezu ungeschädigtes Gebiet so nahe an das geschützte Löcknitztal. Blutsauger setzen in der Medizin nur Fachkräfte an. Der Bürgermeister von Grünheide hat zwar sozialistische Vorkenntnisse aber ist doch kein Experte für ein derartiges Vorhaben. Sie auch nicht.

  7. 14.

    Klar wäre ein kommunikativeres Agieren von Tesla wünschenswert. Tesla gibt aber eben kein Geld für Werbung aus, keine Anzeigen, keine Werbespots, nix. Stellantis hat gerade wieder ein 2 Mrd. Euro Budget für Werbung rausgehauen, da ist doch klar wen "die Medien" mögen und wen nicht. Dazu die jahrelange Hirnwäsche, mal "das EAuto verschmutz die Umwelt, viel zu gefährlich wenn es brennt, giftiger Sondermüll" oder noch besser die Karotte "Brennstoffzellenauto" für den Esel....

    Wenn von Bürgern mit so einem massiv verschwenderischen Verbrauch an Wasser, ständig "Wir haben kein Wasser mehr" kommt, kann ich verstehen warum Tesla diese Wutbürger nicht ernst nimmt. Wenn die WSE-Verbandsgebietsbewohner einfach auf den Bundesdurchschnitt an Wasserverbrauch kämen würden 3 Mio Kubikmeter im Jahr Kapazität frei werden. Wenn Sie auf meinen persönlichen Verbrauch kämen würden nochmal 3 Mio Kubikmeter frei.

  8. 13.

    Beim besten Willen, ich kann zwischen einem "wertvollen Naherholungsgebiet" und einem Gebiet in dem "der andere dort stundenlang niemandem begegnete" keinen Widerspruch erkennen.
    Sie etwa? Anderenfalls muss ich davon ausgehen, dass Sie den Unterschied zwischen einem Wald und einem Park noch nicht richtig verstanden haben.
    Das Baugebiet, in dem die Tesla Manufacturing Brandenburg SE versucht ihre Fabrik zu errichten, bildet hier eine Ausnahme. Denn nach Gesetz ist das auch noch Wald.

  9. 12.

    Danke. Wie konnte es dort nur soweit kommen ? Dort ist nun wirklich nicht der geeignete Standort. Wenn man bedenkt was da ringsum noch an Infrastruktur zu verändern ist; zu optimieren ist und wie laut man weitere Ansiedlungen propagiert / erwünscht und dazu noch Wohnungen und Häuser zu bauen gedenkt bedeutet dies das Ende der Löcknitztalregion.

  10. 11.

    Liebe Karola,

    Ich muss Sie leider enttäuschen, man darf in Deutschland in einem WSG III Gebiet nun einmal Industrie und Fabriken bauen. So ist die Rechtslage, da können Sie noch so oft schreiben, dass diese Fabrik im WSG nichts zu suchen hätte.

    Ich bin dafür in ganz Deutschland in sämtlichen WSG die Straßen für Autos etc. abzureißen bzw als Fahrradstraßen umzuwidmen. Als Berlinerin haben Sie doch wohl sowieso kein Auto....

    VG

  11. 10.

    Es stellt sich doch eindeutig die Frage, ob der Vorhabenträger an einem faktenbasierenden Dialog, vorallen mit den Menschen in der Region um Freienbrink, interessiert ist? So eindeutig konnte ich das bei der Anhörung in Erkner 2020 nicht erkennen. Die Menschen in dieser Region gehen den Vorhabenträger, gelinde gesagt, an der Spree vorbei. Die Gewinnmehrung des Vorhabenträgers steht eindeutig vor dem wahnwitzigen Flächenverbrauch in dieser Region. Herr M.' s Ziel ist doch eindeutig der Planet Mars, da kann er ja noch machen was er will und ohne Genehmigungsverfahren. Aber Beeilung bitte, bevor die Chinesen oder Russen auf den Planeten landen.

  12. 9.

    In China baut Tesla ebenfalls die Fabrik in Etappen. Hier war das, wie Sie richtig erkannt haben, auch frühzeitig kommuniziert worden. Warum aber soll Tesla gleich den Antrag für den Endausbau stellen? Baugenehmigungen gelten nicht für die Ewigkeit. Beim Ausbau des Flughafens Schönefeld musste man deshalb schon kreativ sein. Auf Vorrat bauen, weil man das irgendwann mal benötigen könnte, ist im deutschen Baurecht zudem nicht gern gesehen.

  13. 8.

    Wenn Sie schon die rechtlichen Argumente , die für die Fabrik in dem überplantem Industriegebiet sprechen, für fadenscheinig halten, was sind dann erst die, die Sie und andere Herren, die die Energiewende für verkorkst halten und von E-Monstern schrieben, hier immer wieder vortragen? Folgen Sie meinem Tipp und nutzen Sie Ihre Chance für fundierte Einwände. Stimmen Sie sich dabei besser ab, nicht dass es ständig Widersprüche gibt, weil z.B. der eine von einem wertvollen Naherholungsgebiet schreibt und der andere dort stundenlang niemandem begegnete. Bündeln Sie Ihre "Expertise", tragen Sie Ihre Einwände vor, klagen gegen Zulassungen oder arbeiten wenigstens anderen zu, die das schon getan haben.

  14. 7.

    Wenn Herr Musk klug ist, stellt er die Baumaßnahmen ein, bis es eine endgültige Genehmigung für seine Fabrik gibt. Das es diese bisher nicht gibt und hier inflationär mit vorläufigen Genehmigungen gebaut wird, mit Billigarbeitern und geltendes Recht (Pfählungen, Rohrverlegung) bewußt ignoriert wird, läßt Tesla nicht in einem seriösen Licht da stehen. Weder als Arbeitgeber noch als Partner für Behörden und Unternehmen. Und Herr Neumann, ganz gewiss werden die Gegner wieder ihre Chancen beim Erörterungstermin nutzen um dieses Projekt im märkischen Sand verschwinden zu lassen. Eine Industriefabrik hat im Trinkwasserschutzgebiet nämlich garantiert nichts zu suchen. Egal wer sie baut und wofür. Ohne Wasser kein Leben und ohne Trinkwasserschutzgebiet keine gesicherte Versorgung für die Bevölkerung.

  15. 6.

    Es wird Zeit, dass man sich we andernorts üblich auch beim RBB anmelden muss, da hier jeder einen x-beliebigen Namen verwenden und damit andere diskreditieren kann, deren reale Fakten das eigene Weltbild immer wieder zerstören.

  16. 5.

    Auch die Kritiker, die die Fabrik wegen des Baus von "E-Monstern", der "verkorksten Energiewende" oder aus genereller Abneigung gegenüber dem Kapitalismus bzw. des MIV ablehnen, haben jetzt erneut eine Chance, ihre Einwände nicht nur in den Kommentaren des RBB zu verstecken. Die Frage ist aber, ob solche Menschen überhaupt ernsthaft an einem faktenbasierten Dialog interessiert sind.

  17. 4.

    Offenheit und Kommunikation? Etwas spät! Mittlerweile sind hier Fakten geschaffen worden. Für Offenheit und Kommunikation zu Beginn des Vorhabens Zeit gewesen.
    Statt dessen wurde alles aus dem ersten Antrag entfernt, was einer Genehmigung hinderlich gewesen wäre: zunächst nur 4 von mehr als 10 Einstufungen nach BImSchG bzw. UVP-G erwähnt, Pfahlgründung im Wasserschutzgebiet (durch den genutzten Grundwasserleiter hindurch), Batteriefabrik (noch auf der öff. Erörterung Sept. 2020 verneint).
    Dabei war von Anfang an klar, was hier gebaut werden soll: 4-teilige Gigafactory mit Batteriefabrik, so verkündet im November 2019. Wäre diese Fabrik so beantragt worden, wäre die Genehmigung hier krachend gescheitert. Das dürfte allen Beteiligten klar gewesen sein.
    So versuchte man es also mit der berühmten Salamitaktik. Wird sich zeigen, ob die am Ende aufgeht. Das Vertrauen ist jedenfalls verspielt, und zwar dauerhaft.

  18. 3.

    Hier hat neben Tesla, vor allem die Landesregierung versagt, und zwar auf ganzer Linie.
    Von Anfang an haben sich Politiker und Entscheidungsträger vor den Karren eines von "Innovationen getriebenen Unternehmen" spannen lassen.
    Die Bedenken, Sorgen und Hinweise aus der einheimischen Bevölkerung wurden geflissentlich ignoriert und zudem ganz bewusst durch fadenscheinige Argumente ersetzt, um z.B. die Umweltzerstörung zu rechtfertigen bzw. den inflationär erteilten Vorabzulassungen nach § 8a BImSchG den Weg zu bahnen.
    Die Informationsveranstaltung im Januar 2020, an der erstmalig und öffentlich Kritik am Vorhaben geübt werden konnte wurde zur Farce, denn zu diesem Zeitpunkt waren die Harvester schon längst auf den Weg nach Grünheide.
    Weder grenzt es an ein Wunder noch ist es ein Geheimnis, dass nach und nach genau die Dinge ans Tageslicht kommen, vor denen Umweltverbände und Bürgerinitiativen rechtzeitig gewarnt hatten.

  19. 2.

    Musk setzt sich über Grenzen hinweg und macht sich die Welt, wie sie ihm gefällt. Das kann auch nach hinten losgehen.

  20. 1.

    Das ist wieder ein Schritt zu einem der besten Autos der Welt. Herr Musk tut das, was er tun muss, um so schnell wie möglich die Produktion zu starten. Dazu bestes Personal und eine Infrastruktur, die es allen leicht macht, endlich die Verbrenner in den Ruhestand, auf den Schrott zu bringen.

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