Unerlaubte Rohrleitungen bei Tesla - Tesla baut ohne Genehmigung: Vorsatz oder Missverständnis?

Baugelände der Autofabrik von Tesla östlich von Berlin. (Quelle: dpa/Michael Sohn)
Bild: dpa/Michael Sohn

Tesla arbeitet mit Hochdruck an seiner Autofabrik in Grünheide. Nun verlegte das Unternehmen allerdings Rohre ohne Genehmigung. Über die Motive des Unternehmens gehen die Meinungen auseinander.

Der US-Elektroautohersteller Tesla hat im März Abwasserleitungen auf seiner Baustelle in Grünheide verlegt, obwohl das Landesumwelt das nicht genehmigt hatte. Das hat der Brandenburger Umweltminister Axel Vogel (Grüne) am Mittwoch im Landtag bestätigt. Zuerst hatte das ZDF darüber berichtet.

Teslas Vorgehen löste bei Umweltverbänden Empörung aus. "Soweit ich das beurteilen kann, hat Tesla wissend, dass sie keine Genehmigung haben, vollendete Tatsachen geschaffen. Das ist krass", sagte etwa Torsten Deppner, Anwalt des Nabu und der Grünen Liga.

"Bei soviel Druck sind Fehler unvermeidlich"

Eine Tesla-interne Quelle widersprach am Dienstag dieser Darstellung: Das Unternehmen sei davon ausgegangen, dass die Behörden schon in einer früheren Zulassung aus dem vergangenen Jahr die Verlegung der Rohre erlaubt hätten.

In der Tat hatte das Landesumweltamt schon im Juli 2020 einen Antrag Teslas zur Verlegung von unterirdischen Rohren genehmigt. Wie das Amt nun mitteilte, waren damit aber nicht die nun verbauten Leitungen gemeint. Umweltanwalt Deppner hat da so seine Zweifel. "Man muss davon ausgehen, dass das Unternehmen seine eigenen Anträge kennt", sagte er. "Inwieweit Vorsatz im Spiel ist, gilt es seitens der Behörde aufzuklären."

Umweltminister Vogel sprach am Donnerstag im Landtag von einem "Irrtum" Teslas. Aus Behördenkreisen hieß es, wenn man unter soviel Druck baue, seien Fehler unvermeidlich. Die Verlegung fiel bei einer Kontrolle des Landkreises Oder-Spree auf; im April folgte dann dafür eine vorzeitige Zulassung.

Nicht das erste Vergehen

Schon in der Vergangenheit war es zu Regelbrüchen auf der Baustelle gekommen. So wurde Anfang 2020 ein Bagger betankt, obwohl das im Wasserschutzgebiet nicht ohne Weiteres erlaubt ist.

Im Mai des vergangenen Jahres rammte Tesla ohne Genehmigung Pfähle in den Boden. Schließlich bezahlte das Unternehmen mehrere Male Gebühren zu spät. Wegen der jüngsten Rohrverlegungen droht nun ein Bußgeld.

Sendung: Antenne Brandenburg, 28.04.2021, 15:40 Uhr.

122 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 121.

    Ah, Sie merken erneut, dass Ihnen die Felle weschwimmen.

    Die 3 km² großteils hiebreifem Holzacker werden bekanntlich ersetzt, was Sie ja auch schon mehrfach wider besseren Wissen leugneten, und zugleich denjenigen mehr Möglichkeiten geboten werden kann, sich klimafreundlicher zu bewegen, sofern die unbedingt MIVen müssen. Ich teile damit die Meinung nicht nur der grossen Umweltverbände und muss anders als die Fabrikgegner hier nichts herbeidystopieren.

  2. 120.

    Sie weichen aus: Welche Umwelt und Natur meinen Sie?

    Die Wahrheit gefällt nicht jedem, vor allem denjenigen nicht, die nach 1 1/2 Jahren Grundsatzdiskussion keine rechtlich belastbare Argumente einfallen sind. Hier findet man mit dem angeblich illegalen Wildbau die nächste Falschbehauptung, die man als angeblich tief im Thema stehender leicht hätte vermeiden können - nein, sogar müssen. Bei manchem ziehen sich solche bewusste Falschbehauptungen seit deren Diskussioneinstieg wie ein roter Faden durch deren Kommentare.

    Wenn denjenigen dann noch Bemerkungen wie "E-Monster" oder "verkorksten Energiewende" heraus rutschen, erkennt man sofort, dass es denen vor allem um Opposition zum von breiten Teilen der Gesellschaft und Politik getragenen Konsens zur erforderlichen Dekarbonisierung geht und weniger um Kiefern oder das Grundwasser.

  3. 119.

    Ihr Eindruck trügt Sie nicht! Anderseits, wenn die Argumente fehlen, greift man nach jedem Strohhalm und schreckt vor Beleidigungen und Diffamierungen nicht zurück.

    Immerhin spendet auch ein "Holzacker" Sauerstoff, ein Elektroauto nicht. Mit solchen Aktionen erreichen die Befürworter genau das Gegenteil. Sie werden unglaubwürdig und statt Tesla zu unterstützen, schaden sie dem Unternehmen, sofern es sich nicht schon ohnehin selbst tut.

  4. 118.

    Vielleicht wird man aber auch in spätestens 10 Jahren die irrwitzige Idee, eine 500-kg-Batterie in ein 2,3-Tonnen-Auto einzubauen, um damit eine Person von 70 kg Gewicht von A nach B zu transportieren, belächeln? In den meisten Autos sitzt nämlich nur eine Person.
    Vielleicht sollte man sich auch erstmal gedanken machen, woher der Strom kommen soll, bevor man massenweise zusätzliche Stromverbraucher produziert?

  5. 117.

    "Die drei km² Holzacker..."
    Drei km² "Holzacker" sind im Kampf gegen den Klimawandel und für die Erhaltung des natürlichen Wasserkreislaufes immer noch wirksamer als 3km² versiegelte Fläche, auf der kein Gramm überschüssiges CO2 gebunden, sondern noch zusätzliches CO2 emittiert wird.
    Da Sie zudem des Öfteren zur Untermauerung Ihrer Argumente Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben zitieren, könnte somit der Eindruck entstehen, dass sich Ihr Zugang zur eigenen Meinung stark in Grenzen hält.

  6. 116.

    Es ist genau dieser Unterschied, ob man den Begriff "Holzacker" einmal verwendet zur qualitativen beurteilung des Waldes oder in jedem 2. Kommentar zur Diffamierung der Kritiker dieses Vorhabens.

  7. 115.

    So Leute wie Ex-Grüne Liga Geschäftsführer Urban z. B. oder sonstige Personen der "es soll alles so bleiben wie es ist" oder "die armen Kohlekumpel in der Lausitz" oder "keine Windkraftanlagen wegen Naturschutz" Fraktion....

    Ich könnte ewig so weiter die Ausreden sind ja bekannt. Eben auch "diese schädlichen Eauto..." - klar ist Fahrradfahren besser, aber nicht wirklich realistisch, da ist das EAuto das Klima- und Umweltmäßig einfach kleinere Übel. Noch dazu da perspektivisch der Fahrstrom komplett erneuerbar sein wird und die Batterien hoffentlich zur Netzstabilisierung dienen können. Wasserstofffahrzeuge sind kompletter Unsinn, jeder der ein bisschen Grips im Kopf hat weiß das eigentlich auch. Mal so eben die 4fache Menge Energie für grünen Wasserstoff im Vergleich zum Batterieelektrischen Fahrzeug wird einfach nicht da sein.....

  8. 114.

    Wenn man es drauf anlegen wollen würde, müsste man nur ca. 20 % der Ölmenge, die aktuell in Benzin und Dieselfahrzeugen verbrannt wird, in Ölkraftwerken verbrennen, weil man nur rund 15% mehr Strom braucht. Für Gebäudeheizungen braucht man da noch viel mehr Strom.

    Natürlich wäre das nicht wirklich nachhaltig jetzt noch konventionelle Kraftwerke zu bauen, es MUSS einfach mit Wind und Solar plus grüne Energieimporte aus dem Ausland gehen.

    Was sagen Sie sonst folgenden Generationen? Ja war blöd von uns, aber das erschien uns zu kompliziert mit Energiewende und so? Das blöde an dem menschengemachten Klimawandel ist, dass die Auslöser die Folgen nicht zu spüren bekommen...

  9. 113.

    Wen meinen Sie eigentlich mit "Klimawandel-Befürworter"?
    Die Radiomoderatoren, die über Sonnenwetter und 25°C im März jubeln ?

  10. 112.

    Es ist schon ein Unterschied, ob man den Begriff einmal verwendet zur qualitativen beurteilung des Waldes oder in jedem 2. Kommentar zur Diffamierung der Kritiker dieses Vorhabens.
    Auf Seiten der Befürworter lese ich leider überwiegend Beschimpfungen, Diffamierungen und Beschwichtigungen.

  11. 111.

    Von Hause aus BUND, aber auch gelegentliche Streuung an andere Organisationen.

    # 101: Genau das ist das Problem! Für arbeitswillige Niedriglöhner, wäre bei Tesla ein Aufstieg möglich.
    Wir haben Langzeitarbeitslose angeschrieben und sie zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Gekommen
    sind sehr wenige und die kamen, waren nicht geeignet. Wir haben dann Interessenten in Sachsen,
    Bayern und Niedersachsen gefunden. Der Wille zur Wochend- und Schichtarbeit ist schon längere Zeit
    ein immer zunehmenderes Problem. Da Facharbeiter inzwischen akute Mangelware sind, können sich
    inzwischen die Bewerber ihren Arbeitgeber aussuchen. Überdurchschnittliche Löhne sind längst keine
    Garantie , Bewerber zu finden.

  12. 110.

    Deutschland hat genügend potentiale für Wind und Solarkraft. Natürlich nicht mit Söder als Kanzler und seiner 10H Regel die er als vermeintlicher Halb-Grüner erlassen hat.

    Ich kenne im übrigen auch AFDler, die plötzlich für WKA sind, wenn diese auf deren Äckern gebaut werden sollen ;)

  13. 109.

    Oh, eine neue Grundsatzdiskussion zur Elektromobilität. Hatten wir schon lange nicht mehr. Wieso stellen Sie die Frage dabei eigentlich nur so eingeschränkt? Auch andere Sektoren müssen weg von fossilen Primärenergieträgern.

    Dazu bedarf es in der Tat insgesamt mehr Anstrengungen bei Ausbau erneuerbarer Energien. Das BVerfG hat heute für neuen Wind gesorgt. Nur für den Straßenverkehr bräuchte man dabei bei 100 % BEV gar nicht so viel. Es wäre weniger als heute bereits erzeugt wird. Mit Ihrer eingeschränkten Sichtweise wäre ein plötzlicher Umstieg auf BEV also kein Problem. Ich möchte aber realistischer erneut auf Studien wie die z.B. von Greenpeace Energie oder Agora für einen langsamen Umstieg aller Sektoren verweisen. Klimaneutral bis 2045-2050 ist möglich - wenn man wirklich will.

    Was wäre für Sie eine Alternative zum BEV auch unter Berücksichtigung der Mobilitätsbedürfnisse von Tram 88 und dem Invalidenstraßenaktivisten oder gar in der Fläche ohne Straßenbahn vor der Haustür?

  14. 108.

    Elon Musk sagte nicht, dass er ein Befürworter der AKW ist sondern nur, dass die vielleicht eine Option wären, er sich damit aber nicht näher beschäftigt hätte. Es interessiert ihn nicht, wenn er Befürworter wäre, hätte er wahrscheinlich schon eine Firma gegründet, die die Atomkraft revolutionieren könnte...

    Lesen Sie einfach Fachpublikationen dazu. Für ALLE 45 Mio Fahrzeuge als EAutos bräuchten wir rund 20 % mehr Strom. Da ist der Gebäudewärmebedarf ein viel größerer Brocken... . Für die Eautos würde reichen wenn wir 20% des Öls welches wir aktuell in unseren Autos verfeuern, in Großkraftwerken in Strom umwandeln würden. Aber selbst das macht keinen Sinn. Es muss einfach mit Wind, Strom und importierten grünen Energierohstoffen gehen. Und dazu braucht man intelligente Netze und Speicher. Die Speicherfunktion sollen irgendwann auch die EAutos übernehmen, groß von VW angekündigt

    Welche Wahl haben wir sonst? Scheiß auf Klimawandel was interessieren mich zukünftige Generationen?

  15. 107.

    Wo soll denn der Strom für die Elektromobilität Ihrer geschätzten Meinung nach herkommen? Windräder sind selbst in Wäldern kein Tabu mehr, mittlerweile werden sogar Windräder auf Berggipfel im Schwarzwald gepflastert. Unendlich viel Energie bietet auch der Wind nicht. Polen spricht davon, ein AKW nahe der deutschen grenze zu errichten (MOZ berichtete), Elon Musk selbst hält die Atomenergie für unverzichtbar (irrt er etwa?), stehen wir also in 10 Jahren vor der Frage, lieber die Kohle- oder lieber die AKW am Netz zu lassen?

  16. 106.

    Klar die Klimawandelbefürworter sind ja auch für den Erhalt des Waldes wenn dort eine WKA aufgebaut werden soll.

    Die Umweltschäden durch die Ölförderung sind ja zum Glück woanders. Googeln Sie mal ne Doku über die Teersande in Kanada und dann überlegen Sie nochmal ob E Autos nicht doch die bessere Alternative sind.

    Falls Sie dann mit dem Wasserverbrauch des Lithiums in Südamerika kommen empfehle ich Ihnen die DERA des BGR zu befragen. Dort können Sie in Rohstoffsteckbriefen nachlesen, dass 1. 60% des Li aus Australien kommt und 2. ein Absinken des Grundwasserspiegels in zb Chile NUR befürchtet wird. Auch gibt es dort einen interessanten Hinweis zum Süßwasserverbrauch von anderen Industrien in der Gegend. Aber Vorsicht es könnte ihre Vorurteile beeinflussen.

  17. 105.

    Welche Natur und Umwelt meinen Sie? Die drei km² Holzacker (Greenpeace) in Grünheide oder die, die heute vor dem BVerfG Thema gewesen ist? Welche Fakten der Gegner sind bisher rechtlich haltbar gewesen? Vor Gericht war nur ein schmaler Streifen entlang der Bahnstrecke davon betroffen, der nicht sofort gerodet werden durfte, sondern erst nach einer erneuten Reptilien-Absuche.

  18. 104.

    Da kann ich nur Greenpeace und die DUH empfehlen, bei denen ich regelmäßig aktiv bin. Beim Nabu bin ich raus...und grüne Liga, dank Urban sowieso immer abstoßend....

  19. 103.

    Wo soll denn der Strom für die Elektromobilität Ihrer geschätzten Meinung nach herkommen? Windräder sind selbst in Wäldern kein Tabu mehr, mittlerweile werden sogar Windräder auf Berggipfel im Schwarzwald gepflastert. Unendlich viel Energie bietet auch der Wind nicht. Polen spricht davon, ein AKW nahe der deutschen grenze zu errichten (MOZ berichtete), Elon Musk selbst hält die Atomenergie für unverzichtbar (irrt er etwa?), stehen wir also in 10 Jahren vor der Frage, lieber die Kohle- oder lieber die AKW am Netz zu lassen?

Nächster Artikel