Erneute Auslegung der Baupläne beschlossen - Tesla ändert Bauantrag für Batterie-Herstellung ein weiteres Mal

Das Gelände der Tesla-Fabrik in Grünheide (Bild: dpa/Michael Sohn)
Audio: rbb | 27.04.2021 | Sabine Tzitschke | Bild: dpa/Michael Sohn

Der US-Autobauer Tesla will nach Angaben des Brandenburger Umweltministeriums seinen Bauantrag erneut ändern. Dabei gehe es auch um eine Anlage zur Herstellung von Batteriezellen. hieß es. Diese hatte Tesla angekündigt - aber bisher nicht beantragt.

Tesla will seinen Bauatrag für die Fabrik in Grünheide (Oder-Spree) erneut ändern. Das teilte das Brandenburger Umweltministerium am Dienstag mit. "In den geänderten Antrag wird auch die Errichtung und der Betrieb einer Anlage zur Batteriezellherstellung einbezogen", heißt es.

Der genaue Umfang der Änderungen sei noch nicht bekannt. "Es ist jedoch davon auszugehen, dass aufgrund dieser Änderung eine erneute Beteiligung der Öffentlichkeit erforderlich wird." Wann die Änderung vorgelegt werden soll, gab das Ministerium nicht an.

Noch im Herbst hatte Tesla erklärt, der Produktionsstart sei weiterhin für den 1. Juli 2021 anvisiert. Jährlich sollen in Grünheide bis zu 500.000 Autos über die Bänder rollen. Die finale Genehmigung der Fabrik steht jedoch noch aus. Zwar ist die Batteriezellen-Fabrik bereits mehrfach angekündigt worden, aber bisher gab es keinen Bauantrag. Erneute Änderungen der Baupläne dürften für Terminverschiebungen sorgen.

Noch kein offizielles Statement zum Termin

Im aktuellen Geschäftsbericht des Konzerns für das erste Quartal 2021 hieß es von Tesla am Dienstag zum ersten Mal, dass das Projekt auf Kurs sei, aber "spät im Jahr 2021" mit Produktion und Auslieferungen beginnen könne. Offiziell hat sich das Unternehmen bislang nicht über seinen Geschäftsbericht hinaus zu einer möglichen Verzögerung des Produktionsstarts geäußert.

Das Umweltministerium erklärte am Dienstag gegenüber dem rbb, dass man bislang keine Informationen zu einem später geplanten Produktionsstart von Tesla erhalten habe. "Die Äußerung in dem Geschäftsbericht hat keinen Einfluss auf das Genehmigungsverfahren", sagte Ministeriumssprecherin Frauke Zelt.

Steinbach definiert Qualität vor Schnelligkeit

"Es rollt dann das erste Auto vom Band, wenn die endgültige Genehmigung vorliegt und das Werk fertig gebaut ist", erklärte am Dienstag Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach. Wann das Genehmigungsverfahren abgeschlossen sei, "dazu kann hier und heute kein konkretes Datum benannt werden - denn hier gilt ganz klar der Grundsatz Qualität vor Schnelligkeit", so der SPD-Politiker weiter.

 

Wirbel um Abwasserrohre

Wie nun bekannt wurde, hat Tesla derweil unterirdische Rohre ohne Genehmigung verlegt. Die Einleitung eines Bußgeldverfahrens wegen des nicht zugelassenen Baubeginns wird geprüft", teilte die Sprecherin des Umweltministeriums, Frauke Zelt, am Dienstag mit.

Die Untere Wasserbehörde des Landkreises Oder-Spree habe bei einer Kontrolle am 25. März festgestellt, dass Untergrundleitungen verlegt wurden, für die es noch keine Zulassung gegeben habe. Am Tag darauf sei die Fortsetzung der - dann bereits eingestellten - Arbeiten untersagt worden. Am 12. April seien sie vorzeitig genehmigt worden.

Das ZDF-Magazin "Frontal 21" und "Business Insider" hatten zuvor darüber berichtet. Nach Ministeriumsangaben ging es um Rohre für Abwasser, die von Schadstoffen weitestgehend befreit seien, für die Trinkwasserversorgung, um Kabelleitungen für Strom und die Ableitung von Niederschlagswasser. Teile von Untergrundleitungen seien auch schon früher vorzeitig zugelassen gewesen, sagte die Sprecherin. "Tesla war daher befugt, einige Untergrundleitungen zu verlegen, die dort zugelassen und zwischenzeitlich nicht verändert wurden."

Wie eine Sprecherin des Landesumweltamtes dem rbb mitteilte, wird geprüft, ob Tesla ein Bußgeld zahlen muss. Es könnte im fünfstelligen Bereich liegen. Von Tesla hieß es, dass das Unternehmen der Ansicht gewesen sei, dass die Verlegung der Abwasserrohre bereits rechtlich abgedeckt gewesen waren.

Hohe Gewinne

Unterdessen fuhr Tesla zu Jahresbeginn seinen bisher höchsten Quartalsgewinn ein. Die Firma von Tech-Milliardär Elon Musk verdiente im ersten Vierteljahr 438 Millionen Dollar (362 Mio Euro) - nach nur 16 Millionen Dollar ein Jahr zuvor.

Sendung: Antenne Brandenburg, 27.04.2021, 15:10 Uhr

Die Kommentarfunktion wurde am 27.04.2021 um 20:29 Uhr geschlossen

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27 Kommentare

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  1. 27.

    Ein Weltunternehmen wie der Vorhabenträger wußte wohl vor der Entscheidung in Deutschland E-Autos zu bauen nicht so richtig was man alles produzieren wolle und welche Bedingungen im Gastland existieren. Echt traurig. Jetzt kommt man auf die Salamitour. Echt traurig. Obendrein kommt noch Tesla-Roulette dazu, 3,7, 12 oder 40 Tsd. AK. Echt traurig oder lustig? Jedenfalls nicht lustig für die AK.

  2. 26.

    Es handle sich auch nicht um Rohre für Industrieabwässer, teilte das Ministerium mit. "Es wurden Wasserleitungen und der Teil eines Regenwasserkanals errichtet, keine Abwasserleitungen." Die Arbeiten wurden dabei laut informierter Presse bei einer Routinekontrolle kurz nach deren Beginn entdeckt. Das Verlegen anderer Rohrleitungen ist dabei zulässig gewesen.

  3. 25.

    Dass es für die Akkuzellfertigung einer Neuauslage bedarf, ist konsequent und logisch.

    Das bietet zugleich denjenigen eine neue Chance, die sich mit ihrer "fundierten" Kritik bisher auf den RBB beschränkt hatten.

  4. 24.

    Sind Sie denn bereits arbeitslos oder verrentet? Ich würde den jungen Menschen nicht ihre Arbeitsplätze kaputtreden. Alle freuen sich, dass Brandenburg auch mal eine Chance bekommt und Tausende dann nicht mehr täglich nach Berlin hineindonnern müssen. Ich freue mich auch sehr über moderne Arbeitsplätze und umweltfreundliche Produkte.

  5. 23.

    Ach was? Wasserstoff? hmmm

    Wie gut, dass so ziemlich die gesamte Wissenschaft mittlerweile sagt, dass Brennstoffzellen in Autos keinen Sinn machen. Aber träumen Sie ruhig weiter. Nur mal so nebenbei: Die Brennstoffzellenfahrzeuge haben auch einen nicht kleinen Pufferakku, da die Brennstoffzelle nur konstant Leistung abgeben kann.

    Und ihr Wasserstoff könnte als GRÜNER Wasserstoff doch relativ teuer werden, selbst wenn er von jeden Steuern und Abgaben befreit wird. Wenn Sie das Geld für 30 Euro auf 100 km haben sei es Ihnen unbenommen irgendwann mit Wasserstoff zu fahren.

    Und dann sind da noch die teuren Werkstattaufenthalte und die begrenzte Lebensdauer der Brennstoffzelle. Dazu das nicht ungefährliche Tanken mit 800 bar Drucktanks. Stimmt sie haben Recht das wird ein Spaß...(und ich arbeite beruflich mit Wasserstoff)

  6. 22.

    Nach der Wissenschaft und den Ingenieuren könnte bereits in 20-25 Jahren die Brennstoffzellen-Mobilität flächendeckend möglich sein. Eine gute Idee, bis dahin mit dem Rad über Land zu fahren. Das ist ressourcenschonend.

  7. 21.

    Ich glaube dass das Bauvorhaben Tesla der Landesregierung inzwischen völlig aus dem Ruder läuft. Die Truppenteile machen was die wollen und diktieren wo es lang geht. Auf Absprache und Genehmigungen wird gepfiffen. Die Landesregierung müsste längst einen Baustopp veranlassen, aber wer hat dazu den A..... in der Hose???? Herr Vogel und Herr Steinbach ganz sicher nicht. Wäre es ein deutsches Unternehmen hätte man niemals das Bauen erlaubt und spätestens jetzt den ganzen Apparat zum Stehen gebracht. Aber dazu braucht man eben Rückgrat und Durchsetzungsvermögen und keinen Kuschelkurs.

  8. 20.

    Brandenburg wird, nach seinem Schönefeld-Desaster und jetzt mit dem Behindern neuer, Arbeitsplätze, für umweltfreundliche Produkte, schlussendlich als größte Lachnummer dastehen und sich verwundert die Augen reiben. Peinlicher gehts nimmer!

  9. 19.

    bitte Quelle für die 70000 Arbeitsplätze...

    Gibts nicht?

    Danke, weitermotzen...

  10. 18.

    Bitte meinen Rechenfehler zu entschuldigen! Es waren 40.000 Arbeitsplätze versprochen, kommen werden nicht mehr als 12.000. Sind genau 70%, dann stimmt es wieder.

  11. 17.

    "Die Untere Wasserbehörde des Landkreises Oder-Spree habe bei einer Kontrolle am 25. März festgestellt, dass Untergrundleitungen verlegt wurden, für die es noch keine Zulassung gegeben habe."

    War das nun auch "doof", wie der Berliner angeblich zu sagen pflegt?
    Oder Nachlässigkeit, ein Kavaliersdelikt oder gar eine Straftat?
    Obwohl über die Einleitung eines Bußgeldverfahrens wegen des nicht zugelassenen Baubeginns noch nicht entschieden wurde, wurden die Arbeiten am 12.April vorzeitig genehmigt. Läuft!

  12. 15.

    Nimmt man es ganz genau - aber wer tut das schon - handelt es sich hier um Betrug, da versprochen wurde, es werden 70.000 Arbeitsplätze entstehen (immerhin um 70% verrechnet). Die zum Produktionsstart benötigten 7.000 Mitarbeiter sind auch noch in weiter Ferne. Kann man sich vorstellen, da es einen akuten Fachkräftemangel gibt. Vielleicht macht sich mal jemand die Mühe und rechnet aus, wie hoch die Arbeitslosenquote in den von Tesla gesuchten Berufen ist. Dann dürfte keine weitere Firma mehr Leute einstellen oder das Personal müsste aus ganz Deutschland und den europäischen Nachbarländern kommen. Ist wirklich jemand verwundert, dass sich der Produktionsstart um mindestens drei Monate verschieben wird?

  13. 14.

    Es ist auch bekannt geworden, das Tesla derweil unterirdische Rohre ohne Genehmigung verlegt hat. Da passiert nichts.
    Musk bezahlt jetzt das lächerliche Bußgeld im fünfstelligen Bereich und gut ist.

  14. 13.

    Ach wie schön, wie alle darauf anspringen und mit unsubstantiierten Beleidigungen meinen, sich als vermeintlich Angegriffene wehren zu müssen und mit haltlose Behauptungen kontern zu wollen. Sie können ja gerne alle die einschlägigen Medien und auch Google nutzen um herauszufinden, welche Nachteile die Elektromobilität generell hat. Icch warte auf das irgendwann günstiger werdende Wasserstoffkonzept und solange bollere ich mit meinem alten Oldtimer-Moppet durch die Lande und ärgere die urbanen Gutradelmenschen, wwwnn ich mal nicht klimakonform mit dem Rad unterwegs bin. Elektroschrott kommt mir nicht unter den Hintern. So, und nun ätzt weiter; ich amüsiere mich noch ein wenig.

  15. 12.

    Ein Tesla-Sprecher sagte dem rbb, das Unternehmen der Ansicht gewesen sei, dass die Verlegung der Abwasserrohre bereits rechtlich abgedeckt gewesen waren. Ja genau, wenn das so wäre, dann hätte man den Verantwortlichen schon längst entlassen. Tesla hat schon den Projektleiter für den Fabrikbau in Grünheide gefeuert. Man vermutet einen Zusammenhang mit zunächst unbezahlten Wasserrechnungen. Und das der Konzern am Dienstag für eine Erklärung nicht zu erreichen war. Sagt wieder einiges aus. Aber Tesla selbst Tesla kritisiert das Genehmigungsverfahren. Da es noch keinen Zeitplan für die Erteilung einer endgültigen Genehmigung gebe. Verlegt aber derweil unterirdische Rohre ohne Genehmigung. Und ein Bußgeld im fünfstelligen Bereich ist ein Witz. Als Ottonormalverbraucher hätte man die Rohre wieder entfernen müssen. Aber wer Geld hat der hat auch Macht. Der Musk hat somit Narrenfreiheit in Deutschland.

  16. 11.

    Nun ist ja heute bekannt geworden, das Tesla seine Produktion verschiebt. Das wird nie was. Reisst die Betonhütte endlich ab, lasst lieber die Natur sprießen.

  17. 10.

    Die ca. 12000 Arbeiter braucht man für 500000 Fahrzeuge. Die Fabrik wird nicht von heute auf morgen auf Volllast laufen, dass braucht selbst bei Tesla 3-6 Monate. Die 7000 sind fürs hochfahren der Produktion....

    Kann jeder der sich informieren möchte nachlesen. Wenn Tesla mit 3000 Mann + Frau 500000 Autos produziert bekommen würde, wird das das hochprofitabelste Unternehmen der Welt.....

  18. 9.

    Was man in der Lausitz und Bundespolitik alles für 8000 Kohlearbeitsplätze macht....

  19. 7.

    Man muss sich nur Zeitungen u.ä, informieren. Google braucht man dann nur noch, um die Aussage auch belegen zu können. Wenn Fakten dann aber auf Vorurteile stoßen, werden die Stammtischler schnell ungnädig.

  20. 6.

    Die 12.000 sollen es vielleicht einmal nach dem vollständigen Ausbau werden. Aktuell redet man von 3.000.

    Auf jeden Fall ist doch nunmehr genug Zeit die Unterlagen ein drittes Mal öffentlich auszulegen.

  21. 5.

    Scheinbar haben Sie in Ihrem Leben nicht nur auf "Googlewissen" verzichtet ;-) oder wie kann man Ihre demonstrierte Ideologie der Veränderungsverweigerung verstehen?

    Steinbach hat Recht, Qualität vor Schnelligkeit. Und wenn dann hoffentlich bald die finale Genehmigung da ist, geht es los. Ich freue mich darauf.

  22. 4.

    Schon krass, was die Ossis hier abziehen. Nach BER schon wieder so ein Beamtenmachtspiel. Vielleicht sollte Tesla doch woanders bauen, damit die übrigen Arbeitsplätze wie Bäcker und Eidechsensammler nicht gestört werden.

  23. 3.

    Ein interessanter Bericht, hinter die Kulissen eines, das Klima angeblich, rettenden Unternehmens:
    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/tesla-rekordergewinn-bitcoin-gruenheide-elektroautos-101.html

  24. 2.

    ... und das alles für 12.000 Arbeitsplätze!

  25. 1.

    CO2-Schleuder Tesla - alles ist möhöööglich......in Brandenburg und auch sonst wo
    Und bevor wieder ein Kim Jong Neumann hier seine gähnend langweilig ewig gleichen Kommentare in polemischster Weise ablässt: nimm´s zur Kenntnis, dass andere Menschen andere Meinungen haben und belehre sie nicht - bringt nix, auf Googlewissen kann das belehrte Menschenkind gerne verzichten.

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