Grünheide (Oder-Spree) - IG Metall will weiter Betriebsrat in Tesla-Werk

Die Tesla-Baustelle Anfang April
Audio: Antenne Brandenburg | 07.05.2021 | Philip Barnstorf | Bild: rbb / Brandenburg Aktuell

Die IG Metall hält an ihren Plänen für einen Betriebsrat für das in Grünheide im Bau befindliche Tesla-Werk fest. Das sagte IG Metall Chef Jörg Hoffmann in einem am Freitag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters.

Die IG Metall wolle zu gegebener Zeit die Themen Betriebsrat und Tarifbindung bei Tesla angehen, so Hofmann. Die Gewerkschaft setzt darauf, dass Tesla für sein Grünheider Werk Fachkräfte von anderen Autoherstellern abwerben wird. Bei ihren bisherigen Arbeitgebern seien diese Menschen häufig in der IG Metall organisiert und würden nach Tarif bezahlt. Daher setzt Hoffmann darauf, dass die Facharbeiter auch in ihren Jobs bei Tesla eine Arbeitnehmervertretung gründen werden.

Tesla Chef Elon Musk ist bekannt dafür selbst weit mehr als vierzig Stunden pro Woche zu arbeiten und das auch von vielen seiner Angestellten zu verlangen. In den Werken in den USA hat Musk bisher weitgehend verhindert, dass sich die Angestellten gewerkschaftlich organisieren.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Beitrags stand, dass die IG Metall den Betriebsrat gründen will. Das ist nicht korrekt. Den Betriebsrat gründen Beschäftigte. Die IG Metall will dies unterstützen. Wir bitten um Entschuldigung.

Sendung: Antenne Brandenburg, 07.05.2021

27 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 27.

    Ich kann ja den Unmut vieler hier verstehen. Gewerkschaften sind wichtig damit ein gewisser Standard nicht unterschritten wird.
    ABER:
    1) 33% der deutschen Unternehmen sind nicht im Tarifvertrag.
    2) Mehrere Millionen Menschen in Deutschland sind Aufstocker, trotz Vollzeit.
    3) Ungelernte Arbeiter werden bei Tesla ab dem ersten Tag mehr verdienen als Erzieher:innen nach 5 Jahren Ausbildung.
    4) Fachkräfte, die dieses Abenteuer wagen und zu einem Newcomer wechseln, sind nicht unbedingt die konservativsten Menschen.

  2. 26.

    "Während Tesla selbst für ungelernte Hilfskräfte mindestens 2.700 brutto mehr zahlen will als der Einkommensmedian in Brandenburg beträgt."

    Diesen Quatsch glauben Sie doch selbst nicht!

    Nennen Sie einen Quellennachweis, der belegt, dass eine ungelernte Hilfskraft mindestens 5.400 € Brutto verdient.

    "Deshalb kommt hier auch immer von einem Touristiker Widerstand gegen die Fabrik."

    Niemand freut sich, wenn sich bei gleichem Lohn, das Arbeitsgebiet vergrößert und sich die Wege verlängern, ist
    besonders für Angestellte schlecht.

  3. 25.

    Die Gehälter für ungelernte und gelernte wurden schon mehrfach durch Presse und Arbeitsagentur der Öffentlichkeit offengelegt. Damit weiß ich soviel wieder jeder der das Thema in der Presse befolgt ;-)

    Aber ich habe auch jemanden in der Bekanntschaft der bereits für Tesla in Grünheide tätig ist. Wieviel derjenige bekommt weiß ich aber nicht. Außer das es besser als vorher ist und aufgrund der Position auch über dem der Gelernten liegt.

  4. 24.

    Sie scheinen ja mehr zu wissen !
    Lassen sie mal ein paar Zahlen rüberwachsen.
    Also in der Produktion arbeitet ja noch keiner.
    Bin mal gespannt.

  5. 23.

    Hier in Grünheide soll Tesla die Mitarbeiter auch am Erfolg teilhaben lassen wollen, indem es wie in Prüm und in den Servicecentren Aktienoptionen gibt. Auch in den USA erhalten selbst einfache Mitarbeiter Aktienoptionen. Mehrere tausend sollen so zu Millionären geworden sein. Das Festgehalt, dass er angeblich als Tesla-CEO bekommt, würde nicht nur Linda Evangelista keinen Anreiz bieten, aufzustehen. Die Grundsicherung in D. wäre wohl höher.

  6. 22.

    Hier in Grünheide soll Tesla die Mitarbeiter auch am Erfolg teilhaben lassen wollen, indem es wie in Prüm und in den Servicecentren Aktienoptionen gibt. Auch in den USA erhalten selbst einfache Mitarbeiter Aktienoptionen. Mehrere tausend sollen so zu Millionären geworden sein. Das Festgehalt, dass er angeblich als Tesla-CEO bekommt, würde nicht nur Linda Evangelista keinen Anreiz bieten, aufzustehen. Die Grundsicherung in D. wäre wohl höher.

  7. 21.

    Dem ist doch der Fall. Schon ungelernte verdienen bei Tesla in Grünheide mehr als der Durchschnitt in Brandenburg. Wie man an Tesla Automation sieht, übrigens haben die einen Betriebsrat, bezahlt Tesla Überstunden ebenfalls überdurchschnittlich gut. Aber lieber versucht man immer wieder die Bedingungen bei Tesla in den USA auf Deutschland zu übertragen, statt zu schauen, wie es bei Tesla in Deutschland seit 4 Jahren läuft.

  8. 20.

    Glauben Sie ernsthaft das er so reich geworden ist, weil er diejenigen die dafür verantwortlich sind am Ertrag Teil-haben lässt?

  9. 19.

    Die Tarifgehälter in der Gastronomie Brandenburg beginnen mit deutlich unter 10 Euro auf allgemeinem Mindestlohnniveau während Tesla selbst für ungelernte Hilfskräfte mindestens 2.700 brutto mehr zahlen will als der Einkomnensmedian in Brandenburg beträgt. Deshalb kommt hier auch immer wieder von einem Touristiker Widerstand gegen die Fabrik wie auch die Jugend weiterhin in Scharen ihr Glück andernorts sucht.

  10. 18.

    Diese Argumentation kann ich nicht nachvollziehen. Es gibt Teile der deutschen Arbeitnehmer, die unter ungünstigen Bedingungen arbeiten und nun sollen sich andere diesen ungünstigen Bedingungen anschließen, statt bessere zu fordern? Was sollte Ihrer Meinung nach das erstrebenswerte Ziel der neuen Tesla-Arbeitnehmer sein? Möglichst viele Überstunden, zu möglichst schlechten Konditionen?
    Sicher gibt es Möglichkeiten sich für eine bessere Bezahlung bei den Köchen, Putzhilfen usw. einzusetzen. Auch Sie leisten schwere Arbeit für absurde Löhne.
    Vielleicht hilft aber ein Blick in die andere Richtung - nach oben - zu Elon Musk. Er verdient gigantisch viel, warum nicht einen würdigen Teil des Kuchens an diejenigen abgeben, die daran mitbacken?

  11. 17.

    Fragen Sie mal in Prüm nach, da es dort einen Betriebsrat gibt. Dort hatte Tesla nach der Übernahme die Löhne bekanntlich auch um rd. 30 % auf Tarifniveau angehoben.

    Einen Tarifvertrag wie ihn die Gewerkschaft auch laut diesem Artikel gerne hätte, wäre ein anderes Paar Schuhe. In der Eifel waren es die Gewerkschaften, die die Belegschaft vor geschlossener Tür hat stehen lassen so wie es die IGM hier in den Wald pfeift.

  12. 16.

    Es klingt so einfach. Viele sprechen hier die schlechte Bezahlung und die Arbeitszeiten bei Tesla und Co an. Seid ihr schon seit Jahren in Quarantäne? Fragt mal ne Kassiererin, eine Putzhilfe, Kellner, Köche und andere Dienstleister. Das akzeptiert ihr seit Jahren neben euch und jammert jetzt um die Wette?
    Auch Arbeitgeber in Deutschland behindern die Gewerkschaften wo sie können! Kommt mal runter und nehmt einfach mal Teil am Leben.

  13. 15.

    Wann ist denn die Zeit gegeben? Es sollte eine nicht unbeachtliche Zahl von ArbNeh vor Ort beschäftigt werden. Ab 5 ArbNeh kann ein BR gewählt werden. Das Werk wird schnell wachsen und so käme eine häufige Wahl nacheinander in Frage, gem. den Wahlvorschriften der BetrVG. Über 100 ArbNeh vor Ort wäre eine gute Zahl für einen ersten Anfang (das wären 7 zu wählende Betriebsräte). Alles weitere könnte dann gut begleitet werden. Aber ohne BR? Das geht gar nicht und das hat nichts mit Herrn Musk zu tun. Also auf auf. Aber die Landesregierung schleift erstmal die Arbeitsgerichte, da ist für Betriebsräte erst recht kein Raum und kein Interesse. Vielleicht hat Herr Musk das auch in seinem zu erfüllenden Wunschkatalog an die Landesregierung gehabt? Wundern würde es mich bei der fachlichen Qualität der Regierung nicht.

  14. 14.

    "Am Beeskower Standort bewege man sich hingegen knapp über dem gesetzlichen Mindestlohn.
    ...
    Die Konkurrenz in der Region etwa durch das Reifenwerk in Fürstenwalde sei groß. Auch die Ansiedlung des US-Autobauers Tesla in Grünheide erhöhe den Druck. "Die haben zwar keinen Tarifvertrag, stellen aber höhere Löhne in Aussicht", so Gewerkschafter Ben-Rhouda."
    https://www.rbb24.de/studiofrankfurt/beitraege/2021/05/warnstreik-igbce-beeskow-kunststoff-industrie.html

  15. 13.

    Gehts vielleicht ein bisschen sachlicher?

    Schon zu meinen Zeiten bei Amazon stellte sich der Lagerleiter hin und erzählte was von "Ihr werdet doch gut bezahlt, nach Logistiktarif, wir sind doch kein Handel oder seht ihr hier irgendwo Kunden", die meisten haben das tatsächlich geglaubt, obwohl damals die Logistiker an den Toren standen mit fett DHL drauf....also die meisten die dort als Picker oder Packer arbeiten sind nun einmal schlichte Gemüter und über Befristung bekommt kann man den Druck immer schön aufrecht erhalten.

    Wo ist jetzt eigentlich Tesla Corona Profiteur? Tesla schickt nicht tausende Mitarbeiter in Kurzarbeit, weil keine Mikrochips mehr da sind. Die deutschen OEMs profitieren bei der Kurzarbeit noch von den Corona Gesetzen bezüglich Kurzarbeitergeld die für Hotels, Gastronomie usw. gemacht wurden. Weniger Aufstockung notwendig, weniger/keine Sozialabgaben wie sonst normalerweise, ...

  16. 12.

    In USA hat Tesla Pressebüro aufgelöst und reagiert nicht mehr auf Medienanfragen.* In solchem Kontext würde nicht verwundern wenn ein Betriebsrat im Endeffekt nur vor verschloßener Tür stehen darf... aber naja, vielleicht etwas zynisch diesbezüglich.

    *
    https://www.theverge.com/platform/amp/2021/5/7/22424592/tesla-elon-musk-autopilot-dmv-fsd-exaggeration

  17. 11.

    Was macht die IGM eigentlich, wenn sich ein Betriebsrat ohne die IGM gründet?

    Wenn ich bei einem Aufstrebenden Elektroautobauer anfangen würde, würde ich auf gar keinen Fall in die IGM gehen. Das sind doch die, die seit 10 Jahren GEGEN Eautos lobbyieren. Zusammen mit der anderen großen Industriegewerkschaft der IG BCE wird da für Braunkohle und GEGEN Windkraft gekämpft. Pech Enercon- und Siemens Gamesa Mitarbeiter die LEAG Kumpel waren wichtiger. Und genau DAS würde den Tesla IGM Gewerkschaftsmitgliedern blühen....tschuldigung "Bosch Bamberg" usw. ist wichtiger.....

  18. 10.

    Musk und Bezos, alle andern weiteren Pandemieprifiteure müssten auf alle verbrieften Einnahmen mindestens 25 Prozent als Abgabe für Impfstoffe und Aufbauhilfe für die ärmsten Länder zahlen. Es ist ekelhaft zu sehen, wie diese Sklaventreiber sich die Taschen füllen, während die, die für deren Dekadenz schuften, weiter an der Armutsgrenze kratzen. Das ist moderne Sklaverei. Und die Politik schaut zu und macht eins nichts. Und die Jünger von Tesla, Apple Undd Amazon geilen sich an den Produkten auf. Ihr seid primitiv.

  19. 9.

    Und Brandenburg zerstört gerade seine Arbeitsgerichte. Hier wird wirklich alles für Herrn Musk getan. Glückwunsch!

  20. 8.

    Hauptsache Tesla fahren wollen. Tja, der Charakter derjenigen, die sich hier entsprechendccontra aArbeitnehmerrechten äußern, ist offenkundig: egoistisch und anwidernd. Die Produkte vergöttern, aber denen, die für das Produkt schuften, abgesehen von den Sklaven, denen das Schürfen der Rohstoffe obliegt, nicht mal das simpelste gönnen: gerechten Lohn.
    Ich hoffe, dass die Gewerkschaften dem Klimakiller Musk Tarife ins Mark des Imperiums bohren.

  21. 7.

    Er kann ja mal mit Jeff Bezos nicht nur über Raketen und Raumstationen fachsimpeln, sondern auch über den Einfluss der Gewerkschaften in Deutschland. Weder hat die gewerkschaftfeundlich der Deutschen Konzerne der Beliebtheit derer Importfahrzeuge einen Abbruch getan noch klagt Amazon über Absatzeinbußen. Im Gegenteil, so mancher Tram-Meider hat den Handelskonzern hier rund die Tesla-Diskussion schon gelobt.

  22. 6.

    Tesla Automation hat einen Betriebsrat. Ob die da auch alle fliegen?

  23. 5.

    Gewerkschaft träum weiter. Betriebsrat ha ha. Wer nicht spurt fliegt.

  24. 4.

    Herr Musk wird sich dagegen schon zu wehren wissen. Hoffentlich.

  25. 3.

    BMW, Mercedes und VW haben erfolgreich der UAW die Tür gewiesen. Die sind extra in die Süd der USA gegangen, weil dort Gewerkschaften nur sehr schwach vertreten sind.

  26. 2.

    Macht doch dieses Unternehmen nicht kaputt bevor es sich in Deutschland angesiedelt hat. Germany first! New economy trifft old economy!

  27. 1.

    Richtig so. Der Ami soll gleich mitbekommen was Mitbestimmung und deutsches Arbeitsrecht bedeutet.

Nächster Artikel