Grünheide - Landesumweltamt prüft Störfallgutachten zur Tesla-Fabrik

Das Baugelände der Tesla Gigafactory östlich von Berlin (Luftaufnahme mit einer Drohne) am 26.03.2021. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 24.05.2021 | Ute Sander | Bild: dpa/Patrick Pleul

Noch fehlen einige Genehmigungen für den Bau der Tesla-Fabrik in Grünheide und nun sorgt auch noch ein Gefahrengutachten für neue Diskussionen. Darin werden mögliche Folgen von Störfällen skizziert. Das Umweltamt will den Bericht nun prüfen.

Dem brandenburgischen Landesamt für Umwelt liegt nun ein Störfallgutachten zur Tesla-Fabrik in Grünheide (Oder-Spree) vor, teilte die Behörde dem rbb am Montag mit.

Das Gutachten soll bei einer Auslegung der Unterlagen zur geplanten Änderung und Erweiterung der Fabrik mit einbezogen werden. Als Genehmigungsbörde hatte das Umweltamt vor längerer Zeit ein solches Gefahrengutachten von Sachverständigen abgefordert. Nun werde es geprüft und ausgewertet.

Damit solle Sicherheit in der Einschätzung der Gefährdungsklasse nach Störfallrecht gewonnen
werden. "Wir gehen fest davon aus, dass der Vorhabenträger Tesla die Ergebnisse des Gutachtens jetzt in seine Planungen integriert", sagte Sprecherin Frauke Zelt der Nachrichtenagentur DPA.

Gutachten befürchtet schwerwiegende Auswirkungen bei Störfällen

Nach Berichten des Internet-Portals "Business Insider" und des ZDF-Magazins "Frontal 21" geht aus dem Gutachten hervor, dass die Fabrik anfällig für Störfälle sein könne. Darin heißt es einerseits, ein Schaden in der Lackiererei könne nach jetzigem Planungsstand dazu führen, dass in den Hallen Gaswolken entstehen. Diese könnten verdampfen oder sich entzünden, berichtet "Business Insider". In einem anderen Szenario werde angenommen, dass ein Flüssiggas austritt und verdampft. Daraus könnten Reizgase entstehen, die die Atemwege angreifen, wird aus dem Bericht zitiert.

Antrag muss erneut öffentlich ausgelegt werden

Das Landesamt für Umwelt begrüßte gegenüber Antenne Brandenburg, dass das Gutachten jetzt vorliegt. Es sei selbstverständlich Teil von Genehmigungsverfahren, die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger sowie der Beschäftigten zu gewährleisten. Da in der Farbik auch Gefahrstoffe zum Einsatz kämen, würden auch die Auswirkungen möglicher Störungen auf die Umwelt geprüft.

Ursprünglich wollte der Autobauer im Juli mit der Produktion beginnen. Es droht jedoch ein späterer Start: Der Antrag zur Genehmigung des Vorhabens muss laut Landesumweltamt erneut öffentlich ausgelegt werden, weil Tesla eine Batteriefabrik in den bisherigen Antrag einbeziehen will.

Linke fordert Garantie der Landesregierung

Die Linken im Brandenburger Landtag forderten Konsequenzen aus dem Gutachten. "Unter diesen Umständen kann das Werk nicht einfach so ans Netz gehen, wie derzeit geplant", erklärte der infrastrukturpolitische Sprecher Christian Görke. Die Landesregierung müsse garantieren, dass die Sicherheit der Beschäftigten und der Anrainer nicht gefährdet werde.

Tesla will jährlich rund 500.000 Wagen der kompakten Fahrzeuge Model 3 und Model Y in Grünheide bauen. Bisher errichtet das Unternehmen die Fabrik über einzelne vorläufige Zulassungen, weil die komplette umweltrechtliche Genehmigung des Landes Brandenburg noch aussteht. Naturschützer und Anwohner befürchten negative Folgen für die Umwelt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 24.05.2021, 12 Uhr

 

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59 Kommentare

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  1. 59.

    Was ein Korinthenkacker..... nee - eingefordert und die Wiedervorlage nicht gezogen nenne ich mal verpennen und verzögern. DA kann sich die Behörde mit Nichts rausreden. Nicht erst wenn endgültig genehmigt - im VORFELD muss das geprüft und abgesegnet werden - wie bei jedem Vorhaben, bei denen Gefahrstoffe zur Anwendung kommen - es sei denn, man könnte annehmen, da wäre irgendwas entgegen der Compliancerichtlinien im Gange.

  2. 58.

    "Was ist Ihre Ausrede, dass 90 % Nadelbäume gezählt worden sind?"
    Ja, na und, worin liegt hier Ihr Problem?
    Sie vergaßen zu erwähnen, dass es selbst innerhalb des Nadelwaldes eine gewisse Artenvielfalt gab bzw. immer noch gibt.

  3. 57.

    konnten Sie wieder nicht anders als beleidigend zu werden? Machen Sie sich nichts drauß, meine Hinweiskommentare auf ihre Beleidigungen werden auch nicht veröffentlicht, dafür ihre Beleidigungen gelöscht...

    Was soll das sein Teslaritis? Das man E-Autos für sinnvoll findet, wo der ÖPNV zumindest aktuell noch versagt? bei mir hat der Kauf von Eautos noch 1-2 Jahre Zeit. Aktuell käme nur ein Tesla in Frage, aber das kann sich ändern. Ich hatte zb einen Kia EV6 reserviert, aber die Preisgestaltung von KIA würde mich aktuell doch wieder zu Tesla treiben. Mal sehen wann einer der etablierten Hersteller endlich ein vergleichbar gutes Eauto baut.

    Im übrigen bin ich natürlich auch für die Energiewende, Windkraftanlagen usw und GEGEN Ölraffinerien, Tagebaue, Braunkohlekraftwerke. Manche verstehen allerdings scheinbar nicht die Zusammenhänge die den menschengemachten Klimawandel zu der größten Bedrohung für die Menschheit werden lassen.

  4. 56.

    Sieht man ja immer wieder mal, welche Kollateralschäden dann passieren - hauptsache Tesla darf alles ohne hinterfragt zu werden, durchdrücken. Schiet wat auf Grünheide wenn´s kracht - liegt ja eh nur inmitten eines "Holzackers" und Trinkwasserschutzgebietes - alles nur Nutzforst und Brauschwasser, benötigt man ja sonst nicht, ebenso wenig wie die Leute und Infrastruktur Rings herum - alles wertlos - hauptsache Tesla. Stimmts...Herr Neumann, aka Teslamaniac in Persona?

  5. 55.

    Wenn man den Artikel liest, hat die Behörde schon längst das Gutachten eingefordert. Ihr Vorwurf, dass die pennt, wäre nur berechtigt, wenn die Autofabrik endgültig genehmigt worden wäre. So könnten sich daraus halt Auflagen für z.B. für die Ausführung der TGA-Gewerke und den Betrieb ergeben.

  6. 54.

    Meines Wissens nach wurde noch nie zuvor in Deutschland eine Fabrik dieser Größenordnung in diesem Tempo hochgezogen, anscheinend ohne sich vorab ausreichend Gedanken zu einigen grundlegenden Fragen zu machen.
    Ansonsten mögen Sie Recht haben mit Ihrer Einschätzung.

  7. 53.

    Bei der Seveso-III-Richtlinie 2012/18/EU gibt es insbesondere im Hinblick auf Abstandsregelungen in Deutschland noch große Unklarheiten, wie diese umgesetzt werden soll.
    ...
    An der Einhaltung angemessener Sicherheitsabstände können Genehmigungen scheitern.
    Zitat aus www.chemietechnik.de
    Wenn vorher nicht klar ist in welche Störfallklasse eine Fabrik fällt, kann man auch nicht vorab die nötigen Sicherheitsabstände festlegen.
    Im Nachhinein dürfte es schwierig werden, entsprechende Sicherheitsabstände einzuhalten.

  8. 52.

    Sie haben schon wieder unterschlagen, dass der Begriff "Holzacker" von einer grossen Umweltorgnisationen geprägt worden ist. Seit Spätherbst 2019 US hier auch bekannt, dass der Gesetzgeber unter öffentlicher Beteiligung die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen hat, dass eine Autofabrik an dieser Stelle grundsätzlich legal ist.

  9. 51.

    S. g. A. Neumann, wieviel freie Fläche steht im Gegensatz zu der sogenannten Monokultur zur Verfügung und die Ersatzpflanzungen entfalten erst in ca. 30 Jahren ihre Wirksamkeit, für eine veraltete Technologie. (ntv). Nun, Sie verschwenden halt keine Gedanken an Ihre Nachkommen.
    Liefern Sie einfach mal einen Beitrag, der das Interesse von allen weckt.
    Beispielsweise, wie Sie die Abiprüfung in Mathe bestanden haben

  10. 50.

    Expkisionen verlaufen nicht immer wie eine Sprengung, so dass Ihr Krater dann doch ziemlich unwahrscheinlich ist. Wäre Ihre Dystopie ausreichend wahrscheinlich, hätte sich das sicherlich auch im Gutachten und damit auch in der Presse wiedergefunden.

    Tesla baut zudem nicht die deutschlandweit erste Autofabrik. Auch andere Konzerne haben ähnliches bereits getan - auch in Wasserschutzgebieten oder wesentlich dichter an Wohnbebauungen etc. Das sind teils Fabriken, die über Jahre gewachsen sind und technische Maßnahmen nachträglich ergriffen wurden, um erkannte Risiken zu minimieren. Das können z.B. eine andere Lüftung sein, bessere Leckageüberwachung, Explosionsklappen oder automatische Löschanlagen nicht nur mit Wasser etc.

  11. 49.

    Theoretisch ist alles möglich. Nur haben die Murphischen Gesetze, wonach auch irgendwo/irgendwann eintritt, was theoretisch möglich ist, vor Gericht keinen Bestand. Die in dem Gutachten beschriebenen Störfälle(siehe Dominik) sind höchst unwahrscheinlich und durch technische Maßnahmen(ich hab mal Anlagenbau studiert) leicht auszuschließen.
    Deshalb habe ich ein gutes Gefühl bei der finalen Genehmigung, auch weil BUND und Grüne Liga gegen jede Teilgenehmigung hätten klagen können.
    Bisher waren die nur bei Schlingnattern und Zauneidechsen erfolgreich. Die Tierchen kommen jetzt aus der Winterruhe und werden, wenn vorhanden, umgesiedelt.

  12. 48.

    Muß ich Sie als Anwohner von irgendwas ausserhalb der "Tesla-Region" schon wieder an den Begriff "Holzacker erinnern, der von einem aktiven Sprecher einer Umweltorgnisationen geprägt worden ist? In den alten Grundsatzdiskussionen vom Spätherbst 2019 finden Sie die Links dazu, warum die den Standort nicht per se ablehnen.

    Für Sie die gleichen Tipps wie ich sie Gerhard schon vor Monaten gegeben hatte: Schauen Sie sich die Kartierung des Bewuches an, gucken Sie Videos und Bilder vom Spätherbst 2019 an. Gerhard versteifte sich darauf, dass das Unterholz heimlich entfernt worden ist. Was ist Ihre Ausrede, dass 90 % Nadelbäume gezählt worden sind?

    "Groß" ist ein relativer Begriff angesichts von über 700.000 ha Kiefernmonokulturen allein in Brandenburg. 30.000 Festmeter Holz wurden in 02/2020 hier auf 90 ha eingeschlagen, 3.500.000 Festmeter sind es typischerweise jedes Jahr in Bbg. Die Ausgleichsmaßnahmen hatten Sie trotz älterer anderslautender RBB-Berichten ja auch geleugnet.

  13. 47.

    Muß ich Sie als Anwohner von irgendwas ausserhalb der "Tesla-Region" schon wieder an den Begriff "Holzacker erinnern, der von einem aktiven Sprecher einer Umweltorgnisationen geprägt worden ist? In den alten Grundsatzdiskussionen vom Spätherbst 2019 finden Sie die Links dazu, warum die den Standort nicht per se ablehnen.

    Für Sie die gleichen Tipps wie ich sie Gerhard schon vor Monaten gegeben hatte: Schauen Sie sich die Kartierung des Bewuches an, gucken Sie Videos und Bilder vom Spätherbst 2019 an. Gerhard versteifte sich darauf, dass das Unterholz heimlich entfernt worden ist. Was ist Ihre Ausrede, dass 90 % Nadelbäume gezählt worden sind?

    "Groß" ist ein relativer Begriff angesichts von über 700.000 ha Kiefernmonokulturen allein in Brandenburg. 30.000 Festmeter Holz wurden in 02/2020 hier auf 90 ha eingeschlagen, 3.500.000 Festmeter sind es typischerweise jedes Jahr in Bbg. Die Ausgleichsmaßnahmen hatten Sie trotz älterer anderslautender RBB-Berichten ja auch geleugnet.

  14. 46.

    Du meine Güte! Wenn man die aufgeregte Berichterstattung und viele der Kommentare von kompletten Laien durchliest, könnte man meinen, in Brandenburg hätte sich noch niemals zuvor ein industrieller Betrieb angesiedelt.

    Es ist ein echter Nachteil des Internet-Zeitalters, dass plötzlich jede/r zu meinen scheint, bei jeglichem Thema mitreden zu können oder gar zu müssen, obwohl das persönliche Wissen zur Sache oft nur völlig oberflächlich vorhanden ist - und manchmal nicht einmal dies.

  15. 45.

    Brecht endlich ab, das Ding ist und bleibt illegal. Statt vollständige Planungen durchzuführen, vor dem Baubeginn sämtliche Gutachten und Prüfungen einzuholen, wird erstmal fröhlich “vorab Genehmigt“ . Schon aufgrund spärlicher Informationen und rudimentärer Antragsunterlagen durch Tesla hätte es nicht einmal zur (brutalen) Rodung des Waldes kommen dürfen. Und bitte Herr neumann, geben sie endlich auf den Wald als reinen “Industriewald“ zu bezeichnen und die Kiefer mit irgendwelchen Kraftausdrücken zu denunzieren. Es wirkt mittlerweile lächerlich. Ein Autowerk mit allen benötigen Chemikalien hat nicht's in einem Trinkwasserschutzgebiet zu suchen.

  16. 43.

    Eine explosionsfähige Atmosphäre reißt keine Löcher in den Boden. Das ist nicht vergleichbar mit Sprengstoff. Auch nicht wie in Beirut oder Tianjin....

    Es gibt primären, sekundären und tertiären Explosionsschutz. Googeln Sie dazu mal Zoneneinteilung und Atex...

    Und für mich ist es ein Unterschied ob verdunstet oder verdampft, und auch ob Gase oder Dämpfe...aber ich bin ja nur armer Naturwissenschaftler im Brand und Exschutz.....kleiner Tipp, im Gefahrstoffrecht laufen Brand/Exgefahren unter PHYSIKALISCHEN Gefahren, da könnten physikalische Feinheiten wichtig sein....

  17. 42.

    Interessant, das jetzt ne Prüfung erfolgt. Sehr rechtzeitig, Glückwunsch zum Erwachen, während ein Umwelt-und Klimakiller Herr Musk agieren kanns, wie er will, pennt die Behörde. Geil.

  18. 41.

    Warum sieht man gerade Sie nie in Talkshows? Sie als polytechnisches Wunderkind mit Allwissen und Expertise müssten doch geradezu mit Anfragen uberhauft werden. Oder gründen Sie demnächst Tesla-TV?
    Ihre fast schon dogmatisch anmutende Agitation hat was von der längst versunkenen Agitprop. Oder können Sie es nicht ertragen, dass anderen Menschen andere Meinungen und Ansichten als Sie haben?

  19. 40.

    Mir ist schon eine weile klar, dass rbb meine Frage zu ihrem Text in die Tonne geworfen hat. Aber; nur sie und Neumann sind unheilbar an Tesleritis erkrankt. Wie kommt das ?

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