Tesla-Ansiedlung in Grünheide - Wasserverband treibt Pläne für neues Klärwerk voran

Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) von Außen.
Audio: Antenne Brandenburg | 20.05.2021 | Philip Barnstorf | Bild: rbb / Brandenburg Aktuell

Tesla, Zulieferer und neue Anwohner dürften in den kommenden Jahren in Grünheide immer mehr Abwasser produzieren. Der regionale Wasserverband will deshalb ein neues Klärwerk bauen. Jetzt sind Details zu Kosten und Zeitplan bekanntgeworden. Von Philip Barnstorf

Der Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) treibt die Pläne für ein Klärwerk voran, das Abwasser aus der Tesla-Fabrik und dem restlichen Gewerbegebiet Freienbrink reinigen soll. Das bestätigte Verbandsvorsteher André Bähler am Donnerstag gegenüber dem rbb. Der Verband sucht nun europaweit nach einem Planungsbüro, das ein baufertiges Konzept für das Klärwerk entwirft. Im kommenden Jahr soll der Bau beginnen. 2024 soll das Klärwerk in Betrieb gehen.

Bau mit Fördergeldern?

Bähler schätzt, dass das Klärwerk insgesamt 80 Millionen Euro kosten wird. "Wir hoffen auf Förderung von der EU und vom Land, wenn die Pläne konkreter werden", sagte der Verbandschef dem rbb. Das geplante Klärwerk soll laut Bähler "mehrere Millionen Kubikmeter Abwasser pro Jahr" aus dem Gewerbegebiet Freienbrink reinigen. Das meiste Abwasser dürfte aus der gerade entstehenden Tesla-Fabrik kommen. Die soll schon in der ersten Ausbaustufe maximal fast eine Million Kubikmeter Schmutzwasser im Jahr produzieren, das zunächst noch ins Klärwerk der Berliner Wasserbetriebe in Münchehofe gepumpt werden soll. Wenn Tesla seine Fabrik noch ausbaut, soll ihr Abwasser dann ab 2024 ins neue Klärwerk geleitet werden.

Wo das Klärwerk genau gebaut wird, konnte Verbandschef Bähler nicht sagen. In Frage kommen aber nur Standorte entweder an der Müggelspree oder am Oder-Spree-Kanal, damit das gereinigte Wasser abgeleitet werden kann.

Sorge der Anwohner

Einige Anwohner äußerten immer wieder Sorge um die Wasserqualität vor allem in der Müggelspree, wenn dort gereinigte Abwässer eingeleitet werden. "Wir kennen diese Sorge", sagte Verbandschef Bähler. "Die ausgeschriebenen Pläne müssen das sachlich entkräften. Solche Lösungen sind nicht ungewöhnlich." Anwohner fürchten außerdem Gestank durch das Klärwerk. "Standortwahl und Technik zielen darauf ab, das Ganze wirkungsarm zu halten." Ganz werde sich aber etwa Geruch nicht vermeiden lassen. Auch weil etwa chemische Stoffe angeliefert und Klärschlamm abtransportiert werden müsse.

Sendung: Antenne Brandenburg, 20.05.2021, 12:30 Uhr

Die Kommentarfunktion wurde am 21.05.2021 um 20:50 Uhr geschlossen

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113 Kommentare

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  1. 113.

    Soso, ein Teil des gebrauchten Prozesswassers muss also "verworfen werden" und kann nicht wiederaufbereitet werden. Aber Trinkwasser kann man im Wasserwerk Friedrichshagen immer noch draus machen? Was ist denn aus dem Wasser geworden, H3O statt H2O oder was?
    Komisch, dass andere Fahrzeughersteller, die sich für weniger innovativ halten, kein Problem mit einem geschlossenen Wasserkreislauf haben. Die Beispiele können Sie gern selbst googeln.

    Die WSE können gern die Aufbereitung des Abwassers von Tesla in einem geschlossenen Wasserkreislauf übernehmen. Dann lassen sich die entsprechenden Kosten auch besser zuordnen.

  2. 112.

    Laut aktuell rechtskräftigem Flächennutzungsplan im Geoportal Grünheide ist hier übrigens WALD.
    Also stoppen wir erstmal die Bauarbeiten?

  3. 111.

    Waren die Bedenken so schwerwiegend, dass das Klärwerk nicht gebaut werden darf oder hat das nur zu zusätzlichen Auflagen geführt?

  4. 110.

    Natürlich habe ich das Gutachten gelesen, welches die Gemeinde in Auftrag gegeben hat. Bei vielen anderen bemerkt man leider aber immer wieder ein Informationsdefizit. Die Fabrik wird z.B. nicht auf der Autobahn gebaut, sondern daneben.

  5. 109.

    Herr Neumann, wenn es ihnen um das angekündigte Klärwerk geht, dann bleiben sie gefälligst beim Thema und geistern nicht wieder sonstwo in anderen Sphären rum. Wenn sie so verliebt in Schönerlinde sind, dann begeben sie sich dort hin und versuchen nicht, die Leute im Raum Grünheide hinters Licht zu führen.
    Herr Neumann, es dürfte auch ihnen nicht entgangen sein, dass die Schadstoffbelastung der Spree schon jetzt inakzeptabel ist. Es widerspricht jeglicher Vernunft zusätzlichen Dreck in beide Gewässer (ob Fluss oder Kanal) einzuleiten. Klärwerke sind gegenwärtig nicht in der Lage, sämtliche schädlichen Inhaltsstoffe aus angelieferten Abwässern zu entfernen. Besonders problematisch sind Industrieabwässer. Ganz besonders risikoreich sind jene von Tesla einzustufen, deren Inhaltsstoffe wegen Wahrung des Betriebsgeheimnis nicht preisgegeben werden. Fordern auch sie von Tesla diesbezüglich Offenheit ein. Wie soll man ein Klärwerk planen, wenn man nicht weiß, was auf einen draufzukommt?

  6. 107.

    Der Werksleiter des Motorenwerkes hier in Marienfelde hat jedenfalls den goldenen Handschlag gern genommen und ist zu Tesla gegangen. Deren Abfindungsprogramm greift schon bei vergleichsweise jungen Ingenieuren ab 40. Auch VW will sozialverräglich Arbeitsplätze abbauen wie z.B. BMW die Verbrennungsmotorfertigung in München einstellen will und und noch schneller als Tesla über 400 ha in Ungarn planiert hatte, um dort ein Bruchteil an BEV zu bauen wie hier Tesla in der ersten Ausbaustufe auf der einem guten Drittel der Fläche plant. Dabei kommen bei denen viele Teile aus anderen Werken.

  7. 106.

    Schade, dass Sie nicht in die ausgelegten Unterlagen geschaut haben. Sonst wüssten Sie, dass Tesla Prozeßwasser intern aufbereitet und wiederverwendet, ein Teil jedoch auch verworfen werden muss. Das Sanitärwasser wird gleich indirekt eingeleitet.

    Mit Ihrer Idee würde übrigens die WSE den größten Kunden , der mindestens mit seinen Gebühren auch seien Teil zur Refinanzierung des Klärwerkes beitragen soll, verlieren.

    Smart wäre es allerdings, wenn man die Gartenwasseranschlüsse auslaufen lassen und prüfen würde, wer alles einen Hausbrunnen gebohrt hat. Dann könnten die Gebühren sogar für diejenigen sinken, die Trinkwasser nicht kubikmeterweise auf den Rasen kippen.-

  8. 105.

    äh ja bei Tesla ist natürlich DEUTSCH Pflicht....oh man

    Schonmal dran gedacht, das alles über Schichtleiter Englisch spricht?

    Ja das mit kein zurück hat VW ja verkündet, Daimler dagegen vergoldet Ingenieuren und Arbeitern den Wechsel auch noch mit Abfindungen.

  9. 104.

    Noch nachhaltiger wäre, wenn tesla hier komplett auf den Autobau verzichtet.

  10. 103.

    "Sie bauen erneut einen Popanz auf, der sich schon von weitem als Scheinriese entpuppt und versuchen es weiterhin nichtmals mit Scheinargumenten. Dass Sie an das Bauchgefühl appellieren und hoffen, dass anderen nicht den Kopf einschalten, scheint jetzt Ihre neue Strategie zu sein."

    Es ist Ihnen vielleicht entgangen, Herr Neumann, dass auch die Berliner Wasserbetriebe (BWB) im Rahmen der Arbeitsgruppe AG "Wasserperspektiven östliches Berliner Umland" am Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK)Brandenburg
    mehrfach Bedenken hinsichtlich einer Einleitung gereinigten Abwassers aus einem neu zu bauenden Klärwerk in die Spree im Zusammenhang mit dem Wasserwerk Friedrichshagen angemeldet haben.

  11. 102.

    Sie schrieben, dass "Laut hydrologischem Gutachten muss aufgepasst werden, dass durch den Bau der Fabrik der Grundwasserspeigel nicht so stark ansteigt, dass die Autobahn beeinträchtigt wird."
    Haben Sie das Gutachten gelesen?
    Können Sie uns das mal erklären?
    Besteht die Gefahr, dass die Fabrik im Sandboden versinkt und das Grundwasser beiseite drückt?
    Von wem ist denn das Gutachten?

  12. 101.

    Genau, schön im grünen mit großem Seegrundstück sollen nur wenige wohnen. Der Pöbel darf neben dem Braunkohleloch wohnen....

    Darum geht es hier meistens, UM EINZELINTERESSEN. Die Mehrheit scheint ja dafür zu sein und hat kein Problem mit weiteren Ansiedlungen. Gerade direkt in Grünheide wird es wohl keine weiteren Industrieansiedlungen groß geben. In Frankfurt ist doch noch gut Platz, und kleine Flächen auch in Eisenhüttenstadt. Größtenteils wird sich wohl Gewerbe bevorzugt an Autobahn oder Schiene ansiedeln.

    Aber klar wenn man am Ortsrand auf die Wiese schaut will man natürlich nicht, dass auf der Wiese weitere Häuser entstehen. Soll ich Ihnen was verraten...genau dafür kann man aber einen FNP anpassen, GEGEN Einzelinteressen FÜR die Interessen der Allgemeinheit.

  13. 100.

    Das gilt ganz besonders, wenn massenweise Bahnfahrer aufs Elektroauto umsteigen im Glauben, dann noch mehr CO2 einzusparen.

  14. 99.

    bin Hesse also noch besser....

    Was denn? Sie behaupten Tesla würde den Fluss trotz 2 Klärwerken vergiften, der Tesla eigenen Industriereinigung und des öffentlichen Klärwerks des WSE wenn es irgendwann benötigt wird.

    Für gewöhnlich wollen Firmen erstmal anfangen. Je nach Entfernung zu einem zu bauenden Klärwerk, kann es tatsächlich sinnvoll sein, dass Tesla geklärtes Wasser nochmal als Brauchwasser zurückgeführt bekommt. Das lohnt sich wahrscheinlich aber erst mit weiteren Ausbaustufen.

    Hier in Dresden wird wahrscheinlich zukünftig Uferfiltrat für die wachsenden Chipindustrie als Brauchwasser gefördert. Die meisten lehnen Tesla hier doch aus Prinzip ab, Gegen Energiewende, Gegen Eautos, Gegen einfach alles.....

  15. 98.

    Für die, die keine Ahnung, wo Wohnungen für die neuen Arbeitnehmer entstehen könnten und glauben, dass sich das meiste in Grünheide abspielen wird, hier mal eine Karte:
    https://www.tagesspiegel.de/images/neuer-inhalt/27062220/2-format1012.jpg

  16. 97.

    Herr Werner,
    Sie haben scheinbar keine Ahnung was andere Industriezweige recht legal in die Flüsse kippen dürfen. Da dürfte ein Autofabrik ihre geringste Sorge sein.
    Ist doch zb sehr nachhaltig, dass Tesla aufs verchromen verzichtet.

  17. 96.

    Wenn ich die Diskussion hier so überfliege, scheint ja nichts gegen einen "geschlossenen Wasserkreislauf" bei Tesla zu sprechen! Wie gesagt wäre dies bereits nach dem Grundsatz der Anwendung der "Besten verfügbaren Technik" für Industrieanlagen erforderlich. Kein Umweltschützer würde dem widersprechen wollen.
    Dann hätten wir ja einen weiteren Diskussionspunkt für die nächste Runde im Genehmigungsverfahren!
    Werde gleich dem WSE bescheid geben, dass mit den Planungen fürs Klärwerk noch nicht begonnen wird. Das wird auch die Kunden des WSE ganz besonders freuen, die ja die Kosten des Klärwerks mit zu tragen hätten...

  18. 95.

    Rhönsprudel? Das Zeugs wird noch weiter durch die Republik getruckt als der 11er-Träger Fernsehbier, die Sie gerne im Sonderangebot kaufen. Das bleibe ich doch lieber bei Hahnenwasser.

  19. 94.

    Das gute hat auch Probleme: Andere Firmenchefs sagen: Wenn du zu Tesla willst und hier kündigst bedenke: Ein Zurück gibt es nicht. Ich meine hier die erforderlichen Führungskräfte, die sich das genauestens überlegen sollten. Von 12 000 Arbeitskräften darf Musk nur träumen. Deutsch ist da gefordert; nicht fließend polnisch. Einige AK werden schon aus Berlin kommen. 3-schichtig-nicht jedermanns Sache. Die Arbeitslust hat in D abgenommen. Sagte mir kürzlich wieder ein Firmeninhaber.

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