Oder-Spree - Tesla-Baustelle beschert Herbergen trotz Lockdown Übernachtungen

Tesla Baustand 06.11.20
Bild: rbb /Philip Barnstorf

Die Corona-Lockdowns haben der Tourismuswirtschaft in Ostbrandenburg zugesetzt. Einige Beherbergungsbetriebe in Oder-Spree kamen jedoch relativ glimpflich davon. Sie profitierten von der riesigen Baustelle des Elektro-Autobauers Tesla. Von Philip Barnstorf

Seit März 2020 durften auch in Oder-Spree keine Touristen mehr in Hotels und Pensionen einchecken. Für viele Vermieter ein harter Schlag. Doch es kam unerwartete Unterstützung. "Wir sind ja zu großen Teilen eine klassische Urlaubsdestination. Damit hat uns Corona stärker getroffen als andere Regionen. Jedoch konnte das durch Buchungen von Arbeitern der Tesla-Baustelle ausgeglichen werden", sagt Ellen Rußig vom Tourismusverband Seenland Oderspree dem rbb.

So wurden etwa im März dieses Jahres gut 30.000 Übernachtungen in Oder-Spree gebucht. Nur rund ein Drittel weniger als im Jahr davor. Außerdem wichtig für die Vermieter: Baustellenmitarbeiter bleiben oft über mehrere Wochen, während Touristen häufig nur ein Wochenende buchen.

Tesla-Buchen haben sehr geholfen

So waren etwa die Ferienbungalows den Seenparks Wolfswinkel am Großen Storkower See in den letzten Monaten durchgehend von Tesla-Bauarbeitern belegt. Für den Betrieb war das ein großes Glück, wie Mitarbeiterin Darlyn Rusche erklärt. "Wir durften ja nur Geschäftsreisende aufnehmen. Da gab es auch welche, aber Tesla hat uns gut über die Zeit geholfen. So konnte ich jeden Tag arbeiten gehen und die anderen Mitarbeiter auch."

Auch Gerd Sander hat sein Ferienhaus in Erkner an Tesla-Monteure vermietet. Für ihn ist nicht klar, ob er im Sommer wieder an Touristen vermieten wird. "Dann ist auch die Planbarkeit ein wenig beeinträchtigt. Ich kann nicht sagen, dass Ende Juni das Haus wirklich frei ist, falls die Monteure doch eine Woche länger bleiben. Dann sage ich lieber mal eine touristische Anfrage ab und hoffe, dass sich wieder Monteure melden."

Tesla will auch Batteriefabrik bauen

Auch Ellen Rußig rechnet hier und da mit Engpässen, wenn demnächst wieder Sommertouristen kommen dürfen. Sorgen macht sie sich aber nicht. "Dann wird es wieder so sein, dass sich Geschäftsreisende im Sommer klassisch in den Urlaub gehen oder in der Feriensaison auch Arbeiter Urlaub machen", erklärt sie. Weniger im Fokus der Touristen stehen die günstigen Hostels und Motels in der Region. Auch hier sind viele derzeit mit Arbeitern von polnischen Subunternehmern ausgebucht.

Und wie am Donnerstag bekannt wurde, plant Tesla um, hat Genehmigungen für den Bau der Batteriefabrik beantragt und will auch den Karosseriebau ausweiten. Eventuell können die Beherbergungsbetriebe also weiter mit Buchungen der Tesla-Arbeiter rechnen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 04.06.2021, 14:10 Uhr

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57 Kommentare

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  1. 57.

    Sie als Anwohner von irgendwas außerhalb der "Tesla-Region" wollen uns weiß machen, dass ausgerechnet im Industriegebiet Freienbrink-Nord die Aussagen von Fachleuten zur Kiefernmonokulturen nicht gelten? Ok, Extra 3 habe ich auch gesehen.

    Wenn Sie früher in die Diskussion eingestiegen wären, hätten Sie sich an die Grundsatzdiskussionen vom Spätherbst 2019 erinnern können. Die Kiefer ist ein konkurrenzschwacher Baum, der leicht verdrängt wird. Auf ähnlichen Böden im Grunewald hatten Berliner Forstexperten schon vor über 100 Jahren festgestellt, dass die Kiefern dem Boden den Rest geben, während Laubbäume die Humusbildung begünstigen und auch bei Vögel beliebter sind. Zudem ist in Laubmischwälder die Temperatur bedeutend niedriger. Deshalb sind die Ausgleichswälder, deren Existens Sie ja zunächst leugneten, auf Dauer wesentlich besser im Kampf gegen den Klimawandel einzustufen. In Bezug auf das lokale Klima und das Grundwasser verweise ich auf die Gutachten zu B-Plan-Änderung.

  2. 56.

    Sie verstehen es, Leute gegeneinander auszuspielen. Wir hatten von natürlichen Wasservorkommen gesprochen und Sie kommen mit Wasserrohren. Frau Wolf hat aber angedeutet..., Herr S. weiß ... . Ich stelle fest, dass ich mich mit dem Thema näher beschäftigt habe und auch Ratgebersendungen der örtlichen Radiosender verfolgt hatte, kenne auch die zuständige Harzreporterin. Wenn man jeden Tag in der Region unterwegs ist/war, fallen einem Veränderungen sofort auf, besonders dann wenn man mit der dortigen Bevölkerung ins Gespräch kommt.

  3. 55.

    Natürlich ist es in meinem Sinne, Wasser zu sparen! Jeder Ansatz hilft. Gerade deshalb sollte - spätestens nach dem Bericht von BR-aktuell - es eigentlich jedem klar sein, dass eine weitere Flächenversiegelung der falsche Weg ist, wenn man weiß, dass in 9 Jahren der letzte Alpengletscher geschmolzen sein wird (nicht wie vermutet in 29).

    Es geht darum, dass den Tesla-Skeptikern vorgeworfen wird, sich nicht an das vorgegebene Thema zu halten, sondern frei drauflos ein anderes Thema gewählt wird. Diese Seite ist genau genommen, ein Erfahrungsaustausch für Tourismusbetriebe.

  4. 54.

    Habe heute beim WSE nachgesehen. Nix über Wasserprobleme. Kann demnach nur eine politische Maßnahme sein um uns an Tesla zu gewöhnen. In der DDR war das Wasser Volkseigentum. Wem gehört es jetzt ?

  5. 53.

    Scrollen sie mal zurück. Habe ihnen ganz nett erklärt wie damals ein "Industriegebiet" entstanden ist. Die hatten wohl nicht bedacht was sie dort anrichten. Sie und Neumann sind teslageschult ? Könnte ja sein. Wer ist der erfolgreichere ?Irgend wie sind sie beide ja so anders.

  6. 52.

    "Anders als Laubwälder speichern die sandigen und vergrasten Böden der Kiefernwälder schlecht Feuchtigkeit."
    In der Regel kommt der Baum zum Boden und nicht umgekehrt, will heißen, dass es die sandigen Böden schon vor der Kiefer gab.
    Im Übrigen hatten wir im jetzigen Tesla-Gebiet - entgegen Ihren Aussagen - wertvollen moosbedeckten Waldboden.
    Verdunstung hin, Verdunstung her, für den natürlichen Wasserkreislauf ist sie essenziell.
    Die immer weiter fortschreitende Bodenversiegelung wirkt sich zudem negativ auf den natürlichen Wasserkreislauf aus und bewirkt durch die fehlende Verdunstungskühlung u.a. einen Temperaturanstieg, was in Zeiten des fortgeschrittenen Klimawandels und im Kampf dagegen, genauso kontraproduktiv wie das Überschüssige CO2 in der Luft ist.

  7. 51.

    Wie gut das Sie weder Josti noch mir vorschreiben können, was wir hier schreiben dürfen und was nicht.

    Zum Thema Wasser: Was halten Sie dann von den absurd hohen Verbräuchen der GrünheidenerInnen?
    Sind meine Aufrufe endlich zu einen verantwortungsvollen Umgang mit Trinkwasser am heimischen Wasserhahn zu kommen da so fehl am Platz? Das müsste doch in ihrem Sinne sein als Trinkwasserschützer.

  8. 50.

    Denn in Brandenburg stehen dort in zwei Drittel der Fälle Kiefern. Anders als Laubwälder speichern die sandigen und vergrasten Böden der Kiefernwälder schlecht Feuchtigkeit. Dazu legen die immergrünen Kiefern auch im Winter kaum Verdunstungspause ein. Viele Seen lägen in Waldgebieten, betont Kaiser, daher hätten diese über das Grundwasser "wahrscheinlich eine große Prägewirkung auf diese Seen".
    https://www.rbb24.de/content/rbb/r24/panorama/beitrag/2021/04/2-seen-brandenburg-wasser-grundwasser-niedrigwasser-mangel.html

    In den Grundsatzdiskussionen seit Spätherbst 2019 finden Sie noch Links zu anderen Fachleuten.

  9. 49.

    Mich interessiert vor allem die Statistik, wie oft durch ekne Fabrik, deren Abeasserleitubg noch im Bau ist, zu einem Druckabfall bei der Trinkwasserversorgung gekommen ist. Wolf, R. hatre zudem angedeutet, dass Sue den Grund für den Druckabfall kenne. Können Sie Ihr mit einem nutzbaren Link aushelfen?

  10. 48.

    Richtig! Lesen hilft! Im Artikel wird Intel mit keinem Wort erwähnt. Also gehörte schon der erste Beitrag nicht zum Thema.

    Es ist wir völlig egal, ob in Dresden noch eine Chipfabrik gebaut wird. Das einzigste Problem bleibt das immer weniger werdende Wasser. Auch dazu gab es in BR-aktuell einen ausführlichen Bericht, der einen an die Zukunft denkenden Menschen, die Augen öffnen sollte.

  11. 47.

    Sprechen Sie vom Wasserverbrauch in Gesamtniedersachsen, darüber habe ich kein Material oder nur von der Harzregion, dazu müssten aber auch Teile von Sachsen-Anhalt berücksichtigt werden. Die Probleme auf eine bestimmte Harzregion, lässt sich nicht auf Niedersachsen im Allgemeinen übertragen. Daten und Statistiken über den Harz habe ich vorrätig, da wir dort auch Führungen übernehmen .

  12. 46.

    "Wie schlecht der Einfluss der Kiefern für das Grzdwasser ist, konnte man erst neulich sogar hier beim RBB lesen."
    Dann bitte ich um Belege und bin jetzt schon begierig etwas über den "schlechten Einfluss der Kiefer" zu erfahren.

  13. 45.

    Das erste Mal kam Intel im Kommentar 1 ins Spiel.

    Ich habe nur angefangen Dresden als viel geeigneteren Standort für Intel zu benennen. Lesen lernen hilft....

    Aber vielleicht baut Tesla auch noch eine Chipfabrik in Dresden irgendwann. (Kleiner Scherz)

  14. 44.

    Ah, ja! Jetzt sind wir bei Intel! Intel kann in Dresden angesiedelt werden, aber auch woanders, Tesla in Dresden dagegen nicht, daher sind Ihre Ziele klar. Sie wollen Tesla, also hängt man sich an einen anderen Standort an. Klingt völlig überzeugend!

    Thema dieser Seite war aber Tesla, nicht Intel.

  15. 43.

    Keine Ahnung, was im Archiv alles zu finden ist. Ich frage, wenn ich etwas suche, fahre hin und werde in der Regel fündig, ist eben sehr viel vorrätig.

  16. 42.

    Ah, ja! Jetzt sind wir bei Intel! Intel kann in Dresden angesiedelt werden, aber auch woanders, Tesla in Dresden dagegen nicht, daher sind Ihre Ziele klar. Sie wollen Tesla, also hängt man sich an einen anderen Standort an. Klingt völlig überzeugend!

    Thema dieser Seite war aber Tesla, nicht Intel.

  17. 41.

    Es gibt Baumarten die für die Wasserförderung besser geeignet sind, als Kiefern, aber effektiver als gar keine Bäume.

    Der niedrigste Grun dwasserspiegel ist aber im November, nicht im Sommer, weil sich noch genügend Wasser im Erdreich befindet und der Wald die Wärme speichert. Fällt zu wenig Niederschlag, führen die Quellen kein oder zu wenig Wasser. Kann man sich ansehen. Nimmt man regelmäßig Wasserproben dort und misst die Entnahmedauer fällt der Unterschied deutlich auf. Im Archiv dürften etwa 10.000 Zeitungen und Berichte, der letzten zehn Jahre sein, da wird es Antworten auf einige Fragen geben.

  18. 40.

    Was haben Sie denn gegen meinen Vorschlag? Das Gebiet Industriegebiet in der Nähe des Dresdner Flughafens ist fast so groß wie Intel in Irland. Das Gelände ist bestimmt ausreichend groß. Dazu die wohl beste Zulieferindustrie direkt vor Ort.

    Neben den insgesamt 9 Freunden & Bekannten direkt bei Bosch, GF und Infineon arbeiten noch 2 Freunde von mir bei ASML und TokioElectron. Aber stimmt ich kenne mich natürlich nciht aus...

  19. 39.

    Wie schlecht der Einfluss der Kiefern für das Grzdwasser ist, konnte man erst neulich sogar hier beim RBB lesen.

    Daneben Sie bitte daran, den Zusammenhang zwischen einem erst im Bau befindlichen Wasswrabschluß und einem Druckabfall in Harz genauer zu belegen. Der Wasserverbrauch war übrigens im vergangenen Sommer in Nds. teils so hoch, dass die Kapazität der Rohrleitungen zu den Privatanschliessern erschöpft gewesen ist. Über Probleme zu analog gestiegenen Abwassermengen haben ich aber nichts gefunden. Was steht dazu in Ihrem Archiv? Kann Wolf, R. sich dazu an etwas erinnern?

  20. 38.

    Warum überrascht mich Ihre Aussage nicht? Weil es nichts Neues ist!

    Große Ankündigungen und dann nur heiße Luft. Dresden eignet sich eben nicht für alle Investoren! Sind Sie ganz sicher in Dresden zu wohnen oder nicht nur irgendwo in der Nähe von Dresden?

    Wenn Sie mir gleich noch weismachen wollen, dass die gerodete Waldfläche in Grünheide, für die Wasserförderung in der weiteren Umgebung von Vorteil war, bekommen Sie einen Führungstermin, für eine nächste Harzführung. Vorher diskutiere ich mit Ihnen und anderen Befürwortern dieses Thema nicht. Jeder hat die Möglichkeit, sich vor Ort umfangreich zu informieren. Der Fahrpreis von unter 20 €, inklusive Führung, dürfte erschwinglich sein.

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