Auslagefrist endet - Neue Tesla-Unterlagen stoßen auf großes Interesse im Internet

Ein Lastwagen fäht auf das Gelände der Tesla-Fabrik in Grünheide (Bild: dpa/Thomas Bartilla)
Video: Brandenburg aktuell | 19.07.2021 | Michel Nowak | Bild: dpa/Thomas Bartilla

Nach Änderungen an der Bauplanung für die Tesla-Fabrik in Grünheide musste der US-Konzern sein Vorhaben erneut öffentlich auslegen. Vor allem im Internet nahmen viele Interessierte Einsicht in die Unterlagen. Nun können Einwände eingereicht werden.

Zusätzliche Batterie-Fabrik, größere Gießerei und ein neues Versickerungskonzept: Mehr als vier Wochen lagen die neuen Pläne für die Fabrik des US-Elektro-Autobauers Tesla in Grünheide (Oder-Spree) öffentlich aus. Am späten Montagabend endet die Auslagefrist für die mittlerweile dritte öffentliche Einsicht in das riesige Bauvorhaben.

Zehntausende Klicks im Internet

Während sich für die aktualisierten, 40 Aktenordner starken Pläne im Landesumweltamt (LfU) in Frankfurt (Oder), in den Rathäusern in Grünheide und Erkner, dem Amt Spreenhagen und beim Landkreis in Beeskow womöglich Corona-bedingt nur eine Handvoll Menschen interessierten, war die Beteiligung im Internet enorm. Mehr als 83.000 Klicks registrierte das LfU bis Montagmittag, wie ein Sprecher des Landesumweltamts dem rbb sagte. Noch bis Montagabend sind die Unterlagen hier abrufbar [uvp-verbund.de].

Zur Einordnung: Wenn eine Person die Seite mit den Unterlagen mehrere Male besucht, werden auch mehrere Klicks registriert. Daher dürfte die Zahl derjenigen, die die Unterlagen studiert haben, unter 83.000 liegen. Schätzungsweise haben sich mehrere tausend Menschen die Online-Dokumente angesehen. Übrigens: Tiefe Einblicke für die Konkurrenz gewährte Tesla nicht. Etwa Markennamen von vielen Maschinen und Baumaterialien sowie Mengenangaben sind in den ausgelegten Papieren geschwärzt.

Einwände bis 19. August möglich

Bürger und Verbände haben nun bis zum 19. August Zeit, Einwendungen niederzuschreiben und beim LfU einzureichen, etwa um Kritik zu äußern oder Verbesserungsvorschläge zu machen. Dafür hat das LfU eine eigens eingerichtete Internetseite geschaltet [service.brandenburg.de]. Umweltverbände sowie ein Tela-kritischer Verein aus Oder-Spree haben bereits angekündigt, davon Gebrauch zu machen.

Die gesammelten Einwände sollen laut LfU voraussichtlich am 13. September in der Stadthalle in Erkner bei einem Erörterungstermin öffentlich diskutiert werden. So eine Veranstaltung hatte es bereits im September 2020 gegeben. Damals wurde acht Tage debattiert.

Das LfU hat noch nicht endgültig über den neuen Erörterungstermin entschieden. Aktuell geht das Amt laut Referatsleiter Sebastian Dorn davon aus, dass der Termin Mitte September stattfinden wird. Erst danach können die Beamten über die Genehmigung der Tesla-Fabrik endgültig befinden.

Die Tesla-Dokumente wurden schon zum dritten Mal öffentlich ausgelegt. Grund dafür ist, dass Tesla seine Pläne immer wieder geändert hatte. Neu in den Unterlagen waren unter anderem eine Batteriefabrik und überarbeitete Sicherheitsvorkehrungen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 19.07.2021, 16:40 Uhr

Die Kommentarfunktion wurde am 20.07.2021um 22:16 Uhr geschlossen

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95 Kommentare

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  1. 95.

    Sinn derAnhörung ist es, seinen Einwand zu erläutern. Stöbern Sie erstmals in den Verfahrenshandbücher nicht nur des Landes Brandenburg, die dafür erstellt worden sind.

    Mit den Flächen, die in der fallweise bein Ihnen unterschiedlich grossen Region, gehen Sie als Anwohner von irgendwas außerhalb der "Tesla-Region" dabei ja schon länger hausieren. In der Spitze waren es gemäß Ihrer unbelegten Dystopie allein in Grünheide 12 km². Ich bin gespannt, wie Sie das bei der Anhörung erläutern werden. Hier bleiben Sie ja mittlerweile schön im Ungefähren, da Sie den Unsinn dieser Behauptung vorgeführt bekommen haben und sich deshalb nicht mehr festnageln lassen wollen.

  2. 94.

    Herr Dominik, Sie vergaßen erneut zu erwähnen, dass bereits auf den ersten Seiten der Antragsunterlagen, jedem Zulassungsbescheid und in den ersten Minuten der Anhörung seitens Tesla nicht versäumt wurde auf die Dringlichkeit des Produktionsbeginns hinsichtlich der Bekämpfung des Klimawandels hinzuweisen.
    Dass man dem Klimawandel am wirkungsvollsten mit Waldrodung und Flächenversiegelung begegnet, war vielen Einwender*innen bis dato allerdings noch nicht bekannt.

  3. 93.

    Glauben Sie, dass Herr oder Frau "Fragen...." sich mit Ubewaffneten duellieren würde?

  4. 91.

    Werden Sue bei der Anhörung die Folgen, die Sie in Uhren Einwendungen vorgebracht haben, näher erläuter oder belassen Sie es dabei, dass Sie E-Autos für sinnlos halten ohne dabei genauso wie hier näher in Detail zu gehen? Ist es Absicht, dass Siee dabei hier bewusst oberflächlich bleiben um sich nicht erneut lächerlich zu machen?

  5. 90.

    Anders als in der Lex Klink akzeptiert der Gesetzgeber allerdings auch Lösungen auf Basis schon länger existierender technischer Regelwerke etc. Da hatten wir doch auch schon. Oder wollen Sie dem unbedarften Leser weismachen, dass das die erste Firma ist, die solche Pfähle in WSG setzt? Nichtmals die Grüne Liga hat etwas gefunden, um dagegen vorzugehen. Hätten Sie die doch nur mit Ihrer "Expertise" beraten. Oder hatten Sie zu der Zeit keinen Zugang zu Telefon und Internet. Sie waren ja eine Zeit lang hier verdächtig still.

  6. 89.

    Es ging mir um ihre Unterstellung an Tesla, dass Tesla einfach mehr Pfähle in den Boden rammen könnte, weil Sie die gar nicht zählen können. Vollkommen hanebüchener Blödsinn, weil die Pfähle ja Bestandteil der Unterlagen und wichtiger Teil der Statik.

    Da könnten Sie auch gleich behaupten, dass Tesla einfach mal die eine Halle 10m Länger, 10 m Breiter und 5 m Höher baut. eine solche Behauptung wäre genauso abwegig.....

  7. 88.

    Also Sie müssen echt ein bewegtes Leben gehabt haben, dass Sie sowohl durch Gift gestorbene als auch durch Bestrahlung gestorbene kennen. Bei durch Strahlung vor allem bei Leukämie, fallen mir eigentlich nur Radarwartungspersonal der Bundeswehr ein. Bei durch Giftunfälle war eigentlich Seveso der letzte große Vorfall in EU und Vergiftungen auf Arbeit extrem selten, die Zeiten von Chlorakne oder Zinkfieber sind eigentlich lange vorbei. Dagegen gibt es natürlich massenweise "alte" Krebsfälle durch Asbest, ein natürliches Mineral.

    Egal wie, das hat natürlich mit einer heutigen Industrieanlage praktisch gar nichts mehr zu tun. Dass solche Anlagen heute sehr sicher sind, dafür sorgen Fachleute im HSE-Stab. Problematisch sind heute vor allem die kleinen Firmen. In welcher Verbrennerwerkstatt wird nicht wild mit Benzin (mit Benzolanteil), Diesel, Bremsflüssigkeit und kontaminiertem Altöl rumgepanscht, meist ohne jede Sicherheitsvorkehrungen.

  8. 87.

    Ja, und?
    Ich stehe dazu, während Sie für das angeblich "kleinere Übel" weitere Flächenversiegelungen sowie die zügellose Zerstörung von Natur- und Lebensraum in Kauf nehmen möchten.
    Zudem gibt es weltweit schon genug Fahrzeugfabriken - auch sie können E-Mobilität.

  9. 86.

    "Ich kann mich dem Eindruck auch nicht verwehren, dass NABU und Grüne Liga aufgrund ihrer guten Kontakte zur den deutschen OEMs handeln, eben eventuell auch im Auftrag"
    Herr Dominik, was ist denn das für ein Satz? Diesen sollten Sie unbedingt noch einmal überdenken!
    Auch hinsichtlich Ihrer Äußerungen über das angebliche Gebaren der Naturschutzverbände.
    Warum sollte VW, Daimler oder BMW - ich unterstelle mal, Sie meinten damit jene vorgenannten Automobil-Hersteller - Interesse am Wald in Freienbrink haben?
    Anderenfalls - und davon dürfen Sie getrost ausgehen - partizipieren die deutschen Automobilhersteller am Hype der E-Mobilität durch die Tesla-Ansiedlung in Grünheide.

  10. 85.

    Man wird allerdings auch nicht einfach so anerkannter Gutachter. Vir allem wäre es dann ja auch ein leichtes ein solches Gutachten anzugreifen. Deren Auswahl muss aber natürlich durch einen Würgegriff beeinflusst worden sein, weil die ja sonst ein Gutachten im Sinne der Lex Klink erstellt hätten. Ich bin gespannt wie die Klagen nach Abschluss des Gehmigingsverfahren ausgehen. Aber sicherlich werden Sie dann, sofern die Verfahren nicht in Ihrem Sinne gegen die "E-Monster" ausgehen, auch die Reputation der Gerichte erneut wie gewöhnlich in Zweifel ziehen.

  11. 84.

    Dass das öffentlich bestellte Gutachter sind interessiert sie dabei weniger oder?

    Einfach allem und jedem Korruption unterstellen geht ja auch viel leichter....

  12. 83.

    Während der Anhörung im September 20 sahen sich unvorbereitete Entscheidungstr. und ahnungslose Vorhabenstr. den gut vorbereiteten Einwender*innen ausgesetzt. Damit hat nur niemand gerechnet.
    Das ist alles.
    Und ja, unter den Einwender*innen gibt es mit Sicherheit auch Personen, die sich einen sofortigen Baustopp, Rückbau und Wiederaufforstung wünschen. Ist das etwa verboten?
    Es ist sowieso nicht zu verstehen, warum Sie sich hier aufregen müssen. Für Sie läuft es doch prächtig.
    Während Ihr Lieblingsgroßkapitalist mit ZvB den Wald für seine bisher halbfertige Fabrik roden ließ - was in Ihrem Sinne zu sein scheint - müssen die Einwohner in und um Grünheide mit den Negativfolgen eines Industriegeb. klarkommen.
    Über die vielen Waldflächen, die in der Region infolge der Tesla-Ansiedlung noch zusätzlich zum Opfer fallen sollen, reden wir erst gar nicht.
    In Zeiten des fortgeschrittenen Klimawandels sollte diesem sorglosen Umgang mit unserer Umwelt daher dringend Einhalt geboten werden.

  13. 82.

    Sie hätten sich in den Antragsunterlagen mal die Dokumente zu der Anhörung ansehen sollen.

    Da wurde z.B. ernsthaft mehrfach auf die Lithiumförderung in Bolivien verwiesen, die ja so viel Wasser verbrauchen würde. Auch auf mehrfachen Hinweis der Sitzungsleitung, was das bitte mit dem vorliegenden Projekt zu tun hätte lies man nicht davon ab über EAutos und deren Akkus zu schimpfen. Es endete mit dem Abstellen des Mikrophons....

    Bei der nächsten Anhörung bin ich dabei, das wird lustig, wenn sich Brandenburger Wutbürger lächerlich machen.

    Zum Lithium: Einfach "BGR Lithium Nachhaltigkeit" googeln und sie werden geholfen, abseits von Stammtischparolen

    https://www.bgr.bund.de/DE/Gemeinsames/Produkte/Downloads/Informationen_Nachhaltigkeit/lithium.html
    oder unter dem Link die PDF öffnen.....

    Da lernt man wieviel Wasser wirklich gebraucht wird, wo das meiste Lithium(carbonat) eigentlich her kommt....

  14. 81.

    Herr Dominik, es kann sein, dass die Pfähle ein Teil der Statik sind. Das berechtigt noch lange nicht, dass man automatisch gegen die Belange des Umweltschutzes und des Grundwasserschutzes verstoßen darf. Dann gilt es andere Lösungen zu finden. Ein wäre z.B. seine Sachen zu packen und aus dem Wasserschutzgebiet zu verschwinden. Da werden sie mir sicher Recht geben müssen.

  15. 80.

    Ja! Ich hatte extra angedeutet, dass Sie Ihr Motiv haben durchblicken lassen: "... als dass ich die Umweltzerstörung für ein - in meinen Augen - sinnloses Produkt ablehne." schrieben Sie am 14.07.2021 um 23:02 in https://www.rbb24.de/studiofrankfurt/wirtschaft/tesla/2021/07/tesla-naturschutzbund-genehmigung-oberverwaltungsgericht.html
    Ich dem gegenüber halte E-Autos eben nicht für sinnlos, sondern für das kleinere Übel gegen über dem Verbrenner. Das könne Sie auch in den alten Grundsatzdiskussionen seit Spätherbst 2019 nachlesen.

  16. 79.

    Da haben Sie recht. Die grundsätzliche Förderzusagen im Rahmen des 2ten IPCEI-Projektes der EU und damit die Möglichkeit für Tesla die Zellfabrik zu planen gab es erst im Februar, damit verbunden dann Förderunschädlich schon mit der Planung zu beginnen. Wirklich erstaunlich wie schnell Tesla ist....

  17. 78.

    Als ältere Generation, kann ich mich noch genau daran erinnern, als es über das Endlager Asse und dem Schacht Conrad berichtet wurde, der Salzstock sei das sicherste, was es zur Atommüllentlagerung gibt. Da könne nichts passieren. Deshalb würde ich nie mit einem Chemiker über sichere Chemikalenverarbeitung sprechen, genauso wenig einem Makler blind vertrauen, wenn er mir sagt, diese Wohnung ist die beste. Es ist immer die, welche am schlechtesten zu verkaufen ist.

    Die Argumente, bei einem Chemieunfall sind die Folgen geringer, überzeugen mich nicht. Ich habe Leukämiekranke
    durch Atombestrahlung kennengelernt und Opfer von Chemieunfällen. Gestorben sind beide, einer schneller, der andere unter schrecklichen Qualen.

  18. 77.

    Herr Neumann es stimmt, dass der Vorhabensträger den Gutachter bezahlen muss, nur die Behörde kann Einfluss nehmen, welchen Gutachter sie akzeptiert. Nur wenn die Behörde im Würgegriff von Antragsteller und Politik sich befindet, ist die Sache bereits vorher im Sinne des Antragstellers entschieden, wie auch hier.

  19. 76.

    "Geht es *Ihnen* überhaupt um Landschafts- oder Wasserschutzgebiete?"
    Ich denke, das ist offensichtlich.
    Aber wie sieht es bei Ihnen aus?
    Wofür setzen Sie sich ein?

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